Aktuell Kritisch Unabhängig

Essen- Kulturhauptstadt 2010

14. 07. 2010

Klavierfesival Ruhr

Anne Sophie Mutter (Violine) und Lambert Orkis (Klavier) spielen Werke von Johannes Brahms  in der Philharmonie in Essen

 

Der Abend, an dem Anne Sophie Mutter in die Philharmonie kam.

Ein Unwetter war vorhergesagt an diesem Abend, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume, Regen mit Hagel in Aussicht gestellt worden. Ganz so schlimm wurde es nicht. Wenn auch einige Besucher mit nassen Füßen Bekanntschaft machen mussten, den Konzertgenuss mit der berühmten Stargeigerin ließen sie sich nicht verderben. Immerhin waren sie durch das schlechte Wetter bestens präpariert, denn "Regen" war auch ein Thema des Konzertes. Brahms Regenliedsonate stand auf dem Programm.

 

Anne Sophie Mutter ist eine herausragende Künstlerpersönlichkeit mit großem Talent und hinreißendem Charisma. Sie gilt als große Brahms Kennerin. Schon mit sechs Jahren, also ganz am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn wurde sie zum ersten Mal auf die Brahms Sonaten aufmerksam. In Basel hörte sie David Oistrach und Frieda Bauer, als sie die drei Sonaten des Komponisten spielten. Nicht nur von der Künstlerpersönlichkeit Oistrachs war sie fasziniert, sie erkannte ihren eigenen Berichten zufolge auch schon damals, dass die Musik Brahms für die Violine perfekt geeignet sei. Eine Erkenntnis, die für ein Kind dieser Altersstufe sicher sehr ungewöhnlich ist. Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte sich Anne Sophie Mutter immer wieder mit den Werken des großen Romantikers.

 

Sie war noch keine Zwanzig, als sie mit Herbert von Karajan, ihrem Ziehvater, ein Brahms Doppelkonzert und ein Brahms Violinenkonzert aufnahm. Gleichzeitig entstand auch eine Aufnahme der Sonaten. Unaufhaltsam ging es mit der Karriere Anne Sophie Mutters weiter nach oben.

 

Lambert Orkus, ihr langjähriger und einfühlsamer Klavierpartner, begleitete sie auch dieses Mal wieder. Das Duo spielte die Brahms Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100 "Thuner Sonate", die Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 78 "Regenlied-Sonate" und die Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 d-Moll op. 108

 

Perfekt aufeinander eingespielt, gelang es den beiden Künstlern die Komplexität der Werke Brahms herauszustellen und damit einen vollkommen neuen Blick auf die Sonaten zu ermöglichen.

 

Johannes Brahms hatte die Regensonate Clara Schumann gewidmet, die sich zu dem Zeitpunkt in einer schweren Existenzkrise befand. Sie hatte ein Kind verloren, ein anderes war an TBC erkrankt. Brahms versuchte sie mit den Sonate zu trösten und ihr Mut zu spenden.

 

Zweifellos hat sich das Musikverständnis Anne Sophie Mutters in den Jahren grundlegend verändert. Sie spielt inzwischen wesentlich detaillgenauer und besitzt ein intensiveres Gespür für Klangfarben. Mit griffsicherer Raffinesse illustriert sie ihre Extraklasse. Sie betont mit ihrer Interpretation das Lyrische und gefühlvolle der Sonaten, ihr Legato wird dabei fast zur Offenbarung. Verzweiflung, die Stille, das Verstummen, keine Stimmung, die die Künstlerin nicht mit ihrer Geige auszudrücken vermag. Anne-Sophie Mutter läßt die Stradivari flüstern, Töne werden zu Stimmen. Geradezu atemlos hört das Publikum dem Spiel der Geigerin zu, ist gebannt von ihrm großen Können. Das Leiden Klaras, ihre Trauer und ihr Schmerz sind für die "Sensiblen" im Publikum fast körperlich zu spüren.

 

Anne Sophie Mutter führt die Zuhörer hin zu diesen außergewöhnlichen Momenten, lässt sie Teil nehmen an tiefer Melancholie, die sich wie ein roter Faden durch die Sätze zieht. Es sind Augenblicke, in denen Künstlerin und Hörer ganz nah beianander sind. Und auch der Komponist scheint in diesen Momenten persönlich anwesend zu sein. Brahms, verschlossen und eher introvertiert, erlaubt mit der „Regenlied-Sonate“ einen Blick, wenn auch nur einen winzigen, in sein Innerstes.

 

Das Publikum feierte Anne Sophie Mutter und Lambert Orkis mit rythmischem Klatschen und Standing Ovations. Mit den drei Zugaben,

Ungarischer Tanz Nr. 5, George Gershwin:"It ain't necessarly so!" aus "Porgy and Bess" und André Previn:"Song" aus "Tango, Dance and Song" verabschiedeten sich die Geigerin und der Pianist.

(U-HA)

 

 

 

 

 


 

Im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010

Eine interessante Konzertreihe für Gitarren-Enthusiasten!

 

Das katholische Familien- und Erwachsenen-Bildungswerk Essen bietet im Rahmen der Reihe

„DACHKAMMER-MUSIK – Große Kunst auf kleinem Raum“ eine schöne Konzertreihe an, die einen interessanten Überblick über die unterschiedlichen Stilrichtungen ermöglicht, die heute mit diesem Instrument angeboten werden. Jeder Gitarrist bietet am Konzerttag auch einen 2-stündigen Workshop an, der dem Interessierten einen Einblick in die später im Konzert zu hörenden Techniken gibt. Dieses Jahr stehen noch 4 Termine zur Auswahl:

 

30.08.2010: aus Frankreich - Bob Bonastre

 

20.09.2010: aus Großbritannien – John Goldie

 

25.10.2010: aus Kanada – Antoine Dufour

 

15.11.2010: aus Deutschland – Werner Lämmerhirt

 

Weitere Informationen und Anmeldungen für die jeweiligen Workshops und Konzertkarten gibt es unter:

www.bildungswerk-essen.de oder

www.familienbildung-essen.de

Dort bitte unter dem Menüpunkt „Kulturhauptstadt“ nachsehen.

 

23.06.10/GBW

 

Folkwang Kammerochester mit vielen Höhepunkten in die neue Saison

Ein interessantes Programm für die 53. Saison hat das Folkwang-Kammerorchester zusammengestellt. Von Brahms bis Mozart, von Wagner bis Bruckner, erfreut das Ensemble die Besucher. Daneben gibt es auch wieder die beliebten Musikzyklen, den "Barock-Zyklus unter der Leitung des bedeutensten Barock Spezialisten Reinhard Goebel, auf Gottfried Wallisch kann man im Rahmen des Mozart-Zyklus gespannt sein und und der umjubelte Geiger Linus Roth ist im Hügel Zyklus zu hören. Weitergeführt werden die beliebten Familienkonzerte, das "Open Air" Konzert im Spätsommer und die gefragten Weihnachtskonzerte.

 

Info:   info@folkwang-kammerorchester.de

www. folkwang-kammerorchester.de

Gelsenkirchen

DUO MAZELTOV - Kulturhauptstadt 2010 - Tag der Kirche 

 

Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 gastiert am 6. Juni, am Tag der Kirche, das Duo Mazeltov,  in Gelsenkirchen

(Heinrich-Königplatz, evgl. Altstadtkirche). Die Veranstaltung beginnt um 14:00 mit einem "Open Air" Gottesdienst.

Das DUO spielt Klezmermusik und Eigenkompositionen. 

Klarinette:   Norbert Labatzki

Akkordion:   Piotre Rango

 


   

MIRIAM KANN NICHT SCHLAFEN

in der BLeckkirche in Gelsenkirchen (27.06.10 19:30)

Eine literarisch-musikalische Spurensuche zu jüdischen Leben

mehr ...

 

 

Miriam kann nicht schlafen
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Essen

IM GRÜNEN ZU SINGEN

Konzert Matinee mit dem Vokal Quartett

Ort: 16. Mai 11:30 Essen, Arboretum Trautmann

Karten: 0201- 74958105

E-Mail:  info@annerosenstock.com

Zu hören sind Kompositionen von Schubert, Schumann, Brahms, Haydn, Mozart und Zemlinsky 

Philharmonie Essen  -  Spielzeit 2010/2011

Mit einem übersichtlich gegliedertem Programm präsentiert sich die Philharmonie Essen in der neuen Spielzeit 2010/2011. Viele interessante Konzerte sind in dieser Saison zu hören. Sechs verschiedene Themenreihen stehen zur Wahl, darunter Mahler international oder Alte Musik bei Kerzenschein. Daneben konnten Weltstars für die Philharmonie gewonnen werden, erstmalig ist z.B. Cecilia Bartoli zu Gast.

Erfreuliche Nachricht für alle Besucher: die Preise wurden gesenkt, Ziel ist es mehr Besucher anzulocken.

www.philharmonie-essen.de

 

 

Oberhausen

WICKED - DIE HEXEN VON OZ

Wicked" - die Hexen von Oz - Metronom Theater - Oberhausen

8. März 2010


Viel Prominenz begleitete die Premiere von Wicked - die Hexen von Oz, im Metronom Theater in Oberhausen. Darunter Udo Lindenberg, Geraldine Chaplin, Verona Pooth und Ralf Möller. Die Stars zeigten sich begeistert von der zauberhaften Atmosphäre, den faszinierenden Lichteffekten und der opulenten Bühnenausstattung.
Wicked orientiert sich an dem Bestsellerroman von Gregory Maguire, der 1995 erschienen ist. Darin wird die Vorgeschichte zum Zauberer von Oz erzählt. Die Musik und die Songtexte stammen von Stephen Schwartz.
In Wicked prallen die Welt des Guten und des Bösen aufeinander. Im Zentrum der Handlung stehen Glinda und Elphaba, zwei junge Frauen, die die Hexenkunst erlernen sollen und die von ihrem Charakter her nicht unterschiedlicher sein können. Glinda, schön, blond und naiv, Typ Barbie,  kommt aus einem wohlhabenden Haus. Sie nervt die Umwelt mit ihrem Geplapper, denn es ist ohne Substanz. Alles dreht sich nur um sie, glaubt sie. Elphaba ist die Tochter eines Gouverneurs, der aber nichts von ihr wissen will. Denn Elphabas Mutter hat sich einen Seitensprung in der Ehe geleistet. Und ist prompt schwanger geworden. Bei der Geburt ist der Schock groß, das Kind hat eine grüne Hautfarbe. Vom Vater gemieden, von der Gesellschaft als Außenseiterin abgestempelt, kümmert sich Elphaba rührend um ihre Schwester, die im Rollstuhl sitzt. Sie hat keine Ahnung, dass der Gouverneur nicht ihr Vater ist. Auf dem Campus lernen Glinda und Elphaba sich kennen und nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die beiden richtig gute Freundinnen. Dass sie sich auch noch in denselben Mann verguckt gaben, fällt zunächst nicht auf. Glinda glaubt fest an eine Zukunft mit Prinz Friyero. Mittlerweile hat Elphaba ihre Hexenkünste entdeckt und driftet immer mehr ab ins Reich der finsteren Mächte. Sie fiebert der Begegnung mit dem Zauberer entgegen.


Das Fantasy Märchen bezaubert durch farbenfrohe Kostüme, eine schillernde Bildersprache und durch die Darsteller. Besonders Joana Fee-Würz und Willemijn Verkailk präsentieren sich in Bestform und singen mit klangschöner Stimme. Auch verstehen es die Beiden durch ihre witzigen Dialoge immer wieder Lacher zu produzieren. Joana Fee Würz spielt das naive Barbie Blondchen sehr authentisch. Dass im Hexenland manches anders ist als vermutet, überrascht nicht. Hier können Intelligente Tiere sprechen und treten als Lehrer auf. Und Hexen sind auch längst nicht so böse, wie man es sonst immer annimmt. Selbst verlieben können sie sich. Eine weitere Auffälligkeit im Hexenland, das Hässliche siegt über das Schöne.

Kurz vor der Pause gibt es den absoluten Highlight für die Zuschauer, wenn Hexe Elphaba von Lichtstrahlen getragen, in die Lüfte steigt. Bis dahin allerdings zieht sich die Handlung. Auch die Musik kann da keinen Ausgleich schaffen. Denn die Songs sind fast alle keine Ohrwürmer. Nach der Pause sind es die fetzigen Tanzszenen, durch die die Handlung spürbar an Dramatik gewinnt. Affen fliegen durch die Luft, die Spannung steigt.

 

Wicked ist mit Sicherheit ein wunderbarer Augenschmaus, musikalisch jedoch eher eine Enttäuschung. (Ha-K)

 

 

 

 

Essen

DAS PHANTOM DER OPER

Grugahalle, Essen
Donnerstag, 04.03.2010

 

Am 04. März gastierte „Das Phantom der Oper" in der gut gefüllten Essener Grugahalle. Unter dem Titel „Das Phantom der Oper kehrt zurück" präsentierte die Central Musical Company eine gesanglich und musikalisch einwandfreie Show. Auch das schauspielerische Talent der Darsteller überzeugte die Zuschauer. Das interessante Bühnenbild und die raffinierten Kostüme rundeten diesen spannenden Abend ab. Die neu komponierte Musik von Arndt Gerber kam gut an beim Publikum, ließ allerdings die bekannstesten Lieder des Originals bzw. dessen berührende Elemente etwas vermissen. Die Geschichte, in der ein Phantom die Pariser Oper in Angst und Schrecken versetzt, spielt vor etwa 100 Jahren. Paul Wilhelm schrieb den deutschen Text für die Schauerstory, die den Zuschauern eine Gänsehaut nach der anderen einjagte. Begeisterte Musicalfans kamen an diesem Abend wieder voll auf ihre Kosten. Am Ende gab es freundlichen Applaus in der für eine derartige Veranstaltung ein wenig zu rustikalen Grugahalle.
(L-We)

 

Gelsenkirchen

MY FAIR LADY

Gelsenkirchen - 13. Februar 2010


Regie:                         Peter Hailer

Musikalische Leitung: Johannes Klumpp

 

 

 

My fair Lady ist eines der schönsten und erfolgreichsten Musicals überhaupt. Die Handlung basiert auf dem Theaterstück „Pygmalion" von George Bernard Shaw und beschreibt, wie ein Mädchen aus der Unterschicht, so dressiert wird, dass sie für eine Lady der Oberschicht gehalten wird. Das Musical wurde 1954 am Broadway uraufgeführt und brach mit über 2717 Aufführungen in nur fünf Jahren alle Rekorde. Die Verfilmung 1964 mit Audrey Hepburn und Rex Harrrison in den Hauptrollen wurde ebenfalls ein grandioser Erfolg.


Was macht nun die Faszination dieses Musicals aus? Es ist die Mischung von Unterhaltung und Satire in Verbindung mit den hinreißenden Songs, die fast jeder kennt, weil er sie schon einmal gehört oder mitgesungen hat. Das Musical hat aber nicht nur Unterhaltungswert, es ist auch gesellschaftskritisch höchst interessant und eine hervorragende Milieustudie.
„Die Sprache formt den Menschen, die Herkunft macht es nicht", so lautet die These von Prof. Higgins, dem eingefleischten, frauenfeindlichen Junggesellen, der sich mit Phonetik beschäftigt. Mit Eliza, einem einfachen Blumenmädchen mit vulgärer Sprache, stellt er ein Experiment an. In nur 6 Monaten will er sie zu einer Lady ausbilden, die akzentfrei spricht und sich in der aristokratischen Gesellschaft sicher bewegen kann. Unerbittlich paukt er mit ihr die Lektionen. Und das Experiment gelingt. Higgins und Oberst Picking beglückwünschen sich gegenseitig. Eliza beachten sie nicht.


In der Gelsenkirchener Inszenierung sind es die stimmungsvollen Bühnenbilder von Etienne Pluss, die schmucke Ausstattung mit Kostümen im Stil der 50er Jahre von Ute Meenen, die hinreißend getanzte Choreographie Kati Farkas und das hervorragende Spiel der Darsteller, die 3 Stunden Musicalerlebnis zu einem großartigen Vergnügen werden lassen. Judith Jakob spielt die sich in jeder Lebenslage behauptende, durch eine harte Schule gegangene Eliza Dolittle. Sie verkörpert das arme, schnoddrig sprechende Blumenmädchen aus der Gosse genauso authentisch, wie die bezaubernde, gebildete Lady der Upper Class. Im kühlen Ambiente seines Arbeitszimmers, es wirkt wie ein Tonstudio, drillt Joachim C. Maß als Dr. Higgins, sehr überzeugend, Eliza, sein Forschungsobjekt mit Sprechübüngen bis in den Morgengrauen. Die egoistische, zur Selbstüberschätzung neigende, emotional kalte Seite des Dr. Higgins, vermag Maß mit seinem Spiel genauso großartig darzustellen, wie die andere Seite seines Charakters, die  hilflos nach Mutter und Pantoffel verlangt.


Mit Inbrunst spielt die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Johannes Klumpp, die bekannten Ohrwürmer von Frederick Loewes.

Ausverkauftes Haus und große Begeisterung beim Publikum für die gelungene Inszenierung.

 

 

DENIS GÄBEL FEAT. JASPER BLOM

Denis Gäbel feat. Jasper Blom - Kulturspeicher Dörenthe -

05. Februar 2010 - 20:00 Uhr

 

Unter dem Zeichen des Jazz stand am Freitag, 05. Februar das 1400 Seelen-Örtchen Dörenthe im Münsterland. Mit seinem Programm „Impressions of Ellington" stationierte das Denis Gäbel Trio feat. Jasper Blom im Kulturspeicher, einem alten Getreidespeicher am Hafen, der mit seiner Atmosphäre den Jazzkellnern von New Orleans in nichts nachstand.

Das Konzert stand ganz im Zeichen des amerikanischen Komponisten und Bandleaders Duke Ellingtons. Saxophonist Gäbel ließ das Werk der Jazz-Größe im Kulturspeicher aufleben. Zum Trio gehören außerdem Henning Gailing am Kontrabass und der Schlagzeuger Hendrick Smock. Unterstützt wurden die drei vom Niederländer Jasper Blom, der zu den führenden Tenor- und Sopransaxophonisten Europas zählt.

An diesem Abend waren die goldenen Zeiten des Jazz spürbar, vereinzelte der zahlreich erschienen Jazzliebhaber ließen sich zu „Yeah"-Rufen hinreißen. Die Begeisterung reichte soweit, dass für die Zugabe Titel aus dem Programm wiederholt werden mussten.

Ein weiteres Konzert des Trios feat. Jasper Blom wird am 19. Februar in Düren sein. (B-A)

 

Oberhausen

ANDREAS BIEBER- Auf den Rummelplatz der Liebe

 Ebertbad Oberhausen - 31.10.2009 - 20:00 Uhr.

 

Im Rahmen der Reihe „Musicalstars in Concert“ trat am 31.10. Andreas Bieber mit seinem Soloprogramm „Auf dem Rummelplatz der Liebe“ im Ebertbad in Oberhausen auf. Unter Begleitung des Pianisten Christian Frank erzählte Bieber charmant witzig Geschichten vom Rummelplatz der Liebe. Sein Repertoire umfasste Lieder und Chansons der letzten hundert Jahre – mal witzig, mal melancholisch, mal fröhlich, aber immer geprägt von der Stimme des einstigen „Joseph“-Sängers. Sehr gut war die Interaktion zwischen Bieber und dem hervorragenden Pianisten Frank, der Bieber auch stimmlich begleitete. Höchstvergnüglich anzusehen auch, wie Christian Frank während des Klavierspielens seine Kleider tauschte.

 

Zwar überzeugte die erste Hälfte des Abends mehr als die zweite, aber alles in allem überraschten Bieber und Frank selbst diejenigen sogar noch, die sowieso schon mit positiven  Erwartungen in das Ebertbad gekommen waren. Das Publikum feierte die Künstler  mit Standing Ovations.(Bernadette Ahmann)

 

 

Essen

BUDDY- die Buddy Holly Story

Seine „Peggy Sue" hat Musikgeschichte geschrieben. Buddy Hollys mitreißende Songs sind bis heute unvergessen. Die Lebensgeschichte des Rock-n- Roll Stars ist jetzt im Colosseum Theater zu sehen. Bei der Premiere gab es Standing Ovations für das gesamte Ensemble.

Buddy Holly war ein begnadeter Musiker. Er experimentierte ständig, begeisterte sich für den Rock -n- Roll und suchte nach immer neuen Techniken um verschiedenartige Klänge in seinen Songs zu verarbeiten. Daneben schrieb er phantastische Hits, mit denen er zu Weltruhm gelang. Aus einfachen Verhältnissen kommend wusste er schon früh, was er wollte. Rock-n- Roll Musik machen. Er gründete eine Band, die Crickets, und stellte mit seinem Sound schon bald die Musikwelt auf den Kopf. Seine Musik war nicht nur unterhaltsam, sie war auch anspruchsvoll. Selbst das schwarze Publikum im Apollo Theater in Harlem tobte und lag ihm zu Füßen, als er dort auftrat. Im März 1958 ging er mit den Crickets auf Englandtournee. Mit im Publikum saßen zwei junge Leute, John Lennon und Paul McCartney, die sich später von seiner Musik inspirieren ließen. Die Trennung von den Crickets erfolgte, nachdem es künstlerisch keine Perspektive mehr für ihn gab. Er begab sich auf Solotournee. Dass er ein Schnellstarter war, bewies Buddy Holly mit seiner Entscheidung seine große Liebe, „Maria Elena", zur Frau zu nehmen. Ganze 5 Stunden benötigte er, um sich darüber im Klaren zu werden. Mit 22 Jahren starb er bei einem Flugzugunglück.

Das Musical „Buddy" erzählt sein kurzes Leben. Es wurde zum absoluten Kassenschlager mit weltweit mehr als 20 Millionen Zuschauern. Das Colosseum zeigt die Story im Stil der 50er Jahre als einen Augenschmaus mit Glitzer und Glamour, Petticoats, Haartollen, Hornbrillen und Cowboystiefeln. Die Bühne ziert eine Jukebox mit einem riesigen Schallplattenteller. Matthias Bollwerk, bis zu seinem 13. Lebensjahr in Essen aufgewachsen und schon als Kind im Aalto Opern Chor aufgetreten, brilliert als Buddy Holly. Äußerlich eher farblos, schmächtig und alles andere als ein Adonis, ist er auf der Bühne nicht wiederzuerkennen. Mit purer Leidenschaft singt, spielt und wirbelt er über die Bühne. Als er die bekannten Hits Hollys anstimmt, „Peggy Sue", „That'll be the day", „Rave on" und „Not fade away"reißt es das Publikum geradezu von den Stühlen. Mit schwarzer Hornbrille, das Markenzeichen von Buddy Holly, bereitet der Musicalstar dem Publikum unvergessliche Stunden. Richtig in Fahrt kommen die Musicalgäste auch durch die farbigen Apollo Sängerinnen, Anastasia Bain, Sidonie Smith und Myrthes Monteiro. Mit frivolen Sprüchen heizen sie nicht nur Buddy ordentlich ein, auch das Publikum begeistern sie mit ihrem überschäumenden Temperament. Im Colosseum endet das Leben des Rockstars dann auch längst nicht so traurig, wie einst in der Realität. Die Regie schickt Buddy nach dem Flugzeugabsturz noch einmal auf die Bühne und lässt ihn ein letztes Mal spielen, was das Zeug her gibt. Das Idol ganzer Generationen von Musikbegeisterten stirbt zwar auch in dieser Inszenierung, aber seine Songs leben hoffentlich noch lange weiter. (HA-K)

 

 

 

 

 

Essen

Tanzhommage an Queen

von Bernd Van Cauwenbergh

Musik von Queen

Essen

Aalto Ballett Theater Essen

 

Um es gleich vorweg zu nehmen, diese atemberaubende Inszenierung von Ballettdirektor und Choreograph Bernd Van Cauwenbergh ist großartig! Die Grundlage bilden, wie sollte es auch anders sein, die mitreißenden Songs der Band Queen. Vor diesem Hintergrund wird dem Zuschauer eine äußerst unterhaltsame Show geboten, die fast schon an ein Musical erinnert. Abwechslungsreiche Kostüme im extravaganten Stil Freddie Mercurys, kunstvolle (Schwarz-) Lichteffekte sowie eine abgestimmte Bühnengestaltung machen diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis.

Während der Aufführung werden immer wieder Szenen aus Konzerten und Musikvideos von Queen auf eine große Videoleinwand projiziert, wodurch die strahlende Atmosphäre unterstrichen wird. Da bei Klassikern wie I want to break free oder Killer Queen auf die inhaltliche Eben eingegangen wird, dürfen die Tänzerinnen und Tänzer auch ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen.

Die Auswahl der facettenreichen Songs spiegelt sich in der Choreographie wider, die sich aus frechen und lustigen sowie zarten Elementen zusammensetzt. Bernd Van Cauwenberghs Ausgangspunkt sind klassische Soli, Pas de deux und Auftritte des gesamten Ensembles, die durch moderne Komponenten ergänzt werden. Vor allem Ivan Korneev und Marat Outaev gelingt es feinfühlige Pas de deux umzusetzen, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Überdies bekommen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Essen-Werden aus dem Fachbereich Tanz im zweiten Teil die besondere Gelegenheit, vor einem großen Publikum praktische Erfahrungen zu sammeln. Man merkt diesen jungen Künstlern den großen Spaß am Tanzen an, was sich deutlich in ihrer überzeugenden Leistung zeigt.

Die Tanzhommage an Queen ist eine wunderbare Ballettinszenierung, deren (denkbar mehrfacher) Besuch sich nicht zuletzt in jedem Fall auch für Menschen lohnt, die nicht zur Gruppe der „klassischen“ Theater- und Ballettgänger gehören. Dieser Meinung war auch das Publikum am Dienstag, den 10. März 2009, das die Künstler mit minutenlangem Applaus und standing ovations belohnte.

 (Lisa Wettlaufer)

 


Oberhausen

Oberhausen

Tanz der Vampire

Premiere:  Metronom Theater

7. November 2008

 

Die unstillbare Gier nach frischem Menschenblut treibt Graf von Krolock durch die Jahrhunderte. Er flieht vor dem Tag und streift durch die Nächte, immer auf der Suche nach geeigneter Beute. Jetzt ist er im Metronom Theater in Ober hausen angekommen. Das Böse ist dort nun allgegenwärtig, sogar im Zuschauerraum

!967 hatte Roman Polanskis Film Satire „Tanz der Vampire“ Premiere. Der einzigartige Erfolg des Filmes setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Der Film besitzt schon lange Kultstatus. 1997 schuf Polanski und sein hauseigenes Kreativteam eine Musicalfassung, die sich zwar an dem Filmklassiker orientiert, aber auch neue Wege geht. Die Uraufführung des Musicals „Tanz der Vampire“ war 1997 in Wien zu sehen. Es war ein grandioser Erfolg.

Von Wien aus gastierte das Musical dann in vielen Städten. Ein Erfolg reihte sich an den anderen. Auch in Oberhausen hatte es jetzt eine viel umjubelte Premiere. Die Musicalfans hatten schon lange sehnsüchtig auf die Parodie der Vampirstory gewartet. Oscarpreisträger Polanski war bei der Premiere persönlich anwesend, ebenso viele Prominente, die mit den Fans bis in die Nacht hinein feierten.

Die Inszenierung des international  erfolgreichen Kreativteams beinhaltet bekannte Elemente aus dem Film, zeigt aber auch neues. Trotzdem kann man der Handlung jederzeit mühelos folgen. Die Story ist  von den Songs her leicht verständlich. Der überaus erfolgreiche Komponist „Jim Steinmann“, schrieb die Musik zum Musical und orientierte sich dabei an bereits erfolgreichen Songs von Bonny Tylor und Meadloaf. Er produzierte schon viele Welterfolge für so bekannte Stars wie z.B. Celine Dion und Barbara Streisand. Typisch für seine Produktionen sind die Mischung aus ekstatischem Rock und Theatralik, die man oft bei Operninszenierungen vorfindet. Dr. Michael  Kunze, vielseitiger Schriftsteller und Dramatiker, aus dessen Feder so bekannte Musicalerfolge wie „Elisabeth“, „Mozart“ und „Rebecca“ stammen, schrieb die anspruchsvollen Texte für Tanz der Vampire.

Für die unglaublich präzise und temporeich ausgeführte Choreographie von Dennis Callahan gibt es immer wieder spontanen Applaus. Das Ensemble ist überragend in seiner Darbietung. Komik wechselt ab mit Temperament, dazu furiose Tanzszenen und Songs, die mal dramatisch, mal einfühlsam das Genre der geheimnisvollen Vampirwelt widerspiegeln. Gernot Kranner in der Rolle des schrulligen Professors Abronsius rezitiert pausenlos. Er war schon in Wien dabei und ähnelt sehr seinem Vorgänger im Film. Krisha Dalke verkörpert die Rolle des verliebten  „Alfred“ hervorragend und ist auch als redlich bemühter „Assistent von Professor  Abronsius“ überzeugend,

Nele-Liis Vaiksool beeindruckt als schöne Wirtstochter „Sarah“ und Linda Konràd fällt auf durch ihre glutvolle Stimme. Florian Fetterle parodiert gekonnt den schwulen Vampirsohn „Herbert“. Umwerfend ist jedoch Jan Ammann als Graf von Krolock. Welche Frau möchte ihm nicht gerne auf sein Schloss folgen, um bereitwillig den Hals zum Kuss hinzuhalten. Er besitzt eine magische Anziehungskraft und singt dazu noch wunderbar mit einem mal leidenschaftlichen, mal lyrisch klingenden  Bariton. Da überrascht es dann auch nich tmehr, dass der "betagte Graf" in jeder Hinsicht zeitgemäß ist und über den Zustand der Welt bestens Bescheid weiß. Wenn er singt:" Doch die wahre Macht, die uns regiert ist die schändliche, unendliche, verzehrende, zerstörende und ewig unstillbare Gier“.

 
Karten/Infos www.musicals.de