Museum Folkwang Essen

 Am Freitag, 16. November, 18 Uhr, und am Freitag, 7. Dezember, 18 Uhr, führt Anna Fricke, Kuratorin für Zeitgenössische Kunst, durch die Sonderausstellung „Unheimlich real. Italienische Malerei der 1920er Jahre“ (bis 13. Januar 2019) im Museum Folkwang. In dem gemeinsamen Rundgang lernen Besucher_innen die Werke des Magischen Realismus, einer Stilrichtung der Klassischen Moderne, kennen. Die Führung beleuchtet die unterschiedlichen Motive und Themen, mit denen sich die Maler_innen auseinandersetzten: Architekturszenen, Porträts, Stillleben sind in der Ausstellung ebenso vertreten wie Aktdarstellungen und Maskeraden. Die Sujets zeichnen sich durch eine oft traumhafte, unheimliche, mitunter auch verstörende Anmutung aus.

 

„Kuratoren führen“ ist eine Reihe des Museum Folkwang, in der die Kurator_innen persönlich durch Sonderausstellungen und Sammlungspräsentationen führen.

 (Üpm)

 

Information

 

Fr, 16.11., und 7.12., 18 Uhr

 

Kuratoren führen

 

Anna Fricke: Unheimlich real. Italienische Malerei der 1920er Jahre

 

Teilnahmebeitrag € 3 / € 1,50 / Kunstring Folkwang frei,

 

zzgl. Eintritt € 8 / ermäßigt € 5

 

Begrenzte Teilnehmerzahl

 

 

 

Alexej von Jawlensky Die schwarzen Augen , 1912 Pappe 55 x 50, Foto: von der Heydt Museum
Alexej von Jawlensky Die schwarzen Augen , 1912 Pappe 55 x 50, Foto: von der Heydt Museum

Wuppertal

Von der Heydt-Museum

 

Weltkunst

Von Buddha bis Picasso. Die Sammlung Eduard von der Heydt

 

 

 

29.09.2015-28.02.2016

 

 

 

 


Mit etwa 350 ausgestellten Werken gibt das Von der Heydt-Museum ab dem 29.09. einen Einblick in die vielfältige Privatsammlung des Bankiers Eduard von der Heydt (1882-1966). Die Ausstellung orientiert sich dabei an den verschiedenen Lebensstationen des deutsch-schweizerischen Kunstsammlers und beginnt mit der umfangreichen und hochkarätigen Sammlung des Vaters August von der Heydt, in der Meisterwerke von Paula Modersohn-Becker, Jawlensky, Kandinsky, Kirchner, Franz Marc und weiterer prominenter Vertreter der Moderne zu finden sind. Diese Werke gingen nach dem Tod des Vaters in den Besitz Eduard von der Heydts über und bildeten so die Grundlage für die eigene Sammlertätigkeit.

 

Chronologisch werden in der Ausstellung die verschiedenen Lebensstationen Eduards in Amsterdam, Zandvoort, Berlin und schließlich dem Monte Verità in Ascona nachvollzogen. Orientiert an Originalfotografien sind die Kunstwerke so präsentiert wie sie von der Heydt auch in den Räumen seiner Wohnsitze arrangiert hatte. So findet sich etwa ein Gemälde van Goghs neben einem ostasiatischen Buddha-Kopf oder eine Skulptur des Heiligen Georgs aus dem 15. Jahrhundert neben afrikanischen Grabfiguren. Denn ausgehend von dem Credo einer „ars una“, einer Vorstellung, die jede Form der Kunst als gleichwertig ansah - eben einer „Weltkunst“ - sammelte von der Heydt nicht nur europäische sondern auch außereuropäische Kunst mit großer Leidenschaft. Dabei zählte für ihn vor allem der ästhetische Wert der Werke. Über Beziehungen zu verschiedenen Kunsthändlern vergrößerte sich die Sammlung kontinuierlich und gerade die Vielfalt der Werke, die Malerei, Plastik, Skulptur, Gebrauchskunst und Schnitzereien aus Europa, Asien, Afrika und der Südsee umfassen, machen die Sammlung Eduard von der Heydt so besonders.

 

Noch zu Lebzeiten begann dieser seine Schätze an das Wuppertaler Museum sowie das Rietberg Museum in Zürich zu schenken, sodass beide Museen heute über herausragende Bestände verfügen. Doch nicht nur das Arrangement der Werke sondern auch die Gestaltung einzelner Ausstellungsräume erfolgte anhand alter Fotos. So flaniert der Besucher durch die Glasloggia des Anwesens in Zandvoort mit dem Blick auf das Meer, das moderne Bürozimmer des Hauses am Berliner Wannsee oder den Speisesaal des Hotels auf dem Monte Verità. Er wird in die verschiedensten Welten entführt und kann dank der originellen Präsentation die Atmosphäre der damaligen Räumlichkeiten nachempfinden.

 

Parallel zur Ausstellung wird ein umfangreiches Vermittlungsprogramm u.a. mit Kinder- und Familienführungen angeboten.

 

Mehr Informationen auf www.von-der-heydt-museum.de



 

Folkwang-Museum Essen

Los Carpinteros   Helm / Helmet / Yelmo

Seit dem 15. November zeigt das Museum Folkwang eine Installation des kubanischen Künstlerduos Los Carpinteros mit dem Titel Helm/Helmet/Yelmo.

Die Gründungsidee für das Folkwang-Museum lebt neu auf:

Die kubanischen Künstler: Dagoberto Rodriguez Sánches und Marco Antonio Costillo Vadés haben sich als Los Carpinteros einen Namen gemacht. Im Auftrag des Museums haben sie einen spektakulären Rahmen geschaffen, der die lange nicht gesehenen Exponate des Hauses in Szene setzt: es ist ein riesiger Helm aus über 200 Waben unterschiedlichster Abmessungen, sphärisch gekrümmt, auch die beidseitigen Glasscheiben der Polyeder: künstlerisch ergibt sich eine wunderbare Skulptur und hier noch nicht gesehene Ausstellungsarchitektur, aber auch handwerklich eine Meisterleistung an Präzision.

Karl Ernst Osthaus, der die Essener Sammlung gründete, hätte sicher Freude daran gehabt, wie die von ihm zusammengetragenen Exponate nun präsentiert werden: Kunstgewerbe und Kunst der Welt geben sich hier ein Stelldichein. Man sollte sich Zeit nehmen, die teilweise kleinen Gegenstände zu betrachten. Und so, wie der Sammler Osthaus sich ausschließlich von ästhetischen Erwägungen leiten ließ, haben auch die beiden Künstler ihre Präsentation gestaltet: japanische und afrikanische Masken, mexikanische Hockfiguren und Gebrauchsgegenstände wie Schalen und Flaschen aus zwei Jahrtausenden gehen hier eine Nachbarschaft unter augenfreundlichem Bernsteinlicht ein – einfach schön! In dieser Installation wird das Haus in den nächsten fünf Jahren wechselnde Objekte aus der Sammlung „Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe“ zeigen, so dass es sich lohnt, auch öfter einmal vorbeizuschauen.

 

 

Weibliches Idol, 2200 v. Chr. - 1600 v. Chr., Iran

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage, wie eine angemessene Präsentation bestehender Bestände  aussehen kann, damit sie der künstlerischen und historischen Bedeutung gerecht werden. Die  raumgreifende Installation gleicht in ihrer äußeren Form einem Helm und in ihrer Struktur einem riesigen Bienenstock, deren einzelne Waben beleuchtet sind. 

 Der Betrachter kann die Objekte sowohl von außen als auch von innen begutachten. Die Veränderung des  Standortes beeinflußt  Wahrnehmungen und Erkenntnisse.

Maske, "mbuya" Afrika, undadiert

Isis mit Horuskind, 200 v. Chr. - 100 n. Chr., Ägypten



Zu den zentralen Aufgaben der Museen zählen: Die Beschäftigung mit antiken Werken, die ausserhalb Europas gefunden wurden sowie mit  Werken der europäischen Avantgarde.

 



Das Folkwang Museum präsentierte schon vor 1945 die sogenannte Weltkunst und die Kunst der europäischen Avantgarde.

An typischen  Beispielen wurden exemplarisch künstlerische Entwicklungen, die stilrichtend für eine ganze Epoche waren,  verdeutlicht.

Mumiemaske eines Mannes, Äggyten, undatiert



Rund 1800 Objekte befinden sich in den Beständen des Folkwang Museums. Ungeheure Schätze, die es verdienen,  gezeigt zu werden. Das sah auch Museumsdirektor Tobia Bezzola so und suchte nach neuen, Wegen der musealen Präsentation.

 

Mit der Kunst in einen lspannenden  Dialog treten, das ermöglicht die Raumsituation, in der die Objekte aufbewahrt werden. Sowohl von aussen als von innen können sie betrachtet werden, um ihrer kulturellen Herkunft auf die Spur zu kommen.

Mumienmaske eines Mannes, 50 n. Chr. Ägypten


Hockende Figur, Vulkan Gestein, Zentralmexiko


Die Ausstellung zeigt: Exponate: aus verschiedenen Jahrhunderten und Herkunftsländern, Masken und Figuren,

Gebrauchsgegen-stände (Teller, Schalen, Vasen und Flaschen).

 

 


Wassergottheit Chalchiuh



Das Folkwang-Museum bietet seit kurzem freien Eintritt für seine Sammlungen an.

 

Öffnungszeiten: Di Mi Sa So jeweils 10 – 18 Uhr

                                Do und Fr    jeweils 10 – 20 Uhr

 

17.7.2015/GBW

 



 






Der Sturm-Zentrum der Avantgarde

l
l

Von der Heydt Museum, Turmhof 8

13. März bis 10. Juni 2012


Eine hochkarätige Ausstellung präsentiert das von-der-Heydt Museum in Wuppertal. Vom 13. März bis 10. Juni 2012 heißt es dort „Der Sturm-Zentrum der Avantgarde“. Rund 200 Exponate aus den großen Museen der Welt hat das Museum zusammengetragen. Die Sturm Galerie war bis 1928 eine der bedeutendsten Galerien Deutschlands und das Zentrum der Avantgarde. Hier versammelten sich die Anhänger des Blauen Reiter, die Kubisten, Futuristen und die Konstruktivisten, die neuen Bewegungen der Kunst waren hier vertreten. „Der Sturm“ wurde darüberhinaus Diskussions- und Experimentierort für Neuorientierungen in der Dichtung, Musik und für das Theater. In der eigenen Kulturzeitung „der Sturm“ bekamen die Künstler die Gelegenheit ihre Ideen zu publizieren. Sie galt als wichtiges Organ des Expressionismus und erschien alle 14 Tage.

 

Herwarth Walden eröffnete im März 1912 die erste „Sturm Ausstellung“ in einer alten Villa in Berlin mit Werken von Oskar Kokoschka und dem Blauen Reiter. Schnell machte sich die Galerie einen Namen. Bis 1928 hatte Walden bereits über 100 Ausstellungen von hohem künstlerischen Wert ausgerichtet „Der Sturm“ war für Walden zu einem Markenzeichen geworden und ein  Forum für avantgardistische Kunst. Kompromisslos setze er sich für die Künstler ein und identifizierte sich mit deren Ideen. Die Hoffnung auf eine Kunstwende und eine geistige Erneuerung trieb ihn an, denn die akademische Erstarrung war ihm ein Dorn im Auge, der Expressionismus zur Weltanschauung geworden.  Kandinsky, Marc, Macke, Feininger, Chagall u.a. waren hier zu Hause.

 

Wuppertal und die Beziehungen zum Sturm

 

Walden war mit Else Lasker-Schüler verheiratet. Die Dichterin und Zeichnerin stammte aus Wuppertal-Elberfeld. Sie war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Den bürgerlichen Traditionen hatte sie den Rücken zugekehrt und suchte nach einem neuen Lebensmodell. Sie inspirierte Walden, trug viele seiner Ideen mit und prägte den Namen der Zeitung „der Sturm“. Viel übrig hatte sie für das "Leben der Boheme", war ständiger Gast im Café des Westens auf dem Kurfürstendamm in Berlin. Dort trafen sich Künstler und Literaten, um leidenschaftlich zu diskutieren.

 

Im Elberfelder Museum und in der privaten Sammlung von August von der Heydt waren schon um 1910 Werke von Expressionisten zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Wuppertal eine lebendige Kunstszene. Richart Reiche, der Leiter des Barmer Kunstvereins, setzte sich für die neue Kunstrichtung ein. Noch unter dem Namen: "Neue Künstlervereinigung München" stellten Kandinsky, Jawlensky, Macke, Marc und Münter, Werefin und Erbslöh aus. Später wurde "der Blaue Reiter" daraus.

 

Als einziges Museum in Europa präsentiert das von-der-Heydt Museum die Meisterwerke, die in der Sturm Galerie hingen in einer Gesamtschau. Ergänzt werden sie durch eigene Schätze des Museums.

Einen Besuch sollte man sich nicht entgehen lassen!

 

www.sturm-ausstellung.de

www.von-der-heydt-museum.de


Info: 0201-563-6231

 

Öffnungszeiten:

DI  + MI  11 - 18 Uhr

DO + FR  11 - 20 Uhr

SA  + SO 12 - 18 Uhr

 

 

Hans Scheib – Expressiver Meister der Kettensäge

Er gehört zu den bemerkenswertesten Bildhauern der Gegenwart, ist aber trotz seines beeindruckenden Œuvres, das neben Skulpturen aus Holz und Bronze auch zahllose Radierungen und Zeichnungen umfaßt, einem größeren Publikum nahezu unbekannt. Künstler zu werden, sei von klein auf sein Traum gewesen, sagt der 1949 in Potsdam geborene Hans Scheib, der schon früh eigene Wege geht und folglich immer wieder mit dem DDR-System in Konflikt gerät, was erst 1985 mit seiner Übersiedlung nach West-Berlin endet. Einer Schriftsetzer-Lehre, der wohl die bis heute anhaltende Liebe zur Druckgrafik zu verdanken ist, folgt von 1971 bis 1976 seine akademische Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Reichlich spät, da lebt er bereits als freiberuflicher Künstler in Berlin-Prenzlauer Berg, realisiert Scheib, daß der real existierende Sozialismus für seine Art plastischer Kunst kaum etwas übrig hat – und Bronze schon mal gar nicht. So macht er aus seiner Not eine Tugend, sammelt dicke Holzbalken von Abbruchhäusern und verwandelt sie in nur auf ersten Blick grobschlächtige Figuren. Zumeist weibliche Akte oder Portraitstudien, fast immer mit weitaufgerissenen, groß geschminkten Augen, die längst typisch für Hans Scheibs in kräftigen Farben gefaßte Arbeiten sind. Keine filigrane Schnitzkunst, sondern exakte Momentaufnahmen von faszinierender Expressivität, die der 62jährige Bildhauer mit sicherem Blick und einer virtuos geführten Kettensäge aus seinem hölzernen Material schneidet. Ein reizvoller Kontrast zu den feingeformten Bronzen, die meist jahrhundertealte Mythen aufgreifen, aber auch zu seinem grafischen Werk, vor allem den Kaltnadel-Radierungen, die überwiegend Selbstbildnisse und Porträts von Politikern und Dichtern aus Gegenwart und Vergangenheit sowie Tierdarstellungen zum Thema haben.

 

Vom 2. bis 17. April 2011 präsentiert das Maschinenhaus Essen mit Unterstützung der Allbau-Stiftung unter dem Titel „April Gesicht“ Skulpturen und Grafiken von Hans Scheib. Ergänzt wird die Ausstellung, die Dienstags bis Sonntags von 16 bis 20 Uhr geöffnet ist, von einem Rahmenprogramm, das – künstlerisch eigenständig – mit den gezeigten Arbeiten korrespondiert und so Genre-übergreifende Kunsterfahrungen ermöglicht. (üpm)

 

Bilder einer Metropole - Die Impressionisten in Paris

Die Kulturhauptstadt 2010 hat ein weiteres Highlight:

Das Museum Folkwang präsentiert vom 2.10.10 – 30.01.11

Bilder einer Metropole - Die Impressionisten in Paris

 

Paris in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: eine Hauptstadt wird zur ersten europäischen Metropole umgestaltet. Straßen, Plätze, Kanalisation und Energieversorgung – alles wird neu, größer, prächtiger, moderner. Künstler begleiten diesen Prozess mit wachsamem Blick. Wir sehen ca. 80 Gemälde aus dieser Zeit, zum Teil wurden sie noch nie in Deutschland ausgestellt. Als Besucher flanieren wir durch das Paris dieser Zeit in 13 Sälen, die Sujets zusammenfassen. Wir beginnen mit „Blicke auf Paris“, wir sehen „Monumente und Parks“, „Die Baustellen Napoleons III.“, „ Montmartre“, „Straßen und Boulevards“, wir gehen durch die damaligen „Vororte“, erleben „Die Pariser Kommune / Straßenszenen im Arbeiterviertel“, „Caféhäuser“ und „Schauspiele“ bis hin zum grandiosen „Paris leuchtet“ nach der Elektrifizierung. Alle großen Namen sind vertreten: Monet, Manet, Renoir, Signac, Caillebotte, Pissarro, van Gogh, Cézanne, Gauguin u.v.m. Sie zeigen nicht nur die Schönheiten der Stadt sondern auch die Auswirkungen des Veränderungsprozesses , die Menschen, die interessiert und gelassen durch die Straßen flanieren und die Verlierer, die mit trostlosem Blick dem Neuen wenig Beachtung schenken.

 

Eine kluge Vervollständigung erfährt die Ausstellung durch die Präsentation der besten Fotografien jener Zeit. Das neue Medium zeigt unbestechlich die Veränderungen durch gigantische Baumaßnahmen, besonders eindrucksvoll im Saal „Charles Marville und Paris“ oder in den „Baustellen“. Die in jener Zeit erfundene Stereoskopie ermöglicht erste dreidimensionale Eindrücke vom Leben in der Stadt – sehr beeindruckend!

 

Paris veränderte sich grundlegend und wird in der Zeit des Umbruchs – nicht zuletzt durch die regelmäßig stattfindenden Weltausstellungen - zur touristischen Attraktion Europas.

 

Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel : dieser Leitsatz des Museums Folkwang wird hier folgerichtig weiterentwickelt. Auf eine interessante Ergänzung sei bereits an dieser Stelle noch hingewiesen: vom 16. Oktober 2010 bis zum 30. Januar 2011 zeigt das Folkwang Museum zusätzlich die Ausstellung „Urbanität gestalten – Stadtbaukultur in Essen und im Ruhrgebiet 1900 – 2010“.

 

 

"DAS GROSSE SPIEL - Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus (1860 - 1940)"

Veranstaltungsort:
Ruhr Museum
Zollverein A 14
(Schacht XII, Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Straße 181

12. Februar - 13. Juni 2010

Öffnungszeiten: 10-19 Uhr

 

Das Ruhr Museum auf Zollverein zeigt nur einen Monat nach der Eröffnung die erste große Ausstellung „Das große Spiel" - Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus (1830-1940)." Die Idee zu der Ausstellung stammt von Frau Dr. Charlotte Trümpler, Leiterin der archäologischen Sammlung des Ruhr Museums. Die Kosten von 1.2 Millionen Euro wurden von Sponsoren aufgebracht.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Motive von Personen, die sich Ende des 19/Anfang des 20 Jahrhunderts unter großen Strapazen und unter Einsatz ihres Lebens auf Expeditionsreise begaben. Darunter sind bekannte Namen: Carl Humann, ein Essener, der den Pergamonaltar entdeckte, Lawrence von Arabien, Gertrude Bell, die Irakgründerin, Sven Hedin, der Asienforscher oder Graf Làslò Almàsy, der als Vorbild für den Film „Der englische Patient" bekannt wurde. Sie führten als erste Ausgrabungen im großen Stil durch und dokumentierten diese. Unterstützung für ihre ehrgeizigen Projekte fanden sie bei reichen Geldgebern, darunter waren Könige und Kaiser. Die Hilfe erfolgte nicht aus Uneigennützigkeit, imperiale Machtinteressen steckten dahinter. Das große Spiel um Geld, Macht und Prestige beherrschte zu diesem Zeitpunkt viele Nationen. England und Russland wetteiferten um territoriale Gebiete in Zentralasien. Aber auch andere europäische Staaten wollten teilhaben an dem großen Kuchen der lukrativsten Ausgrabungsplätze.

 

Die Ausstellung zeigt, wie sehr Politik und Archäologie miteinander verflochten waren und welche religiösen, politischen oder militärischen Motive ausschlaggebend waren für die Lebenswege der Entdecker. Errstaunlicherweise waren diese meistens keine Archäologen, sondern Ingenieure, Geologen, Architekten, Offiziere oder Priester. Ihre Expeditionen führten sie nach Nordafrika, den nahen Osten und Zentralasien

 

Archäologie ist heute ein extrem politisches Geschäft, betonte Prof. Gehrke, der Leiter des Archäolgischen Forschungsinstitut in Berlin, auf der Pressekonferenz vor der Ausstellungseröffnung. Er spielte damit auf die immer wieder aufflammenden Rückgabeforderungen archäologischer Fundstücke an. Sein Institut sei ein Forschungsinstitut, es arbeite in engster Kooperation mit 36 Ländern auf 4 Kontinenten. Absolut notwendig sei die Liebe zu dem Land, die Mitarbeiter müssen die Sprache können, die Kultur kennen und die kulturellen Codes beherrschen. Die Kollegen im Institut seien Experten für die einzelnen Länder. Archäologie sei nicht nur arbeiten an der Tradition, Archäologie gehöre zur nationalen Identität. Für eine gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ländern habe sein Institut die besten Voraussetzungen, die Exponate bleiben im Herkunftsland. Der interdisziplinäre Gedankenaustausch zwischen den Kollegen funktioniere bestens.

 

Die Ausstellung thematisiert  die Rückgabeforderungen, doch mehr noch fokussiert sie die rechtliche Seite, die sich mit der Ausgrabung archäologischer Stücke ergeben.

 

Die Biographien von 25 Personen, allesamt außergewöhnliche Personen, Entdecker und Pioniere, unterschiedlicher Nationen, stehen im Vordergrund der Präsentation. Bei der Dokumentation ihres Lebensweges wurden strenge wissenschaftliche Kriterien angewandt. Die Archäologie wird damit zur Wissenschaftsgeschichte.

 

In den Ausstellungräumen werden über 800 Objekte von insgesamt 65 Leihgebern, darunter große europäische Museen, wie der Louvre, die Bibliothèque Nationale de France, das British Museum oder das Pergamonmuseum gezeigt. Dank der guten Verbindungen von Frau Dr. Trümpler zu international bekannten Museen ist es gelungen, Objekte als Leihgaben zu bekommen, die noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Von dem Schweizerischen Institut für Bauforschung in Kairo bekam sie die komplette Grabungsausrüstung Ludwig Borchardts zur Verfügung gestellt. Eine Rarität ist auch der Expeditionsfilm von Graf Almàsy.

 

Die Gliederung der Ausstellung erfolgt in 12 Bereichen mit 32 Rauminszenierungen Die Bereiche haben den Charakter kleiner Theater mit eigenen Schauplätzen.

Präsentiert werden neben historischen Dokumenten, Karten und Filmen, darunter sind Dokumente, die die Orient Reise Kaiser Wilhelms II.1898 dokumentieren, Fotos, die einen der Bagdad Bahnhöfe zeigen und Luftaufnahmen von Libyen aus dem Jahr 1911/12, auch Fotoapparate, Aquarelle von französischer Generälen in Algerien um 1830, kostbare Seidenmalereien aus der Buddhistischen Zeit des 9. Jahrhunderts n.Chr., einzigartige Gefäße aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. und Objekte, die in Zusammenhang mit der Vermessung Palästinas stehen und auf den größten Fälscherskandal verweisen.

 

Der erste Schauplatz ist eine Bibliothek. Hier starten die Besuche den Rundgang durch die Ausstellungsräume, er endet bei der Büste Nofretetes, der Schönen aus Äggpten und dem Star der Ausstellung. Es handelt sich um eine Kopie, die Kaiser Wilhelm II. anfertigen ließ. Er nahm die Kopie der Nofretete mit ins Exil, in die Niederlande. Das Original ist im Pergamonmuseum zu sehen. (Ha-K)

Öffnungszeiten:

www.ruhrmuseum.de

 

Fotorealismus

Foto: Anja Schmidt
Foto: Anja Schmidt

Langenberg

Fotorealismus

 

In der Galerie Larose in Langenberg sprach der Künstler "Bernd Over" im Rahmen eines Vortrages über den Fotorealismus. Er erklärte den Zuhörern die Technik, die erst seit den späten 60ern bekannt wurde. Der Fotorealismus basiert auf einer extrem realistischen Malweise, wobei die POP-Art (USA) für diesen Stil richtungsweisend war.

Bernd Over hat ein Kunststudium absolviert, ist Auftragsmaler und gelernter Plakatmaler. Mitgebracht hatte er sein Erstlingswerk "Jacqueline Kennedy", welches die anwesenden Gäste, unter ihnen waren viele Hobbymaler, begutachten durften.

www.galerielarose.de