"HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN"

"Les Contes d`Hoffmann"

Keine Anstrengung kann groß genug sein, um der Kunst zum Erfolg zu verhelfen. Das dachten sich wohl auch Stefan Soltesz, Generalmusikdirektor des Aalto Theaters in Essen und Dietrich W. Hilsdorf, Regisseur, als sie sieben Tage in Klausur gingen und „Hoffmanns Erzählungen“ in der Fassung von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck durchforsteten. Stunde um Stunde prüften sie jeden Satz und Takt. Vor 15 Jahren war die Oper zum letzten Mal in Essen aufgeführt worden. Nun kann sich das Publikum auf die Neuinszenierung freuen. Premiere ist am 21. Oktober.

 

Mit seinen Operetten erzielte Jacques Offenbach Weltruhm. In den Bouffes parisennes, wo Offenbach als sein eigener Theaterdirektor fungierte, begeisterte er das Publikum mit seinen Stücken, die durch Satire, Komik und zündende Rhythmen beeindruckten. Mit "Orpheus in der Unterwelt" kreierte er die erste zweiaktige Operette. Doch bei allem Operetten-Ruhm, seine Sehnsucht galt der Oper. Sein Traum war es eine große Oper zu komponieren, wobei Offenbachs Vorstellung einer großen Oper nicht unbedingt mit der heutigen Vorstellung einer "Grand Opera" korrespondierte. Seine Werke wurden fast ausschließlich in Vorstadt-Theatern mit einer kleinen Orchesterbesetzung aufgeführt.

Als Offenbach 1880 verstarb, waren "Hoffmanns Erzählungen" noch nicht fertiggestellt, insbesondere der "Guiletta Akt" war zum größten Teil unvollendet. Bereits bei der Uraufführung im Februar 1881 an der Opéra Comique wurden Veränderungen an dem Werk vorgenommen. Hauptverantwortlich dafür war Carvalho, der Direktor der Opéra, der sich schon im Vorfeld die Rechte an der Oper gesichert hatte. In der Folgezeit gestaltete sich eine originalgetreue Aufführung durch die desolate Quellenlage immer schwieriger. Es gab einfach zu viele unterschiedliche Fassungen.

In der deutschen Oper Berlin dirigierte Stefan Soltesz vor 20 Jahren das Werk rund 40-mal. „Das reichte dann auch erst mal", meinte er. Er zögerte, als man ihn um eine Neuinszenierung bat. Doch jetzt war die Zeit für eine Neueinstudierung des Werkes offenbar reif. Zumal Soltesz die musical- und chansonartigen Melodien Offenbachs sehr schätzt. Immerhin startete er seine Karriere am Theater an der Wien mit einem Musical.

Hoffmanns Erzählungen wird auf der Aalto Bühne in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln aufgeführt. Die Handlung kreiert ein Künstlerdrama, indem der Dichter, Träumer und Trinker E.T.A. Hoffman als fiktive Gestalt auf dem Weg nach dem Glück seinen Fantasien erliegt. Realität und Fiktion verschwimmen. Gleich drei Frauen: Antonia, Olympia und Giuletta sind an dem faszinierenden Verwirrspiel beteiligt. Die Figuren sind Erscheinungen, Visionen, die seine Fantasie beflügeln. Er sucht in den drei Frauengestalten nur eine einzige.

 

Die Essener Spielfassung in fünf Akten hält sich streng an die Kayes/Keck Fassung (Ende 1990 erschienen). Sie verzichtet auf die berühmte Spiegelarie, die nicht original aus Hoffmanns Erzählungen stammt, sondern aus einer seiner Operetten. Die Inszenierung beinhaltet knapp gesprochene Dialoge. Arien und Couplets kommen dadurch besser zur Geltung. Die Guilleta Arie erfährt eine Veränderung. In der Konzeption wird deutlich, warum Hoffmann mordet. Die Spielzeit beträgt knapp drei Stunden.. Es gibt eine Pause. (H-K)

 

Weitere Vorstellungen: 29.10., 1., 4., 6., 10., 13., 17., 19., 27., 30., November

26. Dezember, 13., 15., April, 17., 20. Juni 2012

 

Tel. 0201-8122-200

tickets@theater-essen.de

 

 

"DER GESTIEFELTE KATER"

17. 03. 2011

 

Oper in fünf Bildern

XAVIER Montsalvatge

Deutsche Oper am Rhein

Theater Duisburg

 

Musikalische Leitung: Rainer Mühlbach

Inszenierung: Svenja Tiedt

Dramaturgie: Bernhard F. Loges

Bühne/Kostüme: Tatjana Ivschina

 

Großer Jubel in Duisburg bei der Premiere der Kinderoper: „Der gestiefelte Kater". Svenja Tiedt hat sie für die Rheinoper inszeniert. Viele Schulklassen waren gekommen um sich den gestiefelten Kater anzusehen. Der französische Dichter, Charles Perraut, schrieb das Märchen 1695 auf. Bedeutende Interpreten nahmen sich der Erzählung an und berichteten vom mutigen Kater, der seinem Herrn Reichtum und Ehre bescherte. Darunter auch die Gebrüder Grimm und Erich Kästner. Die Musik zur Oper schrieb Xavier Montsalvatge; ein schon zu Lebzeiten berühmt gewordener spanischer Komponist, der über 100 Werke komponierte. 1948 wurde die Erfolgsoper, „El gato con botas“, „Der gestiefelte Kater“, in Barcelona uraufgeführt.

Eine Kinderoper benötigt eine andere Herangehensweise, als eine Oper für Erwachsene. Für Kinder ist es wichtig, dass sie die Handlung verstehen. Darüber hinaus soll die Inszenierung abwechslungsreich und farbenfroh sein, damit keine Langeweile aufkommt. Für den "Gestiefelten Kater" hat sich die Rheinoper an den Wünschen der Kinder orientiert. Dabei wurden in puncto Ausstattung keine Kosten gescheut, so wie bei großen Opern wirken Solisten und die Duisburger Philharmoniker mit. Mittels schlichter schwarz-weiß Zeichnungen, die wie Piktogramme wirken, wird zu Beginn der Oper die Handlung erklärt. So schließen die Kinder den niedlichen kleinen Kater (zunächst nur als Zeichnung) gleich in ihr Herz. Im weiteren Verlauf der Inszenierung schlüpft Iryna Vakula in die Rolle des Katers, der mit einem alten Müller und dessen drei Söhnen in einer Mühle lebt. Als der Müller stirbt, wird das Vermögen aufgeteilt. Für den jüngsten Sohn bleibt nur der Kater übrig. Beide müssen die Mühle verlassen und hausen fortan ganz armselig unter einer alten Brücke. Plötzlich fängt der Kater an zu sprechen und verspricht dem Müller Ruhm und Reichtum. Allerdings benötigt er für sein Vorhaben einen Hut, einen Mantel, ein Schwert und ein Paar Stiefel.

Die Inszenierung beeindruckt mit interessanten Bühnenbildern und wunderschönen Kostümen; die düstere Brücke in der Stadt, die Angst einflößend wirkt, das heruntergekommene Kastell des Königs mit dem schillernden Interieur, die romantisch beleuchtete Landschaft am Fluss und das verzauberte Schloss des Monsters, indem die Hasen in engen Käfigen auf ihr Ende warten, sowie mit vielen pfiffigen Ideen und Überraschungen. Die Prinzessin düst auf dem Soziussitz eines bunten Motorrollers munter durch die Gegend und rettet den Müller mit dem Regenschirm aus dem Wasser. Hasen schlagen wilde Kapriolen, der schlaue Kater betätigt sich als Troubadour und stimmt wunderschöne Liebesarien an, um die Prinzessin für seinen Herrn zu gewinnen, obendrein besiegt er mit einer List das böse Monster (Oleg Bryjak), der König (Bruno Ballmelli) sieht überhaupt nicht majestätisch aus, sondern wie ein Pistolenheld.

Iryna Vakula begeistert in der Rolle des sprechenden, schlauen Katers. Eindrucksvoll demonstriert sie den Charakter des intelligenten Tieres. Michael Pflumm als ängstlich wirkender Müllersohn, der sein Glück findet, wirkt herrlich komisch. Ende gut, alles gut, heißt es zum Schluss. Im prunkvollen Palast wird ein schönes Hochzeitsfest gefeiert, die Musik kommt noch mal so richtig in Schwung. Pauken und Trompeten erschallen. Der Kater erhält einen Ehrenplätzchen auf dem Thron.

Das spielfreudige Ensemble begeistert die Kinder. Besonders der Kater und die Hasen haben es ihnen angetan. Immer wenn der Kater auf der Brücke zu sehen ist, ruft ein kleiner Junge im Publikum: "Das bin ich, das bin ich“. Die Identifikation mit dem Geschehen auf der Bühne ist bei den Kindern zweifellos unglaublich groß.

Begeistert klatschen, pfeifen, und trampeln die Kinder am Schluss. Eine wunderbare Inszenierung, die Kindern und Erwachsenen viel Spaß bereitet. (U-HK, Deianira)

 

www.operamrhein.de

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gestiefelte_Kater

http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/852-der-gestiefelte-kater.htm

 

 

16. Januar 2011 

Düsseldorf  -- Deutsche Oper am Rhein

„Die lustige Witwe“

Franz Lehàr

Musikalische Leitung: Ralf Lange

Inszenierung: Harald Schmidt, Christoph Brey

 

 

In Düsseldorf steht Franz Lehàrs „lustige Witwe“ wieder auf dem Programm. Sehr zur Freude der Operettenliebhaber. Die „Lustige Witwe“, ist nicht nur eine der erfolgreichsten Werke des berühmten Komponisten, sie zählt auch zu den beliebtesten.

Inszeniert wurde sie von Harald Schmidt und Christoph Brey.

Dass ausgerechnet Harald Schmidt, einer der bekanntesten und scharfzüngigsten Kabarettisten unseres Landes sich des Genre „Operette“ annimmt und als Operettenliebhaber zu erkennen gibt, sorgte für ziemliches Aufsehen. Für sein Engagement wurde er jedoch vielfach gelobt.

 

Die Story um Graf Danilo Danilowitsch, der die millionenschwere Witwe, Hanna Glawari, heiraten soll, um sein Vaterland vor dem finanziellen Ruin zu retten, hat nichts von seinem Charme verloren. Gleichzeitig ist ihr Stoff aktuell, denn in einer Zeit internationaler Finanzkrisen dringen tagtäglich Hiobsbotschaften an unser Ohr. Doch ist es vor allen Dingen die Musik der „lustigen Witwe“, die Generationen begeisterter Operettenliebhaber ins Opernhaus lockte und sie zum Schwärmen brachte.

 

In der Pause seufzte eine ältere Dame:“ Diese schönen Melodien, immer wieder höre ich sie gerne. Ach, würden hier doch viel mehr Operetten gespielt“.

Ihr kann geholfen werden- ginge es nach Harald Schmidt. Sein Anliegen ist es,  der „Operette“ zu neuer Popularität zu verhelfen, ihr die Würde zurückzugeben.

 

Das Komödiantische hat eine wichtige Funktion in der Operette. Das Publikum soll sich amüsieren und gut unterhalten Harald Schmidt und Christoph Brey servieren 2 1/2 Stunden vorzügliche Operettenkost. Annette Hachmann und Elisa Limberg haben das moderne Bühnenbild für die lustige Witwe entworfen: Spiegeldrehtüren sind in einem Halbkreis aufgestellt, ein spielbegeistertes Ensemble mit hervorragenden Solisten, Schauspielern und mitreißenden Tänzern belebt die Szenerie. Dekoriert wird das ganze mit fantasievollen Kostümen, Discokugeln, bunt glänzenden Jeff Koons Skulpturen und Luftballons. Derart musicalartig aufgepeppt wird die lustige Witwe noch köstlich garniert mit flotten Sprüchen, witzigen Dialogen, gelegentlichen schlüpfrigen Bemerkungen und spitzfindigen Jokes von Harald Schmidt. Besonders amüsant ist das Duo: Baron Mirko Zeta (Peter Nikolaus Kante) und sein Botschafts-Adlatus Njegus (Lutz Salzmann). Der gehörnte Ehemann und sein schlauer Gehilfe sind ein hinreißend komisches Gespann.

 

Johannes Heesters Markenzeichen war der weiße Schal. Damit eilte er ins Maxim und schrieb Operettengeschichte. Graf Danilo (Will Hartmann) trägt in der Inszenierung zwar keinen Schal, doch auch er schwärmt von dem Etablissement und singt verzückt:“

„Heute geh ich ins Maxim“ und wenn er und Hanna Glavari (Christina Dietzsch) zum Schluss endlich zueinanderfinden und das berühmteste Liebeslied der Operette anstimmen, dann ist nicht nur Romantik pur angesagt, es wird auch so richtig warm ums Herz.

 

Musikalisch spielen die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Ralf Lange auf höchstem Niveau.

 

Das Publikum zeigte sich begeistert und applaudiert lange dem gesamten Ensemble.

 

 

 Essen  - Aalto Thearer

KINDEROPER

„DIE WUNDERSAME REISE NACH ESMIR“

für Kinder von 6 - 10 Jahren 


 „Eines Morgens nahm Herr Kretschmar, der Postbote, statt der Briefe und Pakete seinen klitzekleinen Sohn in der großen Umhängetasche mit. Kläuschen hatte sich das zum sechsten Geburtstag gewünscht, weil er sonst immer zu Hause bleiben musste, wenn sein Vater die Post austrug.”, so beginnt eine wunderbare Reise in ferne Welten.

Vater Kretschmar und sein Sohn wollen den Scheich Ifraim besuchen. Sie packen ihr Gepäck und los geht es: Über Feldwege, Dörfer, Städte und dunkle Wälder wandern sie einfach immer geradeaus. Der Weg nach Esmir ist voller Abenteuer. Sie kommen in Unwetter, fangen einen Meisterdieb, überqueren auf einem Schiff das große, schwarze Meer, besuchen Istanbul und eine orientalische Karawanserei. Als sie endlich Esmir erreichen, trauert die Bevölkerung gerade, denn der Scheich leidet seit langem an furchtbaren Bauchschmerzen.

 

Die Aalto Spatzen tanzen und singen gleich in mehreren Sprachen – auf Deutsch, Türkisch und Ungarisch. Zusammen mit dem Mannheimer Streichquartett und dem deutsch-türkischen Schauspieler Aydin Isik begeben sich die Kinder auf die märchenhafte Reise nach Esmir. Die spannende Geschichte und die Illustrationen des Essener Malers und Kinderbuchautors Georg Klusemann hat Matthias Bonitz wunderbar vertont. Mitsingen und -spielen ist erlaubt! (NJ)

 

Termine: 18. und 19. Januar 2011, jeweils 9.30 (ausverkauft) und 11:15 Uhr, Aalto Foyer

 

Karten unter:  0201- 8122 200 und tickets@theater-essen.de

 

 

LOHENGRIN

Lohengrin"
Romantische Oper in drei Akten
Musik und Dichtung von Richard Wagner
Uraufführung: 28. August 1850 am Hoftheater in Weimar
Dortmund: Neuinszenierung

Musikalische Leitung: Jac von Steen                                              

Regie: Christine Milietz

(14. März 2010)

 

Liebe ist nicht genug

 

Elsa von Brabant liebt den geheimnisvollen Ritter aus dem fernen Land. Seine Identität will er nicht preisgeben. Doch damit gibt sich Elsa nicht zufrieden. Von Neugierde geplagt, stellt sie ihm die alles entscheidende Frage nach seiner Herkunft und zerstört damit eine Utopie.


Christine Milietz inszenierte das Melodrama in Dortmund. Um die seelische Tragödie der beiden Hauptpersonen, Elsa und Lohengrin, darzustellen, hat Bühnenbildner Frank Fellmann unterschiedliche Räume mit beeindruckenden Bildern geschaffen. Die Bühnenbilder geben die düstere Atmosphäre der Handlung excellent wieder. Die impornierende Guernicawand und die grauschwarzen Kostüme der Personen sind Metaphern für existentielle Bedrohung, Angst und Schrecken. Permanent sich verschiebende Blöcke, in denen Gruppen der Brabanter Aufstellung nehmen, assoziieren Starrheit- und Ausweglosigkeit des Systems. Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn die Brabanter als graue Masse im Kollektiv auftreten, marschieren, wenden und wie auf Kommando wieder verharren. Die Inszenierung zeigt, dem Einzelnen wird hier keine Bedeutung beigemessen. Dominierend ist das System, chancenlos derjenige, der sich ihm widersetzt. Und doch gibt es die Utopie auf ein besseres Leben, das Rad der Geschichte kann jederzeit neu erfunden werden. Alle Hoffnung richtet sich deshalb auf den Heilsbringer, in Gestalt des Schwanenritters. Er soll ein besseres Leben und die Erlösung realisieren. Der geheimnisvolle Ritter wiederum hofft auf die bedingunglose Liebe Elsas. Nur dann kann er in der Welt der Menschen bleiben.

Ein faszinierendes Bühnenbild transportiert den Erlösungsgedanken. Auf eine große Wand wird die Zeichnung des letzten Abendmahles projeziert. Richard Wagner hat sich Zeit seines Lebens mit der Erlöser Thematik beschäftigt. Dass der Schwanenritter kein Garant für irdisches Glück ist und die Erlösung von aussen nur ein Wahn ist, wird im Verlauf des Dramas deutlich.

 

Milietz gibt besonders Ortrud als Rivalin von Elsa eine unglaubliche starke Bühnenpräsenz. An der Seite von Telramund integriert sie,

kämpft um die Macht, will die Krone für ihren Gatten, ist stimmlich und darstellerisch in jeder Phase Elsa ebenbürtig. Obwohl es den Anschein hat, Elsa sei eine moderne, taffe Frau, trügt der Schein.  In Milietz Inszenierung ist Elsa eher unsicher, ängstlich und realitätsfern. Stimme und Gestik verraten ihre hochgradig emotionalen Stimmungen. Warum sie sich gerade in den Schwanenritter verliebt, bleibt ein Geheimnis. Denn anziehend wirkt der Muskelpaketstarke Held nicht gerade. In seinem silbrigglänzenden Anzug steckt er wie in einem Korsett und scheint eher für eine Cyber Welt geeignet zu sein. Doch vielleicht ist es gerade das, was die Inszenierung uns sagen will: auch er kann nicht aus seiner Haut heraus, ist wie Elsa, Ortrud und Telramund gefangen in seiner Welt.

 

Großartiges leisteten der Chor und die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Jac von Steen. Präzise arbeiteten sie die unterschiedlichen Klangfarben der Partitur heraus. Perfekt die Harmonie zwischen Orchester und Sängern, stets wird den Sänger der Vorrang gegeben. Charles Kim sprang für den erkrankten Marco Jentzsch ein, der die Partie des Lohengrin übernehmen sollte. Die Theaterleitung informierte vor der Aufführung, dass auch Kim stimmlich angeschlagen sei. Trotzdem meisterte er die Herausforderung mit Bravour. Susanne Schubert beeindruckte als Elsa, ist auch in den Spitzentönen fehlerlos. Szilvia Rálik ist eine stimmstarke Ortrud und faszinierte mit ihrem brillianten Mezzo. Mit großer Ausdruckskraft überrraschte Stephan Klemm als König Heinrich. Anton Keremidtden gelang es die Figur des Telramund in seiner Ambivalenz darzustellen. Allerdings wirkte er manchmal etwas blaß.

 

Großen Beifall gab es für das Ensemble, besonders Jac von Steen wurde mit Jubel überschüttet.

www.theaterdo.de

DAS SCHLOSS

Das Schloss

von Franz Kafka

Düsseldorf

Schauspielhaus

Premiere: 17. Oktober 2009

 

In einer kalten, stürmischen Winternacht kommt der Landvermesser K. in ein kleines Dorf und gibt an, auf das Schloss gerufen worden zu sein, wo man seine Dienste wünsche. Die Dorfbewohner reagieren mit Misstrauen und Ablehnung. Dennoch versucht K., zu dem Schloss zu gelangen. Immer wieder stellen sich ihm die Dorfbewohner und eine undurchschaubare und unlogische Bürokratie in den Weg. Letztlich scheitert K.s Vorhaben, es gelingt ihm nicht, zu dem Schloss durchzudringen.

Am Samstag, den 17. Oktober fand im Düsseldorfer Schauspielhaus die Premiere von „Das Schloss" in der Inszenierung von Alexander Müller-Elmau statt. Die Musik Gustav Mahlers wird von Thomas Hertel arrangiert, der das musikalische Ensemble auf drei Streicher, zwei Bläser, einen Gitarristen und ein Schlagwerk reduziert. So kommt es, dass sich dem Zuschauer ein buntes Treiben aus Musikern, Sängern und Schauspielern bietet, die auf der Bühne miteinander agieren. Im Wechsel wird gemeinsam gespielt, gesungen und erzählt. Komische Elemente lockern bisweilen die ernste, bedrohliche Thematik auf. Daniel Christensen als K. überzeugt genauso wie die weiteren Darsteller. Diese spielen fast alle mehrere Rollen, wodurch K.s Verwirrung widergespiegelt und zum Teil auf den Zuschauer übertragen wird. Dieser Umstand wird durch die „dicht besiedelte" Bühne weiter verstärkt. Einzelne Akteure an dieser Stelle hervorzuheben, würde den anderen Unrecht tun, denn sie musizieren, singen und spielen ausnahmslos hervorragend. Man merkt, dass alle Beteiligten miteinander harmonieren und Freude bei der Inszenierung des Stücks haben. Die Kombination von Musikern, Sängern und Schauspielern mag vielleicht ungewöhnlich sein, birgt allerdings für denjenigen, der sich darauf einlässt, ein bemerkenswertes Theatererlebnis. Auch das Premierenpublikum zeigte seine Begeisterung durch minutenlangen Beifall.

(Lisa Wettlaufer)

www.rheinoper.de

weitere Termine: 18.10., 24.10., 25.10., 28.10., 3.11., 4.11., 19.11., 20.11.

 

MOSES UND ARON

MOSES UND ARON, Ruhrtriennale

Am Samstag (22.08.09) gab es die erste große Premiere bei der Ruhrtriennale: Die Oper „Moses und Aron", von Arnold Schönberg. Inszeniert wurde sie von Willy Decker, zu sehen war sie in der Jahrhunderthalle in Bochum. Ein idealer Ort, wie sich zeigen sollte. Das Publikum bejubelte die Aufführung, die Kritiker überboten sich an Lob. Die Handlung beginnt im Zuschauerraum, nicht auf der Bühne. Diese, so sieht es zunächst aus, ist gar nicht vorhanden. Die Zuschauer nehmen auf zwei gegenüberliegenden ansteigenden Tribünen ihre Plätze ein. Wo befindet sich das Orchester? Suchend wird der Raum mit den Blicken abgetastet.tasten Plötzlich ertönt eine Stimme. Es ist Moses. Er sitzt inmitten der Menge. Und nicht nur Moses sitzt dort, auch die Stimmen anderer Chormitglieder tönen nun durch den Raum.Wenig später gleiten die Tribünen auseinander und wie von Zauberhand erscheint nun das Orchester auf der Bühne. Ein beeindruckender Auftakt zu einer aufregenden Auseinandersetzung mit einer der schwierigsten Opernwerke überhaupt. Von Schönberg vor gut siebzig Jahren komponiert, ist das göttliche Gesetz: „Du sollst dir kein Bildnis machen", eines der zentralen Elemente in der Oper. Ein anderes ist die Auseinandersetzung zwischen Moses und Aron, die in dem Tanz um das goldene Kalb ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

 

MOSES UND ARON - Arnold Schönberg.
Premiere am 20. März 2009
Arnold Schönbergs 1930 begonnenes Opernfragment spiegelt religiöse und weltanschauliche Grundfragen ebenso wie die ästhetische Revolutionierung der Musiksprache durch die Zwölftontechnik. Moses, der als Vertreter der Reinheit des Gedankens auftritt, verlangt vom Volk Israel blindes Vertrauen in den einzigen Gott. Als Moses vierzig Tage fern bleibt, um auf dem Berg der Offenbarung die Gesetze Gottes entgegenzunehmen, verliert sein Volk den Glauben an seine Botschaft und wendet sich den alten Götzen zu. Durch den Tanz um das goldene Kalb verwirkt es die Gnade der Auserwähltheit. Der zurückkehrende Moses zerbricht resigniert die göttlichen Gesetzestafeln.
„Moses und Aron" ist eine äußerst dramatische und bühnenwirksame Auseinandersetzung über menschliches Verhalten, über Lust und Verbot und über die Schwierigkeit, an eine sinnstiftende Wahrheit zu glauben.
Leitung: Chien, Nel, Aeschlimann, Willrett, Michalski
  Symphoniker (üpm) Quelle: Rheinoper

Info/Karten: www.rheinoper.de

Essen

Aalto Theater

Alexander Borodin
Fürst Igor

Oper in vier Akten
Premiere: 31.01.2009
Dichtung vom Komponisten


Der russische Komponist Alexander Borodin beschäftigte sich 18 Jahre lang mit „Fürst Igor“ und konnte die Oper zeitlebens dennoch nicht abschließen. Nach seinem Tod 1887 vollendeten Alexander Glasunow und Nikolai Rimskij-Korsakow das Werk und brachten es drei Jahre später in St. Petersburg zur Uraufführung. Der Stoff geht auf das „Igorlied“ zurück, ein aus dem 12. Jahrhundert stammendes russisches, von einem anonymen Dichter verfasstes Heldenpoem. Es erzählt von Igors Feldzug gegen das im Süden Russlands nomadisierende Turkvolk der Polowetzer, deren Lebensraum im heutigen Kasachstan und Usbekistan lag. Das Thema entsprach dem im 19. Jahrhundert aufblühenden künstlerischen Interesse an nationaler Geschichte und Selbstfindung. Die Idee zu dem Bühnenopus ging auf den Kunstkritiker und ästhetischen Mentor des „Mächtigen Häufleins“ Wladimir Stassow zurück, nach dessen Vorschlägen Borodin das Sujet zu einer mitreißenden Dramaturgie verdichtete. Diesem Grenzgang zwischen den Kulturen verlieh er zudem durch die zwischen westeuropäischen, russischen und fernöstlichen Musiktraditionen oszillierende Tonsprache eine eindringliche und kraftvolle Atmosphäre. Fürst Igor aus der altrussischen Stadt Putiwl gerät mit seinem Sohn Wladimir im Krieg gegen die Polowetzer in Gefangenschaft. Obwohl er das Friedensangebot des Khans Kontschak voller Stolz ausschlägt, zollt dieser ihm Respekt und lässt die Schönheiten des Landes zu seinen Ehren tanzen. Wladimir und Kontschaks Tochter Kontschakowna verlieben sich trotz der Feindschaft ihrer Völker heimlich ineinander. Währenddessen feiert Igors Schwager und Stellvertreter Galitzki hemmungslos Orgien in Putiwl und versucht die Macht an sich zu reißen. Igors Frau Jaroslawna stellt sich ihm in den Weg. Den Einfall der Polowetzer kann sie jedoch nicht mehr verhindern. Als Igor von der Zerstörung der Stadt hört, entschließt er sich zur Flucht, um die Heimat zu retten … In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln (üpm) Quelle: Aalto Theater

 

 

"Rusalka"

 

Premiere: 6.12.2008

Deutsche Oper am Rhein

 

Dvořáks lyrisches Märchen Rusalka hat Premiere in Düsseldorf
Musikalische Leitung: John Fiore

Inszenierung: Jiří Nekvasil

Ausstattung: Daniel Dvořák

 

In der Heimat des tschechischen Komponisten Antonin Dvořák wird das lyrische Märchen Rusalka seit seiner Uraufführung im Jahre 1901 innig verehrt. Die beiden tschechischen Künstler Jiři Nekvasil (Regie) und Daniel Dvořák (Bühne und Kostüme) zeigen nun in Düsseldorf, wie sie sich die an Andersen (Die kleine Seejungfrau) und Fouquets (Undine) angelehnte Märchenoper auf einer deutschen Opernbühne vorstellen. Chefdirigent John Fiore liegt Dvořáks Rusalka, die er schon 1993 und 1997 an der Metropolitan Opera in New York dirigierte, ganz besonders am Herzen. Unter seiner musikalischen Leitung hat die Neuproduktion am Samstag, dem 6. Dezember, um 19.30 Uhr Premiere im Düsseldorfer Opernhaus.
In einer stark von Richard Wagner beeinflussten, in Melodik und Rhythmik aber doch ganz eigenen Tonsprache erzählt Antonin Dvořák die Geschichte von der Wassernixe Rusalka, die sich in einen Prinzen verliebt und die Wasserwelt verlassen will. Der Preis ist hoch, denn die Hexe, die ihr menschliche Gestalt verleiht, nimmt nicht nur ihre Stimme, sondern verlangt auch, dass Rusalka ihren Prinzen tötet, sollte er ihr jemals untreu werden. Voller Vertrauen in die Kraft ihrer Liebe wagt Rusalka sich ins Menschenreich und erlebt eine große Enttäuschung: Der Prinz, von ihrer Schweigsamkeit irritiert, gibt dem Werben einer anderen nach. Tief getroffen zieht Rusalka sich zurück, und da sie sich weigert, den Geliebten zu töten, bleibt ihr die Heimkehr ins Wasserreich verwehrt. Der Prinz begibt sich schließlich auf die Suche nach der geheimnisvollen Schönen und findet sie als Irrlicht am Ufer des Sees. Einem Kuss, der seinen Tod bedeuten würde, widersetzt sie sich zunächst, doch der Prinz will die Versöhnung auch zu diesem hohen Preis.
Jiři Nekvasil und sein Ausstatter Daniel Dvořák setzen ganz auf die Symbolkraft des Opernmärchens. Mit einem anspielungsreichen Bühnenbild betonen sie die verschiedenen Ebenen und die Magie der mythisch-märchenhaften Geschichte.
In Nataliya Kovalova hat der Regisseur die Idealbesetzung für seine Rusalka gefunden. Hans-Peter König (Wassermann), Anke Krabbe, Lisa Griffith und Laura Nykänen (drei Elfen) repräsentieren die heile Wasserwelt, aus der sie stammt. Die Hexe Jezibaba (Renée Morloc) reicht ihr den Schlüssel zur ersehnten Menschenwelt, in der ihr Corby Welch (Prinz), Victoria Safronova (fremde Fürstin), Bruno Balmelli (Heger), Katarzyna Kuncio (Küchenjunge) und Heikki Kilpeläinen (Jäger) begegnen.
Vorstellungen im Düsseldorfer Opernhaus: Sa. 6.12.08 (Premiere) I Di. 9.12.08 I Sa. 13.12.08 I Di. 16.12.08 I Fr. 19.12.08 I Mo. 22.12.08 I Do. 25.12.08 I jeweils um 19.30 Uhr
Übernahme-Premiere im Theater Duisburg: So. 1.3.09 I 19.30 Uhr
Karten sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf (Tel. 0211 / 89 25 211) und Duisburg (Tel. 0203 / 9 40 77 77) und online über www.rheinoper.de. (üpm)

 

"Siegried"

Oper von Richard Wagner)

Besuchte Aufführung: Aalto Theater, Essen, 19.10.2009

Premiere:16.10.09

 

Inszenierung: Anselm Weber

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz

 

Es muss nicht immer Bayreuth sein

 

Der Ring der Nibelungen in Essen, ist das möglich? Ja, es ist möglich. Die guten und erfolgreichen Inszenierungen der einzelnen Teile des Ringes (2. Teil: Siegfried, inszeniert von Anselm Weber) beweisen es.

 

Die Geschichte um Siegfried erinnert ein wenig an das Märchen der Gebr. Grimm "Von einem der auszog das Fürchten zu lernen". Siegfried ist ein junger Mann, stark und selbstgefällig, und lebt seit ca. 20 Jahren mit dem Zwerg Mime, seinem Ziehvater, in einer Höhle. Sein Leben ist bestimmt durch seine Freude an der Jagd. Er weiß nichts von seiner Herkunft und von der Schuld, die auf ihm lastet. Mime, der das Geheimnis kennt, hatte ihm auf Fragen immer nur ausweichend geantwortet Siegfried zerschlägt Mime, der ein erfahrener und begabter Schmied ist, jedes Schwert. Er kennt keine Furcht und will das Fürchten auch nicht lernen. Auch das Schwert Notung, das Mime für unzerstörbar hielt, fällt der Kraft Siegfrieds zum Opfer und Siegfried macht sich über Mime lustig.

 

Als Gott Wotan, Siegfried Großvater, in Gestalt eines Wanderers daher kommt erlaubt er Mime drei Fragen. Mime aber verspielt die Chance, Wotan die wesentlichen Fragen zu stellen, in dem er ihn nach den Bewohnern der Erde, des Himmels und der Tiefe fragt und muss von Wotan schließlich hören, dass nur wer das Fürchten nie erfuhr, Notung neu schmieden könne.

 

Damit ist Mime klar, dass nur der unerfahrene Siegfried das Schwert schmieden und den Drachen, der den Ring der Nibelungen bewacht, töten kann, den Ring, den Mime braucht, um die von ihm angestrebte Weltherrschaft zu erringen. Mime beschließt also, sich seines Ziehsohnes zu bedienen und ihn anschließend zu töten.

 

Siegfried schafft es tatsächlich, ein neues Schwert zu schmieden. Er zerkleinert die Bruchstücke des Schwertes Notung, schmilzt sie ein und schmiedet ein neues Schwert, um das sich Mime so lange vergeblich bemüht hatte. Aus Chaos ist etwas Neues entstanden.

 

Er tötet den Riesen Fafner, der in der Gestalt eines Drachen den Ring der Nibelungen bewacht und nimmt den Ring an sich. Durch einen Waldvogel erfährt Siegfried, der die Sprache der Vögel versteht, vom Plan Mimes, ihn aus Machtgier zu töten und tötet Mime.

 

Nun steht ihm die Welt offen.

 

Er hört von Brünnhilde, der Lieblingstochter Wotans, die Siegfried nach seiner Geburt gerettet hatte, als er der Rache Frickas, der Ehefrau Wotans zum Opfer fallen sollte. Er ist voller Begier, sie kennen zu lernen und sucht sie überall. Schließlich findet er sie auf einem Felsen schlafend. Er zerschneidet mit seinem Schwert den Panzer der sie umgibt, verliebt sich in sie, begehrt sie, bedrängt sie. Aber er hat ein Tabu verletzt. Sie weigert sich, sich ihm hinzugeben, obwohl auch sie ihn liebt. Nun hat Mime sein Ziel doch noch erreicht. Siegfried ist voller Furcht, die Liebe, die er gerade gefunden hat, zu verlieren. Sie ist ihm wichtiger als der Ring, dessen Bedeutung er nicht kennt. Die Weissagung: Nur wer der Minne Macht entsagt, kann den Ring der Weltherrschaft schmieden, dringt nicht zu ihm durch. Er setzt sich über alle Warnungen hinweg, steckt sich den Ring an den Finger und übergibt ihn später Brünnhilde. Und die Liebe scheint stärker zu sein. Ein großes strahlendes Leuchten hüllt beide ein und lässt Hoffnung zu.

 

Die von Anselm Weber inszenierte Geschichte um Siegfried ist eine Geschichte um Macht und Habgier mit einem Bühnenbild, dass die Folgen dieser Selbstsucht deutlich macht. Siegfried ist der Held eines bösen Märchens. Es gibt furchterregende magische Gestalten, Riesen, Zwerge, Drachen und Götter. Es geht um die Gier nach Macht und Gold, ja um die Weltherrschaft. Wie nahe die jahrtausendealten Mythen der Menschheitsgeschichte der Jetztzeit kommen, versucht das Ensemble des Aalto-Theaters unter der Leitung von Anselm Weber aufzuzeigen.

 

Unterstrichen wird dieser Versuch durch ein beeindruckendes Bühnenbild.

Es gibt keinen Wald sondern erkaltetes Gestein, das auf eine wie auch immer gefestigte "Ursuppe" zu Beginn der Menschheitsgeschichte zu verweisen scheint, aus der alles Leben hervorgegangen ist. Es symbolisiert eine Welt, die noch im Werden ist

Plötzlich wird das Gestein lebendig. Ein riesiger Drache füllt die Bühne aus. Fafner, der den Ring bewacht, wird in ganzer Größe sichtbar und niemand kommt an ihm vorbei. Nachdem Siegfried den Drachen getötet und den Ring an sich genommen hat, wird es plötzlich hell. Ein Strahlen fällt auf den toten Drachen, dessen Körper sich in goldene Hügel verwandelt und die Erde ein goldener Schatz zu sein scheint. Dann wechselt plötzlich die Farbe. Alles wird grün und lässt Hoffnung auf eine lebensfreundliche Umwelt erwachen. Der Mensch aber scheint blind zu sein für die Möglichkeiten, die ihm die Welt bietet und beachtet die Schönheit der Natur nicht. Diese Blindheit und Ignoranz für die Veränderungen in der Umwelt haben einen deutlichen Gegenwarts- und Zukunftsbezug und zeigen, dass die Menschen sich nicht verändern, dass sie durch maßlose Selbstüberschätzung und Arroganz Schuld auf sich laden, wenn sie die Folgen ihres Handelns nicht sehen wollen. So fällt die Erde zum Ende des 2. Aktes wieder in ihren Urzustand zurück. In der Wiederholung scheint die Zukunft schon Vergangenheit zu sein.

 

Insgesamt war es ein gelungener Theaterabend, trotz eines etwas statischen Beginns mit einem zum Nachdenken anregenden Bühnenbild und großen Stimmen. Sollte man jemanden hervorheben, obwohl jeder in seinem Part großartige Leistungen vollbrachte. Ja, natürlich, Johnny von Hals als Siegfried, ein wunderbarer Tenor, der sich nach etwas schleppendem Start im 2. und 3. Akt noch steigerte, sowie Kirsi Tiihonen als Brünnhilde.

 

Nicht zu vergessen und immer wieder zu loben die Essener Philharmoniker, die mit einer glänzenden Wagner-Interpretation unter ihrem Dirigenten Stefan Soltesz aufwarteten.

 

Es gab verdienten Applaus, stehende Ovationen und immer wieder Bravo-Rufe.

 

Die vielen Gäste aus dem In- und Ausland bestätigten wieder einmal die große Zugkraft Wagners und des Aalto-Theaters.

 

EKla

 

Nächste Vorstellung: 8. November 2009

 

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