REISEBERICHTE

Bad Birnbach - vom heißen Wasser zur Hustenmutter

 

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es ist kalt an diesem Januarmorgen an den Rottauen bei Bad Birnbach. Der Nebelschleier ist einem klaren, fast wolkenlosen Himmel gewichen. Die aufgehende Sonne taucht den träge dahin fließenden Fluss kurz in ein goldenes Licht.

Heiße Quelle

 

Im Kurpark umrunden schon um diese frühe Uhrzeit Nordic - Walkerinnen das filigrane, gläserne Brunnenhaus der Chrysantiquelle, drei lebensgroße, liegende Löwen aus rotem Marmor bewachen das Wasserbecken der dampfenden Thermalquelle.

 

Der Löwentempel, Foto: Bad Birnbach
Der Löwentempel, Foto: Bad Birnbach

1939 wurde im heutigen Bäderdreieck zwischen Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach vergeblich nach Öl gebohrt - man stieß lediglich auf Thermalwasser, die balneologische Nutzung wurde jedoch durch die Reichsregierung strikt untersagt - man wollte wohl die böhmischen Bäder vor unliebsamer Konkurrenz schützen. In den 70er Jahren wurden die Tiefbohrungen wieder aufgenommen. In Birnbach wurden die Geologen 1618 Meter unter der Erdoberfläche fündig. Das bis zu 70 Grad warme Wasser hatte die erhoffte Heilwasserqualität - dem Bau der Rottal Terme (auf das h hat man bewusst verzichtet) stand nichts mehr im Wege.

 

Ländliche Idylle

 

Von Anfang an war den Planern klar, eine moderne touristische Infrastruktur sollte nicht im Gegensatz mit dem altbayerischen Ortscharakter des Dorfes stehen: die Idee vom „Ländlichen Bad“ war geboren. Und es ist gelungen - im Kurzentrum gruppieren sich moderne Hotels, teilweise im Stile der traditionellen Rottaler Vierseithöfe, um das Therapiebad und das Vitarium.

Das Therapiebad
Das Therapiebad

Der neue Marktplatz im Stile einer italienischen Piazza verbindet den Thermalbereich mit dem historischen Ortskern, der Alten Hofmark.Der spätgotische Gewölbebau der Pfarrkirche überragt das Dorf; von hier oben blicke ich in das fruchtbare niederbayerische Hügelland. Gepflegte Bauernhöfe, weite Felder und Wiesen, Wälder und die Rott prägen das Bild dieses Landstriches abseits der Touristenströme. Meine morgendliche Wanderung führt mich über den Kreuzweg hinter derKirche zur Arterhofer Holzkapelle und über die Bruder - Konrad - Kapelle zurück ins Kurgebiet.

Die knapp zwei Stunden Bewegung an der kühlen, frischen Luft sorgen nicht nur für einen klaren Kopf sondern erinnern mich daran, dass der Körper Energie braucht. Oder schlichter ausgedrückt, ich habe Hunger!

Das reichhaltige, vollwertige Frühstück in meinem Hotel „Hofmark“ ist ein echter „Muntermacher“.

Hoteldirektor Alexander Schaffner leitet das unmittelbar am Kurpark gelegene Haus seit vielen Jahren, seine Tipps für den heutigen Sauna-und Badetag nehme ich gerne an. Das Therapiebad und das Vitarium liegen gleich nebenan und sind über einen unterirdischen Bademantelgang in wenigen Minuten bequem zu erreichen.

Sanus per Aquam - gesund durch Wasser

 

Peter Schmitz und Helmi Geiger sind restlos begeistert. Das sympathische Paar kennt sich in der deutschen Thermen- und Spalandschaft gut aus. Hier in Bad Birnbach sind sie jetzt schon zum dritten Mal - es sind nicht nur die 30 Thermalbecken mit über 2.000 qm Heilwasserfläche die keine Wünsche offen lassen, sondern auch die mediterran wirkende Landschaft, das Wandern und Radfahren und die bodenständige Küche, die den Ort für sie so attraktiv machen.

Geh doch erst mal in die Thermenwelt“, Peters Ratschlag folge ich gerne und bin überrascht über die Vielfältigkeit des Angebots. Mir hat es spontan das Solebecken mit seinem stark salzhaltigen Wasser angetan. Die leise, meditative Musik und das Schweben auf dem Wasser ist herrlich.

Auch in der Badehalle mit dem achteckigen Sitzbecken ist es angenehm ruhig. Das 36 Grad warme Thermalwasser entfaltet seine entspannende Wirkung auf mich. Ehe mir die Augen zufallen entschließe ich mich, das morgendliche Badevergnügen draußen fortzusetzen. Die kalte Winterluft schlägt mir entgegen. Also schnell wieder rein ins Wasser - in Europas längstem Thermenbach lasse ich mich über hundert Meter treiben. Ich bin wieder munter.

Abendstimmung im Vitarium, Foto: Bad Birnbach

 

Am Nachmittag erwartet mich der Kargerer Sepp zu einem kleinen Ausflug zur Hustermutterkapelle im nahen Postmünster. Sepp ist mit seinen 73 Jahren eine wandelnde Datenbank. Er weiß nahezu alles über seine Heimat und lässt die Gäste gerne daran teilhaben.

Welch seltsamer Name - Hustenmutterkapelle! Seit 1748 pilgerten Lungenkranke zu der auf freiem Feld liegende kleine Wallfahrtskapelle und baten die Gottesmutter um Hilfe. Der vor einigen Jahren stilvoll renovierte Bau mit dem kleeblattförmigen Grundriss ist nur nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen (Sepp weiß natürlich, wo es den Schlüssel gibt).

Die Wände und Pilaster im Innern sind mit Blumen, Engelsfiguren und Laubwerk im Rokokostil überzogen. Auf dem Altärchen aus Stuckmarmor unter dem ovalen Fenster steht die schwertdurchbohrte Mater dolorosa.

 

 

Zahlreiche Votivtafeln von dankbaren Pilgern zeugen von der tiefen Gläubigkeit der niederbayerischen Bevölkerung. Nicht zu übersehen ist das anatomisch vollkommen unkorrekte „hölzerne Lüngerl“ auf der rechten Kapellenseite.

Mein Vertrauen in das religiös, spirituelle Heilangebot der Hustenmutter ist nicht besonders ausgeprägt, ich bevorzuge das reichhaltige Angebot des Vitariums und genieße nach dem netten Ausflug das gepflegte Ambiente des Gradierwerks, wo das stark salzhaltige Wasser über Birkenreisige tropft und die Atemwege befeuchtet

Der Gang durch den feucht-warmen Dampf des Soletempels macht den die Exkursion zur Hustenmutter endgültig vergessen - die Inhalation tut den Bronchien spürbar gut.

 

 


Nach dem doch intensiven Tagesprogramm freue ich mich auf ein gepflegtes Abendessen im „Alten Weißbräu“ . Hier, mitten im Dorf, führen Lisa und Günther Josef Putz die Traditionsgaststätte mit Hotelbetrieb. Beide haben in Top - Häusern gearbeitet und bringen ihre Erfahrung mit viel Liebe ins eigene Haus ein. Der Wild-schweinbraten ist köstlich und das leckere Dessert schon fast des Guten zu viel.

 

 

Günther Josef Putz hat seine kulinarischen Kreationen schon des Öfteren im Bayerischen Fernsehen präsentiert. Die immer frischen Produkte stammen aus der Region, kleine Fischzuchten aus der Umgebung liefern Saibling und Karpfen, die nahen Jagdreviere bieten eine reichhaltige Auswahl an Wild aller Art.

Bei stimmungsvoller Zittermusi zeigt Lisa Putz ihre Schätze - wertvolle alte Wachs-model - und erzählt von der langen Geschichte des Hauses. Hierzu gehört auch der Kagerer Sepp, der mit seiner Frau die Gaststätte vor der Familie Putz geführt hat und auch heute wieder als gern gesehener Gast dabei ist.

 


Nach einer ruhigen Nacht im „Hofmark“ geht´s am nächsten Tag wieder in die Ther-me. Heute gönne ich mir den hochmodernen, riesigen Saunabereich. Die rot-orangene Grotte aus Himalaysteinen, die Lehmsauna mit ihrer steinernen Hülle, die Kristallsauna mit den stündlichen Aufgüssen, die kombinierten Wärme- und Kältereize bis zum Schneerieseln im Prießnitzbad, der großzügige Außenbereich mit den dampfenden Thermalbecken, die warmen Wasserbetten, die Tiefenbestrahlung in der Infrarot-Stube - die Aufzählung ist nicht vollständig und es ist für einen Tag zu viel

Ich lege eine Pause im Thermenrestaurant Albrechts ein und gönne mir einen fri-schen Salat mit Garnelen. Lecker! Hier treffe ich Helmi und Peter wieder - sie fahren, wie ich, morgen wieder zufrieden nach Hause.

 

Am Nachmittag genieße ich noch ein wohltuendes Nachtkerzenbad. Gut eingeölt, mit Vlies umgeben und von einer Folie vom warmen Wasser getrennt, schwebe ich, von fernöstlichen Klängen begleitet, in der Wanne. Herrlich!

Ich werde wiederkommen - schließlich wartet der gemeindeeigene Golfplatz auf ein paar Runden.

Rainer Schwirtzek

 Infos:  Alle Informationen über Bad Birnbach und die Rottal Terme:

 

www.badbirnbach.de


Mein Tipp für stilvolles Wohnen in unmittelbarer Nähe der Therme:

 

 www.hotel-hofmark.badbirnbach.de

Eine sehr persönliche Atmosphäre mit einer liebvollen Gastfamilie und perfektem Service erwartet Sie im Gasthof und Hotel „Alter Weißbräu“:

http://www.hotel-alter-weissbraeu.de/

 

Kunstkate, Fischland Darß
Kunstkate, Fischland Darß

Bad Tölz

 

Bad Tölz – eine Stadterkundung der besonderen Art

von Rainer Schwirtzek

 

Die Kirche ist eher schlicht, lediglich die sieben barocken Altäre beeindrucken den Besucher. Die Stadtführerin Angelika Schmidt, die ich im Garten des ehemaligen Franziskanerklosters mit seinen über fünfzig Rosensorten in Bad Tölz treffe, erzählt mit so viel Begeisterung von dem Gotteshaus und seiner fast 400jährigen Geschichte, dass ich auf den Rest der Führung in der Kurstadt, in der mehr interessante Menschen als die alte Flößerstadt selbst im Mittelpunkt stehen sollen, wirklich gespannt bin.

 

 

 

 

 

Ich wundere mich schon etwas, dass mich Frau Schmidt mit einer großen Filmrolle unter dem Arm begrüßt und ahne es – der „Bulle von Tölz“ steht auf dem Programm. Klar, sie hat alle Stories von Kommissar Berghammer alias Ottfried Fischer mit seiner 100 % Mordaufklärungsrate abrufbereit, aber sie beeindruckt mich viel mehr mit der berührenden Geschichte von Gregor Dorfmeister, der unter dem Pseudonym Manfred Gregor Autor des teilweise autobiographischen Romans „Die Brücke“ ist. Den weltberühmten Film von Bernhard Wicki, der das Schicksal von sieben Jungen, von denen sechs in den letzten Kriegstagen bei der sinnlosen Verteidigung einer Brücke sterben, kennt fast jeder. Bereits im Vorwort des Buches wird klar, dass Dorfmeister, der noch heute in seiner Heimatstadt lebt und durch die für ihn so schrecklichen Ereignisse zum Pazifisten wurde, die Tölzer Isarbrücke beschreibt.

Das Bild der prächtigen Markstraße mit ihren herrlichen Lüftlmalereien an den Fassaden wurde maßgeblich durch den bedeutenden Münchener Architekturprofessor Gabriel von Seidl geprägt, der Anfang des 20. Jahrhunderts Bad Tölz sein unverwechselbares Aussehen gab. Auch das Kurhaus, das Neue Rathaus und das Hotel Kolbergarten entstanden nach den Plänen Seidls.

 

 

Meine charmante Stadtführerin schlägt eine Pause vor. Wir kehren über die Isarbrücke zurück zum Amortplatz. In der Confiserie „Rendezvous der Genüsse“ serviert uns Beate Rutz nicht nur den auf Rosenblättern drapierten „Mordscocktail“ – der Bulle von Tölz lässt grüßen, eine Mischung aus Prosecco und Rosenlikör, sondern auch noch eine Auswahl feinster Pralinen, die sie von den führenden europäischen Chocolatiers bezieht. Besonders stolz ist sie auf ihr Sortiment der edlen Grand-Cru Bonnat-Schokoladen aus Frankreich – da kann eine Tafel im Retro-Design schon mal an die zehn Euro kosten! Dafür ist der herrliche Blick auf die Kalvarienbergkirche und die idyllische Altstadt im Preis inkludiert

 

Mein nächster Weg führt mich aus dem malerischen Ortskern hinaus an der Isar entlang zur Deutschlands Käsepäpstin Susanne Hofmann. Zugegeben, in einer umgebauten ehemaligen Autowerkstatt habe ich die weitgerühmte Affineurin nun wirklich nicht vermutet.

 

 

 

Hier in den verschieden temperierten Reifekammern des Tölzer Kasladens werden die Käserohlinge von der Kuh-, der Schafs- oder der Ziegenmilch in aufwändigen Verfahren handwerklich zu exquisitem Rohmilchkäse veredelt. Frau Hofmann kennt ihre kleinen Zulieferbetriebe aus vielen europäischen Regionen alle persönlich. Nur wer die strengen Qualitätsvorgaben der Käsemeisterin und ihres Bruders, mit dem sie zusammen das Geschäft betreibt, konsequent einhält darf liefern.

 

 

 

 

Verkauft werden die rund 100 Sorten Käse nicht nur in dem kleinen Laden am Münchener Viktualienmarkt und im Tölzer Stammgeschäft in der Rathausgasse, sondern vor allem die Spitzengastronomie wie das Adlon, das Tantris, der Bayerische Hof, das Grand Hotel Heiligendamm, die MS Europa vertraut auf die Spitzenprodukte der Familie Hofmann.

 

 

 

 

Hier, fast ganz oben im stillen Hochtal an der Südseite der mächtigen Benediktenwand steht seit Jahrhunderten im Ortsteil Berg der Langerbauerhof mit einer Hofkäserei. Bauer Josef Orterer erwartet mich schon und erzählt von seiner kleinen Käseproduktion.

Sein halbfester Schnittkäse, vom Tölzer Kasladen mit dem Reutberger Klosterbier affiniert, ist mittlerweile im Käferzelt des Münchener Oktoberfestes zu einem kulinarischen Renner geworden. Trotz seines Erfolges bleibt der junge Bauer mit seinen fünfzehn Milchkühen bescheiden. Für ihn ist die Käserei nur ein Nebenerwerb. Die traditionelle Holzwirtschaft und der Tourismus sind die wirtschaftliche Grundlage des bäuerlichen Betriebs. Auf die schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende Staffelalm, 1320 Meter hoch gelegen, ist Josef Orterer besonders stolz. Hier hat der Maler Franz Marc, der sich viele Sommer hier oben aufgehalten hat, Wände der Alm bemalt. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

Infos zum Reisebericht Bad Tölz

 Kontakt:

Tölzer Land Tourismus

Prof. - Max - Lange - Platz 1

83646 Bad Tölz

Telefon: 08041 505206

Fax: 08041 505375

info@toelzer-land.de

www.toelzer-land.de

 

 

 

Reisebericht: Eine musikalische Kurzreise durch das Tölzer Oberland - vom tiefen B zur Stub´nmusi.


 

Ein Reportage über Instrumentenbauer und volktümliche Musik im Tölzer Land.


„Achtung, es wird jetzt laut, sehr laut.“ Thomas Stadler warnt fairerweise seine Zuhörer bevor er die gewaltige B–Tuba anbläst. Der sympathische junge Tubist, Absolvent des Salzburger Mozarteums und Mitglied des Blechbläserquintetts esBRASSivo beherrscht sein 9 ½ Kilo schweres Instrument scheinbar mühelos. Der tiefe Ton der solo gespielten Tuba fasziniert mich sofort – Richard Strauss klingt auf einmal so anders als gewohnt.

 

Ich bin in Geretsried. Die erst 1950 gegründete Stadt zwischen Loisach und Isar nahe Wolfratshausen im Oberland gelegen hat nichts von der anheimelnden Gemütlichkeit, die man sonst von den bayerischen Kleinstädten kennt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort von Heimatvertriebenen besiedelt, die durch ihre vielfältigen landsmannsc haftlichen Bräuche das kulturelle Leben bis heute bereichern.

 

Auch die Musikinstrumenten-Manufaktur Melton stammt mit ihrer über 200jährigen Tradition ursprünglich aus dem Sudentenland; der handwerklich überaus begabte Anton Meinl führte ab 1947 das Unternehmen in der sechsten Generation in Geretsried fort.

 

 

Thomas Stadler

 


 

 

Von Geretsried nach Lenggries-Schlegldorf sind es nicht einmal 25 km. Gefühlt bin ich in einer anderen Welt – ein Dorfidyll mit gepflegten Bauernhäusern, üppigem Blumenschmuck an den Balkonen und malerischen Gärten lässt mich durchatmen. So kenne ich das Tölzer Land.

Der junge Zupfinstrumentenmachermeister Hubert Neumüller erwartet mich bereits mit seiner Frau Katharina, sie ist Geigenbauerin, und den zwei Kindern vor ihrem schmucken alten Bauernhaus.

 

Franz Reindl erklärt den Bau eines Blechblasinstrumentes

 


 

Der Zupfinstrumentenmachermeister Hubert Neumüller mit Familie

 

Die kleine Werkstatt riecht angenehm nach frischem Holz und Leim. Hubert Neumüller ist stolz auf seine edlen Tonhölzer, die er sorgsam lagert und in reiner Handarbeit in rund achtzig Stunden zu hochwertigen Akustikgitarren verschiedener Bauart verarbeitet, wobei jeder Arbeitsschritt sorgfältig dokumentiert wird.. Er erzählt, wie die Kombination verschiedener Hölzer an den Resonanzdecken, den Böden, Zargen und Hälsen den Klangcharakter der Gitarren verändert – so entstehen individuelle, auf den Kundenwunsch abgestimmte Instrumente. Die haben auch ihren Preis – rund 3.000 Euro verlangt Hubert Neumüller für seine Unikate.

 

Die Werkstatt von Katharina und Hubert Neumüller in Lengries-Schlegldorf

Die Werkstatt von Hubert und Katharina Neumüller in Lenggries-Schlegldorf  

 

 

Eigentlich möchte ich das gastliche Haus gar nicht verlassen, aber ich habe für das Abendessen im nahegelegen “Schweizer Wirt“ einen Tisch reserviert. Barbara Hipp kocht selbst in ihrem gemütlichen historischen Gasthaus mit frischen Produkten aus der Region. Ich entscheide mich für ein Zanderfilet und werde nicht enttäuscht. Es ist echt lecker!

 

 

Die Kirche am Jasberger Hof bei Dietramszell

 


 

 

Wer eine urbayerische Bauernfamilie kennenlernen will, sollte den Jasberger Hof bei Dietramszell besuchen. Die nette Familie Eichner mit ihren fünf Kindern betreibt hier einen großen Bauernhof mit Laden, der an den Samstagen von 8:30 bis 12.00 Uhr geöffnet ist und fast alles bietet, was ein Städter von einem bäuerlichen Direktvermarkter erwartet. Von agrarindustrieller Produktion findet man keine Spur. Dafür läuft dem Besucher vom Kleintier bis zum Großvieh alles über den Weg, was man sich auf einem Bauernhof so vorstellt. Mich beeindruckt aber die Familie selbst am meisten. Vater Josef erzählt in seiner ausgeprägten bayerischen Mundart, zugegeben, da habe ich schon mal Schwierigkeiten mitzukommen, von Leben und Arbeiten auf dem Hof. Ich habe das Gefühl, das Wort Stress ist in seinem Dialekt nicht enthalten! Ehefrau Barbara, ihre Schwester Josefa und die fünfzehnjährige Tochter Katharina haben noch eine Überraschung für uns. In der kleinen Kirche, die sich auf dem Grundstück befindet, spielen sie in bester alpenländischer Tradition zur Stub´nmusi auf. Die auf zwei Hackbrettern und einer Gitarre entstehenden gefühlvollen, manchmal melancholisch wirkenden Melodien berühren den Zuhörer sofort. Schade, ich wäre auch hier gerne länger geblieben.

 

 

 

Familie Eichner vom Jasberger Hof

Die letzte Station meiner kleinen musikalischen Reise durch das Tölzer Land führt mich bei herrlichem Spätsommerwetter zum Herzogstand am Walchensee. Eine Bergmesse mit Bläserbegleitung und Böllerschießen erwartet mich

 

Walchensee vom Herzogenstand

 


Ich habe das Gefühl, ganz München hat sich aufgemacht, um den schönen Sonntag in der Natur zu genießen – entsprechend lang ist jedenfalls die Autoschlange. Die Auffahrt mit der Seilbahn zum Herzogstandhaus ist in wenigen Minuten erledigt und der Weg auf den Martinskopf strengt nicht allzu sehr an. Ein kleiner, blumengeschmückter Altar am Gipfelkreuz, eine vierköpfige Blaskapelle und die Gläubigen, vielfach in Tracht, bilden den Rahmen für die Messe.

 

In dem beeindruckenden Bergpanorama findet keine Folkloreveranstaltung für Touristen statt, sondern hier wird das religiöse Brauchtum durch die einheimische Bevölkerung sorgsam gepflegt. Die Blechbläser begleiten stimmungsvoll den Gottesdienst und der Böllerschütze erschreckt mit drei Schüssen zum richtigen Zeitpunkt die Gemeinde. Die Menschenmassen, die auf den gegenüberliegenden Herzogstand wandern, stören die ruhige Stimmung der Messe nicht.

Ich wandere zufrieden wieder zurück.

 

 

Bergmesse am Martinskopf

 

Infos:

Tölzer Land Tourismus
Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
Tel.: 08041/505206<
www.toelzer-land.de

www.esbrassivo.de

Wenzel Meinl GmbH
Musikinstrumentenmanufaktur
Seniweg 4
D-82538 Geredsried
Tel.: 08171/92187-0<
www.melton.de

Hubert Neumüller
Rieschenhöfe 6
D-83661 Lenggries
Tel.: 08042/974603<
www.gitarrenbau-lenggries.de

Gasthaus Schweizer Wirt
Schlegldorf 83
83661 Lenggries
Tel.: 08042/8902<
www.schweizer-wirt.de

Josef Eichner
Jasberg 1
83623 Dietramszell
Tel: 08024/2340<
jasberger-hofladen@t-online.de

 

 

 

 

 

BAYREUTH

Bayreuth -

Reisebericht von Rainer Schwirtzek

 

 

 

Zwischen Maserati und fränkischer Bratwurst


Bayreuth für alle

 

Wie immer seit neun Jahren: Post vom Bayreuther Festspielhügel. Das Erstaunen und die Freude sind  groß, diesmal ist es nicht die übliche Absage mit dem Bestellformular für die nächste Spielzeit, sondern eine Zusage für die „Meistersinger“ am 2. August.

 

 

 

Wer, wie wir, die Natur liebt und die „Festspielpreise“ der Bayreuther

Hotels nicht besonders mag, sucht sich eine Übernachtungsalternative zur Stadt. Wir haben sie in dem familiär geführten „Landhaus Preißinger“ in Warmensteinach, herrlich ruhig im Fichtelgebirge mit einem schönen Weitblick auf den Ochsenkopf gelegen, gefunden. In gut zwanzig Minuten ist man in der Stadt.

Im Gegensatz zur Festspielstadt Salzburg mit ihren jährlich rund 1,8 Millionen Übernachtungsgästen, geht es im oberfränkischen Bayreuth auch während der fünfwöchigen Spielzeit angenehm ruhig zu.

Den Besucher beeindrucken vor allem die repräsentativen Bauten aus dem Rokoko: das Neue Schloss mit dem weitläufigen Hofgarten, die Friedrichstraße mit ihren einheitlich gestalteten Sandsteinbauten, die Eremitage vor den Toren der Stadt und vor allem das Markgräfliche Opernhaus.

 

 

 

 

Richard Wagner hatte ursprünglich vor, das prächtig ausgestattete Logentheater als Spielstätte für seine geplanten Opernfestspiele zu nutzen. Schnell wurde ihm klar, dass seine Vorstellungen für eine Bühne ausschließlich seiner Werke hier nicht zu realisieren war.

 

Er wollte ein schmuckloses Haus mit einem als Amphitheater angelegten Zuschauerraum und einem verdeckten Orchestergraben. Wagner hat seine Ideen auf dem Grünen Hügel verwirklicht. Der holzverkleidete Innenraum ohne Seitenlogen bietet seit der Eröffnung im Jahre 1876 fast 2000 Zuschauern Platz. Durch die überragende Akustik und den hölzernen Schalldeckel ergibt sich der einmalige „Bayreuther Mischklang“, der sich im gesamten Raum gleichmäßig verteilt. Da die Musiker nicht sichtbar sind, wird in der oftmals drückenden Augusthitze auch schon mal in kurzen Hosen musiziert. Der Dirigent zieht zum Schlussapplaus nur mal kurz den Frack an.

 

 

Der rote Teppich mitsamt der Kanzlerin, einer großen Wagner-Liebhaberin, und den übrigen Vip´s sind zwischenzeitlich verschwunden. Der Tross reiste wohl nach Salzburg weiter – Anna Netrebko wartete ja bereits.

 

Die Richard-Wagner-Festspiele sind doch etwas Besonderes. Wir erleben es schon gut zwei Stunden vor Beginn der Aufführung. Die in der Stadt logierenden Gäste schlendern bei hochsommerlichen Temperaturen in Smoking und elegantem Abendkleid den Hügel hinauf. Oder, und das ist wirklich einmalig, man wechselt die Garderobe einfach auf dem Parkplatz. Das zahlende Publikum vermischt sich am Festspielhaus mit den Zaungästen, die den röhrend vorfahrenden Maserati scheinbar genauso interessant finden wie die anwesenden Prominenten.

 

Festspielgäste, Bayreuth

 

 

 

 

Fünfzehn Minuten vor Beginn der Aufführung ertönt vom Balkon die dreimal Fanfare mit einem Motiv aus den Meistersingern.

 

Bayreuther Festspiele

 


Die glücklichen Kartenbesitzer nehmen auf den schmalen Sitzen Platz. Armlehnen und Polster fehlen. Das nun beginnende fünfstündige kollektive körperliche Leiden nimmt seinen Anfang. Wohl dem, der an ein Sitzkissen gedacht hat und einen schlanken Sitznachbarn hat. Ich hatte Glück: die elegante ältere Dame zu meiner Rechten läßt mir genug Raum zum Atmen. Das soll aber nicht den ganzen Abend so bleiben. Nach der zweiten Pause hat den Platz ein Bayreuther Bürger in Jeans eingenommen, der die Karte von der Dame, der die bisherigen zwei Akte wohl nicht zugesagt haben, geschenkt bekommen hat..

Der Saal verdunkelt sich vollkommen, es herrscht absolute Stille, als das Vorspiel in donnerndem C-Dur einsetzt und einen musikalisch überzeugendes und inszenatorisch fragwürdiges Opernerlebnis einleitet. Um es vorwegzunehmen – Katharina Wagner hat sich von ihrem Urgroßvater mit ihrem Hügel Debüt weitest möglichst entfernt: keine Katharinenkirche, keine Schusterstube und keine Festwiese. Die simple Butzenscheibennostalgie von Vater Wolfgang muss es heute ja wirklich nicht mehr sein, aber  nur textferne Provokation als intellektuelles Verwirrspiel ist auch keine gelungene Interpretation der wagnerschen Grundidee, die archaischen mittelalterlichen Traditionen der Nürnberger Meistersingergesellschaft mit Walther von Stolzings neuer Gesangskunst zu verschränken.

Stolzing, von Klaus Florian Vogt mit seiner lyrisch-hellen, kräftigen Tenorstimme wunderbar interpretiert und nach dem Schlussvorhang mit viel Applaus bedacht, wandelt sich im Laufe der Inszenierung vom hyperaktiven Dreadlock-Hippie zum angepassten, korrumpierten Anzugträger, der zum Schluss sowohl den goldenen Preishirsch als auch den überdimensionierten Scheck ablehnt. Wieso Walther von Stolzing statt als Musiker eher als mit seinem weißen Farbeimer alles beklecksender Maler inszeniert wird, hat sich mir nicht erschlossen.

Als Gegenentwurf tritt Sixtus Beckmesser auf, der sich, zunächst pedantischer Oberbürokrat, seltsamerweise zum T-Shirt (Beck in town!) tragenden avantgardistischen Außenseiter verwandelt. Der jugendlich wirkende  Bariton Adrian Eröd singt kraftvoll und gut verständlich –er wird zu Recht vom Publikum gefeiert.

Auch der Brite James Rutherfort erobert mit seiner weichen Baritonstimme das kritische Bayreuther Publikum. Leicht hat er es als Hans Sachs bei Katharina Wagner nicht, der als singender Schustermeister zunächst barfuß, rauchend und auf einer Schreibmaschine klimpernd, auftritt. Später, im langen dritten Aufzug, wird er zunächst in seiner schönen neuen Designerwelt von absurd karnevalesken Schwellköpfen, die deutsche Geistesgrößen, einschließlich Wagner selbst, darstellen, gefangen und orgiastisch umtanzt. In seiner Schlussansprache mit dem Lob auf die Meister läßt die Regisseurin Hans Sachs als faschistoid agierenden Parteitagsredner agieren.

Was bleibt von einer denkwürdigen Vorstellung außer der mit heftigen Buh- und wenigen Bravorufen bedachten Inszenierung? Bei geschlossenen Augen, vor allem im dritten Aufzug, ein musikalischer Genuss. Neben dem engagiert spielenden Festspielorchester unter Sebastian Weigle und den Gesangsprotagonisten brilliert der grandiose Chor, der leider zu häufig nur aus der Off zu hören ist.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis auf dem Grünen Hügel – die elegante, aber nie elitär wirkende Atmosphäre, das sachkundige Publikum zwischen zwölf und neunzig Jahren und die traditionelle Pausenbratwurst, als Alternative zum Steigenberger Gourmet-Angebot im Restaurant, ist lecker; wie wohl immer, verköstigen sich nicht Wenige während der einstündigen Pausen mit einem selbstmitgebrachtem Imbiss auf dem Parkplatz. So ist es eben in Bayreuth.

Rainer Schwirtzek

 

Weitere Infos:

 

http://www.bayreuther-festspiele.de/

Literaturtipps:

Martin Gregor Dellin: Richard Wagner, Piper

Joachim Köhler: Der letzte der Titanen, Claassen

Brigitte Hamann: Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth, Piper

Jonathan Carr: Der Wagner Clan, Hoffmann und Campe

Oliver Hilmes: Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner,Siedler

Oliver Hilmes: Cosimas Kinder, Siedler

Gestern, 14:22 von Schwirtzek

 

 

 

BULGARIEN

Reise in die Vergangenheit

 

Anreise:                Flughafen Sofia (Individuell)

Reisedauer:          6 Tage ab Sofia (organisiert, durchgeführt  mit

                              Kleinbus max. 12 Personen)                                       

 

Start/Ende:          Sofia

Übernachtung:     Sofia 2x, Dobarsko 1x, Plovdiv 1x, VelikoTarnova 2x                             

Allgemeines

 

Den meisten Menschen ist nur der Sonnenstrand ein Begriff, wenn sie von Bulgarien hören. Wie interessant und reizvoll der Balkanstaat als Reiseland ist, darüber sind nur wenige Menschen informiert. Das Land kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Viele Kulturen haben hier ihre Spuren in Form von Baudenkmälern hinterlassen, insbesondere Klöster, Kirchen und antike Grabmale findet man in großer Zahl. Darüberhinaus bietet das Land herrliche Sandstrände, Gebirge mit schneebedeckten Bergen und eine üppige Vegetation.

 

Bulgarien ist im Verhältnis zu vielen anderen Ländern noch ein preiswertes Reiseland. Zwar haben vielerorts die Preise kräftig angezogen, doch in den verschlafenen Bergdörfern sind sie noch erstaunlich niedrig. In den größeren Städten gibt es moderne Einkaufsstraßen und überdachte Einkaufszentren, die ein Angebot internationaler Designer führen. Im Gegensatz dazu findet man aber auch noch viele Geschäfte, die ausschließlich einheimische Produkte verkaufen.

 

Die bulgarische Küche ähnelt der griechischen und türkischen. Ein Mix aus Gurken, Tomaten und Schafskäse (Sopska salata) wird gerne als Vorspeise gegessen. Sehr beliebt sind auch panierte oder frittierte, mit Käse gefüllte Paprika. Eine Spezialität des Landes ist Sauerjoghurt aus Schaf-Kuh oder Büffelmilch. Viele Gerichte werden mit Joghurt, Käse, Gewürzen und frischen Kräutern angerichtet. Die Bulgaren lieben frisches Gemüse; ein typisches Hauptmahlzeitgericht ist Güvetsch, es besteht aus verschiedenen Gemüsesorten und geschmortem Fleisch aus dem Tontopf, weitere Gerichte sind Kebaptscheta (Fleischröllchen aus Hackfleisch) und Mussaka, (Auflauf aus Kartoffeln, Hackfleisch und Auberginen), als griechische Spezialität bei uns schon länger bekannt.

 

1. Tag Sofia

 

Um die Vielfalt des Landes kennenzulernen, kann man verschiedene Touren unternehmen. Interessante Orte mit kulturellen Highlights, Klöstern, Kirchen und Museen lernt man am besten während einer Fahrt ins Landesinnere kennen. Ein idealer Ausgangspunkt ist Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. Von Sofia aus ist es nicht weit bis in den Ort Bojana, der im Vitoscha Gebirge liegt. Hier besichtigt man das historische Museum und die Kirche von Bojana, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Danach geht es durch das Rilagebirge zum Rilakloster (UNESCO Weltkulturerbe), einem Höhepunkt der Rundreise. Das nächste Ziel ist Plovdiv mit der malerischen Altstadt und das nur 30 km davon entfernte Kloster Batschkowo, dass zweitgrößte Bulgariens. Durch die Rhodopen geht es dann zum Shipka Pass. Von dort aus besucht man das Rosental, auch als Tal der thrakischen Könige bekannt und das berühmte Grabmal von Kasanlak, das ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Veliko Tarnova, eine der schönsten Städte Bulgariens, ist ein weiteres Ziel dieser Reise. Auf dem Rückweg nach Sofia besichtigt  man noch die Stadt Trojan. Die Tour ist in sechs Tagen (ca. 1600 km) bequem zu schaffen.

 

 

Geschichte Sofias

 

Sofia ist seit 1879 die Hauptstadt Bulgariens. Mit 1, 2 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt des Landes, sowie ihr kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Sie liegt am nördlichen Hang des 2290 m hohen Vitoscha-Gebirges. Der thrakische Stamm der Serden soll sie einst gegründet haben. Die Geschichte Sofias verlief wechselhaft. Viele Völker haben hier ihre Spuren hinterlassen; Thraker, Griechen, Römer, Byzantiner und Osmanen wurden sesshaft.

 

Im Gebiet des heutigen Bulgariens schlossen sich Ende des 2. Jahrtausend v. Chr. wandernde Völker zu einem Stamm zusammen. Sie wurden als Thraker bekannt. Die Thraker bewohnten den größten Teil Bulgariens, Nordgriechenlands, der Nordtürkei und einen Teil Kleinasiens. Zwei Grabmale der Thraker, die Kuppelgräber in Kasanlak und Mezek, geben Zeugnis von ihrer faszinierenden Baukunst und ihrer Lebensart. Die Wandmalereien in den Gräbern von Kasanlak zeigen stilistisch den Einfluss griechischer Kunst, spiegeln aber auch die Lebenskunst und den Totenkult der Thraker wieder. Den Verstorbenen wurden Waffen, Schmuck und Pferde mit ins Grab gegeben. In der Kunst der Thraker kann man eine Verschmelzung griechischer, keltischer und skytischer Elemente erkennen. Ein berühmter Thraker war Spartacus.

 

Unter den Erobern Sofias sind viele berühmte Namen: "Alexander der Große " (356-323 v. Ch.) und sein Vater, "Philipp von Makedonien " (382-336 v. Ch.), sowie "Konstantin der Große" (275-337 n. Ch.), dem die Stadt ihre Blütezeit zu verdanken hat. Während seiner Herrschaft entstanden zahlreiche öffentliche Bauten und Kirchen. Zwischen dem vierten und sechsten Jahrhundert begann der Niedergang des römischen Reiches. Goten und Hunnen fielen in das Land ein und verwüsteten die Stadt. Im Jahr 809 wurde sie Teil des 1. Bulgarischen Reiches und erhielt den Namen „Sredez“.

Im 14. Jahrhundert bekam sie den Namen „Sofia“ verliehen. Nach Beendigung der über 500 Jahre andauernden Herrschaft der Osmanen wurde Sofia 1879 zur Hauptstadt Bulgariens ernannt. Über 250 denkmalgeschützte Häuser spiegeln heute den  Einfluss der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

 

Stadtbild

 

Majestätisches Wahrzeichen von Sofia ist die Alexander Nevski Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln. Die gewaltige orthodoxe Kathedrale wurde zwischen 1882 und 1924 aus Dankbarkeit für die russische Hilfe bei der Befreiung von den Osmanen erbaut. Ihren Namen hat sie von dem russischen Fürsten "Alexander von Nowgorod", der die Kreuzritter 1242 am Pelpssee vernichtend geschlagen hatte. Besonders wertvoll in der Kathedrale ist die Ikonostase, eine große Holzwand mit Ikonen. Die Ikonen illustrieren die wichtigsten Glaubensaussagen und geben damit Einblick in die bulgarisch-orthodoxe  Religiosität.

 

In der orthodoxen Kirche spielen Ikonen eine wichtige Rolle. Das Wort „Ikone“ ist vom griechischen Wort „Eikoon“ abgeleitet, und bedeutet: Bild, Abbild oder Ebenbild. Ikonen sind Kultbilder, geweihte Heiligenbilder, die die Verbindung zwischen Gott und den Gläubigen herstellen sollen. Der Ursprung der Ikonenmalerei geht bis ins 4. Jahrhundert zurück und liegt im palästinensisch syrischen Raum, dort wo sich das Christentum zunächst verbreitete. Die Bulgaren sind ein religiöses Volk. 86 % sind Bulgarisch-Orthodoxe, 13% Muslime.

 

Sehenswert im historischen Zentrum sind die russische Kirche mit ihren goldenen Türmchen und den Fresken aus dem Jahr 1914, die für die russische Gemeinde in Sofia erbaut wurde. Ebenso die älteste Kirche Sofias, die Rotunde des heiligen Georgs aus dem 4. Jahrhundert. Sie wurde außerhalb der Stadtmauern über zwei Kirchen (4 Jh.), errichtet. Das einzige islamische Gotteshaus in Sofia ist die Banja-Baschi-Moschee aus dem Jahr 1576. Die Moschee besticht durch ihre schöne Arkaden Halle mit den drei aufgesetzten Kuppeln und dem rötlichen Minarett.

 

Hinter der Moschee befindet sich die zentrale Markthalle. Sie wurde zwischen 1909 und 1911 im Jugendstil erbaut. Lange Zeit drohte sie zu verfallen, mittlerweile erstrahlt sie wieder im alten Glanz. Heute kann man dort in über 100 Läden einkaufen.

Weitere sehenswerte Gebäude im historischen Zentrum sind: das im prachtvollen Neoklassizismus erbaute Nationaltheater, der Präsidentenpalast aus dem 20. Jahrhundert, (Sitz des bulgarischen Staatsministers), das Haus der Partei (hier war das Zentralkomitee der kommunistischen Partei untergebracht) und das Thermalbad im Stil einer orientalischen Moschee.

 

Im Stadtgebiet verteilt findet man noch etliche Skulpturen, die an die kommunistische Zeit erinnern, zum Teil mit monumentalem Charakter.

Das Stadtbild von Sofia hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt. Die Stadt hat mehr und mehr westliches Hauptstadt- Flair angenommen. Teure Geschäfte, Banken, Restaurants, Cafés, Einkaufszentren und überdachte Einkaufstempel prägen die Metropole heute. Wer Ruhe und Erholung sucht, findet sie in den großzügig angelegten Parks oder in den zahlreichen Grünanlagen. Obwohl die einst graue Metropole einen deutlichen Aufschwung genommen hat, gibt es noch Etliches , was verbessert werden könnte.

Viele Häuserfassaden weisen noch beträchtliche Schäden auf und warten dringend auf eine Sanierung. Besonders die Fenster machen häufig einen renovierungsbedürftigen Eindruck. Ganze Straßenzüge Sofias wirken grau, schon mit wenig Farbe ließe sich ein wesentlich freundlicheres Bild erzielen. Der Asphalt in den Straßen wird nicht selten zur Stolperfalle, Löcher und Vertiefungen lassen sorgloses Flanieren nicht zu. Straßenbeschilderungen sind ausnahmslos in kyrillischer Schrift, die Orientierung ist schwierig, nicht sehr viele Touristen beherrschen die Schrift. Noch längst nicht in allen Restaurants findet man die Speisekarte in englischer Sprache vor. Die Suche nach einem geeigneten Menü erweist sich deshalb als relativ schwierig; mehrsprachige Menükarten würden die Wahl erheblich erleichtern.

 

 

 

v. l . n. r. Historisches Museum, Kirche Bojana, Blick auf Sofia, Kulturpalast (1981)  (durch Anklicken vergrößern)

 

 

THERMALBAD, MARKTHALLE, KOMMUNISTISCHES DENKMAL, IKONASTASE

 

 

 

                ALEXANDER NEVSKI KATHEDRALE

 

Majestätisches Wahrzeichen von Sofia

 

Bojana

 

In Bojana, einem Außenbezirk von Sofia befindet sich das historische Museum, ein unbedingtes „Muss“ in Sofia. Alles Wesentliche über die Geschichte und die Kultur Bulgariens von der Prähistorie bis in die Gegenwart kann man hier erfahren. Mehr als 500 000 Exponate werden präsentiert. Für das Museum sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. Zu besichtigen sind: der berühmte Thrakerschatz, eine Sammlung mit kostbar gearbeitetem Schmuck, filigranen Ketten und Ohrringen, Trinkgefäße aus purem Gold, Ikonen und Wandmalereien, sowie hochwertige Kunstobjekte aus verschiedenen Epochen.

 

Die Bojana Kirche gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bulgariens (UNESCO Weltkulturerbe). Die Kirche wurde in drei Bauphasen errichtet. Genau genommen besteht der Gebäudekomplex aus drei Kirchen. Die älteste stammt aus dem 11. Jahrhundert, die mittlere aus dem 13. und die dritte wurde erst im 19. Jahrhundert errichtet. Von außen wirkt die Kirche eher unscheinbar. Welche Schätze sich hier verbergen, ahnt man zunächst nicht. Die Fresken aus dem 13. Jahrhundert sind von unbekannten Malern geschaffen worden. Über 200 verschiedene Szenen an Decken und Wänden beeindrucken durch ihre unglaubliche Farbigkeit und Lebendigkeit. Thematisch sind sie dem Mittelalter zuzuordnen, doch in ihrer Ausdruckskraft dieser Zeit weit voraus. Die Wandmalereien spiegeln eine Umbruchphase wieder und sind deshalb für die Kunstgeschichte von großem Wert. Die schönsten Fresken sind im Erdgeschoss zu sehen. Sie zeigen Jesus beim Abendmahl und bei der Kreuzigung. Das Leben des Heiligen Nikolaus, der von den Bulgaren besonders verehrt wird, wird in 18 Szenen dargestellt.

 

Lange Zeit konnten die Wandmalereien nicht besichtigt werden, da sie einem aufwendigen Restaurierungsprozess unterzogen werden mussten. Erst seit 2002 sind sie wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Um sie zu schützen, sind nur kurze Aufenthalte in der Kirche erlaubt.

 

Der Abend steht zur freien Verfügung. Kulturell wird viel geboten in Sofia. Ob Oper, Theater oder Konzerte, für jeden Geschmack lässt sich etwas finden. Die Eintrittspreise sind erschwinglich.

 

Übernachtung in Sofia

 

 

"RILA KLOSTER" Weltkulturerbe UNESCO

 

2. Tag

Rila Kloster


Auf der Rundreise geht es am nächsten Tag weiter zum Kloster Rila. Es  liegt ca. 120 km von Sofia entfernt und ist der meist besuchteste Ort in Bulgarien. Das Kloster wurde im 10. Jahrhundert von St. Ivan von Rila gegründet, der als Weiser und Heiliger verehrt wurde. Der Klosterkomplex liegt inmitten bewaldeter Hügel und wirkt mit seinen 20 Meter hohen Mauern wie eine Festung. Bis zur Zerstörung durch die Osmanen im 15. Jahrhundert blühte das Klosterleben.

Während der osmanischen Unterdrückung hielten die Mönche die bulgarische Sprache und Kultur am Leben. Durch einen Brand wurde das Kloster 1833 zerstört und später durch reiche bulgarische Geldgeber wieder aufgebaut. Es ist heute nicht nur nationales Heiligtum und gehört zum Weltkulturerbe, es symbolisiert auch den wiedererwachten Nationalstolz der Bulgaren. Gleichzeitig ist das Rila Kloster das bedeutendste Denkmal der bulgarischen Architektur des 19. Jahrhunderts. Im Kloster befindet sich die größte Klosterkirche Bulgariens, die Kirche der „Geburt Jesus“ mit wunderbaren Wandmalereien und Ikonen. Der bekannte bulgarische  Maler, Zacharias Zutraf, hat hier als einziger seine Werke signiert. Eine besondere Rarität ist die 10 m breite, vergoldete Ikonostase, die von Holzschnitzern angefertigt wurde. Menschen, Tiere, Blumenmotive  und biblische Szenen sind darauf zu erkennen.

Das Klostermuseum präsentiert wertvolle Exponate, darunter uralte Handschriften und Bibeln, sowie das berühmte Raphaels-Kreuz. Es wurde von einem Mönch kunstvoll geschnitzt.

 

Für einen längeren Aufenthalt bietet das Kloster Übernachtungsmöglichkeiten an.

 

Nicht weit entfernt vom Rila Kloster liegt die Höhle, in die sich Ivan von Rila zurückgezogen hatte. In einem einstündigen Fußmarsch geht es steil nach oben (gutes Schuhwerk ist sehr zu empfehlen). Über eine hohe Treppe gelangt man ins Innere der engen Höhlenöffnung. Der Überlieferung nach, schaffen es Menschen mit reinem Herzen, sich durch die Öffnung zu zwängen. Wer nicht schwindelfrei ist oder Angst um seine Garderobe hat, sollte auf das Abenteuer besser verzichten. Von der Höhle aus kann man noch etwas bergauf wandern und gelangt dann zu einem Fels, auf dem der "Weise" in früheren Zeiten gebetet haben soll.

 

 

 

KIRCHE UND HEILQUELLE IN DOBARSKO

 

Dobarsko

 

Vom Rila Kloster aus geht die Fahrt weiter durch die landschaftlich reizvolle Gegend der Rhotopen in das stille Bergdorf Dobarsko. Das Dorf liegt besonders malerisch im Rasloger Tal, nur ca. 2o km entfernt von Bansko, einem bekannten Wintersportort. Es hat nur ca. 1000 Einwohner. Im Hintergrund sieht man auf die schneebedeckten Berge des Balkangebirges. Die Hauptattraktion des Dorfes ist die Kirche Hl. Theodor Tyron und Hl. Theodor Stratilates, die im Jahr 1614 errichtet wurde. Um die Kirche vor den Türken zu schützen, hatten die Bulgaren sie bei der Erbauung gut versteckt. Äußerlich wirkt sie wie ein Wohnhaus, nur ein Zeichen am Mauerwerk verrät, dass sich dahinter eine Kirche befindet. Bei dem Zeichen handelt es sich um ein Kreuz, das in das Mauerwerk gemeißelt wurde. Das Kreuz stammt aus dem Iran und symbolisiert Sonne und Wohlstand.  Im Innenraum der Kirche sind gut erhaltene Fresken zu sehen.

Während der Führung durch die Kirche wird man ganz besonders auf die Darstellung der Himmelfahrt Christi aufmerksam gemacht. Die Wandmalereien zeigen Christus, der umgeben ist von einem dreieckigen Gebilde, wie er in in den Himmel auffährt. Experten glauben eine Rakete darin zu erkennen. Ufologen analysierten angeblich schon vor vielen Jahren die Fresken in der Kirche und bestätigten dann, die Theorie der "Raumfahrt Jesu".

Mit viel Fantasie kann man diese Assoziation nachvollziehen, doch denkbar sind auch andere Ansätze.

Unmittelbar an der Kirche sprudelt eine Heilquelle, das heilende Wasser soll besonders den Augen gut tun. Der Überlieferung nach hatte Zar Samuils 1014 mit seinem Heer in Dobarsko Halt gemacht, nachdem der byzantinische Kaiser Basileios die Soldaten hatte blenden lassen. Das heilende Wasser linderte ihre großen Schmerzen.

 

Eine besondere Attraktion in Dobarsko ist die Folkloregruppe „Die Omas von Dobarsko“ Es ist keine professionelle Gruppe, die alten Frauen haben sich privat zusammengefunden und singen mit Inbrunst Volkslieder. Die Touristen werden ausdrücklich zum "Mitsingen und Mittanzen"animiert. Will man sich einen vergnüglichen typisch bulgarischen Abend gönnen, sollte man sich die Omas nicht entgehen lassen. Um die Stimmung zu heben, wird zu Beginn der Darbietung gleich ein Schnaps serviert. Dazu wird dann ein schmackhaftes Essen gereicht. Am besten ist es hungrig zu kommen, denn die Teller werden sehr gut gefüllt und es wird dauernd nachgelegt, ob man will oder nicht.

 

Übernachtung in Dobarsko

 

"Himmelfahrt Jesu mit Rakete", Kirche Dobarsko

 

3. Tag Plovdiv - Kloster Batschkowo

 

Am nächsten Morgen geht es weiter zur zweitgrößten Stadt Bulgariens, nach Plovdiv. Für diese Etappe müssen mindestens 3 Stunden eingeplant werden. Die Fahrt ins Landesinnere geht durch eine malerische Gegend, Wälder, Täler, Flüsse und einsame Bergdörfer wechseln sich ab. In den Dörfern leben Bulgaren mit christlicher Religion und Muslime friedlich zusammen. In jedem Dorf findet sich nicht nur eine christliche Kirche, sondern meistens auch eine Moschee. Ein typisches Bergdorf ist beispielsweise „Siroka Laka“, mit vielen unverputzten Häusern. Die Dächer der Häuser bestehen zum größten Teil aus Steinen, die in Schwerstarbeit aus dem Steinbruch geschleppt werden mussten. In den Dörfern kann man preiswert und gut essen.

 

Unterwegs säumen einige Verkaufsstände den Wegesrand. Honig ist hier erhältlich, bei den Touristen ist er sehr beliebt.

Vor einer römischen Brücke aus dem 2.-4. Jahrhundert, sollte man einen kurzen Stopp einlegen, denn von hier aus hat man einen herrlichen Blick in die Umgebung.

In Plovdiv fallen die schönen Häuser und das Kopfsteinpflaster gleich ins Auge. Außergewöhnliche Häuser sind beispielsweise das imposante Chindlijan Haus eines reichen Amerikaners aus dem Jahr 1835, das Georgjadi Haus eines türkischen Kaufmanns (1846), das Kujumzioghu Haus von 1874 und das Lamartine-Haus (1833), nach dem französischen Dichter Lamartine benannt. Es gehört jetzt dem bulgarischen Schriftstellerverband und ist ein Heimatmuseum. Besonderer Blickfang in Plovdiv ist das römische Theater aus dem 2. Jahrhundert nach Ch. Es wurde erst 1972 bei Ausgrabungen entdeckt und dient heute als Aufführungsort für Konzerte, Opern- und Theaterinszenierungen. 6000 Besucher finden dort Platz. Neben dem römischen Theater sind auch die Ruinen eines antiken Stadions zu sehen.

 

In Plovdiv haben sich viele Künstler angesiedelt. Es gibt Museen und Galerien mit interessanten Ausstellungen. Reisende berichteten schon in früheren Zeiten über die außergewöhnliche Schönheit dieser Stadt. Die Altstadt von Plovdiv steht seit 1956 komplett unter Denkmalschutz.

 

 

Kloster Batschkovo

 

Nicht weit entfernt von Plovdiv liegt das Batchschkovo Kloster. Gegründet wurde es 1083 von den Brüdern Grigorij und Abassi Bakuriani. Beide dienten als Heerführer in der bulgarischen Armee und wurden für ihre Dienste vom Imperator Alexej I. Komnin mit einem feudalen Eigentum belohnt. Das Kloster ist der Mutter Gottes gewidmet. Die Wandmalereien im Beinhaus, dem ältesten Teil des Klosters, stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Für die Öffentlichkeit sind sie leider nicht mehr zugänglich.

 

Die Malereien im Refektorium entstanden 1643. Sie sind eine Rarität, denn sie zeigen altgriechische Philosophen, die als Könige dargestellt sind. Darunter sind: Sokrates, Platon und Aristoteles. Auch eine Frau ist zu sehen, die Seherin <Sybille<. Es gibt nur zwei bemalte Refektorien mit einer Klosterküche auf der Welt.

Original erhalten ist der große Marmor-Eßtisch aus dem Jahr 1601, der den Speiseraum der Länge nach ausfüllt.

Die Ikone der Mutter Gottes, wird von den Gläubigen besonders verehrt. Sie trägt einen silbernen Mantel (1819) und soll der Legende nach, in den ersten Jahren des Christentums gemalt worden sein. Die Ikone ist als die >Mutter Gottes aus Iwer< in die bulgarische Kirchen-Geschichte eingegangen. 

 

Übernachtung in Plovdiv

 

Häuser in Plovdiv, antikes Theater, Kloster Batschkowo, römische Brücke, Rosental, Destillation

 

 

4. Tag

Das Tal der Rosen - Veliko Tarnova

 

Die Stadt Kazanlak liegt im Rosental und ist die Hauptstadt der bulgarischen Rosenöl Industrie. Das Rosental nennt man auch das Tal der Könige, weil hier besonders viele antike Gräber entdeckt wurden. 1992 wurde in der Nähe von Shipka das erste, nicht geplünderte Grabmal, gefunden. In dem Grabmal soll ein großer thrakischer Herrscher begraben worden sein. Neben schönen Fresken die thrakische Rituale zeigen, entdeckten die Archäologen auch kostbaren Gold-und Silberschmuck, sowie wertvolle Gefäße.

 

Das berühmte "Grabmal von Kazanlak" stammt aus dem 3 Jh. v. Chr. Es wurde schon in der Antike ausgeraubt. Leider ist es nicht mehr zugänglich. Es wurde aber eine originalgetreue Kopie errichtet, die besichtigt werden kann. Die Wände des Grabmals sind mit kämpfenden Kriegern, galoppierenden Streitwagen und Teilnehmern eines Festmahles bemalt.

 

Im Tal der thrakischen Könige wurden bisher schon 15 Gräber freigelegt. Archäologen vermuten, dass hier noch wesentlich mehr zu finden sind.

 

Bulgarien ist der zweitgrößte Hersteller von Rosenöl. In der Destillation wird in einem hochtechnisierten Verfahren Rosenöl hergestellt und in die ganze Welt verkauft. Durch die idealen Klimabedingungen im Tal wurde die Rosenproduktion im 20. Jh. zu einem wichtigen Industriezweig.

Die Rosen blühen von Ende Mai bis Ende Juni. Sie müssen vor Tageseinbruch gepflückt werden, damit der Ölgehalt nicht verloren geht. Fünf Tonnen Blüten ergeben einen Liter Rosenöl. Der Besuch in einer Destillation ist auf jeden Fall zu empfehlen. Bei einem erfrischenden Getränk oder auch einem Espresso, lässt sich die Atmosphäre des Ortes besonders gut genießen. Vom betörenden Duft der vielen Rosenarten umgeben, wird man von einem Mitarbeiter über die Rosenölgewinnung informiert. Ganz nebenbei erhält man noch (wenn es ein netter Mitarbeiter ist) wertvolle Tipps rund um das Thema „Rosen.“

Seife, Bodylotion oder Marmelade, hergestellt mit Rosenöl sind nur einige der Mitbringsel, die der kleine Souvenirshop bereithält.

 

Eine Serpentinenstraße führt zum Shipka Pass. Auf dem Weg dorthin liegt die schöne Shipka Gedächniskirche. Schon von weitem leuchten ihre goldenen Kuppeln. Die Kirche ehrt die gefallenen Russen und Bulgaren aus dem Russisch-Türkischen Krieg (1877). An die Schlacht erinnert auch das Freiheitsdenkmal, das in einer Höhe von 1326 auf dem Gipfel des Shipka Berg steht. Das Denkmal ist 32 Meter hoch. Innen gibt es ein kleines Museum mit Bildern über die kriegerischen Auseinandersetzungen.

 

 

 

 

Shipka Gedächniskirche mit goldenen Türmchen

 

 

 

 

"GRABMAL VON KASANLAK"

Unesco Weltkulturerbe

 


Arbanassi, "Konstanzalievhaus", Veliko Tarnova, Trojan, Kunstgewerbemuseum

 

Veliko Tarnova

 

Veliko Tarnova hat knapp 70 000 Einwohner (210 m ü. M.) und liegt majestätisch auf drei historischen Hügeln: Sveta Gora, Zarevez und Trapesiza  im nördlichen Teil des Balkangebirges am Fluss Jantra.

 

Die Stadt war von 1187 bis 1393 die Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reiches und gleichzeitig religiöses, politisches und kulturelles Zentrum des Landes. Ihre Blütezeit dauerte bis zur Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1393. Schon im Mittelalter hatte sie 20 000 Einwohner. Mit ihrer interessanten Architektur und den historischen Sehenswürdigkeiten ist Veliko Tarnova eine der schönsten Städte Bulgariens. Am Zarevezhügel sind noch die Ruinen der alten Festung zu sehen, die mit ihren dicken Mauern (12 m hoch und 3 m dick) einst als uneinnehmbar galt. Innerhalb der Festung befand sich der Zarenpalast mit repräsentativen Gebäuden auf einer Fläche von 4872 qm und die Bulgarische Patriarchalkirche, die einen Raum von 3000 qm umfaßte. Die alte Festungsmauer wurde restauriert, ebenso die Grundmauern einiger Wohn- und Wirtschaftshäuser. Am Südöstlichen Ende der Festung befindet sich der restaurierte Balduin-Turm. Er erinnert an den Sieg des Zaren Kolojan im Jahre 1205 über den flämischen Imperator Balduin. Am nördlichen Ende der Festung erkennt man den Felsen, von dem die Verräter in die Schlucht geworfen wurden.

 

Bei einem Erdbeben (1913) wurden große Teile der Stadt zerstört.

 

Im Mittelalter entwickelte sich in Veliko Tarnova eine eigene Stilrichtung in der Malerei, die ihre Wurzeln in der mittelalterlichen- und in der bulgarischen Malerei hatte. Als Malschule von Tarnova ist sie in die Kunstgeschichte eingegangen. Meisterwerke dieser Stilrichtung sind zum Beispiel die Malereien in der Bojana Kirche.

 

Für viel Furore bei den Touristen sorgt die alljährliche, in den Sommermonaten präsentierte Light- and Soundshow auf der Festung.


Übernachtung in Veliko Tarnova

 

5. Tag

Arbanassi - Veliko Tarnova

 

4 km entfernt von Tarnova liegt das schön gelegene Dorf Arbanassi. Hier wohnten einst viele reiche Bürger. Um 1200 sollen sich hier Siedler niedergelassen haben. Über ihre Herkunft gibt es viele Spekulationen. Eine Hypothese lautete, die Siedler seien bulgarische Bojaren gewesen, eine andere behauptete: christianisierte Albaner hätten sich hier niedergelassen.

Seine Blütezeit erlebte das Dorf zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert. Während dieses Zeitraumes war Arbanassi  für die osmanischen Herrscher von großer Bedeutung. Im Dorf soll es über 1000 prunkvoll ausgestattete Häuser gegeben haben. Einige der reichen Kaufmannshäuser können heute wieder besichtigt werden. Das beeindruckenste Haus ist das Konstanzalievhaus aus dem 17 Jh. Das Haus verfügt über mehrere Notausgänge und Verstecke. Auch damals schon hatten reiche Bürger große Angst vor Überfällen und versuchten sich entsprechend zu schützen. Das ist heute nicht anders. Im Empfangsraum ist noch die aufwendig gearbeitete Holzdecke erhalten. Neben dem Wohnbereich können u.a. die Küche, die Backstube und ein beheizbarer Raum für eine Wöchnerin besichtigt werden.

 

Auch zu empfehlen ist der Besuch der „Christi GeburtKirche mit vielen Fresken. Sie ist die älteste Kirche in Arbanassi. Eine Besonderheit dieser Kirche ist die Abbildung eines Freskenzyklus mit 12 antiken Philosophen, darunter: Homer, Aristoteles Platon, Sokrates und Pythagoras

 

Übernachtung in Veliko Tarnova

 

6. Tag

Trojan

 

Thraker gründeten vor etwa 3000 Jahren an den Hängen der Stara Plantina eine Siedlung. Aus der Siedlung entstand der Ort Trojan, der sich zu einem Zentrum für viele verschiedene Handwerkszweige entwickelte. Besonders wegen seiner Ton- und Keramikwaren wurde er berühmt. Die Waren wurden nach Rumänien, Serbien und Konstantinopel exportiert.

 

Das Kloster Trojan ist nach Rila und Batschkovo das drittgrößte Kloster Bulgariens. Vermutlich wurde es Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet. Das "Trojanski Manastir" liegt 10 km südöstlich von Trojan, am Rande des Balkangebirges. Seine berühmteste Sehenswürdigkeit ist die dreischiffige Kreuzkuppelkirche aus dem Jahr 1835 mit interessanten Wandmalereien. Dargestellt sind 2000 Szenen und Figuren, die Innenwände, Narthex (Raum für Frauen in der Kirche) und Galerie bedecken. Die Fresken sind phantasievoll gemalt. Zu sehen sind Teufelsgestalten, die die Menschen bedrängen, Szenen aus der Apokalypse und des Jüngsten Gerichts. Besonders interessant  in der Kirche sind neben den Wandmalereien auch die wunderbaren Holzschnitzereien der Ikonostase aus dem Jahr 1840.

 

Ein Besuch im Kunstgewerbemuseum sollte man nicht versäumen. Das Museum für Kunstgewerbe ist das einzige seiner Art in Bulgarien. Es zeigt Exponate des regionalen Kunsthandwerks und gibt darüberhinaus einen ausgezeichneten Überblick über die Keramikindustrie des Bulgariens.

 

Übernachtung Sofia

 

7. Tag Rückflug

 

 

 

PORTUGAL

Lissabon


 

 

 

 

KITZBÜHEL

Das Skigebiet rund um Kitzbühel bietet

53 Seilbahnen und Lifte,  200 km Abfahrt, schöne Gasthäuser, Ferienwohnungen in allen Preisklassen und Hotels in ale Preisklassen

 

 

Fotos: Sven Harms

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Fotos: Sven Harms

HAMBURGER HAFEN - das Tor zur Welt

Hafenstimmung

 

 



"LONDON" Impressionen einer Weltstadt

Fotos: Sven Harms