Essen

Villa Hügel

Josef Albers, Interaction

16. Juni bis 7. Oktober 2018

Die Villa Hügel ist nicht nur als ehemaliger Wohnsitz der Industriellenfamilie Krupp ein Publikumsmagnet, sondern auch wegen ihrer hochkarätigen Ausstellungen.

 

Nun zeigt sie in Kooperation mit dem Josef Albers Museum Quardrat Bottrop und der Kulturstiftung Ruhr die Retrospektive Josef Albers Interaction. Die erste große Albers Ausstellung seit 30 Jahren präsentiert das Lebenswerk des Künstlers in 12 Kapiteln. Wie kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts erforschte er die Farbe und suchte nach ihrem immer wieder verändertem Gesicht. Er wollte Farbe "denken".

 

Zu sehen sind rund 170 Werke – der Hauptteil sind Leihgaben aus bedeutenden amerikanischen Sammlungen und aus dem Josef Albers Museum Bottrop.

 

Die aussergewöhnliche Ausstellung ermöglicht das Gesamtwerk des Künstlers mit all seinen Bezügen kennenzulernen und zeigt Albers  als Lehrer, Kunsttheoretiker und Impulsgeber. Das besondere Anliegen der Kuratoren ist es, das  Zusammenspiel seiner Werke von der Malerei, hin zu Druckgrafik, zu Möbeln, Glasarbeiten und Fotografie verdeutlichen zu wollen.

 

Albers berühmte Serie "Homage to the Square" hat Kunstgeschichte geschrieben. Er staffelte Quardrat in Quardrate und experimentierte mit Form, Fläche und Farbe um die Wirkung zu untersuchen. Die vertraute Form des Quardrats drängt sich nicht in de Vordergrund und überläßt der Farbe die Bühne.

 

Die Werkschau zeigt seine frühen Glasarbeiten, die für die Loslösung von der gegenständlichen Bildwelt stehen  - als bettelarmer Student sammelte er auf Müllhalden Flaschen, zerschlug sie und fertigte Blder daraus.

 

Mit dem legendären Satz: "I want to open eyes", thematisiert die Ausstellung Albers Emigration nach Amerika und seine Berufung an das Black Mountain College in North Carolina 1933 wo er als bedeutender Lehrer neue Ausbildungs- Konzepte  entwickelte. Freiheit und Demokratie als Pfeiler der Persönlichkeitsbildung hielt er

für entscheident. Bloßes Nachahmen seiner Kunst lehnte er rigoros ab, vielmehr er munterte er seine Studenten ihren eigenen künstlerischen Stil zu finden.

 

 

Kuratoren:

Dr. Heinz Liesbrock

Dr. Ulrike Growe

 

Öffnungszeiten

DI-SO 10-18 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 5,00 €uro inkl. Historische Ausstellung

Ermäßigt 2,50

 

 

Die Kunstsammlung Nordrhein Westfalen in Düsseldorf eröffnete im K20 die Retrospektive Anni Albers.. 

Das Werk der vielseitigen Bauhaus Künstlerin ist noch bis zum 9.09.2018 zu sehen.

 

 

 

 

 

 

Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal, Turmhof 8

24. Oktober 2017 – 25. Februar 2018

 

Das Von-der-Heydt-Museum bleibt den großen Namen verbunden. Nach den großartigen Ausstellungen zu Auguste Renoir in 2007, zu Monet in 2009, zu Rubens in 2012, zu Pissarro in 2014 dürfen wir uns nunmehr auf eine weitere grandiose Werkschau zu Edouard Manet freuen. Die Vorbereitung der Ausstellung nahm mehrere Jahre in Anspruch, sind doch Manets Werke (ca. 450 sind bekannt) auf der ganzen Welt in Museen zu finden. Es können nun ca. 45 Gemälde gezeigt werden, u. a. Leihgaben aus Tokio, New York, Chicago, Sao Paulo, Oslo, Budapest, Stockholm, Melbourne; Zeichnungen, Aquarelle, Fotos und Schlüsselwerke der Freunde Manets ergänzen das Konzept. Noch bevor die Ausstellung am 24. Oktober 2017 eröffnet sind die ersten 1000 Gruppen-Führungen gebucht. Es gibt aber gute Chancen auf einen Wunschtermin, wie Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh versicherte.

 

Edouard Manet gilt als Dreh- und Angelpunkt der europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung will ihn als Künstler zeigen, der als Bürger und überzeugter Demokrat seine Sicht auf die Gesellschaft seiner Zeit darstellte. Damit ist er nicht immer wohlgelitten. Elfmal werden seine Werke vom „Salon“ – der führenden Kunstausstellung seiner Zeit – abgewiesen, allerdings auch 14-mal ausgestellt und heftig diskutiert. Eine Grundvorstellung für die Ausstellung in Wuppertal ist die Darstellung des Menschen Manet in seinem Verhältnis zu Politik, allgemeiner Weltanschauung und Gesellschaft. Entsprechend den räumlichen Möglichkeiten ist die Ausstellung in 11 Kapitel gegliedert. Sie befassen sich mit Manets Anfängen und den Einflüssen der Schule von Barbizon, seinen Skandalen, der Beeinflussung der Malerei durch die Fotografie, seinen Seestücken, der Spanienmode, seiner Einstellung zu politischen Ereignissen (hier interessant eines der kleinsten Ausstellungsstücke: ein Briefkopf mit französischer Flagge und dem Text „Vive la republique – Ed. Manet“), zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und zum Commune-Aufstand sowie seiner Sicht auf die französische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, in der die psychologische Spannung zwischen den Protagonisten von besonderem Interesse ist. In seinen letzten Werken, aufgrund seiner Krankheit beschränkt auf kleinere Formate, erscheint noch einmal sein ganzes malerisches Können: wunderbar sind seine Sichten auf das Haus in Rueil in der Nähe von Versailles, das er als Erholungsort gemietet hatte, und seine Blumenstillleben, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden.

 

Die Ausstellung ist gut dokumentiert. Trotzdem empfehlen wir den wie immer ausgezeichneten Katalog zur Ausstellung zum Preis von € 25,00 sowie die DVD zum Preis von € 15,00.

 

Eintrittskarten gibt es an der Tageskasse oder online unter www.manet-ausstellung.de. Hier erhält man auch die nötigen Information z

Henri Rousseau (1844-1910) Le lion, ayant faim, se jette sur l'antilope, 1898/1905 Der hungrige Löwe wirft sich auf die Antilope Öl auf Leinwand, 201 x 301,5 cm / Oil on Canvas © Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler  Foto: Robert Bayer, Basel
Henri Rousseau (1844-1910) Le lion, ayant faim, se jette sur l'antilope, 1898/1905 Der hungrige Löwe wirft sich auf die Antilope Öl auf Leinwand, 201 x 301,5 cm / Oil on Canvas © Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler Foto: Robert Bayer, Basel

Das Museum Folkwang zeigt vom 2. Oktober 2015 bis 10. Januar 2016 die Ausstellung „Der Schatten der Avantgarde. Rousseau und die vergessenen Meister“.

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Präsentiert werden Werke von 13 Autodidakten. Eine Künstlerin, die im Mittelpunkt steht, ist: Séraphine Louis (1864-1942). Obwohl sie nie eine künstlerische Ausbildung genossen hatte, malte sie doch  mit größter Präzision. Ihre großformatigen Blumenbildern zeigen ihr großes Talent. Ebenso gehören die griechischen Historienbilder von Andre Bauchant, die biblischen Szenen von Adalbert Trillhaase und die Seestücke von Alfred Wallis zu den vergessenen Meistern, die in der hochkarätigen Ausstellung zu sehen sind.

 

Gezeigt werden rund  200 Exponate, darunter sind Künstler, die als „Naive“ oder "Outsider-Künstler“ bezeichnet werden. In der Kunstgeschichte isolierte man ihre Werken  (Gemälde, Fotografie, Skulpturen), räumte ihnen nicht den notwendigen Stellenwert ein. Nicht nur die akademische Ausbildung fehle, so lautete die Begründung, auch eine künstlerische Weiterentwicklung sei nicht erkennbar. Gleichwohl sind ihre  Werke in der Ästhetisierung von großer künstlerischer Bedeutung und stehen den Werken berühmter Künstler der Moderne in nichts nach. Aus heutiger Rezeption erscheinen die naiven Künstler, wie der Schatten der Avantgarde, denn sie agierten im Verborgenen und galten als Sonderlinge, Aussteiger und Autodidakten. Schatten auch deshalb weil sie zwar immer anwesend waren, doch ihr Gesicht nicht offenbarten. Einzig Henri Rousseau, der ebenfalls als naiver Künstler bezeichnet wird, hat in der Kunst der Moderne einen festen Platz. In der Ausstellung ist er mit acht Dschungel-Bildern und Porträts vertreten.

 

Die Ausstellung ist einzigartig, da sie die Arbeitsweise und das Selbstverständnis der Autodidakten verdeutlicht und ein neuer Blick auf ihre Werke ermöglicht wird. Die Exponate werden in Werkgruppen mit Schlüsselwerken der Moderne von Honoré Daumier über Paul Gauguin und Pablo Picasso bis Blinky Palermo und Mike Kelley präsentiert und ihnen gleichgestellt. Das Ausstellungskonzept ist für Besucher besonders interessant, denn es zeigt eine architektonische Besonderheit, da jeder Werkgruppe ein eigener Raum zugeordnet wird


Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags 10 bis 18 Uhr

Donnerstag und Freitag 10 - 20 Uhr

Montag geschlossen

Eintritt: Standard: 8 €uro

www.museum-folkwang.de


August Macke - Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies

Eine Ausstellung in Kooperaton mit der Stiftung Ziegler

2. Februar - 27. April 2014

 

"Türkisches Cafe" 1914
"Türkisches Cafe" 1914

 

 

 

Zum 100. Todesjahr August Mackes präsentiert das Kunstmuseum 60 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen des rheinischen Expressionisten.

Es ist die erste Macke Ausstellung in Mülheim an der Ruhr. Zur Eröffnung wird Till Macke, der Enkel August Mackes, erwartet.

 

 Nur zehn Jahre blieben August Macke für sein künstlerisches Schaffen. Mit nur 27 Jahren riss ihn ein grausames Schicksal aus seinem jungen Leben. Er fiel als Soldat gleich zu Beginn des 1. Weltkrieges.
 
Macke Ausstellungen sind immer von Erfolg gekrönt. Der Künstler hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Zum 100. Todestag widmet ihm das Kunstmuseum Mülheim eine Ausstellung. Vom 2. Februar bis zum 27. April werden 60 Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle des expressionistischen Malers und seiner Weggefährten präsentiert. 15 Bilder stammen aus der Sammlung Ziegler, die übrigen Werke sind Leihgaben anderer Museen, darunter das Kunstmuseum Bonn (Seiltänzer), das Städelmuseum Frankfurt (Walterchens Spielsachen), die Kunsthalle Emden und die Kulturstiftung NRW.
 
Mackes Leben war geprägt von einer unglaublichen Schaffensfülle, Neugierde auf fremde Kulturen und Sehnsucht nach Harmonie. Die Einheit des Individuums mit der Natur sah er als zentral für ein geglücktes Leben an. Selbstbewusst ging der Künstler schon früh eigene Wege, verließ vorzeitig das Bonner Gymnasium, brach das Kunststudium in Düsseldorf ab und beendete den Unterricht bei Lovis Corinth in Berlin. Er intensivierte die Kontakte zu anderen Künstlern, suchte die künstlerische Auseinandersetzung, ließ sich inspirieren. Auf seinen Reisen durch halb Europa und Nordafrika studierte er sowohl die alten Meister als auch die neuen Stilrichtungen:  Kubismus, Futurismus und Orphismus.
 
Ab 1911 gehörte er der Künstlervereinigung der "Blaue Reiter“ an, beteiligte sich an Ausstellungen in Moskau, Jena und Köln und organisierte mit Franz Marc den ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin. Die rheinischen Expressionisten erhielten durch ihn wertvolle Impulse.
 
Die Ausstellung im Mülheimer Kunstmuseum ist in fünf Themenbereiche gegliedert. Sie gibt einen Überblick über das schöpferische Werk des Künstlers, zeigt den Prozess der Bildfindung und gewährt Einblicke in seine private Welt. Schon früh porträtierte Macke seine Frau Elisabeth in häuslicher Idylle. Er stellte sie als kontemplative Schönheit, als Venus oder Madonna mit Kind da. Die Motivgruppe "Geborgen im Vertrauten" nimmt mit Gemälden wie "Stuhl am Fenster (1910), Mutter mit Kind (1910) oder stickende Frau im Sessel (1909) darauf Bezug.
Neben den Interieurs sind in Mülheim Stillleben, Park- und Straßenszenen sowie Landschaften zu sehen.
Charakteristisch für Mackes Malstil sind die bestechenden Farben und die Lichtdurchflutenden Sujets. In der Themengruppe "Sehen und gesehen werden" setzt er sich künstlerisch mit Spaziergängern auseinander. Brilliante Töne und Leuchtkraft zeichnen die Figuren aus (Spaziergänger im Park, 1914). Rein zufällig scheinen sie zum flanieren in Parks- und Straßen aufeinander zu treffen. Doch anhand von Farbflächen und der Ästhetik des Augenblicks stellt Macke eine Verbindung zwischen ihnen her (Begegnung, 1912).

 

Die Werkgruppe "In der Ferne"beschäftigt sich mit der Faszination des Orients. Hier fallen besonders die zauberhaften Tunisbilder auf (Türkisches Cafe 1914) und das Gemälde: Frau, eine Blumenschale tragend von 1910. (HA-K)

 

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
in der Alten Post
Synagogenplatz 1
45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon +49 (0) 208 455 4171
Telefax +49 (0) 208 455 4134

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 Uhr bis 18 Uhr

 

Abraham und Melchisedek um 1615-18, Museè des Beaux-Arts, Caen, France/ Giraudon/The Bridgeman Art Library
Abraham und Melchisedek um 1615-18, Museè des Beaux-Arts, Caen, France/ Giraudon/The Bridgeman Art Library

Von der Heydt Museum – Wuppertal

16. 10. 2012 – 28.02.2013

Peter Paul Rubens

Leben und Werk eines frühen Europäers

 

Dr. Gerhard Finckh, leitender Direktor des Wuppertaler Hauses und Kurator der Ausstellung, hat Weitblick für interessante Themenstellungen bewiesen: kurz vor der Eröffnung der Ausstellung über Peter Paul Rubens erhält die EU den Friedensnobelpreis. Sein Konzept der Ausstellung über Peter Paul Rubens will nicht nur über den weltberühmten Maler informieren, sondern hebt auch ab auf die unermüdliche politische und diplomatische Tätigkeit, die Rubens an die großen europäischen Königshöfe führte, wo er beharrlich für Friedensverhandlungen eintrat und damit als einer der ersten überzeugten Europäer gesehen werden darf.

 

Rubens wurde 1577 in Siegen geboren, verbrachte die Kinderjahre in Köln und übersiedelte nach dem Tod des Vaters 1589 mit der Familie zu deren Stammsitz nach Antwerpen. Dies ist verbunden mit der Konvertierung zur katholischen Religion. Er erhielt eine gute Ausbildung und wurde bereits mit 22 Jahren Freimeister in der St. Lukasgilde, der Antwerpener Malerzunft. Er konnte seine Studien in Malerei und Philosophie in Italien vervollständigen. Dort hat er aber auch schon erste renommierte Aufträge ausgeführt. Nach seiner Rückkehr 1608 wird er u.a. Hofmaler der habsburgischen Statthalter und heiratet 1609 die Tochter eines angesehenen Juristen. Die zunehmende Zahl von Großaufträgen ließ ihn zum Unternehmer werden, der ein stattliches Haus an angesehener Adresse in Antwerpen unterhalten konnte, wo auch ca. 100 Mitarbeiter mit Vorarbeiten beschäftigt waren. Ab 1622 nimmt er seine diplomatische Tätigkeit auf, die ihn an die wichtigen Höfe Europas führt – dies auch in Verquickung mit seinen künstlerischen Ambitionen. Sein großes Ziel war aber die Beendigung des 30-jährigen Krieges. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1626 heiratet er 1630 erneut die erst 16-jährige Schönheit Hélène Fourment, mit der er weitere Kinder hatte. Die Familie lebt zeitweise unweit von Mechelen auf seinem Landgut. Schwere Gichtanfälle begleiten seine letzten Jahre. Er stirbt hoch angesehen in Antwerpen im Jahre 1640. Sein gesamtes Leben war geprägt von Fragen nach dem Sinn von Krieg und der Sehnsucht nach Frieden und den großen Glaubensauseinandersetzungen jener Zeit. Seine philosophische Ausbildung begleitet sein künstlerisches Talent und lässt ihn zu unvergleichlichem Ausdruck finden.

 

Die Wuppertaler Ausstellung orientiert sich an seiner Biographie in acht Kapiteln, die die komplexe Verbindung zwischen den künstlerischen und politischen Themen explizit aufzeigt und für uns Heutige erfahrbar macht. Eingangs der Ausstellung im Kapitel 1 – Das Haus des Diplomaten - lesen wir seine Biographie und haben einen Eindruck über sein Umfeld in Antwerpen, in dem er sogar königlichen Besuch standesgemäß empfangen konnte. Seine Handschrift und Selbstporträt ergänzen sinnvoll den ersten Eindruck. Im Kapital 2 – Rubens‘ Aufenthalt in Italien – wird erinnert an seine intensive Beschäftigung mit italienischen Malern der Renaissance, erste großformatige Auftragsarbeiten und erste politische Kontakte mit Vertretern des spanischen Hofes und der Genueser Aristokratie. Kapitel 3 – Rubens im Dienst des Brüsseler Hofes – behandelt seine Zeit als Hofmaler der spanisch-habsburgischen Erzherzöge Albrecht und Isabella, für die er zahlreiche religiöse und historische Werke schuf. Kapitel 4 – Rubens und die Kirche – beschäftigt sich mit seinen gefühlvollen Darstellungen religiöser Szenen. Er erhielt Aufträge für große Altargemälde aus ganz Europa. Sein wichtigster Auftrag waren jedoch 39 Bilder für die Seitenschiffe der Antwerpener Jesuitenkirche. Die Gemälde sind wegen eines Brandes zwar nicht erhalten, aber die vorbereitenden Ölskizzen, von den drei in der Ausstellung vertreten sind, können zusammen mit der Deckenkonzeption studiert werden. Die weiteren Kapitel 5 – Adel und Bürgerschaft als Auftraggeber – sowie Kapitel 6 – Zwei Gemäldezyklen für den französischen Hof - Kapitel 7 – Rubens‘ Friedensmission in London – und Kapitel 8 – Rubens‘ Aufträge für den spanischen König Philipp IV. widerspiegeln seine Tätigkeit in den weiteren Schaffensjahren, die immer wieder auch die Fürstentugend der Friedensbereitschaft zum Inhalt hat, so auch in dem in der Ausstellung gezeigten Bilderpaar „Mucius Scaevola vor Posenna“ (1626-28) und „Versöhnung von Jakob und Esau“. Er illustrierte die Herrschertugend sowohl als römische wie auch als alttestamentarische Episode.

Die weiteren absoluten Highlights der Ausstellung sind „Abraham und Melchisedek“ , entstanden 1617/18, „Dianas Heimkehr von der Jagd“, um 1616, die „Wildschweinjagd“, um 1615/16, „Christus am Kreuz“, um 1610/12 sowie wunderbare Porträts, Zeichnungen und Graphiken.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen. Leihgeber sind zahlreiche renommierte europäische Museen. Als Sponsor der Ausstellung wird die gemeinnützige Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Wuppertal, genannt.

 

Seit 30.9.12 zeigt das Haus die weitere Ausstellung „Alte Meister von Dürer bis Goya“. Hier stehen nicht so sehr die monumentalen Stücke im Vordergrund, sondern viele kleinere Kunstwerke, u.a. auch von Frans Snyders und Anthonis van Dyck, die in Rubens‘ Werkstatt gearbeitet haben.

 

Für beide Ausstellungen sind schöne Kataloge erschienen (€ 25,-- bzw. € 20,--). Eine DVD kostet € 15. Es darf – wie immer – mit einem erheblichen Besucherandrang gerechnet werden, so dass sich unter www.von-der-heydt-museum eine Vorbuchung von Führungen empfiehlt. Auch die Bahn beteiligt sich mit dem Angebot eines Kultur-Ticket-Spezial: Zum Preis von € 39,-- kann man im Umkreis von 300 km hin- und zurückfahren. Kinder bis 14 Jahre dürfen kostenlos mitfahren. Infos unter www.bahn.de/kultur.

Information auch unter www.rubens-ausstellung.de / Tel.0202-563-6231.

 

14.10.12/GBW

 

 

 

ESSEN

Ruhr-Museum

200 Jahre Krupp. Ein Mythos wird besichtigt

31. März bis 4. November 2012

Wilhelm II. und Gustav von Bohlen  und Halbach beim Besuch der Margarethenhöhe 1912 (Historisches Archiv Krupp)
Wilhelm II. und Gustav von Bohlen und Halbach beim Besuch der Margarethenhöhe 1912 (Historisches Archiv Krupp)

Krupp und Essen- das sind Begriffe, die in den Köpfen vieler Menschen untrennbar miteinander verbunden sind. Wie kein anderer Konzern ist Krupp mit der Stadtgeschichte Essens und mit dem Ruhrgebiet eng verwurzelt. Krupp hat Industrie-Geschichte geschrieben- national wie international. Aus Anlass des 200 jährigen Geburtstags von Friedrich Krupp und des 200 jährigen Jubiläums der Errichtung der Gußstahlfabrik präsentiert das Ruhr Museum auf Zeche Zollvein in Essen die Ausstellung " 200 Jahre Krupp - Ein Mythos wird besichtigt"

"Essen Ruhr" 1917 LWL Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Dortmund
"Essen Ruhr" 1917 LWL Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Dortmund

Die Ausstellung spannt den Bogen von der Gründung der Firma bis hin zum sagenhaften Aufstieg als mächtigste Stahlmagnaten.

Mehr als 1500 Exponate präsentiert das Ruhr Museum. Die Hälfte der Leihgaben hat das Historische Archiv Krupp zur Verfügung gestellt. Darunter sind viele Porträts, Einrichtungsgegenstände und persönliche Gegenstände der Mitglieder der Familie Krupp. Auch wichtige Urkunden und Verträge, Kanonen und Geschosse, wie z. B. die berühmte "dicke Bertha" sind darunter. Außerdem zeigt die Ausstellung zahlreiche Fotografien, die bisher noch nie zu sehen

 

Ruhr Museum

Zollverein A 14

Schacht XII, Kohlenwäsche

Gelsenkirchener Str. 181

www.ruhrmuseum.de

 

Eintritt: 6 Euro/ ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: 2 Euro

Öffnungszeiten:

Sommer: MO - SO 10 - 20 Uhr

Winter:    MO - SO 10 - 18 Uhr

Krupp - Fotografien aus zwei Jahrhunderten

Villa Hügel, Essen

 

Es war eine Weltsensation, als Louis Jacques Mandé Daguerre am 19. August 1839 der Pariser Akademie der Wissenschaften seine Erfindung, dauerhaft auf einer spiegelblank polierten Metallplatte fixierte Fotos, präsentierte. Alfred Krupp, der als Vertreter seiner eigenen Produkte in der Zeit von Juni bis September 1839 in Frankreich weilte, hat hierüber zunächst nichts berichtet. Er erkannte jedoch schnell den betrieblichen Nutzen des neuen Mediums - die Industriefotografie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten zur Werbung und Dokumentation erlebte bei Krupp ihre Geburtsstunde.

Die Industriellenfamilie selbst wurde bereits ab 1846 kontinuierlich im Bild festgehalten - die „Schatzkammer“ der Ausstellung mit sorgfältig restaurierten Daguerreotypien zeigt ein Duzend solcher photografischer Raritäten.

 

Die Rolle der großbürgerlichen Familie wurde über vier Generationen, zum Teil von den renommiertesten Fotografen ihrer Zeit im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext dargestellt.

 

 

Beeindruckende Bildstrecken zeigen den letzten Alleininhaber, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach in seinem privaten und unternehmerischen Umfeld. Die Fotos mit der royalen und politischen Prominenz, die in der Villa Hügel zahlreich empfangen wurde, dienten nicht der Dokumentation eines Ereignisses, sondern waren im hohen Maße der Repräsentation der Firma geschuldet. Detailliert inszeniert wurde auch das Kruppsche Innenleben. Selbst die Begegnung Alfrieds mit Lehrlingen wurde vom Fotografen sorgfältig erarbeitet.

 

Berührend, ja verstörend, fast diabolisch wirkend, das Portrait des Amerikaners Arnold Newman von Alfried in der Lokomotivenwerkstatt aus dem Jahre 1963. Im Gegensatz hierzu die Studioaufnahme von Yousuf Karsh, ein Jahr später entstanden, der Industrielle im Halbschatten, das Gesicht Krupps spiegelt strenge Autorität und gleichzeitig Sensibilität wider. Meisterwerke der Fotokunst!

 

Über zwei Millionen Bilder umfasst das Historische-Archiv-Krupp, dem Publikum wird eine Auswahl von 400 Fotos, Bildbänden und sonstigen Objekten gezeigt.

 

Einen Schwerpunkt der Schau bilden die von Hugo van Werden gefertigten Großpanoramen des Ruhrtals und das elfteilige, fast acht Meter lange Panorama der Gussstahlfabrik aus dem Jahre 1867. Die mehrere Zentner wiegende Fotoausrüstung musste auf dem Turm der Kanonenfabrik erschütterungsfrei installiert werden. Rund 250 Arbeiter wurden an ihrem arbeitsfreien Sonntag auf dem Werksgelände positioniert. Die detaillierten Regieanweisungen stammten von Firmeninhaber selbst. Der äußerst kritische Alfred Krupp war von dem Ergebnis beeindruckt: „Die Bilder [...] sind wunderschön.“


Im späten 19. Jahrhundert waren die Produktionsvorgänge schon sehr komplex, im direkten Vergleich zu den gigantischen Fertigungsanlagen wirkten die Menschen klein und schutzlos. Teils mit bloßem Oberkörper und hoch konzentriert auf ihre schwere Arbeit wurden die Kruppianer von den Werksfotografen abgelichtet. Die Aufnahmen entstanden nicht spontan, dies wäre unter den eingeschränkten technischen Möglichkeiten auch nicht realisierbar gewesen, sondern wurden nach präzisen Anweisungen erstellt - jede Pose, jeder Handgriff und wurde zum fotografischen Gestaltungelement

 

Der 2. Weltkrieg war nicht nur durch die weitgehende Zerstörung der Werksanlagen und die Inhaftierung Alfried Krupps eine Zäsur in der Firmengeschichte; der Konzern wurde neu strukturiert und auch fotografische Ästhetik passte sich der neuen großindustriellen Fertigungsdynamik an. Der riesige, 28, 8 Tonnen schwere Dampfturbinenläufer hängt, von nur einem Arbeiter dirigiert, schwerelos wirkend an einem Hebezeug im Vordergrund der riesigen Werkshalle:


Die äußerst vermögende Familie Krupp war reisefreudig und dem Unbekannten gegenüber aufgeschlossen. Prachtvolle, großformatige in Leder gebundene Alben aus dem 19. Jahrhundert zeugen von der Kunstfertigkeit der damaligen Reisefotografen.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach war selbst ein begeisterter Amateurfotograf, rund 30.000 Bilder sollen auf seinen Weltreisen entstanden sein. Eine kleine Auswahl bildet den Schluss der sehenswerten Ausstellung.

 

Rainer Schwirtzek

 

Infos:

 

Öffnungszeiten: bis 11. Dezember 2011, Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr.

Eintrittspreis (Villa Hügel incl. Park und die Fotoausstellung) 3. - €.

Alle weiteren Informationen über www.villahuegel.de

 

 

VELBERT-LANGENBERG

Werke von Hajnalka Peterfy in der Galerie 23

"Abgestellt"                                           "Altlasten"

"Ohne Titel"
"Ohne Titel"
"Imvisieur"
"Imvisieur"

Vor den Toren Essens, aber auch gut zu erreichen aus Hattingen oder Wuppertal, liegt das besuchenswerte historische Örtchen Velbert-Langenberg, das sich in den letzten Jahren durch die Ansiedlung etlicher Antiquariate einen Namen als Bücherstadt zu machen suchte. Es hat eine interessante kulturelle Ergänzung erfahren: im Mai 2011 eröffnete in der Frohnstraße 3 die Galerie#23 und zeigt bis zum 24.7.11 eine Ausstellung der in Ratingen ansässigen Künstlerin Hajnalka Peterfy. Auf 130 qm Ausstellungsfläche, angesiedelt in einem alten Backsteinbau, präsentiert Galeristin Doris Stevermüer einen Ausschnitt aus Peterfys Werk, das sich hier zwei großen Themen widmet:

Dem zeitkritischen Aspekt der Wegwerf-Gesellschaft sind die meisten der ausgestellten Stücke zuzuordnen. In großformatigen Bildern in Öl auf Leinwand begegnen wir allem, was achtlos als Müllberg vor sich hin rostet: „Ein letzter Blick“ (…auf einen Trabi neben weiterem Müll), „Nichts mehr wie es war“, „Altlasten“ bis hin zum süffisanten Titel „Angela“, der die Unsinnigkeit der Abwrackprämie durch einen riesigen Müllberg thematisiert. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln werden alte Fahrräder in verfallender Umgebung und sonstiger Müll in fotorealistischem Stil in Szene gesetzt und laden zur Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und unserem Umgang mit wertvollen Ressourcen ein.

Das Thema der Vergänglichkeit wird auf ganz andere Weise auch in der „Kriegsserie“ bearbeitet: „Die Idee vom Garten Eden“, worin die Menschen als Schatten ihrer selbst umherirren, „Verlorene Söhne“, die am Boden liegend von gebeugten Müttern betrauert werden, u.a. werden teilweise in traurigen Farben inszeniert mit silhouettenartig sich überlappenden Menschenfiguren, teilweise in kräftigen Farben, wobei symbolhaft rhythmisch sich wiederholende schussbereite Hände vom Betrachter entdeckt werden sollen („im Visier“ oder „Helden“). Der Begriff Camouflage als Tarnung kann sich hier aufdrängen.

Eine Auswahl an Holzskulpturen aus unterschiedlichen Holzarten thematisieren den Menschen und die Ursprünge menschlichen Lebens und sind eine schöne Ergänzung der Ausstellung.

 

 

"ANGELA"
"ANGELA"

Hajnalka Peterfy ist 1959 in Innsbruck geboren, hat bis 1992 in Düsseldorf studiert und sich seitdem durch Ausstellungen, hauptsächlich im Großraum Düsseldorf/Köln, aber auch in Osnabrück und Hamburg einen Namen gemacht. Von ihr erschien außerdem ein Lyrik-Band „Trianon“ (in 2. Auflage 2010 im Verlag Books on Demand, der sich ebenfalls ihrem Themenkreis Gesellschaft, Wirklichkeit, Kunst, Liebe, 

 

www.galerie-23.de

www.peterfy.de

 

4.7.11/GBW

ZETTELS TRAUM

Die Zeichnungssammlung Bernd und Verena Klüser

von der Heydt-Museum

vom 15.03. - 19.06. 2011

 

Handzeichnungen haben in der Kunstgeschichte eine ganz besondere Bedeutung. Es sind Kostbarkeiten, in denen sich der Künstler mit seiner Persönlichkeit, seinem Charakter, seinen Zielen präsentiert. Sie dienen aber auch als Instrument um ein künstlerisches Werk in seiner Entstehung nachvollziehen zu können.

Anhand von Studien, Entwürfen und Skizzen werden die Motive des Künstlers transparent; nicht umsonst ist das Werk eines Künstlers mittels seiner individuellen Handschrift identifizierbar. Besonders Kunstliebhaber- und Kunstkenner machen sich diese Tatsache zu eigen.

 

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Zeichnung zu einem immer stärker beachteten eigenständigen Medium. Öffentliche und private Sammlungen verfügen über eine große Anzahl wertvoller Blätter, die auf reges Interesse des Publikums stoßen.

 

Die Zeichnungssammlung Bernd und Verena Klüser vereint über 200 Werke aus fünf Jahrhunderten, darunter sind Blätter von Cezanne, v. Dyck, Tiepolo, Delacroix, Matisse, Kirchner und Picabia. Der Schwerpunkt der Zeichnungen liegt im 20. Jahrhundert. In einigen Räumen sind nur einzelne Künstler vertreten: (Giacometti, Beuyss, Warhol, etc.) oder auch Werkgruppen zusammengefasst.

 

Der Titel der Ausstellung "Zettels Traum" ist  Arno Schmidts Werk gleichnamigen Werk entliehen. Die Zeichnungen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil eines Ganzen, eines Kosmos, indem Fantasie und Erstaunen ganz selbstverständlich nebeneinander existieren, ebenso wie in Zettels Traum, der Shakespeare Komödie " Ein Sommernachtstraum". (HA-K)

(Vgl. auch Text: von der Heydt Museum)

 

Die Ausstellung kann nur 14 Wochen in abgedunkelten Räumen gezeigt werden, da die Objekte äußerst lichtempfindlich sind.

Info/Buchen: 0202/563-6397

MO-DO 9-12 Uhr

Internet: www. zettels-traum-ausstellung.de

 

 

 

Essen

Ruhr Museum: Bilanz und Ausblick

 

Ruhr Museum - Musste hingehen!

von Nina Jung

 

Essen. Um die Stimmung im Ruhr Museum zu erspüren, stellt sich sein Direktor Prof. Dr. Ulrich Borsdorf gerne mal an den Kopf der Rolltreppe zur ehemaligen Kohlewäsche auf Zeche Zollverein und begrüßt seine Besucher. Gerührt berichtet er von einem Besucher, der ihm bei solch einer Gelegenheit anvertraute: „Ich will Ihnen mal eins sagen: Wir sind stolz auf das Museum!“.

 

Stolz sind auch die Zahlen, die Direktor Borsdorf nach einem Jahr Ruhr Museum und 363 Öffnungstagen präsentieren kann. Am 10.1.2010 wurde das Ruhr Museum zusammen mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010 auf dem Gelände des Welterbes Zollverein eröffnet. Eine halbe Millionen Menschen besuchten das Museum seitdem - und damit weit mehr als die 150.000, mit denen das Museum ursprünglich gerechnet hatte.

 

Im Fokus der Dauerausstellung: Das Ruhrgebiet

 

Der mit Abstand größte Publikumsmagnet war 2010 die Dauerausstellung zur Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets, die auch über das Kulturhauptstadtjahr hinaus fester Bestandteil des Ruhr Museums bleiben wird. 420.000 Besucher informierten sich in der Ausstellung über die Entwicklung der Region von der Entstehung der Kohle vor über 300 Millionen Jahren, über die Römer, das Mittelalter und die Industriegeschichte bis zum heutigen Strukturwandel.

 

Besonders beliebt sind nach wie vor die „Zeitzeichen“ auf der ersten Besucherebene, die anhand persönlicher Erinnerungsstücke von Menschen aus dem Ruhrgebiet die Geschichte dieser Region anschaulich dokumentieren. Vom Suppenteller, der angesichts des durch Bergbau abgesenkten Hauses nur halb gefüllt werden kann, über die Uhr fürs Bergarbeiterjubiläum bis zur Schimanski-Jacke – das Identifikationspotential mit der eigenen Geschichte ist groß und damit für so manchen Besucher emotional tief bewegend. Hier habe er schon Menschen weinen sehen, meint Direktor Borsdorf.

 

So wundert es nicht, dass das „neue Heimatmuseum des Ruhrgebiets“ bei den Menschen der Region besonders gut ankam: 50% der Besucher kamen aus Nordrhein-Westfalen, die meisten davon aus dem Ruhrgebiet. 25% reisten aus anderen Bundesländern an, der Rest aus dem Ausland. Besonders interessiert an der Geschichte der Nachbarn zeigten sich dabei Niederländer und Belgier.

 

2011 sind zur Dauerausstellung Führungen und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen und Epochen der Ruhrgebietsgeschichte geplant. Auch für Schulklassen wird es spezielle Formate geben.

 

Ein Museum für die ganze Familie

 

Der überwiegende Teil der Besucher reist gleich mit der ganzen Familie an und erforscht die Geschichte des Ruhrgebiets mit drei Generationen. Das Museum hat darauf reagiert und immer mehr Angebote für die ganze Familie entwickelt. Nicht nur die Kleinen dürften mit der Museumstasche für Familien ihre helle Freude haben: Auf einer spannenden Rätselreise durch das Museum wird auf spielerische Weise Wissenswertes zu Natur, Archäologie und Geschichte des Ruhrreviers vermittelt. Mit der Familienkarte haben Kinder bis 18 Jahre freien Eintritt, die Museumstasche können Familien für 5 Euro mieten.

 

Erfolgreiche Sonderausstellungen

 

Mit jeweils 40.000 Besuchern äußerst erfolgreich waren 2010 auch die Sonderausstellungen. „Das Große Spiel. Archäologie und Politik im Zeitalter des Kolonialismus“ sowie die beiden aktuellen Fotoausstellungen, die aufgrund der guten Resonanz bis Sommer 2011 verlängert werden sollen: „Alles wird anders. Fotografien aus der Zeit des Strukturwandels“ mit über 500 Ruhrgebietsfotografien aus der Zeit zwischen 1970 und 2000 sowie „Schwarzes Revier. Fotografien von Heinrich Hauser“, die erste zusammenhängende Fotoreportage über das Ruhrgebiet aus dem Jahr 1928.

 

Höhepunkt 2011: Die Krupp-Ausstellung

 

Höhepunkt des Jahres 2011 ist die Ausstellung „200 Jahre Krupp. Der Mythos wird besichtigt“. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Firma Krupp sowie des 200. Geburtstages von Alfred Krupp beleuchtet die Ausstellung anhand von Filmen und Leihgaben die Kruppsche Firmen- und Familiengeschichte. Die Ausstellung, die vom 4.12.2011 bis zum 12.8.2012 im Ruhr Museum zu sehen sein wird, ist Teil des Krupp-Jahres 2011, das mit einer großen Fotoausstellung auf der Villa Hügel im Juli 2011 beginnt und in der Krupp-Stadt Essen mit unterschiedlichen Aktivitäten gefeiert wird.

 

Öffnungszeiten: Täglich von 10-19 Uhr, ab 1. 4. 2011 von 10-20 Uhr

Zollverein A14 (Schacht XII, Kohlenwäsche), Gelsenkirchener Straße 181, Essen. www.ruhrmuseum.de

 

 

ESSEN - FOLKWANG - MUSEUM

 A Star Is Born.“ Fotografie und Rock seit Elvis

 Folkwang Museum.

 2. Juli - 10. Oktober 2010

 

Ein „Knaller“ soll die neue Ausstellung im Folkwang Museum in Essen laut Stephan Muschik werden und ein „Knaller“ kann diese Ausstellung werden. „A star is born“ zeigt ab dem 2. Juli bis zum 10. Oktober Fotografien rund um den Rock. Elvis, die Beatles, Bob Dylan, The White Stripes, Franz Ferdinand – nicht unbedingt Musiker, die sich im wirklichen Leben getroffe

n haben. Das Folkwang bringt sie nun alle an einem Ort zusammen.

 

Die zweite große Ausstellung im Jahr 2010 ist ein offizieller Part des Kulturhauptstadt-Projekts und setzt ihren Fokus ganz auf die Rolle der Fotografie für die Rockwelt. Seit Elvis nimmt die verstärkende Wirkung der Fotografie immer mehr zu: Rockmusiker werden durch sie gemacht, Rockmusik wird durch sie verbreitert. Dies verdeutlichen die Bilder im Folkwang nur zu gut: auf Plattencovern, T-Shirts und Postern, in Zeitschriften und Magazinen finden sich die Konterfeis der Rockstars. Die von der RWE AG-geförderte Ausstellung zeigt dieses anhand einer visuellen Geschichte von den 50er Jahren bis heute.

 

Der Ausstellung vorausgegangen ist eine ungewöhnliche Recherche. Viele der Fotografien stammen aus den Sammlungen von Musikfans und – der größte Teil – direkt vom Fotografen. Dieses stellt die Basis für eine außergewöhnliche und interessante Ausstellung. Ein echtes Muss für jeden Musikfan!

 

Ein weiterer Leckerbissen – allerdings für Jugendliche – wird das Projekt Rockbüro sein. Dieses läuft parallel zur Ausstellung vom und bietet jungendlichen Musikbegeisterten eine Plattform, um ihrer Kreativität, die musikalische aber auch die fotografische, freien Lauf zu lassen und in Workshops von den Großen zu lernen. Mit von der Partie sind dabei: Oliver Schulze, Oliver Sieber, Christine Brunel und slowboy.

 

Durch die Zusammenarbeit mit dem Essener Filmkunsttheater kann man die Musiklegenden außerdem auf der Leinwand bewundern. Im Filmstudio Glückauf, im Eulenspiegel und im Museum Folkwang werden unter anderem Bob Dylan, Prince und Metallica in Filmen zu sehen sein. Weitere Infos gibt’s unter www.essener-filmkunsttheater.de.

(Be-A)

 

 

 

"DAS SCHÖNSTE MUSEUM DER WELT"

ESSEN


20. März - 25. Juli 2010 mehr ...

Das Folkwang-Museum hat eine lange Geschichte. Umso schöner ist es, dass es nun gelungen ist, einen Teil dieser Geschichte zurückzuholen und ihr in dem zukunftsfähigen Neubau der David Chipperfield Architects die angemessen Räume zu geben. In Licht durchfluteten Räumen, deren beeindruckende Architektur den Namen ihrer Meister alle Ehre macht, werden Kunstwerke der größten Künstler Europas gezeigt. Zu den Hauptwerken gehören Gaugins `Barbarische Erzählungen´, Marcs `Die roten Pferde´, Kandinskys `Improvisation´ und Kirchners ´Fünf Frauen auf der Straße´. Bis 1937 gehörten diese Bilder in den Besitz des Folkwang-Museums. Die Nazis beschlagnahmten mehr als 1.400 Werke so genannter „entarteter" Kunst, die fortan in alle Welt verstreut waren. Auf einer Tafel im letzten Raum sollen die Namen all der Künstler, deren Werke 1937 beschlagnahmt worden sind, aufgelistet werden.
Diese erste große Sonderausstellung im Neubau soll an die beeindruckende Sammlung auch der außereuropäischen Kunst des Folkwang bis 1933 erinnern. Der Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York Paul J Sachs, der das Museum 1932 besuchte, bezeichnete es als „das schönste Museum der Welt". Wenn man die Leihgaben aus Ägypten, dem muslimischen Spanien, dem Vorderen Orient Mesopotamien, Java, Korea, China, Japan und Papua-Neuguinea betrachtet, kann man ihn verstehen. Es ist absolut erfreulich, dass sich nahezu alle Leihgeber dazu bereit erklärten, die einstigen Sammlungsstücke des Folkwang für vier Monate nach Essen zu geben. „Alle Leihgeber haben die Bedeutung begriffen und nicht gezögert", so Museumsdirektor Dr. Hartwig Fischer bei der Pressekonferenz. Zu ihnen gehören neben Privatsammlern beispielsweise die Hamburger Kunsthalle, das Philadelphia Museum of Art, die Staatsgalerie Stuttgart und die National Gallery of Art in Washington. Ein Beweis dafür, wie groß das Interesse an dieser Ausstellung ist, liegt in der Zahl der bereits vor der Ausstellungseröffnung gebuchten Führungen: 2.500. Die Besucher werden mit Sicherheit nicht enttäuscht werden, die Ausstellung zeigt nicht nur „das schönste Museum der Welt", sondern auch die Schönheit der Welt. (A-D)

ESSEN - RUHRMUSEUM

RUHR MUSEUM

 

AB 12. Februar 2010 wird die Sonderausstellung „Das Große Spiel – Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus“gezeigt

 

Im neuen Ruhr Museum auf Zollverein ist hoher Besuch aus den Niederlanden eingetroffen. Charlotte Trümpler, Ausstellungsleiterin, konnte die Kopie der Büste der Nofretete in Empfang nehmen.

Sie wurde 1913 nach der Auffindung des Originals für Kaiser Wilhelm II. angefertigt. Als der Kaiser 1918 abdankte und sich ins Exil in die Niederlande begab, zog Nofretete mit um. mehr ...