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Alte Synagoge in Essen wird zum Haus jüdischer Kultur

 

Am 13. Juli wurde die umgebaute Synagoge im Beisein von Frau Dr. Edna Brocke, Leiterin der alten Synagoge, Oberbürgermeister Reinhard Paß,  Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, NRW Staatssekretär für Kultur und Dr. Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrates der Juden, feierlich eröffnet.  

 

Die Synagoge wurde 1913 erbaut und gehört zu den größten und bedeutendsten jüdischen Bauwerken. Dem bekannten Berliner Architekten Edmund Körner war die Planung des Gotteshauses übertragen worden. Bis 1938 war sie Versammlungsort und Zentrum der jüdischen Gemeinde, eine Lehr-und Lernstätte, in der jüdisches Leben praktiziert wurde. Die Essener Synagoge mit ihrem großen Kuppelbau, ist die einzige, die den zweiten Weltkrieg äußerlich unbeschadet überstanden hat. 

 

Im Inneren wurde sie während des Novemberprogrom durch einen Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen.  Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, wurden die Juden, wie überall im Land, auch in Essen permanenter Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Ihr Hab und Gut wurde beschlagnahmt, sie verloren ihre Existenz, und ihr Leben war in Gefahr. Ab 1939 begann die Deportation in die Vernichtungslager. 2500 Juden kamen im Holocaust ums Leben.

 

1913, als die Synagoge erbaut wurde, gab es in Essen noch eine aktive jüdische Gemeinde. Darunter waren viele bekannte Honorationen.

Nach Beendigung des Krieges stand die Synagoge lange Zeit leer. Nur wenige Juden lebten noch in Essen, für sie wurde eine neue, kleine  Synagoge an anderer Stelle errichtet.

 

Die alte Synagoge wirkte indessen als Mahnmal für das schreckliche Unrecht, dass Millionen Juden angetan wurde, denn jeder der einen Blick auf sie warf, wurde sofort an das furchtbare Schicksal der Juden erinnert.

Erst 1959 wurde die Synagoge von der Stadt Essen übernommen, die sie aber zweckentfremdete und ein Museum für Industriedesign darin errichtete. Alle Gegenstände, die sich noch im Inneren der Synagoge befanden und an die jüdische Kultur erinnerten, entfernte man rigoros. Erst 1980 setzte ein Umdenken ein. Die Synagoge wurde als Gedenkstätte wiedereröffnet. Hauptraum und Vorhalle wurden weitgehenst rekonstruiert.

 

Mit dem Abschluß der Restaurierung im Juli 2010 soll ein erweiterter Blick auf das Judentum möglich werden.  Modernste  Ausstellungstechnik und die Aufteilung in fünf Bereiche sollen das Judentum insgesamt transparenter machen. Es sind: Quellen der jüdischen Tradition, Geschichte des Hauses, Geschichte der jüdischen Gemeinde in Essen, die Funktion der jüdische Feste und der Jüdische Way of Life. Zukünftig will die Gedenkstätte  nicht nur Erinnerungsstätte sein, sondern ein Ort, an dem interkulturelle Begegnungen möglich werden kann. (HA-K)

 

Wiedereröffnung:        13. Juli 2010

Umbaukosten:             7 790 000 Millionen Euro

Einzelspende:               500 000 Euro (Dr. Heinz-Horst Deichmann)

Leiterin der Synagoge: Frau Dr. Edna Brocke

 

 

COLLECTION TOURS

ein gemeinsames Projekt der  20 Ruhr Kunst Museen

 

Anlässlich der Kulturhauptstadt2010 haben sich 20 Kunstmuseen der Region Ruhr zusammengeschlossen und für die "Collectiontours" ein gemeinsames Programm ausgearbeitet. Drei Angebote stehen zur Auswahl. "Zweimal Kunst und zurück", ist das gemeinsame Projekt für Schüler mit neun unterschiedlichen Touren. Bei dieser Tour werden zwei Museen besucht. Dabei wird eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunst angestrebt, die nicht nur die eigene Heimatstadt einbezieht, sondern auch das Ruhrgebiet in seiner kulturellen Vielfalt berücksichtigt, "Tour Ost/West" für Erwachsene startet am 6. März und beinhaltet 12 verschieden Touren, hier haben sich drei Museen zu einem gemeinsamen Thema zusammengefunden. Die Reisenden werden von Experten begleitet, die die Kunstschätze erläutern, Hintergrundwissen vermitteln und auch während der Reise auf Besonderheiten der Region aufmerksam machen. Tour "Reisegespräche", ebenfalls für Erwachsene, bezieht sich auf das gemeinsame Ausstellungsprojekt "Mapping the Region der Ruhr Kunst Museen," mit einem Angebot von 10 Fahrten. Diese Tour steht ganz unter dem Motto "Kommunkation." Denn Kunstvermittler und Experten anderer Berufsgruppen begleiten diese Touren. Spannende Dialoge können sich schon an Bord des Busses entwickeln und in den Ausstellungsräumen der ausgewählten Museen fortsetzen.

 

Die Museumsfahrten für die Schüler sind dank Sponsering der Deutschen Bank kostenlos. Für Erwachsene kosten sie pro Person, Busfahrt und Lunchtüte je Tour 25 Euro (ermäßigt 20 Euro).

 

Infos:  www.ruhr2010.de/ruhrkunstmuseen

Fotos: Anaj Schmidt

Einer der Busse der Collection Tours, komfortabel und mit modernster Technik ausgestattet. Die Museumsleiterinnen, Frau Dr. Vogt (LUDWIGGALERIE, Schloss Oberhausen und Frau Dr. Reese, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr) erläutern den Journalisten ihr Museumskonzept.

Aquazoo

Skelette und die Kunst
"Evolution" - so heißt die neue Studioausstellung, die bis 29. Juli im Aquazoo präsentiert wird. Die Schau zeigt neben faszinierenden Schwarzweißfotografien auch rund 30 Tierschädel aus der Pallenberg-Skelettsammlung des Museums. Die Ausstellung basiert auf den Fotografien des bei Frederking & Thaler erschienenen gleichnamigen Bildbandes. Der international renommierte Fotograf Patrick Gries setzte dafür Skelette fast skulpturhaft in Szene.

(üpm)

Düsseldorf

Akademie-Galerie
Markus Lüpertz - "Skulls"

Ein Exponat aus der Ausstellung 'Skulls' von Markus Lüpertz in der Akademie-Galerie.Zwei Jahrzehnte war Markus Lüpertz Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie. In diesem Jahr scheidet er aus seinem Amt aus. Die Akademie-Galerie am Burgplatz, deren Entstehung ebenfalls maßgeblich auf sein Engagement zurückgeht, verabschiedet Lüpertz mit einer Ausstellung - "Skulls". Sie beschäftigt sich mit Werken, die sich mit dem Motiv des Totenschädels ("Skull") befassen.

Wie eine immer wiederkehrende Herausforderung und Faszination taucht das Motiv seit ungefähr 1980 ständig in neuen Zusammenhängen im Werk des Künstlers auf. Lüpertz' Auseinandersetzung mit dem Tod kann als eines der zentralen Themen seines Schaffens angesehen werden, hierin der Obsession vergleichbar, die Andy Warhol fast gleichzeitig für das Thema des Totenschädels entwickelt hatte. Die speziell auf die Räume der Akademie-Galerie hin konzipierte Ausstellung unterscheidet sich deshalb markant von einer gewöhnlichen Retrospektive. (üpm)

Info: www.duesseldorf.de


Essen

Nach fast zweijähriger Bauzeit wird am kommenden Freitag, 15. Mai, die Essener Domschatzkammer wiedereröffnet. Durch den Neubau des Eingangsbereichs sind neue Ausstellungsräume entstanden, in denen jetzt u.a. eine Schau zur Geschichte des ehemaligen Essener Frauenstifts gezeigt wird. Ganz neu ist die Präsentation von 50 Essener Münzen, die u.a. Zeugnis von der Landesherrschaft der Essener Äbtissinnen ablegen. Weitere Räume präsentieren u.a. die Skulpturen der Schatzkammer als eigene kleine Abteilung und frühmittelalterliche Prunkstücke der Sammlung, darunter die vier berühmten Essener Vortragekreuze und das Kreuznagelreliquiar. Zudem ist der Essener Domschatz nach dem Umbau auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Münsterbauverein Essen e.V. hat das Bauprojekt mit einer Million Euro finanziert Die Wiedereröffnung der Domschatzkammer wird am Freitag, 15. Mai, mit einer Pontifikalvesper im Essener Dom um 17.30 Uhr mit geladenen Gästen feierlich begangen.
Infos: www.domschatz-essen.de (üpm) Quelle: idr


James Ensor "Schrecken ohne Ende"

Von der Heydt-Museum Wuppertal, 12. Oktober 2008 - 8. Februar 2009

 

James Ensor (1860-1949) ist noch immer ein Geheimtipp. Aber: Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, welche enorme Bedeutung dieser belgische Maler nicht nur für die Kunst seiner Zeit, sondern bis in die Gegenwart hat.

In den vergangenen Jahren wurden deshalb dem Werk dieses großen Einzelgängers zahlreiche Ausstellungen gewidmet, u. a. in Gent 1987, in München 1989, in Brüssel 2000 und in Frankfurt am Main 2005.

Dabei wurde zwar immer wieder auf die weitreichende Wirkung von Ensors Oeuvre hingewiesen, allerdings ist sein Einfluss auf die Zeitgenossen und folgende Künstlergenerationen nie genauer untersucht worden. Diese Forschungslücke will das von der Heydt-Museum mit seiner Ausstellung „James Ensor - Schrecken ohne Ende jetzt ansatzweise schließen.

Im Mittelpunkt unserer Ausstellung stehen Ensors Werke, die immer wieder neue Rätsel aufgeben und die Betrachter in ungläubiges Staunen und blankes Entsetzen versetzen. Ausgehend von diesem bizarren Oeuvre bemüht sich das Projekt, zunächst die engsten Freunde Ensors wie Fernand Khnopff, Félicien Rops, Leon Spilliaert, Guillaume Vogels zu Wort kommen zu lassen, mit welchen Ensor in Künstlervereinigungen wie „L‘Essor und „Les XX ver-kehrte. Erstmals widmet unsere Ausstellung dem Frühwerk Ensors und dem künstlerischen Umfeld, in dem dieses entstand, großen Raum.

Ensor, der als großer Sonderling galt, konnte dennoch zahlreiche Künstler seiner Zeit mit seinen symbolistisch aufgeladenen Werken, die wie Bebilderungen von Fällen der frühen Psychoanalyse scheinen wollen, beeindrucken und zu Ausflügen ins Reich des Grotesken und Absurden verführen.

Der Maler erhielt Besuch von zahlreichen Künstlerkollegen, hielt gerne Hof und inszenierte sich als Außenseiter und verkanntes Genie. Frühe Besucher in Ensors Haus und Atelier in Ostende waren die deutschen Expressionisten Emil Nolde und Erich Heckel, in deren Werken sich deutliche Reflexe dieser wichtigen Begegnung finden lassen.

www.von-der-heydt-museum.de

 

 

Ausstellung: James Ensor "Schrecken ohne Ende"

 

La mort et les masques, 1897
Öl auf Leinwand
70 x 100 cm
Musée d’Art moderne et d’Art contemporain de la Ville de Liège
© VG-Bild-Kunst, Bonn 2008

Het atelier van de schilder (Malendes Gerippe), 1896/97
Leinwand
38,
5 x 45,5 cm

La fillette aux masques (Kommunion), ca. 1908
Öl auf Leinwand
57 x 52,5 cm
Städel Museum, Frankfurt am Main
© VG-Bild-Kunst, Bonn 2008

 

Ausstellung 'Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein' wird verlängert.

 

Erfolgreiche Ausstellung des Ruhr Museums erwartet den 20.000en Besucher.

Die Ausstellung 'Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein' erweist sich als großer Publikumserfolg. Die spektakuläre Präsentation des Goldschatzes in der ehemaligen Kohlenwäsche auf Zollverein erhält im Besucherbuch einhelliges Lob und erfährt einen großen Publikumszuspruch: Am kommenden Wochenende erwartet das Ruhr Museum den 20.000en Besucher.

Aus diesem Grund hat das Essener Domkapitel als Hauptleihgeber dem Wunsch des Ruhr Museums entsprochen, die Ausstellung über die ursprünglich geplante Laufzeit hinaus um 4 Wochen bis zum 8. Februar 2009 zu verlängern. So lange können die Besucher die über 200 Skulpturen, Tafelgemälde, Handschriften, Urkunden, Textilien und vor allem die kostbaren liturgischen Gegenstände des bedeutenden Kirchenschatzes in einer der aufregendsten Spielstätten der Industriekultur bewundern. Die Ausstellung ist täglich, auch montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet und nur am 24., 25. und 31. Dezember geschlossen. Informationen und Führungsanmeldungen unter Tel. 0201 88 45 200 und im Internet: www.ruhrmuseum.de oder www.goldvorschwarz.de

(üpm)

Stiftung Ruhr Museum

Zollverein A14 (Kohlenwäsche)

Gelsenkirchener Str. 181

D-45309 Essen