"Elisabeth" - die wahre Geschichte der Sissi

Foto: Herbert  Schulze Foto: Herbert Schulze

Das Musical Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi

von Michael Kunze und Sylvester Levay

Premiere: 09.02.2012

Colosseum Essen

 

Der Musicalwelterfolg „Elisabeth“ die wahre Geschichte der Sissi von Michael Kunze und Sylvester Levay feierte im Colosseum Theater in Essen Premiere. Die Uraufführung fand 1992 in Wien statt. Über acht Millionen Zuschauer ließen sich seitdem von der dramatischen Liebesgeschichte fesseln. Damit ist Elisabeth das erfolgreichste deutschsprachige Musical. Die Begeisterung am Premierenabend in Essen war riesengroß. Mit Standing Ovations feiert das Publikum enthusiastisch das exzellente Ensemble.

 

Der Musicalklassiker kehrt zum 20jährigen Bühnenjubiläum nach Essen zurück. Zu sehen ist die mitreißende Show in der Wiener Originalfassung. Inszeniert hat sie der bekannte Opern-Regisseur Harry Kupfer, das originelle Bühnenbild hat Hans Schavernoch entworfen.

 

Sissis Leben berührt die Menschen

 

Das Leben der Kaiserin Elisabeth: Märchen oder Albtraum? Hat sich die Kaiserin selber zur Ikone stilisiert? Fragen über Fragen. „Seit mehr als 100 Jahren geistert Elisabeth in den Köpfen der Menschen herum“, brüllt Kurosch Abbasi zu Beginn der Aufführung in den Zuschauerraum. Er schlüpft in die Rolle des Attentäters "Luigi Lucheni", der die Kaiserin 1898 in Genf ermordete. Dem Publikum erzählt er die romantische Liebesgeschichte von Elisabeth und dem Tod. In den fünfziger Jahren wurde das Leben Kaiserin Elisabeths als Vorlage für die Sissi Filme genommen. Sie wurden zum absoluten Kassenschlager. Bis heute berührt das Schicksal der unglücklichen Kaiserin die Herzen vieler Menschen.

 

In einer Art Retrospektive präsentiert das Musical bedeutende Stationen aus dem Leben Elisabeths verwoben mit  Schreckensvisionen: den Untergang des Hauses Habsburg und aufmarschierende Nationalsozialisten. Bissige Kommentare dazu liefert Kurosch Abbasi, der neben der Rolle des Attentäters auch den Conférenciers spielt. Stimmungsvolle Videoinstallationen zeigen Bilder der unbeschwerten Kindheit Sissis in Possenhofen, die erste Begegnung mit Kaiser Franz Josef I. in Bad Ischl, die Heirat mit ihm in der Wiener Augustinerkirche, die Konflikte mit Erzherzogin Sophie, ihrer Schwiegermutter, die rastlosen Reisen durch halb Europa, das Attentat.

Regisseur Harry Kupfer hat das Psychogramm einer unglücklichen Frau geschaffen, deren Leben durch die strenge Hofetikette fremdbestimmt  ist. Elisabeth resigniert nicht. In ihrem Freiheitsdrang wehrt sie sich gegen die Zwänge und lehnt sich gegen die Unterdrückung auf. Sie schreibt wunderschöne Gedichte.

 

Großartiges Ensemble

 

Stimmlich und darstellerisch ist es ein Hochgenuss, dem Ensemble zuzusehen. Annemieke van Dam ist als Elisabeth eine Idealbesetzung. Sie verkörpert das blutjunge, anmutige Mädchen genau so authentisch wie die alternde, desillusionierte Kaiserin. Mathias Edenborn als Kaiser Franz Josef I. überzeugt mit ausdrucksstarker Stimme und als Souverän, der treu zu den Traditionen steht.  Betty Vermeulen als  Erzherzogin Sophie nimmt man ohne Weiteres die hartherzige Schwiegermutter ab, für die Strenge und Disziplin zum alleinigen Lebenselixier geworden sind. Mitleid erweckt Oliver Arno in der Rolle des labilen, unglücklichen Kronprinzen Rudolf.

 

Bestechend schön die opulenten Kostüme, (Elisabeth wechselt 7 Mal die Perücke und 16 Mal die Kleidung), das fantastische Bühnenbild, der Fundus an aufregenden Requisiten und die brillante Lichtführung. In der fast dreistündigen Inszenierung geht die berührende Musik mit emotionalen Solostücken und Duetten, abwechselnd melancholisch, dann wieder stimmgewaltig und mitreißend unter die Haut. „Ich gehör nur mir“ „Tanz mit mir“ oder „Wir sind wie zwei Boote“ sind nur einige der schönsten Balladen, die zu hören sind.

 

Die Romanze mit dem Tod

 

Immer wieder spendet das Publikum Szenenapplaus. Besonders Mark Seibert in der Rolle des Todes fasziniert und avanciert zum Sympathieträger. Mit ihm hat der Tod längst auch für das Publikum seinen Schrecken verloren, denn er kommt als Verführer und Erlöser daher. Wird sogar zur Lichtgestalt. Alle Zeit der Welt bleibt ihm, sein Werk zu vollenden, denn Elisabeth ist ihm sicher. Folgt ihm in die Ewigkeit. Freiwillig reicht sie ihm zum Schluss die Hand und bietet ihm den Mund zum Kuss. Der Kuss besiegelt endgültig ihr neues Leben. In Freiheit.

 

Zu Recht ist Elisabeth das beliebteste deutschsprachige Musical. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen. (HA-K)

 

Noch bis zum 4. März ist "Elisabeth" im Colosseum zu sehen.

www.elisabeth-das-musical.com

Tickets: Hotline 01805-570070* MO-FR: 8-22 Uhr, SA: 8-20 Uhr, SO: 8-20 Uhr

 

Dirty-Dancing

Oberhausen. Millionen sahen 1987 den Tanzfilm „Dirty Dancing mit Patrick Swayze und Jennifer Grey. Es ist die Story von Frances „Baby“ Houseman, die sich im Sommerurlaub in den Tanzlehrer Johnny Castle verliebt. Der Film erlangte Weltruhm und Sätze wie „Mein Baby gehört zu mir“ und „Ich habe eine Wassermelone getragen“ wurden Kult. Nach Erscheinen des Films erlebten die Tanzschulen einen wahren Boom, viele Fans wollten Mambo lernen.

 

Gefeierte Premiere mit Paris Hilton

Rund 1800 geladene Gäste strömten zur Premiere von „Dirty Dancing ins Metronom Theater in Oberhausen. Das Musical orientiert sich eng am Filmstoff von 1987 und spielt, wie der Film im Sommer 1963. Frances „Baby“Housmann macht mit ihren Eltern Urlaub und begegnet in Kellermanns Hotel, Johnny, dem smarten Tanzlehrer, der dort mit Penny Johnson, seiner Tanzpartnerin und Gästebetreuerin Unterricht gibt. Hauptsächlich trainiert er wohlhabende Damen, von denen er auch eingeladen wird. Johnny und Frances kommen sich schnell näher: zunächst nur beim Tanzen.

 

Mitreißende Tanzszenen und eine Super-Bühnentechnik

Das Musical präsentiert mitreißende Tanzszenen voller Akrobatik, tolle Hebefiguren, raffinierte Bühnentechnik und einige wunderschöne Songs, u. a., „The Time of my Life“ und „Hungry eyes“. Daneben gibt es noch viel Raum fürs Sprechen, denn „Frances“ steht Penny zur Seite, als diese ungewollt schwanger wird und in einer Abtreibung den einzigen Ausweg sieht, um den Job nicht zu verlieren. „Baby“ ist auch sonst nicht auf den Mund gefallen. So übt sie sich in Sozialkritik, wenn es gilt Johnny zu verteidigen, der nicht zu den Privilegierten in der Gesellschaft gehört, wie sie selbst.

 

Der Film bleibt unvergessen

Dass immer wieder Vergleiche mit dem erfolgreichen Film aufkommen, ist verständlich. Die berührende Liebesromanze hatte mit „Patrick Swayze“, einen Star in der Hauptrolle, der bis heute unvergessen ist. Die Musical-Produzenten haben mit Daniel Ràkasz zwar einen exzellenten Tänzer engagiert, doch fehlt es ihm an Charisma. Wogegen seine Partnerin, Jenny Bach, als“Baby“durch ihre Anmut, Komik und Wandlungsfähigkeit besticht. Herrlich ihre linkischen Versuche zu Beginn, wenn sie die Mambo-Tanzschritte ausprobiert. Und auch später als sie die Übungen perfekt beherrscht und graziös über das Parkett gleitet, ist ihre Ausstrahlung umwerfend. Herzlich gelacht werden darf auch über Johanna Spanzel, die Babys komische Schwester Lisa mimt.

 

Perfekte Illusion

Das Musical punktet mit grandiosen Tanzszenen und einer schönen Bilderwelt. Durch den Einsatz von Videoprojektionen verwandeln sich die Schauplätze immer wieder, egal ob es sich um eine romantische Szene am Meer handelt, ein sattgelbes Weizenfeld oder ein rundherum Panoramabild im Restaurant. Die Illusion wird perfekt wiedergegeben. Weniger geglückt ist der Sprechanteil im Musical: oft zu lang, Dialoge wirken unnatürlich, auch sind manche Redewendungen abgedroschen und von geringem Niveau.

Zum Finale kommt noch einmal richtig Begeisterung auf. Wenn Johnny unmissverständlich erklärt; „Mein Baby gehört zu mir“ wünscht man sich sehnlichst: noch mehr Tanzszenen und mehr von den Songs, die so unter die Haut gehen.

 

Oberhausen Centro

Metronom Theater

Tickets: 01805 44 44

Premiere: 19.10. 2010

 

Essen - Konzert

Gefeierter Cellist gibt Konzert auf der Villa Hügel

Meistercellist Wolfgang Emanuel Schmidt und Don Juanquixote

 

Mit einem besonderen Programm ist der weltweit gefeierte Cellist Wolfgang Emanuel Schmidt am Freitag, den 11. November 2011 sowie am Samstag, den 12. November 2011 in der Villa Hügel zu erleben. Mit dem Folkwang Kammerorchester unter der Leitung des Chefdirigenten Achim Fiedler wird ein musikalisch äußerst abwechslungsreiches Konzert geboten, das nicht nur Cello-Fans begeistern dürfte: Neben dem berühmten Cellokonzert in C-Dur von Joseph Haydn erklingen u. a. Werke, die zwei der großen literarischen Mythen gewidmet sind: Don Juan und Don Quixote. Widmet sich Georg Philipp Telemanns „Don Quixote Suite“ in einer Ouvertüre und sechs folgenden Sätzen musikalisch den Abenteuern des Don Quixote, so vereint der finnische Ausnahmekomponist Aulis Sallinen beide spanischen Helden in dem Werk „Die nächtlichen Tänze des Don Juanquixote“. Witzige off-beat-Parts, Flageolett-Klänge und zwischendrin satte Melodien des Solo-Cellos versprechen einen äußerst kurzweiligen Konzertabend mit einem Ausnahmecellisten von Weltrang. (üpm)

 

Eine halbe Stunde vor Beginn findet die Einführung „Musik im Gespräch“ im Konzertsaal statt. Hier werden in lockerer Atmosphäre die Künstler und damit die Menschen hinter der Musik vorgestellt.

 

Freitag, 11. November 2011, 20.00 Uhr, Villa Hügel Essen

Samstag, 12. November 2011, 20.00 Uhr, Villa Hügel Essen

Jeweils 19.30 Uhr Einführungsveranstaltung „Musik im Gespräch“

 

Don Juanquixote

 

Wolfgang Emanuel Schmidt, Violoncello

Achim Fiedler, Leitung

 

Georg Philipp Telemann Don Quixotte Suite in G-Dur TWV 55:G10

„Burlesque de Quixotte“

Joseph Haydn Konzert für Violoncello und Orchester

Nr. 1 C-Dur Hob VIIb

Aulis Sallinen Die nächtlichen Tänze von Don Juanquixote

Chamber Music III op.58

für Violoncello solo und Streicher

Carl Nielsen Kleine Suite für Streicher op. 1

 

Eintrittskarten zu 27,50/22,- Euro (ermäßigt 12,-/8,- Euro)

unter 02 01 - 23 00 34 oder

www.folkwang-kammerorchester.de

 

„Wenn Rosenblätter fallen"

 

Das mehrfach ausgezeichnete Musical kommt nur für wenige Tage ins Ruhrgebiet. Im Zentrum der Handlung steht der 19. jährige Kunst-Student Till, dessen Mutter Rose an einem Hirntumor erkrankt und daran gestorben ist. Damit klarzukommen stellt eine große Herausforderung für den jungen Mann da.

 

In einem Studentenwohnheim lernt er Iris kennen. Ihr unbekümmerter, quirliger Charakter erinnert ihn in schmerzlicher Weise an seine Mutter. Berührende Szenen der Annäherung werden von wunderschöner Musik und tiefen Emotionen begleitet. Dabei kommt es immer wieder zu Rückblicken, in denen Till mit der Krankheit und dem Verlust seiner geliebten Mutter konfrontiert wird. Vergangenheit und Gegenwart sind in der Inszenieung miteinander verwoben. Seine Mutter hat ihm Briefe hinterlassen, die Till schießlich in seiner Verzweiflung liest. Sie sollen ihm helfen, das Leben "danach" zu meistern.

 

In Datteln werden drei Vorpremieren im KATiELLi-Theater gezeigt (Spieldaten: 29. und 30. September und 1. Oktober – jeweils um 19:30). Am 22. Oktober 2011 (20:00) und 23. Oktober (17:00) hat das Musical in Witten Premiere im Saalbau. Die Produktion gastiert hier für nur zwei Tage, deshalb sollten Musical- und Theaterbegeisterte sich rechtzeitig die wenigen verfügbaren Tickets sichern.

 

Star der Produktion ist Carin Filipčić, die Grande Dame der Wiener Musical-Szene (u. a. „Rebecca“, „Romeo und Julia“, Rudolf“.

 

(HA-K)

 

Tickets/Info:

 

www.rosenblaetter-musical.com

John Cale live in der Lichtburg Essen

ESSEN

Sehnsuchtsvolle Melodien und rockige Tonlagen erfüllten am Donnerstag die Essener Lichtburg. John Cale - ehemaliges Mitglied der Kunstrock-Band Velvet Underground – präsentierte sein legendäres Soloalbum „Paris 1919“, das als eines der besten Werke der Popgeschichte und Meisterwerk der Songwriterkunst gilt.

 

John Cale wirkt abgeklärt und ruhig, als er in lila Anzug und Krawatte, passend zum lila gefärbten Haupthaar, auf die Bühne tritt. Es gibt keine Worte der Begrüßung für die Fans in der Lichtburg. Der 69-jährige lässt lieber seine Musik sprechen und begibt sich sofort an sein Keyboard. Ein simples „One, two, three“ eröffnet den Abend.

 

Begleitet von seiner Band und den Bochumer Symphonikern bringt der klassisch ausgebildete Cale sein 1973 erschienenes Meisterwerk routiniert in voller Länge zu Gehör. Großorchestrale Arrangements und die sehnsuchtsvolle Stimme des Walisers verbinden sich zu einer nostalgisch-romantischen Grundstimmung, voller literarischer und historischer Anspielungen auf die Anfänge des letzten Jahrhunderts. Viele wippen mit. Im Anschluss an „Paris 1919“ gibt ein immer lockerer wirkender John Cale weitere, rockigere Höhepunkte seiner Karriere zum Besten und einige Stücke aus seinem neuen Album „Extra Playful“.

 

Die Verbindung zum Buddhismus, das diesjährige Motto der Ruhrtriennale, erschließt sich erst durch einen Blick in die Biografie John Cales. Seit seiner Hinwendung zum Buddhismus sind die Zeiten, in denen Drogenkonsum sein Leben prägten, vorbei. Heute müssen Konzertbesucher nicht mehr damit rechnen, verbal und physisch attackiert zu werden. Das Publikum ehrte den legendären Vermittler zwischen Avantgarde und Rockmusik mit tosendem Applaus. (NJ)

 

 

PARK SOUNDS

Musik im Park

 „Park Sounds“: Elektronische Klänge in Essens Stadtgarten

 von Nina Jung

 

 

An den fünf Abenden werden jeweils unterschiedliche Programme elektronischer Musik präsentiert, die von Professoren und Studenten des Instituts für Computermusik und Elektronische Medien (ICEM) der Folkwang Universität der Künste entwickelt wurden. Die Parkbespielung ist dabei auch für die Entwickler neu. „Eine adäquate Hörsituation zu schaffen, fällt normalerweise schwer- wir sind immer auf der Suche nach Orten, an denen Ort und Musik zusammenspielen können“, meint Professor Thomas Neuhaus. Reine Lautsprechkonzerte, bei denen niemand auf der Bühne zu sehen ist, finden immer noch wenig Anklang beim breiten Publikum. „Im Park ist die Hörsituation auch eine andere - man muss nicht konzentriert zuhören, sondern kann die Klänge auch einfach so genießen.“

 

 

Die Idee zum Format kam dem Intendanten der Philharmonie Essen, Dr. Johannes Bultmann, vor zweieinhalb Jahren, als er auf dem Weg von seinem Arbeitsplatz zur Kantine des Aalto-Theaters durch den Schnee des Stadtgartens stapfte. „Der Park mit seinem alten Baumbestand, die Nähe zur Philharmonie schrieen danach, diese Situation künstlerisch zu nutzen“, meint er. Der Park kann durch die Musik ganz neu wahrgenommen werden – und die Musik profitiert vom sinnlichen Ambiente des Parks. Gleichzeitig versteht Bultmann die Musik im Park als symbolische Öffnung der Philharmonie, als Brückenbau und Einladung an alle Gesellschaftsschichten. Der Eintritt ist frei, jeder ist eingeladen mit Freunden, Partner, Familie den Klängen zu lauschen – oder auch einfach weiter im Park Federball zu spielen oder durch die Natur zu schlendern.

 

Wer die neuen Klänge und Sounds im Park gerne im Sitzen genießen möchte, kann sich über die zahlreichen Sitzgelegenheiten freuen, die „Park-Sounds“- Sponsor RWE neben dreijähriger finanzieller Unterstützung bereitgestellt hat. Hunderte von Liegestühlen und zahlreiche Sitzsäcke werden überall im Stadtgarten aufgestellt sein, der zudem mit E-Bikes erradelt werden kann.

 

Montag, 20. Juni bis Freitag, 24. Juni 2011, täglich von 21-22 Uhr im Essener Stadtgarten (10 Gehminuten vom Essener Hauptbahnhof), Eintritt frei

Hörprobe: http://www.philharmonie-essen.de/konzerte/event/31960.htm

 

 

 

Yundi beim Klavier-Festival Ruhr 2011

 

(Termin: Di. 10. Mai, 20 Uhr, Philharmonie Essen)

 

Als erster Chinese überhaupt gewann Yundi im Jahr 2000 den 1. Preis beim berühmten Warschauer Chopin-Wettbewerb, den die Jury zuvor 15 Jahre lang nicht mehr vergeben hatte. Zu diesem Zeitpunkt war er 18 Jahre alt. Der sensationelle Sieg machte ihn in seiner Heimat zum Star: Seine CD-Einspielungen tauchten sogar in den chinesischen Popcharts auf. Außerdem erhielt er einen Exklusiv-Vertrag mit der Deutschen Grammophon. Sein Tourneekalender zeigt deutlich, wie sehr er seither international gefragt ist.

 

Anlässlich von Chopins 200. Geburtstag im Jahr 2010 wurde Yundi von der polnischen Regierung die Goldmedaille Gloria Artis für Verdienste um die polnische Kultur verliehen. Ganz auf die Musik Chopins wird Yundi sich auch konzentrieren, wenn er am Dienstag, 10. Mai, zum diesjährigen Klavier-Festival Ruhr zurück kehrt. Seinen Solo-Abend in der Philharmonie Essen eröffnet er mit einer Auswahl von Nocturnes. Dem „Andante spianato et Grande Polonaise“ Es-Dur op. 22 folgen vier Mazurken und die Sonate Nr. 2 b-Moll mit dem berühmten Trauermarsch. Der Klavierabend gipfelt in der Polonaise „Heroique“ Nr. 6 As-Dur, die virtuose Bravour und funkelnde Grandezza verlangt.

 

Yundis Spiel gilt als ungemein vital und spannungsgeladen. Schon auf seiner ersten CD, einem Chopin-Album, fühlte Yundi sich tief in die Gefühls- und Gedankenwelt des polnischen Komponisten hinein. Aber auch in der rauschhaft-virtuosen Literatur von Franz Liszt fühlt Yundi sich hörbar wohl. Neben sein sensibles Gespür für die Aussagekraft einer Komposition tritt eine gestochen scharfe Technik, die selbst die schnellsten Läufe nicht im Pedalnebel versinken lässt.

 

Zum Klavier gelangte Yundi über den Umweg über das Akkordeon. Dieses Instrument faszinierte den damals Vierjährigen so sehr, dass seine Eltern es ihm kauften und ihn damit zur Musikschule schickten. Als er sieben war fanden sie, dass dieses Instrument, auf dem er in der Hitze pausenlos übte, vom Gewicht her zu schwer für den eher schmächtigen Jungen sei. So wechselte Yundi zum Klavier. Seine Eltern selbst waren keine Musiker: Es war daher keine Familientradition, sondern vielmehr der persönliche Ehrgeiz, der ihn von Erfolg zu Erfolg brachte. Im Oktober 2004 debütierte der 1982 in Zentral-China geborene Pianist mit einem Solo-Abend in der Berliner Philharmonie. (ÜPM)

 

(Karten für das Konzert mit Yundi gibt es unter der Hotline 01805/ 500 80 3 oder direkt und platzgenau im Internet unter

 

www.klavierfestival.de)

 

 

Eine unverschämte ABBA-Hommage im Grillo-Theater

 

Das Trio: Hanno Friedrich (Gesang), Thilo Nest (Gesang) und Alexander Paeffgen (Klavier) präsentierte am 12. März „ABBA Jetzt“, eine Hommage an die erfolgreiche schwedische Popgruppe. Die drei Künstler begeistern mit ihrem musikalisch-kabarettistischen Programm bereits seit sei 10 Jahren ihr Publikum. 2003 erhielten sie dafür den Kleinkunstpreis des Landes Baden-Würtemberg.

 

Im eleganten Frack bekleidet, betreten die drei Künstler die Bühne. Sie parodieren und verfremden die ABBA SONGS, amüsieren das Publikum mit witzigen Dialogen und heizen in den gut 21/2 Stunden die Stimmung so richtig an. Die abwechslungsreiche Choreografie beinhaltet viele Ohrwürmer der Popgruppe und lässt keine Minute Langeweile aufkommen. Ob Mamma Mia, Waterloo, Super trouper, S.O.S , Dancing Queen oder Chiquitita, alle Songs sind TOP Hits geworden und um die ganze Welt gegangen.

Was das Trio aus den Songs alles herausholt, erstaunt immer wieder aufs Neue, egal ob Hip-Hop, Madrigal, Oper oder Flamenco, die Drei scheinen in jedem Genre zuhause zu sein. Da überrascht es dann doch sehr, als Tilo Nest plötzlich erklärt, Abba gar nicht zu mögen. Das Programm unterfordere ihn, behauptet er, als begnadeter Schauspieler fühle er sich zu Höherem berufen. Den Beweis seines Könnens will er auch sogleich antreten und dem Publikum selbst verfasste Gedichte vortragen. Doch davon will Hanno Friedrich, sein Partner auf der Bühne, absolut nichts wissen. Vehement hindert er ihn daran, sodass Nest schließlich wutschnaubend die Bühne verlässt. Alexander Paeffgen am Klavier wirkt ratlos und auch Hanno Friedrich schaut ziemlich betreten drein. Er setzt jedoch auf Zeit und weiß sich nicht anders zu helfen, als das Publikum erstmal in die Pause zu schicken. In der Hoffnung, dass sich die Wogen bald wieder glätten.

Der Abend verläuft dann doch noch ganz nach Plan, Versöhnung wird auf der Bühne theatralisch gefeiert.

 

Die vermeintliche Auseinandersetzung wird von Hanno Friedrich und Thilo Nest, beides hervorragende Schauspieler, sowie Alexander Paeffgen, der die Kontrahenten temperamentvoll am Klavier begleitet, intelligent und niveauvoll in Szene gesetzt.

 

Das Publikum erfährt noch, dass einer der Herren sich einst in ein "ABBA Girl" verliebt hat. Die dunkelhaarige Anni-Frid soll die glückliche gewesen sein.

 

Langanhaltender Beifall für Alexander Paeffgen, Hanno Friedrich und Thilo Nest.

 

 

 

 

a

Barockmusik auf dem Hügel

Ein Star der Alten Musik beim Folkwang Kammerorchester – Reinhard Goebel zu Gast auf Villa Hügel

 

Er zählt zu den weltweit bekanntesten und gefragtesten Vertretern der Alten Musik, sei es vormals als Geiger oder nun als Dirigent. 33 Jahre leitete er die Musica Antiqua Köln, deren Konzerte und Aufnahmen immer noch zu den ungeschlagenen Referenzen auf dem Barocksektor zählen, und nun kommt Reinhard Goebel für zwei Konzerte zum Folkwang Kammerorchester Essen. Goebel hat ein überaus spannendes Programm für die Besucher der Villa Hügel ausgesucht, in dem auch drei Geiger aus dem Orchester selbst solistisch tätig werden und das am Ende mit der „großen Symphonie“ von Paul Wranitzky sogar einen Ausblick in die Frühklassik wagt.

 

Eine halbe Stunde vor Beginn findet die Einführung „Musik im Gespräch“ im Konzertsaal statt. Hier werden in lockerer Atmosphäre die Künstler und damit die Menschen hinter der Musik vorgestellt.

 

Freitag, 28. Januar 2011, 20.00 Uhr, Villa Hügel Essen

Samstag, 29. Januar 2011, 20.00 Uhr, Villa Hügel Essen

Jeweils 19.30 Uhr Einführungsveranstaltung „Musik im Gespräch“

 

La Paix du Parnasse

 

Solisten aus dem Folkwang Kammerorchester Essen

Reinhard Goebel, Leitung

 

Georg Muffat Sonata G-Dur aus „Armonico Tributo“

Michele Mascitti Concerto A-Dur

Georg Philipp Telemann Concerto F-Dur „Musique de Table“ für drei Violinen, Streicher und Basso continuo TWV 53:F1

Paul Wranitzky Grande Symphonie caractéristique pour la Paix avec la République Française (üpm)

 


   

Oberhausen

WICKED - DIE HEXEN VON OZ

Wicked" - die Hexen von Oz - Metronom Theater - Oberhausen

8. März 2010


Viel Prominenz begleitete die Premiere von Wicked - die Hexen von Oz, im Metronom Theater in Oberhausen. Darunter Udo Lindenberg, Geraldine Chaplin, Verona Pooth und Ralf Möller. Die Stars zeigten sich begeistert von der zauberhaften Atmosphäre, den faszinierenden Lichteffekten und der opulenten Bühnenausstattung.
Wicked orientiert sich an dem Bestsellerroman von Gregory Maguire, der 1995 erschienen ist. Darin wird die Vorgeschichte zum Zauberer von Oz erzählt. Die Musik und die Songtexte stammen von Stephen Schwartz.
In Wicked prallen die Welt des Guten und des Bösen aufeinander. Im Zentrum der Handlung stehen Glinda und Elphaba, zwei junge Frauen, die die Hexenkunst erlernen sollen und die von ihrem Charakter her nicht unterschiedlicher sein können. Glinda, schön, blond und naiv, Typ Barbie,  kommt aus einem wohlhabenden Haus. Sie nervt die Umwelt mit ihrem Geplapper, denn es ist ohne Substanz. Alles dreht sich nur um sie, glaubt sie. Elphaba ist die Tochter eines Gouverneurs, der aber nichts von ihr wissen will. Denn Elphabas Mutter hat sich einen Seitensprung in der Ehe geleistet. Und ist prompt schwanger geworden. Bei der Geburt ist der Schock groß, das Kind hat eine grüne Hautfarbe. Vom Vater gemieden, von der Gesellschaft als Außenseiterin abgestempelt, kümmert sich Elphaba rührend um ihre Schwester, die im Rollstuhl sitzt. Sie hat keine Ahnung, dass der Gouverneur nicht ihr Vater ist. Auf dem Campus lernen Glinda und Elphaba sich kennen und nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die beiden richtig gute Freundinnen. Dass sie sich auch noch in denselben Mann verguckt gaben, fällt zunächst nicht auf. Glinda glaubt fest an eine Zukunft mit Prinz Friyero. Mittlerweile hat Elphaba ihre Hexenkünste entdeckt und driftet immer mehr ab ins Reich der finsteren Mächte. Sie fiebert der Begegnung mit dem Zauberer entgegen.


Das Fantasy Märchen bezaubert durch farbenfrohe Kostüme, eine schillernde Bildersprache und durch die Darsteller. Besonders Joana Fee-Würz und Willemijn Verkailk präsentieren sich in Bestform und singen mit klangschöner Stimme. Auch verstehen es die Beiden durch ihre witzigen Dialoge immer wieder Lacher zu produzieren. Joana Fee Würz spielt das naive Barbie Blondchen sehr authentisch. Dass im Hexenland manches anders ist als vermutet, überrascht nicht. Hier können Intelligente Tiere sprechen und treten als Lehrer auf. Und Hexen sind auch längst nicht so böse, wie man es sonst immer annimmt. Selbst verlieben können sie sich. Eine weitere Auffälligkeit im Hexenland, das Hässliche siegt über das Schöne.

Kurz vor der Pause gibt es den absoluten Highlight für die Zuschauer, wenn Hexe Elphaba von Lichtstrahlen getragen, in die Lüfte steigt. Bis dahin allerdings zieht sich die Handlung. Auch die Musik kann da keinen Ausgleich schaffen. Denn die Songs sind fast alle keine Ohrwürmer. Nach der Pause sind es die fetzigen Tanzszenen, durch die die Handlung spürbar an Dramatik gewinnt. Affen fliegen durch die Luft, die Spannung steigt.

 

Wicked ist mit Sicherheit ein wunderbarer Augenschmaus, musikalisch jedoch eher eine Enttäuschung. (Ha-K)

 

 

 

 

Essen

DAS PHANTOM DER OPER

Grugahalle, Essen
Donnerstag, 04.03.2010

 

Am 04. März gastierte „Das Phantom der Oper" in der gut gefüllten Essener Grugahalle. Unter dem Titel „Das Phantom der Oper kehrt zurück" präsentierte die Central Musical Company eine gesanglich und musikalisch einwandfreie Show. Auch das schauspielerische Talent der Darsteller überzeugte die Zuschauer. Das interessante Bühnenbild und die raffinierten Kostüme rundeten diesen spannenden Abend ab. Die neu komponierte Musik von Arndt Gerber kam gut an beim Publikum, ließ allerdings die bekannstesten Lieder des Originals bzw. dessen berührende Elemente etwas vermissen. Die Geschichte, in der ein Phantom die Pariser Oper in Angst und Schrecken versetzt, spielt vor etwa 100 Jahren. Paul Wilhelm schrieb den deutschen Text für die Schauerstory, die den Zuschauern eine Gänsehaut nach der anderen einjagte. Begeisterte Musicalfans kamen an diesem Abend wieder voll auf ihre Kosten. Am Ende gab es freundlichen Applaus in der für eine derartige Veranstaltung ein wenig zu rustikalen Grugahalle.
(L-We)

 

Gelsenkirchen

MY FAIR LADY

Gelsenkirchen - 13. Februar 2010


Regie:                         Peter Hailer

Musikalische Leitung: Johannes Klumpp

 

 

 

My fair Lady ist eines der schönsten und erfolgreichsten Musicals überhaupt. Die Handlung basiert auf dem Theaterstück „Pygmalion" von George Bernard Shaw und beschreibt, wie ein Mädchen aus der Unterschicht, so dressiert wird, dass sie für eine Lady der Oberschicht gehalten wird. Das Musical wurde 1954 am Broadway uraufgeführt und brach mit über 2717 Aufführungen in nur fünf Jahren alle Rekorde. Die Verfilmung 1964 mit Audrey Hepburn und Rex Harrrison in den Hauptrollen wurde ebenfalls ein grandioser Erfolg.


Was macht nun die Faszination dieses Musicals aus? Es ist die Mischung von Unterhaltung und Satire in Verbindung mit den hinreißenden Songs, die fast jeder kennt, weil er sie schon einmal gehört oder mitgesungen hat. Das Musical hat aber nicht nur Unterhaltungswert, es ist auch gesellschaftskritisch höchst interessant und eine hervorragende Milieustudie.
„Die Sprache formt den Menschen, die Herkunft macht es nicht", so lautet die These von Prof. Higgins, dem eingefleischten, frauenfeindlichen Junggesellen, der sich mit Phonetik beschäftigt. Mit Eliza, einem einfachen Blumenmädchen mit vulgärer Sprache, stellt er ein Experiment an. In nur 6 Monaten will er sie zu einer Lady ausbilden, die akzentfrei spricht und sich in der aristokratischen Gesellschaft sicher bewegen kann. Unerbittlich paukt er mit ihr die Lektionen. Und das Experiment gelingt. Higgins und Oberst Picking beglückwünschen sich gegenseitig. Eliza beachten sie nicht.


In der Gelsenkirchener Inszenierung sind es die stimmungsvollen Bühnenbilder von Etienne Pluss, die schmucke Ausstattung mit Kostümen im Stil der 50er Jahre von Ute Meenen, die hinreißend getanzte Choreographie Kati Farkas und das hervorragende Spiel der Darsteller, die 3 Stunden Musicalerlebnis zu einem großartigen Vergnügen werden lassen. Judith Jakob spielt die sich in jeder Lebenslage behauptende, durch eine harte Schule gegangene Eliza Dolittle. Sie verkörpert das arme, schnoddrig sprechende Blumenmädchen aus der Gosse genauso authentisch, wie die bezaubernde, gebildete Lady der Upper Class. Im kühlen Ambiente seines Arbeitszimmers, es wirkt wie ein Tonstudio, drillt Joachim C. Maß als Dr. Higgins, sehr überzeugend, Eliza, sein Forschungsobjekt mit Sprechübüngen bis in den Morgengrauen. Die egoistische, zur Selbstüberschätzung neigende, emotional kalte Seite des Dr. Higgins, vermag Maß mit seinem Spiel genauso großartig darzustellen, wie die andere Seite seines Charakters, die  hilflos nach Mutter und Pantoffel verlangt.


Mit Inbrunst spielt die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Johannes Klumpp, die bekannten Ohrwürmer von Frederick Loewes.

Ausverkauftes Haus und große Begeisterung beim Publikum für die gelungene Inszenierung.

 

 

DENIS GÄBEL FEAT. JASPER BLOM

Denis Gäbel feat. Jasper Blom - Kulturspeicher Dörenthe -

05. Februar 2010 - 20:00 Uhr

 

Unter dem Zeichen des Jazz stand am Freitag, 05. Februar das 1400 Seelen-Örtchen Dörenthe im Münsterland. Mit seinem Programm „Impressions of Ellington" stationierte das Denis Gäbel Trio feat. Jasper Blom im Kulturspeicher, einem alten Getreidespeicher am Hafen, der mit seiner Atmosphäre den Jazzkellnern von New Orleans in nichts nachstand.

Das Konzert stand ganz im Zeichen des amerikanischen Komponisten und Bandleaders Duke Ellingtons. Saxophonist Gäbel ließ das Werk der Jazz-Größe im Kulturspeicher aufleben. Zum Trio gehören außerdem Henning Gailing am Kontrabass und der Schlagzeuger Hendrick Smock. Unterstützt wurden die drei vom Niederländer Jasper Blom, der zu den führenden Tenor- und Sopransaxophonisten Europas zählt.

An diesem Abend waren die goldenen Zeiten des Jazz spürbar, vereinzelte der zahlreich erschienen Jazzliebhaber ließen sich zu „Yeah"-Rufen hinreißen. Die Begeisterung reichte soweit, dass für die Zugabe Titel aus dem Programm wiederholt werden mussten.

Ein weiteres Konzert des Trios feat. Jasper Blom wird am 19. Februar in Düren sein. (B-A)

 

Essen

BUDDY- die Buddy Holly Story

Seine „Peggy Sue" hat Musikgeschichte geschrieben. Buddy Hollys mitreißende Songs sind bis heute unvergessen. Die Lebensgeschichte des Rock-n- Roll Stars ist jetzt im Colosseum Theater zu sehen. Bei der Premiere gab es Standing Ovations für das gesamte Ensemble.

Buddy Holly war ein begnadeter Musiker. Er experimentierte ständig, begeisterte sich für den Rock -n- Roll und suchte nach immer neuen Techniken um verschiedenartige Klänge in seinen Songs zu verarbeiten. Daneben schrieb er phantastische Hits, mit denen er zu Weltruhm gelang. Aus einfachen Verhältnissen kommend wusste er schon früh, was er wollte. Rock-n- Roll Musik machen. Er gründete eine Band, die Crickets, und stellte mit seinem Sound schon bald die Musikwelt auf den Kopf. Seine Musik war nicht nur unterhaltsam, sie war auch anspruchsvoll. Selbst das schwarze Publikum im Apollo Theater in Harlem tobte und lag ihm zu Füßen, als er dort auftrat. Im März 1958 ging er mit den Crickets auf Englandtournee. Mit im Publikum saßen zwei junge Leute, John Lennon und Paul McCartney, die sich später von seiner Musik inspirieren ließen. Die Trennung von den Crickets erfolgte, nachdem es künstlerisch keine Perspektive mehr für ihn gab. Er begab sich auf Solotournee. Dass er ein Schnellstarter war, bewies Buddy Holly mit seiner Entscheidung seine große Liebe, „Maria Elena", zur Frau zu nehmen. Ganze 5 Stunden benötigte er, um sich darüber im Klaren zu werden. Mit 22 Jahren starb er bei einem Flugzugunglück.

Das Musical „Buddy" erzählt sein kurzes Leben. Es wurde zum absoluten Kassenschlager mit weltweit mehr als 20 Millionen Zuschauern. Das Colosseum zeigt die Story im Stil der 50er Jahre als einen Augenschmaus mit Glitzer und Glamour, Petticoats, Haartollen, Hornbrillen und Cowboystiefeln. Die Bühne ziert eine Jukebox mit einem riesigen Schallplattenteller. Matthias Bollwerk, bis zu seinem 13. Lebensjahr in Essen aufgewachsen und schon als Kind im Aalto Opern Chor aufgetreten, brilliert als Buddy Holly. Äußerlich eher farblos, schmächtig und alles andere als ein Adonis, ist er auf der Bühne nicht wiederzuerkennen. Mit purer Leidenschaft singt, spielt und wirbelt er über die Bühne. Als er die bekannten Hits Hollys anstimmt, „Peggy Sue", „That'll be the day", „Rave on" und „Not fade away"reißt es das Publikum geradezu von den Stühlen. Mit schwarzer Hornbrille, das Markenzeichen von Buddy Holly, bereitet der Musicalstar dem Publikum unvergessliche Stunden. Richtig in Fahrt kommen die Musicalgäste auch durch die farbigen Apollo Sängerinnen, Anastasia Bain, Sidonie Smith und Myrthes Monteiro. Mit frivolen Sprüchen heizen sie nicht nur Buddy ordentlich ein, auch das Publikum begeistern sie mit ihrem überschäumenden Temperament. Im Colosseum endet das Leben des Rockstars dann auch längst nicht so traurig, wie einst in der Realität. Die Regie schickt Buddy nach dem Flugzeugabsturz noch einmal auf die Bühne und lässt ihn ein letztes Mal spielen, was das Zeug her gibt. Das Idol ganzer Generationen von Musikbegeisterten stirbt zwar auch in dieser Inszenierung, aber seine Songs leben hoffentlich noch lange weiter. (HA-K)

 

 

 

 

 

Essen

Oberhausen

Oberhausen

Tanz der Vampire

Premiere:  Metronom Theater

7. November 2008

 

Die unstillbare Gier nach frischem Menschenblut treibt Graf von Krolock durch die Jahrhunderte. Er flieht vor dem Tag und streift durch die Nächte, immer auf der Suche nach geeigneter Beute. Jetzt ist er im Metronom Theater in Ober hausen angekommen. Das Böse ist dort nun allgegenwärtig, sogar im Zuschauerraum

!967 hatte Roman Polanskis Film Satire „Tanz der Vampire“ Premiere. Der einzigartige Erfolg des Filmes setzt sich bis in die heutige Zeit fort. Der Film besitzt schon lange Kultstatus. 1997 schuf Polanski und sein hauseigenes Kreativteam eine Musicalfassung, die sich zwar an dem Filmklassiker orientiert, aber auch neue Wege geht. Die Uraufführung des Musicals „Tanz der Vampire“ war 1997 in Wien zu sehen. Es war ein grandioser Erfolg.

Von Wien aus gastierte das Musical dann in vielen Städten. Ein Erfolg reihte sich an den anderen. Auch in Oberhausen hatte es jetzt eine viel umjubelte Premiere. Die Musicalfans hatten schon lange sehnsüchtig auf die Parodie der Vampirstory gewartet. Oscarpreisträger Polanski war bei der Premiere persönlich anwesend, ebenso viele Prominente, die mit den Fans bis in die Nacht hinein feierten.

Die Inszenierung des international  erfolgreichen Kreativteams beinhaltet bekannte Elemente aus dem Film, zeigt aber auch neues. Trotzdem kann man der Handlung jederzeit mühelos folgen. Die Story ist  von den Songs her leicht verständlich. Der überaus erfolgreiche Komponist „Jim Steinmann“, schrieb die Musik zum Musical und orientierte sich dabei an bereits erfolgreichen Songs von Bonny Tylor und Meadloaf. Er produzierte schon viele Welterfolge für so bekannte Stars wie z.B. Celine Dion und Barbara Streisand. Typisch für seine Produktionen sind die Mischung aus ekstatischem Rock und Theatralik, die man oft bei Operninszenierungen vorfindet. Dr. Michael  Kunze, vielseitiger Schriftsteller und Dramatiker, aus dessen Feder so bekannte Musicalerfolge wie „Elisabeth“, „Mozart“ und „Rebecca“ stammen, schrieb die anspruchsvollen Texte für Tanz der Vampire.

Für die unglaublich präzise und temporeich ausgeführte Choreographie von Dennis Callahan gibt es immer wieder spontanen Applaus. Das Ensemble ist überragend in seiner Darbietung. Komik wechselt ab mit Temperament, dazu furiose Tanzszenen und Songs, die mal dramatisch, mal einfühlsam das Genre der geheimnisvollen Vampirwelt widerspiegeln. Gernot Kranner in der Rolle des schrulligen Professors Abronsius rezitiert pausenlos. Er war schon in Wien dabei und ähnelt sehr seinem Vorgänger im Film. Krisha Dalke verkörpert die Rolle des verliebten  „Alfred“ hervorragend und ist auch als redlich bemühter „Assistent von Professor  Abronsius“ überzeugend,

Nele-Liis Vaiksool beeindruckt als schöne Wirtstochter „Sarah“ und Linda Konràd fällt auf durch ihre glutvolle Stimme. Florian Fetterle parodiert gekonnt den schwulen Vampirsohn „Herbert“. Umwerfend ist jedoch Jan Ammann als Graf von Krolock. Welche Frau möchte ihm nicht gerne auf sein Schloss folgen, um bereitwillig den Hals zum Kuss hinzuhalten. Er besitzt eine magische Anziehungskraft und singt dazu noch wunderbar mit einem mal leidenschaftlichen, mal lyrisch klingenden  Bariton. Da überrascht es dann auch nich tmehr, dass der "betagte Graf" in jeder Hinsicht zeitgemäß ist und über den Zustand der Welt bestens Bescheid weiß. Wenn er singt:" Doch die wahre Macht, die uns regiert ist die schändliche, unendliche, verzehrende, zerstörende und ewig unstillbare Gier“.

 
Karten/Infos www.musicals.de