Mexiko

Die Kolonialstadt Puebla

wurde 1531 vom spanischem König Karl V. gegründet. Sie  liegt in 2162 Meter Höhe, ca. 130 km östlich von Mexiko entfernt. Über eine Passautobahn ist die Stadt mit Mexiko City verbunden. Puebla ist mit über 2 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes. Das historische Zentrum der Stadt ist in spanischem Schachbrettstil angelegt und steht unter Denkmalschutz. 1987 wurde die Stadt zum Weltkulturerbe ernannt.

Berühmt geworden ist Puebla durch die handgemalten Talavera Kacheln, auch als Majolika Kacheln bei uns bekannt, mit denen zahlreiche Häuser geschmückt sind. Bis heute prägen sie den Charakter der Stadt ganz entscheidend. Auch wegen der großen Anzahl seiner prächtigen Barockkirchen (60) ist Puebla zu einem Begriff gworden.  Sie gelten als die schönsten Kirchen Mexikos. Umgeben wird Puebla von 4 Vulkanen, dem Popocatepetl, Ixtaccihuartl, La Malinche und Pico de Oriziba, die fast immer schneebedeckt sind.

 

 

Straße in Puebla
Straße in Puebla

Neben etlichen Museen, die man in Puebla besuchen kann, ist die Bilbliotheca Parlafoxiana, die sich in dem ehemaligen Bischofspalast „Casa de la Cultura“ befindet, eine ganz besondere Attraktion. Sie wurde 1646 vom Bischof Juan de Palafox y Mendoza gestiftet und ist die älteste Bibliothek von ganz Südamerika. Die über 50000 Bücher, Landkarten und alte Globen stehen in wunderschönen aus Echtholz geschnitzten Regalen auf antiken Marmorfußboden. (Öffnungszeiten: Di- So 10-17 Uhr).

 

 

 

 

 

 

 

Von kunsthistorischer Bedeutung ist auch die Kathedrale, die nach 75 jähriger Bauzeit im Jahr 1649 fertig gestellt wurde. Der Innenraum ist fast komplett mit Marmor und Onyx ausgestattet und die Altäre sind mit Blattgold verziert.

 

 Das Teatro Principal wurde im Jahre 1760 eröffnet und ist eines der ältesten Theater von Nord-und Südamerika. Es wurde 1940 wieder aufgebaut, nachdem es 1902 durch einen Brand fast völlig zerstört wurde.

 

Im Kloster Santa Mónica kann man noch die ehemaligen Zellen der Nonnen besichtigen. Erst 1934 entdeckte man das Kloster, nachdem es fast 80 Jahre im Zuge der Säkularisierung geschlossen worden war. In den oberen Räumen des Klosters sind heute wertvolle Gemälde untergebracht. In den Zellen sind künstlerische Arbeiten der Nonnen ausgestellt.

 

In Puebla gibt es mehr als 20 Universitäten, von denen einige schon Ende 1930 entstanden sind. Es existiert auch eine deutsche Hochschule, die Colegia Humboldt.

 

 

 

 

 

Während der Kolonialzeit ließen sich viele Europäer in Puebla nieder. Neben Spaniern, die die größte Gruppe der Einwanderer darstellten, kamen Franzosen, Italiener, Deutsche und sogar Libanesen. Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen übten kulturell einen großen Einfluss aus. Die spanischen Einwanderer kamen hauptsächlich von Kastilien, Aragon y Galizien. Noch heute kann man dies an ihrer Aussprache bemerken. .

 

Die Deutschen ließen sich zunächst in der Humboldt-Kolonie nieder, wobei sie Häuser im typisch bayrischen Stil errichteten. Auch bauten sie eine deutsche Schule, die Colegio Alemán Alexander von Humboldt, die der Pflege der deutschen Sprache und Kultur diente.

 

 

 

Mit Puebla bringt man auch die dort angesiedelte Industrie in Verbindung. Der größte Arbeitgeber ist der VW Konzern. Bis 2003 baute man noch den legendären VW Käfer „Vocho“ im VW Werk. Heute sind es der New Beatle, Beatle Cabriolett, der Jetta, der Bora und der VW Variant. Pro Tag laufen ca. 1400 Autos vom Band und sind für den Export in die ganze Welt bestimmt. Neben der Autoindustrie ist auch die Textilindustrie in Puebla angesiedelt. Mexikaner, die in der Industrie eine Arbeit finden, können sich glücklich schätzen, denn sie verfügen über ein regelmäßiges Einkommen, so dass sie sich und ihre Familie davon ernähren können. Mexiko gehört zu den meistverschuldeten Staaten der Welt. Viele Bewohner leben in bitterster Armut, haben oft nur das nötigste zum Essen und leben in primitiven Hütten.

 

Traditionell mexikanisch kann man in vielen Restaurants essen, probieren Sie doch „chiles en nogada“ gefülle Chilischoten in Wallnusssauce, eine Spezialiät der Region. Übernachtungen findet man in jeder Preiskategorie. Interessant ist es im Camino real, einem restauriertem Kloster aus dem 16 Jahrhundert im Zentrum der Altstadt. Stilvoll im Rogalty, einem restaurierten Kononialgebäude.

 

Klima: Regenzeit von Mai bis Oktober, es regnet meistens nur kurz und nur nachmittags. Die Temperaturen am Tag sind angenehm, 20-25 Grad. Die Nächte können kühl sein.

 

 

 

(HA-K)