Aktuell Kritisch Unabhängig

10. Juli 2010

Kunstsammlung NRW eröffnete nach 2 jähriger Umbauzeit am Samstag 


Kunstliebhaber mussten sich lange gedulden, doch nun war es endlich soweit, am Samstag (10.07.), öffnete die Kunstsammlung NRW nach zwei jähriger Umbauzeit wieder ihr Pforten. Um 2000 qm ist die Ausstellungsfläche erweitert worden. Rund 40 Millionen mussten für Sanierung und Erweiterung aufgebracht werden. Mit drei Standorten und ca. 11000 qm Ausstellungsfläche gehört die Kunstsammlung NRW mit zu den größten Museen in Deutschland. Nicht nur die 88 Bilder Paul Klees, die das Land NRW 1961 erworben hatte, fanden hier einen würdigen Platz, sondern auch weitere hochkarätige Werke der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst. Von Beckmann, Dali,  Kandinsky, Magritte, Mondrianund Picasso bis hin zu Pollock, Rauschenberg und Richter, kaum ein berühmter Name, der einem nicht begegnet.

Die Kunstsammlung NRW ruht auf drei Standbeinen. Im K20 am Grabbeplatz, die Fassade ist in vornehme schwarze Granitfarbe gekleidet und nicht zu übersehen, ist die Kunst des 20. Jahrhunderts zuhause. Das Haus wurde 1986 eröffnet, 2008 begann die Umbauphase.

 

Das nur 1,5 km entfernte Ständehaus, K21, am Kaiserteich ist ein weiteres Standbein der Kunstsammlung. Bis 1988 war hier der Sitz des NRW Landtages. Im K21 wird die Kunst des 21 Jahrhunderts präsentiert. Gespräche mit Künstlern, Workshops und Lesungen werden angeboten, die sowohl vom Publikum als auch von den Künstlern als außerordentlich bereichernd angesehen werden.

 

Das Schmela Haus, jüngstes Mitglied im Ensemble, illustriert neue Kunstentwicklungen. Experimentieren ist hier vornehmlich die Devise. Das Schmela Haus feierte im Winter 2009/2010 mit der Präsentation „Beuys ausstellen“ Premiere.

 

Viel Glas, großzügige Fenster, die Installation neuer Lampen und bewegliche Wände bewirken in dem sanierten K20 Bau am Grabbeplatz einen besseren Kontakt zu den Bildern und ermöglichen einen intensiveren Dialog mit ihnen.

 

Mittlerweile sind die meisten der wunderbaren Kunstwerke bereits ins Museum zurückgekehrt. Jackson Pollocks Nr. 32 beansprucht weiter seinen Platz im Amerikaner Saal und die große Anzahl der beeindruckenden Klees haben auch wieder einen adäquaten Platz gefunden.

Nicht alle Räume sind mit Exponaten versehen worden. Für die große Beuys Ausstellung im Herbst beginnen bereits in drei Wochen die Vorbereitungen. Deshalb sind in den dafür vorgesehen Ausstellungsräumen für die Übergangszeit Gastinstallationen geplant.

 

Die Abteilung Bildung des Museum verfügt nun auch über ein eigenes Labor. Hier werden Künstler mit außergewöhnlichen Projekten präsentiert. Die Künstlerin Karin Sander macht den Anfang. Sie demonstriert mit ihrem außergewöhnlichen Projekt der 3D Bodyscans, wie Besucher Teil einer Performance werden können. Mittels der Bodyscans werden von ihren Körpern Gipsabdrücke angefertigt. Durch Pose und Gestik bestimmen die Besucher ihr Abbild selber mit. Sie sind aktiv am Entstehungsprozess beteiligt und können ihr Abbild als Exponat im Muesum begutachten.

 

Als besonderen Service erhebt die Museumsleitung für die ersten 14 Tage nach der Eröffnung keine Eintrittsgelder. Zwischen K20 und K21 pendelt für die Besucher ein Shuttlebus, der kostenlos ist.

Tel.  0211 8381-0      

www.kunstsammlung.de

 

 

Theater und Philharmonie Essen sammelt 60.000 Unterschriften für den Erhalt ihrer Sparten

 

Die Unterstützung für die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) entwickelt sich zu einer Bürgerbewegung in Essen. 60.000 Menschen haben bisher ihre Unterschrift für den Erhalt der TUP in ihrer jetzigen Form geleistet. Die seit Monaten herrschende Ungewissheit, wie es mit der Finanzierung der TUP weitergehen wird, ist bei vielen Bürgern Anlass zu großer Sorge.

 Seit dem Bürgerbegehren 1999 für den damaligen Saalbau wurden noch nie so viele Unterschriften in Essen gesammelt.

 Der Betriebsrat begrüßt die Signale einiger Parteien im Rat, die die Einsparungen, die von der TUP bereits geleistet wurden, anerkennen und bereit sind, Mittel zur Verfügung zu stellen, die den Erhalt aller Sparten sichern. Er hofft, dass dafür eine breite Mehrheit in der Ratssitzung am 30. Juni 2010 zustande kommt. Dem Betriebsrat ist bewusst, dass in der sehr schwierigen Finanzsituation der Stadt Essen Einsparanstrengungen weiterhin notwendig sind. (üpm)

www.theater-essen.de

 

 

Kulturhauptstadt2010

Mythos Ruhr begreifen: SchachtZeichen und die Kunst der Erinnerung

 

RUHR.2010 präsentiert das Kulturhauptstadt-Projekt SchachtZeichen:. Bis zu 350 große leuchtend gelbe Ballone steigen am 22. Mai 2010 gleichzeitig um Punkt 12 Uhr über Fördertürmen und (ehemaligen) Schachtanlagen des Ruhrgebiets auf bis zu 80m Höhe auf. Die mit 4000qkm flächenmäßig größte Kunstinstallation der Welt schwebt dann bis Sonntag, 30. Mai 2010, über der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Sie erzählt die Geschichte vom Strukturwandel in der Metropole Ruhr.(üpm)

www.ruhr2010.de/tv

 

ACHIM MIDDELSCHULE IST NEUER VORSITZENDER DES FOLKWANG MUSEUMSVEREINS

21. April 2010

Zum neuen Vorsitzenden des Folkwang Museumsvereines wurde Achim Middelschulte gewählt. Middelschulte ist seit vielen Jahren im Auftrag von E-ON Ruhrgas maßgeblich an der Durchführung hochkarätiger Ausstellungen im Folkwang Museum beteiligt, In seiner Eigenschaft als Sponsering und Mäzen hat er sich nicht nur im Inland großes Ansehen erworben, sondern auch international geniesst er einen hervorragenden Ruf.

Der Museumsverein zählt 250 Mitglieder. Alle fünf Jahre wird ein neuer Vorstand gewählt. Weiter im Amt bleiben: Ulrich Blank, Wolfhard Leichnitz und Jürgen Simon, sowie Museumsdirektor Hartwig Fischer. Neu hinzugekommen ist Uwe Lindner (Nationalbank). Dem Verein und der Stadt Essen gehören die Sammlung Folkwang. Der Verein unterstützt das Museum auf vielfältige Weise, z. B. beim Ankauf von Kunstobjekten, bei Ausstellungen, Forschungsarbeiten, Restaurierungen, etc. In den Neubau des Museums und in die Renovierung des Altbaus hat er 3 Millionen Euro investiert.

GALA NACHT

Gemeinsam mit dem Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein veranstaltet die Deutsche Oper am Rhein am 16. Juli 2010 die zweite Gala „Oper und Ballett am Rhein für alle". Vesselina Kasarova, eine der weltweit gefragtesten Mezzosopranistinnen, führt die Riege hervorragender Solisten an, die neben dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und dem von Martin Schläpfer geleiteten Ballett am Rhein im Opernhaus Düsseldorf zu erleben sind - zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober. In Kooperation mit der DMT (Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH) wird auch diese Gala als Public Viewing auf den Düsseldorfer Burgplatz übertragen.

www.deutsche-oper-am-rhein.de

 

DREIGROSCHENOPER

 

Premiere der DREIGROSCHENOPER im Musiktheater im Revier

am 3. Oktober 2009

 

Das „Stück mit Musik“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill wird im Kleinen Haus des Musiktheaters aufgeführt. Seine Wahl, mit der Dreigroschenoper die Spielzeit zu eröffnen, begründet Regisseur Michael Schulz damit, das es Musiktheater sei, das Lust am Spiel erzeuge, Verwandlungen zeige und Möglichkeiten für die Entstehung von Welten böte. Damit sei es exemplarisch für das 20. Jahrhundert. Dramaturg Wolfgang Willaschek weist auf die Verbindung von Schauspiel und Oper hin: der Untertitel der Brechtausgabe von 1989 war „Die Dreigroschenoper - Ein Versuch über das epische Theater“. Die Inszenierung lässt den Darstellern und Vorgängen sehr viel  Freiheit, die teilweise sogar weit entfernt vom Buch ist, aber trotzdem so, als ob Brecht es sich so gedacht hat. Die Tiefe der Musik ist so groß, dass sie die Sicht auf den Text erneuert, bemerkt Johannes Klumpp, erster Kapellmeister am MIR. Das elfköpfige Orchester wird mit 14 Instrumenten - darunter Saxophon, Flöte, Piccoloflöte, Banjo und Akkordeon - jede Note spielen, die für die Uraufführung vorgesehen war, also die ungekürzte Originalpartitur. Alle Vorstellungen sind für den Freiverkauf vorgesehen, fünf bereits ausverkauft. (Anna Dettmer)

www.musiktheater-im-revier.de

 

 

SPARTAKUS

Spartakus Spartakus

Spartakus

 

Düsseldorf

Deutsche Oper am Rhein

Premiere: 14.02.2009

 

Nach 13 Jahren an der Deutschen Oper am Rhein ist diese Adaption von „Spartakus" die letzte Neuproduktion von Ballettdirektor und Choreograph Youri Vàmos. Er selbst tanzte 1969 in der Fassung von Lászlo Seregi an der Budapester Staatsoper. Vor fast ausverkauftem Haus fand am Samstag, den 14. Februar 2009 die Premiere in Düsseldorf statt.

Auseinandersetzungen und Kämpfe zwischen siegreicher Legion und besiegten Sklaven stehen in der Fassung von Vàmos im Vordergrund, deren Struktur sich aus gegenwärtigen Szenen sowie Rückblenden zusammensetzt. Als zentrale Motive fungieren Trauer, Verlust und Verzweiflung.

Mit Ausnahme der ersten und der letzten Szene ist „Spartakus" von eindrucksvoller Schnelligkeit und energiegeladener Dynamik geprägt, die dem Zuschauer seine ganze Konzentration abverlangt. Den Einstieg in den ersten Akt machen trauernde Ehefrauen und Mütter, deren in rot und schwarz gehaltene Kostüme farblich mit dem puristischen Bühnenbild harmonieren und fließend in den Tanz eingearbeitet sind. Die leise angeschlagenen Töne werden von den gekonnt eingesetzten Lichteffekten untermalt. Die sich abrupt anschließenden kämpferischen, aufständischen Szenen zwischen Legionären und Sklaven stehen in krassem Gegensatz zu dem ruhigen Auftakt und sind von großem tänzerischen und musikalischem Elan durchzogen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der Aufstand der Unterdrückten, der die spannungsgeladene Atmosphäre betont. Weiterhin gelingt es insbesondere Filip Veverka (Spartakus), Suzanna Kaic (Varynia) und Chidozie Nzerem (Afrikaner), Leid und Verzweiflung auf der Bühne zum Ausdruck zu bringen. Trotz kurzer Momente der Freude und des Übermuts liegt eine bedrohliche bisweilen gar bedrückende Melancholie über dem Stück, was nicht zuletzt durch die monumentale Musik des Komponisten Aram Iljitsch Chatschaturjan erreicht wird. Am Ende des Stücks schließt sich der Kreis mit dem erneuten Auftritt der trauernden Frauen. Durch das Zusammenspiel von Tanz, Musik und Bühnenbild bekommt der Zuschauer mehr als ein Mal eine Gänsehaut. „Spartakus" von Youri Vàmos ist eine lebendige und temperamentvolle Adaption, die überzeugt, was durch den minutenlangen Applaus des Premierenpublikums bestätigte wurde. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Lisa Wettlaufer

THEATER UND MEDIEN

„Theater und Medien“ Thema der Zukunft

Frühjahrstagung der Deutschsprachigen Opernkonferenz fand vom 7. bis 9. Mai 2009 in Düsseldorf statt.

Die diesjährige Opernkonferenz der deutschsprachigen Häuser fand vom 7. bis 9. Mai in Düsseldorf statt. Mitglieder dieses wichtigsten Gremiums der Opernbühnen sind die Deutsche Oper Berlin, die Staatsoper Unter den Linden, die Komische Oper Berlin, die Oper Leipzig, die Sächsische Staatsoper Dresden, die Deutsche Oper am Rhein, die Hamburgische Staatsoper, das Staatstheater Stuttgart, die Bühnen der Stadt Köln, die Bayerische Staatsoper, die Oper Frankfurt, das Opernhaus Zürich und die Wiener Staatsoper; außerdem sind die Opéra National de Paris und das Royal Opera House Covent Garden London assoziierte Mitglieder. Zur Tagung im Düsseldorfer Opernhaus tauschten sich die Intendanten, geschäftsführenden Direktoren und künstlerischen Betriebsdirektoren dieser Häuser zu aktuellen Themen aus.

Ein Schwerpunkt der Deutschsprachigen Opernkonferenz war das Thema „Theater und Medien“. Das Wichtigste ist für die Oper natürlich das Live-Ereignis jeder einzelnen Aufführung auf der Bühne. Hier erhält der Zuschauer einen direkten Kontakt mit den Künstlern, wird mit dem Werk und seiner Inszenierung konfrontiert. Dennoch ist auch für die Oper, wie für jede andere Institution, Medienpräsenz unverzichtbar.

Im Rahmen der Konferenz fand daher auch ein Gespräch mit Vertretern der Medienindustrie statt, bei dem es im Wesentlichen um die Konditionen für Aufzeichnungen von Opernproduktionen ging. Diese können einer breiten Öffentlichkeit die Leistungen der Oper zugänglich machen und damit ihren Stellenwert weiter stärken. In einer Zeit, in der wegen der globalen Finanzkrise eine erneute Verknappung der öffentlichen Mittel droht, wird dies immer wichtiger, um die öffentliche Finanzierung von Kunst zu sichern.
Die Deutschsprachige Opernkonferenz erinnert in diesem Zusammenhang auch an die vielseitigen Angebote der Theater zur ästhetischen Bildung und an die Bedeutung des Theaters als Arbeitgeber für junge Künstler. Die Fortsetzung des Arbeitsplatzabbaus an den Theatern, durch den in den letzten 15 Jahren fast 7.000 von 45.000 Arbeitsplätzen verloren gegangen sind, muss unbedingt beendet werden. (üpm)