Orlando Mason, Foto: Klaus Lefebvre
Orlando Mason, Foto: Klaus Lefebvre

„Don Quichotte“

Am 26. April 2014 feiert „Don Quichotte“ Premiere am theaterhagen.

 

Einer der berühmtesten Helden der Theatergeschichte betritt in „Don Quichotte“ die Bühne. Der Ritter von der traurigen Gestalt, lächerlich und liebenswert, ein Spinner und Phantast, der sich durch keine langweilige Konvention von seinem Weg abbringen lässt, steht im Mittelpunkt der Oper von Jules Massenet.

Der Komponist Jules Massenet griff zurück auf eine Dramatisierung des Quichotte-Stoffes, die seinerzeit sehr erfolgreich aufgeführt wurde, und die einen entscheidenden Kunstgriff anwandte, um aus dem großen Roman spannendes Theater zu machen: Die Verwandlung des Bauernmädchens Dulcinea in die schöne Kurtisane Dulcinée. Ihr begegnet Don Quichotte, für sie zieht er in den Kampf gegen Windmühlen und Straßenräuber, immer begleitet von seinem treuen (wenn auch manchmal etwas grantelnden) Sancho Pansa – und zwischen ihr und Don Quichotte spielt sich eine Liebesgeschichte ab, für die beide zwar keine gemeinsamen Worte finden, aber doch eine sehnsuchtsvolle Übereinkunft in der Musik.

Uraufgeführt 1910, vermischt „Don Quichotte“ Musik im alten Stil mit zeitgenössischen Chanson-Formen, überzeugte damit spontan das Pariser Publikum und hat bis heute einen festen, populären Platz auf den internationalen Spielplänen. In Hagen ist die Oper nun zum ersten Mal zu erleben. (üpm)

Musikalische Leitung: Florian Ludwig; Inszenierung: Gregor Horres; Bühnenbild: Jan Bammes; Kostüme: Yvonne Forster; Dramaturgie: Dorothee Hannappel

 

Weitere Vorstellungen: 2.5., 7.5., 11.5. (18.00 Uhr), 18.5. (18.00 Uhr), 23.5., 28.5., 1.6. (18.00 Uhr), 15.6. (15.00 Uhr) und 22.6.2014 (18.00 Uhr) – jeweils um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

Karten unter 02331 207-3218 oder www.theaterhagen.de

 

 

"Der Rosenkavalier"

 

Premiere: 02. Jun. 2013, 18.00 Uhr im Musiktheater-im-Revier

Musikalische Leitung: Rasmus Baumann

Inszenierung: Philipp Harnoncourt

Dramaturgie: Anna Melcher

Bühne und Kostüme: Renate Martin, Andreas Donhauser

In deutscher Sprache

 

Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss schufen mit dem Rosenkavalier eines der geistreichsten Werke des Musiktheaters. Die Uraufführung war 1911 in Leipzig.

Am 2. Juni 2013 hat das Werk in Gelsenkirchen Premiere.

 

„Liebe, Triebe und Intrige!“ so lautet das Motto der Oper buffa. In dem Meisterwerk wechseln sich verrückte Szenen und solche voller Poesie mit hoch komplizierten Dialogen, traumhaften Walzerklängen und virtuosen Konservationen ab.

 

Handlung


Wien um 1740. Erzählt wird die hochemotionale Geschichte der reifen Feldmarschallin, Fürstin Werdenberg, die sich einen jungen Geliebten nimmt: Oktavian. Als die Liaison aufzufliegen droht, beginnt ein amouröses Verwirrspiel, in dessen Verlauf sich Oktavian in das liebenswerte Bürgermädchen Sophie verliebt. Sophie ist dem ungehobelten Baron Ochs auf Lerchenau versprochen. Die Marschallin verzichtet schließlich zugunsten Sophies auf Oktavian. Und der prahlerische Baron erhält eine Lektion fürs Leben.

 

Inszenierung


Regisseur Philipp Harnoncourt inszeniert den "Rosenkavalier" für das Gelsenkirchener Musiktheater. Er führte bereits bei zahlreichen Theaterstücken- und Opernaufführungen Regie. Außergewöhnlichen Erfolg erzielte er mit Prokowjews „Engel aus Feu“ im Odeon in Wien. Eine Strauss Oper inszeniert er zum ersten Mal.

 

Der Rosenkavalier ist ein ungewöhnliches Stück des Musiktheaters, betont Harnoncourt. Es ist eine Beziehungsgeschichte mit einer stark konzipierten Frauenfigur: der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg und mit krassen und absurden Elementen. Damit sei die Komödie nah an der Grenze zur Tragödie anzusiedeln. Die Inszenierung, zeitlos angelegt, spiele  mit unterschiedlichen Zeitebenen, historischen Zitaten und einer extremen Form der Maskerade als Stilmittel. Zentral in dem vielschichtigen Werk sind Liebe und Erotik. Allerdings, so, Harnoncourt, sei nicht die einfache Hollywood-Romanze gemeint, sondern eine bestimmte Form der Liebe, mit einer starken seelischen Verbindung. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Harnoncourt der Figur des polternden, prahlerischen Barons Ochs von Lerchenau. Ein wilder Kerl, der sich nimmt, was er will und sich nicht an Konventionen hält. Deshalb auch zum Prüfstein für alle anderen Figuren werde.

 

Strauss und Hofmannsthal wählten für den Rosenkavalier die fiktive Zeit des Rokoko, die Mozartzeit. In dieser Zeit war der Walzer noch unbekannt, erklärt der Regisseur; auch die Schlüsselszene in dem Werk, die Rosenübergabe, existierte als Brauchtum nicht. Für die Zeitlosigkeit des Werkes sind diese Tatsachen wichtige Indizien, meint Harnoncourt.

 

Die Inszenierung ist modern und fortschrittlich, betont er weiter,  gesellschaftliche Probleme, sozialer Auf-und Abstieg, Dekadenz, erotische Befreiung, diese Themen werden angesprochen.  Fragen, die sich daraus ergeben, werden nicht abschließend beantwortet . „Das ist aber kein Nachteil, sondern zeige eher die Qualität des Stückes", meint der Regisseur abschließend.

 

Über die Musik im Rosenkavalier


„Die Schönheit der Musik ist fast nicht zu ertragen“, schwärmt Rasmus Baumann, Chefdirigent des Musiktheaters in Gelsenkirchen, „sie packt mich immer wieder aufs Neue“. Dass die Partitur eine Herausforderung darstelle, bekräftigt er außerdem. Sie gelte als eine der schwierigsten Partituren überhaupt. Der Lieblingstakt Richard Strauss in dieser Oper sei der 3/4 Takt, rhythmische Kombinationen habe Strauss perfekt miteinander verzahnt. Die bezaubernde Musik erinnere zwar noch an Salome und  Elektra, sei aber schon zukunftsweisend auf die „Ariadne" gerichtet“. Mittels einer feinfühligen Orchesterbegleitung sei es möglich, Stimmungen und Sehnsüchte der Protagonisten in der überaus reichen Partitur zu erkennnen, so der Dirigent.

 

Die Sänger


Bis in die kleinsten Rollen sind alle Partien hochkarätig besetzt. Die Titelrolle der Feldmarschallin singt Petra Schmidt. Die Sopranistin ist seit 2010 als festes Ensemblemitglied am MiR engagiert. 2013 wurde sie mit dem Gelsenkirchener Theaterpreis für die Darstellung der "Rusalka" ausgezeichnet.

 

Bühne und Kostüme


Eine zeitlose Bühne, nur ausgestattet mit den notwendigsten Requisiten, kein Rokoko Flair, eine Bühne auf der Bühne, verspricht  Andreas Donhauser. Eine Art Plattform, könne man sich vorstellen, die den Raum öffen und begrenzen kann. Der erste Akt spiele in einem prächtig ausgestatteten Raum, der herbstlichen Charakter verströme, erklärt Donhauser spitzbübig lächelnd. Kontrastierend dazu die beiden Räume des 2. und 3. Aktes, in denen es um knallharte Geschäfte und psychologische Dispositionen gehe.

 

Die Protagonisten werden unspektakulär mit schlichten Einheitskostümen ausgestattet. Lediglich Accessoires definieren ihre Rollen.

 

Jeweils 1/2 Stunde vor der Vorstellung gibt es eine Einführung im MiR (außer Premiere).

Weitere Vorstellungen:

8., 16., 21. Juni, 4. Juli 2013 zum letzten Mal in dieser Spielzeit

Tickets: 0209-4097.200

www.musiktheater-im-revier.de