DAS PAKET MIT DEM TOTENKOPF
Foto: Georg Bergjohann
„Das Paket mit dem Totenkopf"
Vollplaybacktheater - Cineplex Münster
10. März 2010
Tim, Karl, Klößchen und Gaby, oder kurz TKKG, habe in ihrer Laufbahn als Detektive so manch spannenden Fall gelöst. Einen dieser Fälle, „Das Paket mit dem Totenkopf", zeigte das Vollplaybacktheater am 10.03.2010 im Cineplex in Münster.
Vollplaybacktheater, bedeutet, der Originalton des Hörspiels wird abgespielt und die Schauspieler agieren dazu. Doch das Theaterstück geht weit über eine bloße Wiedergabe des Hörspiels hinaus.
Mit viel Witz wird eine neue Geschichte erfunden. Die Schauspieler lieferten dem Publikum einen Gag nach dem anderen und dieses kam aus dem Lachen kaum noch heraus.
Die Handlung des Hörspiels lässt sich kurz wie folgt umreißen: Tarzans Mutter will den Internatsschüler besuchen kommen. Sie hat wichtige Papiere dabei, die sie in die Zweigestelle ihrer Firma
nach Salzburg bringen soll. Doch, oh Schreck, der Koffer wurde gestohlen! Was nun? Die vier Freunde von TKKG haben schon einen Verdacht, wer dahinter stecken könnte. Detlef Egge und sein Freund
Tony. Doch die zwei haben noch mehr auf dem Kerbholz. Sie sind Drogendealer. Momentan versuchen sie allerdings ihrem Geschäftspartner, dem Besitzer der Supersound-Disco, eine Erpressung
vorzugaukeln. Aber natürlich haben sie ihrer Rechnung ohne die vier Freunde gemacht, die ihnen auf die Schliche kommen und die Gangster der Polizei übergeben.
In das Hörspiel werden geschickt Szenen aus bekannten Filmen und anderen Hörspielen eingebunden. Der Bahnhof, an dem die Freunde Tims Mutter abholen, verwandelt sich so in Paddington Station, wo
Miss Marple ihren Ermittlungen nachgeht. Auch Harry Potter fragt Tarzan bei seiner Suche nach dem Gleis 9 ¾ nach dem Weg. Um die Drei ??? wird sogar ein ganzer Handlungsstrang eröffnet. Während
eines Diskobesuches in der Supersound-Disko werden sie von den Auftragsmördern Jules und Vincet aus Pulp Fictin erschossen. Hier endet das Gagfeuerwerk noch lange nicht. So wird auch der berühmte
Orgasmusdialog aus Harry und Sally von diesen, in dem Café des Hotels, in dem Tarzans Mutter absteigt, wiedergegeben.
Die Karikierung der vier Jungdetektive ist gut gelungen. Tarzans Hang dazu seine Kampfsportkünste anwenden zu können, seine Selbstsicherheit und seine Verliebtheit in Gaby werden herrlich
überspitzt wiedergegeben. Allerdings schoss das Stück hier über das Ziel hinaus, als der Supersportler Tarzan in einem extrem hohen Treppenhaus schlapp machte. Die auf lustige Art hervorgehobenen
Charaktereigenschaften Karl und Klößchens sind ebenfalls gut getroffen. Karl ist auch an den unmöglichsten Stellen nicht um eine wissenschaftliche Erklärung verlegen und Klößchen muss immer
wieder von Traubennussschokolade sprechen. Besonders bei der Kostümierung für die Faschingsparty wird die Karikierung auf die Spitze getrieben. Während Tim und Gaby als Superman und Superwomen
zur Party dürfen, müssen Karl und Klößchen als Marsmenschen draußen warten. Nicht zu den Charakteren passte allerdings der Haschkonsum der beiden entschiedenen Drogengegnern.
Insgesamt sorgte das Vollplaybacktheater und damit die Schauspieler Doktor Thomas, SupaKnut, Britta Lemon, Sven Blievernicht, David Jott. Becher, Christoph Landwehr für einen lustigen Abend. In
Nordrhein-Westfalen ist das Stück noch am 12.03. in Herford, am 15.03. in Düsseldorf, am 16.03 in Krefeld und am 22.03. in Wuppertal zu sehen. (LA-S)
MARIA STUART
Züricher Schauspielhaus
Gesehen am 3. Oktober 2009
Das Züricher Schauspielhaus zeigt eine sehenswerte Aufführung des Trauerspiels „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller. In einem Fernsehinterview des SWR-3-Fernsehens erläuterte die Regisseurin Barbara Frey – seit dieser Saison auch Künstlerische Direktorin des Hauses – dass ihr Interesse an diesem Stück sich hauptsächlich daran entzündet, dass alle handelnden Personen im Grunde gleichzeitig recht und unrecht haben. In der Tat lassen sich die vorgenommenen Kürzungen nur dadurch interpretieren und verstehen, warum etwa die Passage des letzten Akts, in dem Maria mit ihrem Beichtvater Melvil ihr irdisches Leben abschließt, völlig entfiel.
Die durchweg hervorragende Schauspieler-Riege agiert im Schiffbau-Theater. Eine ehemalige Schiffbau-Halle wurde für Theaterzwecke eingerichtet. Sie hat dem ehemaligen Industriegebiet zum aufsteigenden Szene-Viertel verholfen. Auf einer Zuschauertribüne sind etwas mehr als 300 Plätze in Längsrichtung der Halle angeordnet. Man erlebt die Schauspieler in intensiver Nähe mit Blick von oben auf die Spielfläche. Das Bühnenbild nutzt das in der Halle befindliche Röhrensystem und ergänzt es um weitere Röhren, aus denen die Schauspieler gelegentlich symbolhaft auf- oder abtreten. Es gibt weder Vorhang noch weitere Requisiten. Gerade durch dieses spartanische Ambiente ist es gelungen, eine intensive Darstellung des Ränkespiels um Macht und Einfluss zu entwickeln. Nichts lenkt ab vom Schiller’schen Text. Eindrücklich entwickelt sich das Spiel um die letzten Tage der schottischen Königin Maria Stuart, die in England Schutz suchte, aber von ihrer englischen Cousine Elisabeth I. seit 19 Jahren eingekerkert wird. Wer vertraut wem? Wer steht auf wessen Seite? Welcher (politische) Gesichtspunkt ist vorrangig? Hat Maria Stuart das Verbrechen, dessen sie beschuldigt wird, persönlich zu verantworten? Und unterliegt sie überhaupt der englischen Gerichtsbarkeit? Carolin Conrad als zögerliche, mit ihrem Gewissen ringende Elisabeth, Jördis Triebel als nach langem Kampf aufgebende, aber dennoch mit ungebeugtem Stolz als Königin in den Tod gehende Maria Stuart, Lambert Hamel als stets die Staatsräson vertretender Graf Burleigh gegen seinen Widerpart Talbot (Siggi Schwientek) führen uns hervorragend zusammen mit den ebenfalls gut besetzten Nebenrollen zum unweigerlichen Ende.
Eine wichtige Ergänzung erfährt das Schauspiel durch die Musik. Schottische Weisen aus der Zeit wurden interessant bearbeitet und interpretiert von Claus Boesser-Ferrari (Gitarre), ergänzt durch den Schotten Graham F. Valentine, der in Originalsprache und mit beeindruckendem Stimmumfang den Vokalpart bestreitet. Die beiden Musiker unterstreichen einerseits den Zeitgeist, in dem Schiller sein Trauerspiel angesiedelt hat, andererseits passt die Bearbeitung sehr genau in Barabara Frey’s modernisierte Auffassung.
Insgesamt eine sehenswerte Aufführung.
Informationen über den Spielplan und Eintrittspreise über www.schauspielhaus.ch. Karten können ab 15. d. M. für den Folgemonat bestellt werden.
Für einen kürzeren oder auch mehrere Tage dauernden Aufenthalt bietet Zürich eine sehenswerte Altstadt und viele attraktive Ausflugsmöglichkeiten. Oder stellen Sie Ihren Aufenthalt ganz auf Kulturelles ab: zahlreiche Ausstellungen und interessante Sammlungen im Kunsthaus, in der Kunsthalle und vielen – auch sehr speziellen – Museen warten auf Ihren Besuch. Wenn Sie eine „ZürichCARD“ (CHF 38,00) erwerben, können Sie Zürich 3 Tage lang mit Bus, Bahn, Straßenbahn und zu Schiff erkunden und haben freien oder reduzierten Eintritt in viele Museen. Weitere Infos unter www.zürich.com. Darüber hinaus gibt es auch weitere interessante Kunstsammlungen, die nicht in diesem Programm enthalten sind; z.B. die Sammlung „Stiftung Emil G. Bührle“ – hier sind öffentliche Führungen allerdings nur zu bestimmten Terminen möglich; Informationen unter www.buehrle.ch.
(Gisela Baumann-Wagner)
SPRINGTIME
Auf gehts mit "Springtime"
Mit atemberaubenden Sprüngen in den Frühling
Das Gop zeigt sein neues Programm "Springtime" vom 29. April bis zum 28. Juni
Den Frühling genießen, sich freuen auf Spaß und Akrobatik im GOP.
Eine abwechslungsreiche Show mit tollen Künstlern und viel Komik.
GESCHICHTEN VON HIER - FRANK GOOSEN
Essen
Stratmanns Theater
Frank Goosen A40 - Geschichten von hier
Lesung
Am Mittwoch, den 1. April war der Autor Frank Goosen in Essen zu Gast und bewies neben seinem literarischen auch sein komisches Talent. Dies war keine Lesung im klassischen Sinne. Mit einer
gekonnten Mischung aus (selbst erlebten) Ruhrpott-Anekdoten und Erzählungen aus seinem Buch A40 - Geschichten von hier begeisterte Goosen das Publikum im ausverkauften Stratmanns. Wer nun glaubt,
es ginge nur um die durch den Ruhrpott verlaufende Autobahn, der irrt. Im Verlauf seines etwa zweistündigen Programms erzählt Frank Goosen auf lustig-leichte Weise von seiner Kindheit und Jugend
in Bochum, die hauptsächlich durch Buden und deren Betreiber, Fußball, Schrebergärten, Autos sowie Ommas und Oppas Lebensweisheiten geprägt wurden. Wer aus der Gegend zwischen Duisburg und Unna,
zwischen Recklinghausen und Hatingen stammt, der weiß, wovon hier gesprochen wird. Wer zugezogen ist, der versteht seine Mitmenschen und ihr Verhalten danach um einiges besser. Goosen schafft es,
sein Publikum bestens zu unterhalten, was nicht zuletzt seinen wunderbaren erzählerischen Fähigkeiten zu verdanken ist. Daneben nutzt er gekonnt spontane komische Situationen, wodurch der
Kabarettist im Autor zum Vorschein kommt. Ein Besuch dieser Vorstellung lohnt sich in jedem Fall! (Lisa Wettlaufer)
Premierenfieber in den Kammerspielen im Schauspielhaus Bochum:
A Tribute to Quentin Tarantino
Die Alley King Onions bieten eine dreistündige Darbietung der bekanntesten Songs aus den Quentin Tarantino-Filmen: Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, Kill Bill 1+2 und Death Proof. Die Begeisterung des Publikums ist so groß, dass die siebenköpfige Band drei Zugaben spielen muss.
Ein Höhepunkt des Abends ist sicherlich Marc Oliver Schulzes Darbietung des Songs „Malaguena Salerosa“ von Chingon. Songs wie „Bang Bang“ von Nancy Sinatra, „Son of a Preacherman“ von Dusty Springfield oder “Don`t let me be misunderstood” von Santa Esmeralda werden von nachgespielten Filmszenen umrandet.
Die Schauspieler: Louisa Stroux, Michael Lippold und Marina Frenk glänzen musikalisch und tänzerisch. Frenk befindet sich zu Beginn im Publikum und wird in die Handlung mit einbezogen. Dies ist nur einer der Regieeinfälle, die Bühne auf ihre Umgebung auszuweiten. Auf einer großen Videoleinwand kann der Zuschauer mit verfolgen, wie sich Dagny Dewath ihren Weg durch die Flure bahnt. Die Leinwand dient auch für Projektionen für Senta Berger-Bilder oder Schattenspiele der Schauspieler. Eine tolle Idee, eine Hommage an die Filme Tarantinos mit diesem Kino-Effekt zu unterstützen. So werden die musikalischen und die filmischen Elemente gleichermaßen gewürdigt. Denn bei der mitreißenden Leistung der Alley King Onions wäre die Gefahr natürlich groß, dass letztere in den Hintergrund geraten. Aber dies ist nicht der Fall. Quentin Tarantino hätte seine helle Freude.
Dieses Vergnügen verspricht ein Dauerbrenner zu werden.
(Anna Dettmer)
Info/Karten: www.schauspielhaus-bochum.de