Magische Orte im Gasometer in Oberhausen

Einen Nachmittag lang die Welt begucken:

über Wunder der Natur nachsinnen

oder wunderbare Bauwerke ansehen

oder einfach unter einem Regenwaldbaum sitzen

 

Unsere Erde hat viele „Magische Orte“….

die UNESCO zählt bis heute über 900 Welterbestätten

 

 

Der Gasometer Oberhausen zeigt eine Auswahl faszinierender Natur- und Kulturmonumente der Welt. Die Ausstellung wurde konzipiert in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission und der TUI Deutschland.

Auf der Eingangs- /Unterscheibenebene begegnen wir naturgeschichtlichen Objekten: in Milliarden von Jahren andauernder Evolution haben Naturkräfte unsere Erde zu dem bewohnbaren Planeten gemacht, auf dem wir leben. Wir sehen Naturwunder in spektakulären, großformatigen Aufnahmen, z.B. aus dem Naturpark Sagarmatha/Nepal. Aus beigefügten kurzen Texten entnehmen wir die Entstehungsgeschichte des Himalaya-Gebirges, das sich formte durch den Zusammenstoß der Erdplatten des indischen Subkontinents mit der eurasischen Platte und dessen Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen sein wird. Wir sehen Vulkane, Höhlen, Wasserfälle – monumentale Naturwunder aus allen Teilen der Welt – einfach nur zum Ansehen oder mit kurzen erklärenden Texten.

Auf der 2. Ebene begegnen wir Monumenten der Kultur aus vielen Epochen: Höhlenmalereien, Inka-Festungen, Pyramiden, Klöster, Moscheen, christliche Kirchen, berühmte Gärten und moderne Wolkenkratzer geben Zeugnisse der Menschheitsentwicklung.

Als Symbol für die beiden Aspekte der Ausstellung schuf Wolfgang Volz die 43 m hohe Skulptur eines Regenwaldbaumes. Monumental steht sie in der Mitte der zweiten Ebene und scheint den Luftraum des Gasometers auszufüllen. Die Licht- und Klanginstallation lässt uns die unendliche Wiederkehr von Tag und Nacht erleben – und bringt uns vielleicht zum Nachdenken darüber, dass es sich lohnt, all das Gesehene und Geschaffene zu erhalten.

Eine sehenswerte Ausstellung und würdige Nachfolgerin der „Sternstunden“ des Jahres 2010.

 

26.4.11/GBW

 

www.gasometer.de

 

Gasometer Oberhausen, Arenastraße 11, 46047 Oberhausen
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen; in den NRW-Ferien an allen Wochentagen geöffnet
Eintrittspreise: Erwachsene 8 EUR, ermäßigt 5 EUR,

Familien (2 Erwachsene, bis zu 5 Kinder) 17 EUR
Dauer: 8. April bis 30. Dezember 2011

 

 

Alte Synagoge in Essen wird zum Haus jüdischer Kultur

 

Am 13. Juli 2010 wurde die umgebaute Synagoge im Beisein von Frau Dr. Edna Brocke, Leiterin der alten Synagoge, Oberbürgermeister Reinhard Paß,  Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, NRW Staatssekretär für Kultur und Dr. Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrates der Juden, feierlich eröffnet.  

 

Die Synagoge wurde 1913 erbaut und gehört zu den größten und bedeutendsten jüdischen Bauwerken. Dem bekannten Berliner Architekten Edmund Körner war die Planung des Gotteshauses übertragen worden. Bis 1938 war sie Versammlungsort und Zentrum der jüdischen Gemeinde, eine Lehr-und Lernstätte, in der jüdisches Leben praktiziert wurde. Die Essener Synagoge mit ihrem großen Kuppelbau, ist die einzige, die den zweiten Weltkrieg äußerlich unbeschadet, überstanden hat. 

 

Der Innenraum der Synagoge wurde während des Novemberprogrom durch einen Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen.  Nach der Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialisten waren die Juden auch in Essen permanenter Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt.  Ab 1939 begann die Deportation in die Vernichtungslager. 2500 Essener Juden kamen im Holocaust ums Leben.

 

Als die Synagoge 1913  erbaut wurde, gab es in Essen noch eine aktive jüdische Gemeinde. Darunter waren viele bekannte Honoratioren.

Nach Beendigung des Krieges stand die Synagoge lange Zeit leer. Nur wenige Juden lebten noch in Essen, für sie wurde eine neue, kleine  Synagoge (wenige km entfernt) errichtet.

 

Die alte Synagoge wirkte indessen als Mahnmal für das schreckliche Unrecht, das Millionen Juden angetan wurde, denn jeder der einen Blick auf sie warf, wurde sofort an das furchtbare Schicksal der Juden erinnert.

Erst 1959 wurde die Synagoge von der Stadt Essen übernommen, die sie aber zweckentfremdete und ein Museum für Industriedesign darin errichtete. Alle Gegenstände, die sich noch im Inneren der Synagoge befanden und an die jüdische Kultur erinnerten, entfernte man rigoros. Erst 1980 setzte ein Umdenken ein. Die Synagoge wurde als Gedenkstätte wiedereröffnet. Hauptraum und Vorhalle wurden weitgehendst rekonstruiert.

 

Mit dem Abschluß der Restaurierung im Juli 2010 soll ein erweiterter Blick auf das Judentum möglich werden.  Mit Modernster  Ausstellungstechnik und der Aufteilung in fünf Bereiche soll ein umfassender Zugang zum Judentum geschaffen werden.  Es sind: Quellen der jüdischen Tradition, Geschichte des Hauses, Geschichte der jüdischen Gemeinde in Essen, die Funktion der jüdische Feste und der Jüdische Way of Life. Zukünftig will die Gedenkstätte  nicht nur Erinnerungsstätte sein, sondern ein Ort, an dem interkulturelle Begegnungen möglich werden können. (HA-K)

 

Wiedereröffnung:        13. Juli 2010

Umbaukosten:             7 790 000 Millionen Euro

Einzelspende:               500 000 Euro (Dr. Heinz-Horst Deichmann)

Leiterin der Synagoge: Frau Dr. Edna Brocke