"Ulrike Stuart" von Elfriede Jelinek

Das Grillo Theater zeigt am 21.10.2011 "Ulrike Stuart", ein Stück von Elfriede Jelinek.

Zwei Königinnen: Elisabeth I. und Maria Stuart streiten. Über Ereignisse und Themen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben: Gewalt und Revolutionen, Widerstand und Freiheit, Mode und Männer. Im Stück sind es Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, die aufeinandertreffen und sich einen virtuosen verbalen Schlagabtausch liefern. 

Elfriede Jelinek wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und erhielt 2004 den Nobelpreis für Literatur.

Am Sonntag, den 16.10. um 11:15  findet eine Einführungsmatinee zu "Ulrike Stuart" im Cafe Central des Grillo Theaters statt. Der Eintritt ist frei.

 

Premiere: 21.10.2011 um 19:30

www.theater-essen.de

 

 

MUSIKTHEATER DORTMUND - die neue Saison 2011/2012

Der neue Spielplan 2011/2012 mit fünf Sparten

 

Auf einer Pressekonferenz stellten Jens-Daniel Herzog, neuer Intendant des Musiktheaters Dortmund, gemeinsam mit Kay Voges, (Schauspiel),  Andreas Gruhn, (junges Schauspiel) und Xing Peng Wang (Ballett), die neuen Spielpläne für das Jahr 2011/2012 vor. Generalmusikdirektor Jac van Steen präsentierte den Spielplan der Philharmoniker für die Saison 2011/2012.

Die gute Botschaft gleich zu Beginn: das Musiktheater befindet sich im Aufwind. Der positive Trend werde fortgeführt, die Zusammenarbeit zwischen den Sparten sei optimal, die Stimmung im Haus ausgezeichnet, verkündete Geschäftsführerin Bettinia Pesch. 

 

Intendant Jens-Daniel Herzog stellte die Sparte Oper und Junge Oper vor. Sein Anliegen brachte er sogleich auf den Punkt. Trotz der hochinteressanten Spielpläne für die neue Saison gäbe es bestimmte Leitlinien, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Das aller wichtigste sei der Dialog mit dem Publikum. Oper ist anstrengend, fordere dem Publikum einiges ab, erklärte er, die Besucher seien mit der neuen Musiksprache oft nicht vertaut. Zeitgemäße Bilder müssen erfunden werden. Was Oper heute sein kann, muss sichtbar gemacht werden, betonte Herzog. Dass Grenzüberschreitungen möglich sind, Diskussionen und Streitigkeiten einkalkuliert werden müssen, dürfe aber nicht verheimlicht werden.

Sorgfältig ausgesucht wurde das neue Sänger Ensemble für die Oper. Die Sängerriege besteht aus international tätigen Künstlern und Nachwuchskünstlern, die über eine große Bannbreite verfügen. Die Oper Dortmund zeigt in der kommenden Saison Werke vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, deshalb müssen die Künstler flexibel und vielseitig einsetzbar sein. Voraussetzungen für das Engagement waren außerdem: Bestmögliche Qualität, stimmliche Sicherheit und Timbre.

Die Saison 2011/2012 startet mit einer Operngala. Als erste Oper auf dem Spielplan wird „Der Fliegende Holländer“ in der Inszenierung von Herzog zu sehen sein. Es folgen ein selten gespieltes Werk von Francesco Cavalli  „L éliogabalo“ und das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelsson Bartholdy. Für die Freunde der leichten Kost wird die Operette „Die lustige Witwe“ und das Musical “Ganz oder gar nicht“ von David Yazbek über die Bühne gehen. Das hoch anspruchsvolle Musical bietet intelligente Unterhaltung und feierte große Erfolge in London. Thematisiert wird die Situation von Stahlarbeitern in Zeiten des Strukturwandels. Handlungsort ist dieses Mal allerdings nicht London, sondern Dortmund.

Die Mozart Oper „Cosi fan tutti“ ist das Bindeglied zwischen Barock und Vorklassik. Herzog hat den Anspruch jedes Jahr eine Mozartoper auf die Bühne zu bringen. Die Qualität seines Hauses könne man daran messen, bekräftigt er. Selbstverständlich gehört auch Puccini auf den Spielplan. „La Boheme“ hat im März Premiere. Bellinis „Norma“ steht Ende Dezember 2011 auf dem Programm. Im Mai 2012 hat „Beatrice Cenci“ von Bertold Goldschmidt Premiere. Eine hochdramatische Komposition und ein Geheimtipp der Dortmunder Opernbühne. Mit den Fangesängen ist eine Hommage an die verrückten Fußballfans verbunden, führt der Intendant aus. An der 90 minütigen Choroper sind Schauspieler, Sänger und Musiker des Theater Dortmund beteiligt.

Die Oper Dortmund wird den Anforderungen der Zeit gerecht und geht neue Wege: Produktionen werden nach zwei monatiger Aufführung in Dortmund, in andere Städte verkauft (geplant: Erfurt, Mannheim) und Inszenierungen anderer Häusern nach Dortmund geholt. Stolz ist Herzog, dass Schwetzingen wegen einer Cooperation bei ihm angefragt habe.

 

Junge Oper

 

Die einstige Kinderoper ist flügge geworden und begreift sich nun als Oper für Kinder und Jugendliche im Alter von 6, 8, 10 und 12 Jahren. Eine Oper für junge Leute braucht eine andere Herangehensweise. Bnötigt wird eine eigene Musiksprache, diese kann von anderen Werken nicht einfach eins zu eins übernommen werden, bemerkte Herzog. Auf dem Spielplan der Jungen Oper stehen Werke von Purcell, Händel und Monteverdi: „Schaf“, das Musiktheater: „Eisberg nach Sizilien“, Oper, aber anders, eine Stückentwicklung, sowie Cinderella, eine Oper für Kinder. Besonders erfreut ist der Intendant über die Cooperation mit der Sparte "Jugendoper" der deutschen Oper am Rhein, die mit dem neuen Spielplan starten wird.

 

Schauspiel


Schauspiel und Oper in Dortmund wachsen enger zusammen. Dieses erfreuliche Resümee zog Kay Vages.15 Produktionen stehen auf dem neuen Spielplan. Sein Anliegen: Die Wirklichkeit zu reflektieren und zuzuspitzen. Das Theater in Dortmund sei ein Ort der Komödien, der Feste, des Feierns und der Fragestellungen. Diese können beispielsweise lauten: “Wie entstehen gesellschaftliche Konventionen“? Welche Prägungen ergeben sich daraus.?

Die Saison startet mit einer Klassikerreihe: Ibsens "Gespenster" und "Nora (oder Ein Puppenheim)" machen den Auftakt. Sophokles „Antigone“ folgt, hier geht es um göttliches und menschliches Recht und um das Schicksal, dem man nicht entfliehen kann. Tschechows "Drei Schwestern", ebenfalls ein Klassiker, thematisiert die Arbeit als Sinnstiftung des menschlichen Lebens. Ein weiterer Programmpunkt: „Der goldene Drache“, eine Parabel, die sich mit den Abgründen der Finanzwelt beschäftigt. Sie wurde als bestes Stück des Jahres gekürt. Auf dem Spielplan stehen außerdem: "Lessings Gespenster" von Werner Schwab, eine faszinierende Reise durch die Geschichte, die auf den Spuren „Nathan des Weisen" wandelt  und „Metaloid“, ein musikalischer Abend über Industrial und die deutsche Romantik. „Naked Lenz“, ist ein Stück, das sich mnit Illusion und Wirklichkeit im Theater beschäftigt, in der Inszenierung von Martin Labarenz,  ist im November 2011 im Studio zu sehen.

 

Das junge Schauspiel wird eine Lesung mit Anne Frank Texten veranstalten. Die berührende Geschichte der Anne Frank,  die mit ihren Tagebucheinträgen authentisch das Grauen der NS Zeit wiedergab, soll besonders dem jungen Publikum einen Eindruck ihrer Gedanken vermitteln. Andreas Gruhn gelang es, die Rechte für die Veröffentlichung der Texte zu erhalten. Anne Frank wurde noch kurz vor Beendigung des Krieges von den Nazis nach Bergen-Belsen deportiert und starb dort.

Weiterhin zeigt das junge Schauspiel ein russisches Märchen „Die schöne Wassilissa",Die Kuh Rosemarie“ sowie „virtuelle Welten“, ein Projekt mit jungen Menschen.

 

Ballett

 

Das Ballett setzt auf Märchen, Zauber und Magie, kündigt Balletdirektor Xin Peng Wang an. „Fantasia" heißt ein abendfüllendes Ballett für die ganze Familie, eine Reise in eine Welt der Träume. Die Neufassung des Tschaikowsky Ballett „Schwanensee“, Premiere am 1. Mai, wird mit Spannung erwartet und sicher viele Gäste anlocken. Ein Abend voller Esprit und Lebensfreude verspricht die Produktion "Träumer. tanzen. Lieder". Im September und Oktober wird das Musiktheater zum Schauplatz faszinierender Tanzkunst. Renommierte Künstler berühmter Compagnien präsentieren sich bei den internationalen Ballettgalas in Dortmund.

 

Dortmunder Philharmoniker 2011/2012

 

Mit 100 Musikern ist die Philharmonie auf einem Top Level, erklärt Generalmusikdirektor Jac van Steen.  Bei zwei Produktionen, „dem Fliegenden Holländer"und „Elias“ cooperiert er mit Herzog. Auf dem Spielplan der Philharmoniker stehen: 10 Philharmonische Konzerte, 5 Kammerkonzerte, 3 Jugendkonzerte, 4 Familienkonzerte, außerdem im Fokus: Werke von Beethoven, Wiener Klassik & Co, „artist in residence“, Gerhard Opitz, das Neujahrskonzert und zum 20 Mal ein Benefizkonzert.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Schauspiel und den Philharmonikern wird intensiviert. In "Peter Gynt" ist ein Schauspieler aus dem Ensemble von Voges zu sehen. Für vielversprechend hält

Steen das Projekt „Prokultur“. Menschen sollen motiviert werden ins Konzert zu gehen. Busse holen die Gäste ab und bringen sie in die Philharmonie. Während der Fahrt werden sie mit Informationen gefüttert, sodass sie für die Aufführung bestens vorbereitet sind. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

 

 

 

Theater der Welt,

das europäisch-lateinamerikanische Ensemble

Foto: deianira

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Theater der Welt startet am 30. Juni mi der Barockoper "Montezuma"

Opera seria in drei Akten von Carl Heinrich Graun

Montezuma wurde 1755 an der Berliner Staatsoper "Unter den Linden" uraufgeführt. Das Libretto schrieb Friedrich II., die Musik komponierte Carl Heinrich Graun, Hofkapellmeister und Freund Friedrich des Großen. Sie spielt in der Zeit vor den großen Revolutionen in Europa und vor der Zeit der Unabhängigkeit vieler Staaten in Südamerika. Thematisch geht es um die Eroberung Mexikos im 16. Jahrhundert durch die spanischen Conquistatores unter Hernán Cortés und dessen Komplott gegen Montezuma, dem Atztekenkönig.

Die Uraufführung fand in französischer Sprache statt. Später übersetzte man die Oper auch ins Italienische. Diese Tatsache zeigt die Weltläufigkeit der Zeit des Barock. Musikalisch ist "Montezuma" im Spätbarock angesiedelt.  Die Universalität wird auch in der Sprache der Musik deutlich. Sie ist repräsentativ für die aufgeklärte Monarchie.

 

Frie Leysen, Leiterin bei "Theater der Welt" sieht in der Oper ein Gesamtkunstwerk, da sie Musik, Gesang, Bild, Wort, Architektur und Schauspiel miteinander vereine. Sie dürfe keine Eintagsfliege sein, vielmehr  müsse sie ein langes Leben haben, denn das Budget für die Inszenierung ist nicht sehr groß.

 

Die Ambivalenz der Figur Montezumas bietet eine gute Gelegenheit die Barockoper zeitgenössisch zu interpretieren. Die Produktion schlägt deshalb den Bogen von der Eroberung Mexikos über das Zeitalter des Barocks bis hin zu unserer globalisierten Welt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie junge Mexikaner heute mit ihrer Geschichte umgehen.

 

Im europäisch-lateinamerikanischen Ensemble treten keine Stars auf. Trotzdem konnte man sehr gute Leute verpflichten. Nach der Weltpremiere wird die Oper u.a. in Mexiko, in Genf und in Edinburgh aufgeführt.

Premiere: 30. Juni 2010 um 19 Uhr in der Stadthalle in Mülheim

Tickets: www.theaterderwelt.de

 

NATHAN DER WEISE

von Gotthold Ephraim Lessing

Regie Lisa Nielebock
Bühne Kathrin Schlecht
Kostüme Julia Ströder

Grillo
Premiere 15.05.2010

 

Lessings „Nathan" gilt als Meisterstück über Toleranz: Der weise Jude Nathan wird zum Vermittler zwischen den Weltkulturen und führt die Menschen als eine verstreute, sich schlussendlich wieder erkennende Familie aus Juden, Christen und Muslimen zusammen. Aber geht es tatsächlich um religiöse Überzeugungen oder sind diese nur Vorwand für politische Strategien, Geld- und Machtgier? Ist Nathans Weisheit selbstlos oder ist sie kluger Pragmatismus?
Als der hoch verschuldete Sultan den reichen Juden in eine Zwickmühle bringen will, rettet sich Nathan strategisch geschickt mit einer Geschichte. Denn: „Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab." Und tatsächlich hilft ihm die Ringparabel aus der Bedrängnis. „Toleranz als Verkaufsstrategie", meint der Islamwissenschaftler Navid Kermani.
 (üpm) Quelle: Grillo Theater Essen

"EIN VOLSFEIND" Ibsen

18.03.09

von Henrik Ibsen aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Essen
Grillo Theater 18.03.09

Die Vermutung des Kurarzts Tomas Stockmann hat sich bestätigt. Das Wasser des Kurbades ist verunreinigt und somit die Ursache für unterschiedlichste Krankheiten. Der Arzt ist froh, diese Verschmutzung entdeckt zu haben, so dass der Schaden bald behoben werden kann. Sein Bruder Peter Stockmann, der Bürgermeister der Stadt, ist da ganz anderer Meinung. Er sieht hohe Kosten und Verluste auf die Stadt zukommen, da Wasserleitungen repariert und das Bad vorübergehend geschlossen werden müsste. Es liegt nun an den Bürgern, sich für einen der Brüder zu entscheiden. Zu Beginn erfährt Tomas Stockmann die volle Unterstützung der Bürger, im weiteren Verlauf jedoch lassen sie sich von ihrem Bürgermeister überzeugen, so dass am Ende alle gegen den idealistischen Arzt sind…
Dieses Stück thematisiert, wie oftmals bei Ibsen, die Verlogenheit und Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft. Eine Thematik, die über 100 Jahre nach Erscheinen des Dramas, immer noch aktuell zu sein scheint. Fragen nach dem richtigen Handeln werden hervorgerufen, wobei der einfachste Weg eben nicht immer der richtige ist.
Raiko Küster verkörpert den Kurarzt Tomas Stockmann derart leidenschaftlich und inbrünstig, dass manch ein Akteur ein wenig „blass“ neben ihm wirkt. Es scheint fast so, als wäre ihm diese Rolle auf den Leib geschrieben worden. Mit der schauspielerischen Leistung Küsters können Holger Kunkel (Peter Stockmann) und Roland Riebeling (Hovstad) durchaus mithalten. Die Energie der Streitgespräche, die von den ungleichen Brüdern geführt werden, wirkt sich unmittelbar auf den Zuschauer aus, so dass man das Theater in einer nachdenklichen Stimmung verlässt. Das mit Liebe zum Detail gestaltete Bühnenbild (Franziska Bornkamm), das sich im ersten Teil unter anderem aus kunstvoll hergestellten Häuschen und kleinen Tannenbäumen zusammensetzt, sowie die gekonnte Einbindung der Theaterbesucher in die Volksversammlung runden die gekonnte Inszenierung von „Ein Volksfeind“ ab. Das Publikum war von der Leistung des Ensembles sehr beeindruckt. Auch an diesem Mittwoch war das Grillo Theater so gut wie ausverkauft. Aber das ist ja nicht Besonderes mehr, daran hat man sich dank der exzellenten Aufführungen schon gewöhnt.
(Lisa Wettlaufer)
Info/Karten: www.schauspiel-essen.de