Essen

 

Le Prophète
Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer
Libretto von Eugène Scribe
Premiere: 09.04.2017
Aalto Musiktheater Essen

Musikalische Leitung: Giuliano Carella

Inszenierung: Vincent Boussard

 

Vergessen und wieder entdeckt


Im 19. Jahrhundert zählte Meyerbeer zu den beliebtesten Opernkomponisten. Die Gattung der Grand Opèra mit Virtuosen Arien, ausladenden Chor- und Ensemble Szenen, sowie einer opulenten Ausstattung der Bühne, begeisterte ähnlich, wie heute die Blockbuster großer Kinos. Doch im Laufe der Zeit standen seine Musikdramen immer seltener auf dem Spielplan. Auch das Aalto-Theater zeigte bislang kein Interesse. Erstmals in dieser Saison ist die Grand Opera "Le Prophet" in Essen zu erleben. Am Sonntag feierte sie Premiere.


Die Uraufführung des "Propheten" fand im April 1849, ein Jahr nach Ausbruch der in die Geschichte eingegangenen "Juni Revolution", in Paris statt. Mit zahlreichen Unterbrechungen hatte Meyerbeer fast 13 Jahre an dem Werk gearbeitet. Historische Vorlage für die Komposition bildet die Einnahme von Münster durch die Wiedertäufer Bewegung im Jahr 1536/37. Der holländische Schneidergeselle "Jan van Leyden" ist der Titelheld. Meyerbeers Kooperation mit Eugène Scribe, seinem Librettisten, hatte sich, wie bereits bei den Hugenotten, als äußerst erfolgreich erwiesen. Den Stoff für das Libretto entnahm Scribe den Schriften Voltaires und Carl Heinz van der Veldes, einem schlesischen Dichter. Beide kannten das radikal-reformatorische Gedankengut der "Wiedertäufer".


Die 1848er Revolution beeinflusste die Entstehungseschichte "des Propheten", denn plötzlich erwies sich das Libretto als hochaktuell. Der Komponist wollte eine politische Aussage vermeiden, da er bereits während seiner Arbeit zu den »Hugenotten« mit der Zensur unliebsame Bekanntschaft gemacht hatte. Meyerbeer sah sich veranlasst, die Mutter-Figur (Fidès) aufzuwerten, um ein starkes Gegengewicht zu den revolutionären Ideen der Wiedertäufer zu schaffen. Als Besitzerin einer Schenke, im bürgerlichen Milieu verankert, ist Fidès bodenständig und kennt keine Existenzsorgen.


 Inhalt


"Jan van Leyden" in der Inszenierung "Jean de Leyde", Gastwirtsohn, steht kurz vor der Hochzeit mit Berthe, seiner Verlobten. Nur die Einwilligung des Grafen von Oberthal muss noch eingeholt werden. Als dieser die Heirat verhindert, schließt sich Jean zunächst nur widerwillig den Wiedertäufern an. Empfänglich für deren Ideologie lässt er sich zum Propheten ausrufen und wird zum fanatischen Anführer der Bewegung. Er zieht nach Münster und übt dort eine blutige Schreckensherrschaft aus. Von Fidès, seiner Mutter, sagt er sich los. Mehr noch, er verleugnet sie und bezeichnet sich als Sohn Gottes. Eine Tragödie bahnt sich an.
 
Inszenierung

 

Regisseur Vincent Boussard erzählt eine zeitlose Geschichte, in der die private Tragödie eines Mutter-Sohn-Konfliktes im Fokus steht. Politische und religiöse Komponenten spielen immer weniger eine Rolle und treten im Laufe der Handlung in den Hintergrund. Fidès wird zur Hauptfigur des Dramas. Selbst Jeans Beziehung zu Berthe, seiner Verlobten, spielt keine Rolle mehr.
Das Bühnenbild von Vincent Lemaire besteht aus hohen grauen Wänden. Durch Spiegelungen und Lichteinspiegelungen entstehen interessante Muster, die die Kargheit brechen. Im vierten Akt rieseln permanent Regentropfen hinab. Die routierende Drehbühne ist oft in Bewegung, teilt Räume (was nicht unbedingt günstig ist, da sie den Chören wenig Spielraum lässt) und sorgt für den Bildwechsel in der viereinhalbstündigen Inszenierung.
Zu sehen gibt es viel und zu hören: »Großartiges«. Musikalisch ist der Abend ein absoluter Genuss. Sänger, Musiker und der fantastische Aalto-Opernchor mit Kinderchor (Einstudierung: Jens Bingert, Patrick Jaskolka) werden am Schluss der Aufführung mit Applaus überschüttet.


Zu Beginn der Handlung hält sich Jean in seinem Zimmer auf. Mit sportlichem Blouson, Spaß an Musik und am Fußball unterscheidet er sich nicht von anderen jungen Männern seines Alters. Sein Leben scheint in Ordnung zu sein. Aufgestapelte Bierkästen (auf Werbung für eine Essener Getränkefirma kann verzichtet werden) symbolisieren die Schänke der Mutter. Hier trifft  Jean auf die drei Wiedertäufer: Jonas, Mathisen und Zachary. Ihre unheimliche Kostümierung (Kostüme: Vincent Boussard, Elisabeth de Sauverzac) erinnert ans finstere Mittelalter, eine bestimmte Religionsgemeinschaft ist nicht identifizierbar.. Fidès konservative Haltung offenbaren: dunkles Kleid, altmodische Frisur und braune Handtasche. Selbst als Bettlerin, herumirrend in den Straßen von Münster, hat sie die Tasche noch dabei. Warum Graf Oberthal dauerhaft von zwei Balletttänzerinnen in Tutu begleitet wird, kann nur vermutet werden. Ein Tresor, indem sich geplünderte Wertgegenstände der Wiedertäufer befinden, wird zum leuchtenden Altar. Jean legitimiert damit seine angebliche Göttlichkeit. Nicht fehlen in der Inszenierung dürfen das berühmte Schlittschuh-Ballett im dritten Akt ("Le Patineur"). Mit dem Ursprungstanz hat es allerdings sehr wenig zu tun. Ausserdem der Sonnenuntergang und das Kreuz als christliches Symbol.


Für Vincent Boussard ist der "Prophet" ein "Work in Progress". Der Regisseur beruft sich auf Meyerbeer, der bis kurz vor der Uraufführung Kürzungen und Striche in der Partitur vornahm. "Das Kunstwerk" kann auf ganz unterschiedliche Art interpretiert werden, lautet Bossards These. Um den Geschmack des Postmodernen Publikums zu treffen, sind Anpassungen notwendig. Jean ist als labiler junger Mann charakterisiert, der sich den Anordnungen und dem Wertekanon der Mutter zunächst widerspruchslos fügt und nur sein ganz persönliches Glück mit Berthe sucht. Dann aber durch widrige Umstände einen radikalen Schnitt vollzieht und der Verführung durch die Wiedertäufer erliegt, ihre fanatischen Ideen übernimmt und zu seinen eigenen macht.
Bezüge zu aktuellen Ereignissen deutet die Inszenierung zwar an, doch vertieft werden sie nicht. Boussard siedelt die Geschichte in der christlichen Symbolwelt an. Allerdings bleibt nicht verborgen, welche Religion gemeint ist, wenn die Protagonisten am Schluss den Tod durch Sprengstoff finden. Nur: Es wird nicht ausgesprochen!


Berthe (Lynette Tapia) beeindruckt als Jeans Verlobte mit zarter Ausstrahlung und kristallklaren Koloraturen. Marianne Cornetti in der anspruchsvollen Rolle der Fides leistet Unglaubliches. Sie verkörpert nicht nur authentisch die leidgeprüfte Mutter, sie besitzt auch die Kraft über Stunden raumgreifend ihren Mezzo erglühen zu lassen. Die Rolle des Jean de Leyde ist dem Amerikaner John Osborn auf den Leib geschnitten. Er verfügt über einen wohl timbrierten Tenor, der selbst in extremen Höhen kraftvoll zu überzeugen weiss. Albrecht Kludszuweit, Pierre Doyen und Tijl Faveyts beeindrucken als entschlossene Wiedertäufer.
Giuliano Carella führt die Essener Philharmoniker sicher durch die schwierige Partitur und lässt die kunstvolle Musik Meyerbeers mit größter Präzision erklingen.

 

Fazit

Das musikalisch hochwertige Musikdrama sollte man auf keinen Fall versäumen.

 

(Ursula Harms-Krupp)

 

Tickets
T 02 01 81 22-200
F 02 01 81 22-201
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So

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Wuppertal

 

Timofej Kuljakin inszeniert Verdis „Rigoletto“ in Wuppertal

Premiere am 9. April 2017

 

Überzeugend neu erfunden

Das Wuppertaler Publikum feierte eine inszenatorische Offenbarung, man könnte sogar fast sagen, dass der russische Regisseur Timofej Kuljakin den Rigoletto neu erfunden hat, obwohl oder gerade weil er dabei ganz konsequent von der Musik Verdis ausging. Die Handlung war nicht etwa nur oberflächlich aktualisiert, sondern präzise in unsere Zeit geholt und zeigte überraschende Parallelen zur heutigen politischen Wirklichkeit. Durch seine Interpretation hat er fast wie nebenbei die dramaturgischen Ungereimtheiten beseitigt, die gerade bei „Rigoletto“ immer wieder irritieren. Er akzentuierte die Handlung anders, präzisierte dadurch die Motive der handelnden Personen und schärfte ihre Profile, indem er sie in all ihrer Widersprüchlichkeit auf die Bühne brachte.

 

Dass Kuljakin die Handlung so ablaufen lässt, wie sie im Opernführer steht, war nicht zu erwarten. Schließlich hat sich der 32jährige Russe unter den jungen Regisseuren schon europaweit einen Namen gemacht, obwohl er mit dem „Rigoletto“ in Wuppertal zur ersten Mal außerhalb seines Heimatlandes inszeniert. Bekannt dafür ist er, dass er in Operngeschichten nicht den musealen Wert sucht, sondern „einen aktuellen Bericht über das Leben und die Menschen um mich herum“ (Programmheft). Den ursprünglichen Plot der Oper hielt er nicht für glaubwürdig, hat deshalb andere Wege der Realisierung im Heute gesucht, und das Ergebnis überzeugte.

Die Zuschauer wurden über die Veränderungen nicht im Unklaren gelassen. Was gespielt wurde, erschien während des Vorspiels vorne auf der Leinwand: Mantua ist ein korrupter osteuropäischer Kleinstaat, die Regierungspartei „Mantua United“, deren Vorsitzender der Herzog von Mantua ist, hat gerade eine manipulierte Wahl gewonnen. Rigoletto ist Talkmeister und Meinungsmacher im staatlichen Fernsehen, dem wichtigsten Machtinstrument der regierenden Partei. Das Schloss des Herzogs ist die Parteizentrale, in der auch der dritte Akt spielt. Viele der handelnden Personen, die sonst erst im Verlauf der Handlung miteinander zu tun bekommen, sind hier von Anfang an eng beieinander. Die Höflinge Ceprano, Marullo, und Borsa sind Vorstandsmitglieder von „Mantua United“, aber auch Monterone, Gegenspieler Rigolettos, ist Vorstandsmitglied und von Anfang an auf der Bühne. Der Auftragsmörder Sparafucile arbeitet hier als Security-Mitarbeiter, und seine Schwester Maddalena kellnert. Die Wahlparty zeichnet sich aber nicht durch große Fröhlichkeit aus, denn alle leiden unter dem psychopathischen Herzog, der sich alles herausnehmen kann. Niemand kann gegen ihn etwas machen, weil auch seine Untergebenen untereinander zerstritten sind. Er wird hier als sexbesessener Vergewaltiger dargestellt, der sich die Frauen nimmt, wie er will, sie dazu zwingt, russisches Roulette zu spielen und seine sadistischen Launen (Sex mit Maske und Handschellen) zu ertragen. Dieser Schwerverbrecher mit unbegrenzter Macht outet sich außerdem als Kleiderfetischist: bei jeder Frau ein neues Kostüm. Das erklärt auch sein Clownskostüm im ersten Akt, in dem er die Gräfin Ceprano zum Sex ins Hinterzimmer befiehlt, zum Verdruss ihres Gatten, der aber machtlos sich fügen muss. Nur Monterone, dessen Tochter der Herzog auch vergewaltigt hat, traut sich, dem Herzog seine Missetaten vorzuwerfen. Im „Original“ platzt er aus realitätsfernen dramaturgischen Gründen in die Orgie des Herzogs, hier wagt er als Vorstandsmitglied der Partei den Aufstand, wird aber sofort festgenommen und gefoltert. Das kann man sehen, weil er als stummer Partner Rigolettos in dessen folgender Arie agiert. Seine Verurteilung im 3. Akt unterbricht dann auch nicht das Geschehen im Vordergrund, sondern wird auf der Videoleinwand als Nachricht von Breaking News gezeigt.

 

Sowohl im ersten als auch im dritten Akt ermöglicht das Bühnenbild (Oleg Golovko) die Umsetzung der inszenatorischen Ideen: Neben dem großen festlichen Raum, in dem sich die personalintensiven Szenen abspielen, gibt es auf der rechten Seite noch einen kleinen, schmucklosen Raum. Dort finden die intimeren und z.T. verschwörerischen Gespräche statt, dort spielt aber auch die letzte Szene, Gildas Tod.

In diesem Raum bietet auch Sparafucile, der noch bei Monterones Verhaftung aktiv war, Rigoletto seine Dienste an, nämlich seine Feinde mit Hilfe seiner Schwester gegen Bares zu ermorden. In dem Moment, in dem er den Namen seiner Schwester nennt, erscheint diese tatsächlich als Kellnerin im großen Raum: dies als kleiner Beleg für die Sorgfalt der Inszenierung Kuljakins. Von der großen Idee bis in die kleinste Geste stimmt einfach alles. In diesem Zusammenhang erscheint es auch absolut plausibel, dass der dritte Akt nicht in einer abgelegenen Hütte, sondern wieder im Hauptquartier von „Mantua United“, spielt.

Rigoletto erscheint nie im Narrenkostüm, ist bürgerlich gekleidet. Die Fallhöhe zwischen zynischem Machtgebrauch und Tochterliebe ist hier beträchtlich. An Rücksichtslosigkeit übertrifft er bei der Demütigung Cepranos sogar noch den Herzog, diesem gnadenlosen Zynismus wird die Sorge um seine Tochter ganz hart gegenübergestellt. Höhepunkt dieser Widersprüchlichkeit ist der Schluss: Nach seiner Klage über den Verlust der Tochter drückt er ihr die Kehle zu, packt sie wieder in den Müllsack, geht vom kleinen Zimmer in den Saal und nimmt seinen Platz am Regierungstisch des Herzogs ein. Entsprechend endet die Oper auch nicht mit seinem „Ah, la maledizione“, sondern mit der Bühnenmusik das Anfangs.

 

Zu Gilda hat sich Kuljabin besonders viel einfallen lassen, in Zusammenarbeit mit seinem Dramaturgen Ilya Kukharenko. Nichts von dem dramaturgisch problematischem Alleinwohnen in einem versteckten Haus im verrufenen Viertel unter Aufsicht der bestechlichen Amme und den besorgten Besuchen des Vaters, von dem Gilda nicht einmal den Namen weiß. In dieser Inszenierung ist Gilda wahnsinnig und Insassin einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt – und das ist so plausibel inszeniert, dass man sich fragt, warum nicht schon jemand früher darauf gekommen ist. Denn die Musik erscheint auch dazu genau passend, als hätte Verdi sie tatsächlich für eine junge, naive Frau mit erheblichen psychischen Störungen komponiert. So erscheinen die kunstvollen Koloraturen in „Caro Nome“ plötzlich in einem ganz anderen Licht, verstärkt noch durch die Interpretation von Ruslana Koval, die bravourösen fließenden Koloraturen immer wieder starre, statische Töne (keine falschen!) gegenüberstellte. Diese grandiose Leistung mit Mut zur sängerischen Hässlichkeit wurde vom Publikum durch reichen Beifall belohnt.

 

Dass die Korruptheit des Kleinstaats Mantua alle betrifft, zeigte sich in der „Amme“ Giovanna, die hier die Chefärztin der geschlossenen Anstalt ist, sich aber nicht scheut, ihre Insassinnen potenten Kunden gegen Geld für sexuelle Dienste zur Verfügung zu stellen. Dabei nimmt sie in Kauf, dass ihre Patientinnen noch weiter in den Wahnsinn getrieben werden, wie Gilda, die nach der Vergewaltigung noch Handschellen trägt, in ihrem verstärkten Liebeswahn sogar das Bild des Herzogs umarmt.

 

Noch zwei weitere bemerkenswerte Änderungen der Regie sind zu nennen. Erstens: Im „Original“ wird Rigoletto beim Raub seiner Tochter eine Maske aufgesetzt, die ihn nichts mehr sehen und hören lässt, so dass er unwissentlich den Raub unterstützt. In dieser Inszenierung wird Rigoletto durch einen Schlag auf den Kopf ausgeknockt und erwacht erst bei den Hilfeschreien der Tochter. Viel plausibler!

Zweitens: Im letzten Akt verliebt sich Maddalena keineswegs in den „netten Jungen“ von Herzog. Sie findet ihn im Gegenteil eklig, auch weil er seine Macht ausspielt und sie zum „Russischen Roulette“ zwingt. Sie erkennt aber plötzlich, dass sie in dem Verkleideten den Regierungschef vor sich hat. Sie legt dann sozusagen den Schalter um, weil sie und ihr Bruder durch dessen Ermordung selbst in tödliche Gefahr gerieten. Auch diese Änderung ist zwingend und vollkommen einleuchtend.

 

Eine brillante Regie also. Sie wäre aber nicht so durchschlagend gewesen, wenn die Qualitäten der anderen Mitwirkenden nicht ähnlich herausragend gewesen wären. Alle nahmen das Konzept Buljakins voll an und führten es zum Erfolg. Das begann mit den Sängern der drei Hauptpartien: die oben schon genannte grandiose Ruslana Koval in der Rolle der Gilda, der unangestrengt auch bei den hohen Tönen singende und sehr wortverständliche Pavel Yankovsky als Rigoletto und mit strahlendem Tenor Sangmin Jeon als schurkischer Herzog, eine Extremmischung von Trump und Kim. Fantastisch auch der schwarze Bass Sebastian Campiones als Sparafucile und der voluminöse Alt von Catriona Morison als Maddalena. Auch die darstellerische Leistung aller Solisten stand ihrem Gesang nicht nach. Das gilt auch für die übrigen kleineren Rollen und den Herrenchor (Markus Baisch). Sogar die engagiert gespielten stummen Rollen erklärten viel und rundeten das Gesamtbild in vielfacher Hinsicht ab (so gab es sogar einen Auftritt der Ehefrau des Herzogs, die im Libretto nur einmal kurz genannt wird).

 

Schließlich das Orchester unter Johannes Pell, der die Sänger aufmerksam unterstützte, aber auch aufzeigte, dass das Orchester nicht nur begleitet, sondern selbst auch eine wichtige dramaturgische Rolle innehat. Das Wuppertaler Sinfonieorchester spielte brillant, überdeckte aber niemals die Sänger oder zwang sie zum Forcieren. Das dynamische Spektrum wurde voll ausgenutzt, viele schöne, genau austarierte Holzbläsersoli und ein hervorragender Pauker bleiben in Erinnerung.

 

Eine Inszenierung, in der alles ineinanderpasst, mit tollen Sängern und tollem Orchester, kann glücklich machen. Das ist so eine!

 

Weitere Aufführungen: 15.4., 23.4., 31.5., 9.6., 22.6., 24.6.2017

 

Fritz Gerwinn, 11.4.2017

 

 

 

 

 

DON QUIJOTE DE LA MANCHA in Wuppertal

Regionale Unternehmer fördern die Produktion in den Riedel-Hallen

 

Seit kurzem probt das Team von „Don Quichote de la Mancha“ in den imposanten Riedel-Hallen, wo ab 11.Mai bis in den Juni auch die Aufführungen stattfinden. Nach dem großen Erfolg von „Romeo und Julia“ im Jahr 2015 realisiert der Wuppertaler Regisseur Robert Sturm hier zum zweiten Mal ein spartenübergreifendes Theaterprojekt. Während mehrerer Wochen entwickeln die beteiligten Künstler das Stück in einem offenen Arbeitsprozess. Nicht nur Schauspiel und Tanz, auch Musik und Film sind wichtiger Teil der Inszenierung in der großen Fabrikhalle.

 

Der Wuppertaler Regisseur Robert Sturm wagt es alo zum zweiten Mal, ein Riesenprojekt zu stemmen. Nach „Romeo und Julia“ im letzten Jahr (alle Karten waren da schon vor der ersten Vorstellung verkauft) inszeniert er 2017 „Don Quijote de la Mancha“ in der Bühnenfassung von Hubert Schirneck. Wieder sind die Wuppertaler Bühnen dabei, und wieder ist die Firma Riedel an der Uellendahler Straße einer der wichtigsten Mäzene, stellt u.a. ihre beeindruckende Halle V für Proben und Aufführungen zur Verfügung. Das Projekt hätte aber keine Chance gehabt, gäbe es nicht weitere großzügige Unterstützung von Firmen, Stiftungen und Privatleuten (u.a. Jackstädt-Stiftung, Familienministerium NRW, Stadtsparkasse Wuppertal, Vorwerk, WSW u.v.a.).

 

In Szene gesetzt wird die Geschichte in einer spartenübergreifenden Kooperation von Künstlern aus Wuppertal und der Region. Neben Robert Sturm wirken noch weitere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von Pina Bausch mit (Matthias Burkert, Jean Sasportes), für die zu entwickelnde Musik sind etliche Wuppertaler Musiker verantwortlich (Carolin Pook, Uwe Fischer-Rosier, Markus Beuter, Werner Dickel mit seinem Schönberg-Ensemble). Einige der Schauspieler (Ingeborg Wolff, Thomas Gimbel, Hans Richter, Jörg Reimers, Bernhard Glose und Anne-Catherine Studer) werden viele Wuppertaler noch aus dem alten Ensemble unter Christian vom Treskow kennen. Dazu kommen weitere Künstler für Bühnenbild, Kostüme, Videos etc. Auch Tony Cragg wird beratend tätig sein.

 

In der ersten Pressekonferenz am 7.12.2016 im Rittersaal der Firma Riedel freute man sich noch mächtig, dass man den aus Film und Fernsehen bekannten Schauspieler Christoph Maria Herbst für die Hauptrolle gewonnen hatte. Der bekannte damals, große Lust zu haben, wieder in Wuppertal Theater zu spielen, wollte aber als Teil eines großen Ensembles wahrgenommen werden. Leider hat er Ende Februar abgesagt, aus persönlichen Gründen und schweren Herzens, wünscht allen Beteiligten aber „viel Rückenwind für dieses schöne Projekt“. „Eine perfekte Neubesetzung“, so Regisseur Robert Sturm, wurde aber schnell gefunden. Der Schauspieler Marco Wohlwend übernimmt die Titelrolle. Auch er ist den Wuppertalern noch bekannt, hat er doch in vielen wichtigen Rollen hier auf der Bühne gestanden. Auch Opernbesucher werden sich noch an seinen brillanten Samiel in Webers „Freischütz“ erinnern.

 

„Die Thematik“, so Regisseur Robert Sturm, „ist nach wie vor hoch aktuell. Wer spürt nicht ab und zu den Wunsch, unserer Realität den Rücken zu kehren oder sie radikal zu verändern und in einer anderen, vielleicht besseren Wirklichkeit zu leben? Genau das tut Don Quijote. Und das möchten wir auch in unserer Inszenierung, im Spiel mit Sprache, Musik, Bewegung und Raum, auf der Grenze zwischen Realität und Phantasie.“

 

Die Beteiligten wollen das Stück in einer sechswöchigen Probenphase, die im März 2017 beginnt, in einem offenen Arbeitsprozess entwickeln, wobei vor allem die Musik auch als Teil der Handlung begriffen werden soll.

Premiere ist dann am 11.Mai, 19.30 Uhr, in der Halle V der RIEDEL Communications, Uellendahler Str. 353, 42109 Wuppertal. Weitere Aufführungen finden statt am 14., 16., 17., 25., 26., 30. Mai und am 3., 4., 5., Juni jeweils um 19.30 Uhr.

 

Karten (29€, ermäßigt 14€) gibt es bei der Ticket-Hotline (0202 5637666) und im Internet unter www.kulturkarte-wuppertal.

 

(Fritz Gerwinn, 4.4.2017

 

 

 

 

Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre

Ludger Vollmers „Tschick“ in Hagen
Erfolgreiche Uraufführung

Road Opera von Ludger Vollmer

Libretto von Tiina Hartmann nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf

Auftragswerk des theaterhagen

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater 2016.

 

Musikalische Leitung Florian Ludwig
Inszenierung Roman Hovenbitzer
Dramaturgie Ina Wragge

 

Große Oper in Hagen, und das ganz neu. Am 18. März öffnete sich der Vorhang zu Ludger Vollmers brandneuer Road Opera „Tschick“. Der Vorschlag, gerade diese Geschichte zu vertonen, kam noch von der im letzten Jahr verstorbenen Hagener Dramaturgin Dorothee Hannappel, der das Werk auch gewidmet ist. Der Komponist will vor allem die Jugend ansprechen, und so sah man auch schon bei der Premiere mehr junge Leute als sonst. Der Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist inzwischen Schullektüre, es gibt davon eine Bearbeitung fürs Sprechtheater und eine Verfilmung. Ludger Vollmer und seine Librettistin Tina Hartmann gehen aber einen ganz eigenen Weg. Den zu verfolgen, war spannend. Die Oper war publikumswirksam inszeniert, ist oft lustig, schürft aber immer wieder auch tiefer. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert.


Tina Hartmann hatte aus dem Roman 29 Szenen herausdestilliert, aber den Gesamtablauf nicht verändert. Das ergab gut zwei Stunden Musik. Die Geschichte wird auf diese Weise sehr klar wiedergegeben, ist nachvollziehbar auch für Leute, die den Roman mit seiner verschlungenen Handlung nicht kennen. Die Hauptpersonen, Maik, ein wohlstandverwahrloster Junge und Tschick, ein Russlanddeutscher, lernen sich kennen, freunden sich an und beschließen, mit einem geklauten Lada in die Walachei, Tschicks Heimat zu fahren. Weil ihre geographischen Kenntnisse im Minusbereich liegen, erreichen sie dieses Ziel nicht, erleben aber ungeheure Abenteuer und lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen. Obwohl am Schluss ein Unfall passiert, ist das für Maik aber „der schönste Sommer meines Lebens“. Die auch in Herrndorfs Roman benutzte harte und direkte Jugendsprache wird auch in die Oper übernommen, den weitaus obszönsten Verbalpart hat aber zweifellos Maiks Kapitalistenvater. Aber über Herrndorfs Text hinaus tauchen auch zwei neue Elemente auf. Einmal ein Gedicht von Christian Morgenstern: „Die zwei Parallelen“, die sich trotz mathematischer Gesetze am Ende doch treffen. Sie passen haarscharf auf die Beziehung zwischen Maik und Tschick und kommen immer wieder in unterschiedlichen musikalischen Variationen vor. Dann eine Szene aus Wilhelm Buschs Max und Moritz, von der auf der Müllkippe lebenden Isa als Auftrittsarie gesungen, umgedeutet und erklärend, warum sie missbrauchsbedingt an diesem schrecklichen Ort lebt.

 

 

Die Musik ist, da kann man dem Komponisten nur folgen, tatsächlich „große Oper“. Volles Orchester, Chor, Extrachor, Solisten und sogar Hiphoptänzer haben gut zu tun. Die Musik versucht gar nicht erst, avantgardistisch zu sein, ist aber neuartig in dem Sinne, dass sie sich aller möglichen Stile und Techniken bedient, um den emotionalen Gehalt der jeweiligen Szene genau herauszuarbeiten. Zum einen hört man alte Bekannte aus der Musikgeschichte, die aber nie ganz wörtlich zitiert, sondern melodisch oder harmonisch abgebogen werden (einmal war, als Tschick von Russland schwärmt, „Midnight in Moscow“ zu erkennen). Andererseits gibt es dramatisch-dissonante Musik an zentralen Stellen, vom vollen Orchester gespielt. Der Bezug zur Tradition ist aber immer vorhanden, so etwas wie Rezitative und Arien wird benutzt, rhythmisch Bewegtes erinnert an Bartok, aber auch Rockmusik kommt immer wieder vor, ebenso Micky-Mousing, also das Verdoppeln einer Bewegung in der Musik. Dies alles aber keineswegs beliebig, sondern präzise und oft wechselnd und changierend auf den jeweiligen Ausdrucksgehalt bezogen. Deshalb war die Musik auch für Laien relativ leicht zu verfolgen, wer sich besser auskannte, hatte seinen Spaß daran zu erkennen, welche Stile gerade verarbeitet wurden. Vieles erinnerte mich in der kompositorischen Vorgehensweise auch an Offenbach und Eisler: Es gab ironische und pointiert satirische Passagen, oft verstärkte die Musik den komischen Effekt lustiger oder skurriler Szenen auf der Bühne. Dass des öfteren laut gelacht wurde, lag also keineswegs nur am Text. Der wurde nur manchmal gesprochen, sonst aber in den unterschiedlichsten Facetten gesungen, manchmal songartig, manchmal wurden die Worte zerhackt, manchmal schlug es gezielt ins Süßliche um, der Gegensatz zwischen satirischen und ernsten Stellen wurde aber insgesamt brillant über die Rampe gebracht.

 

 

Gut war es, dass alle gesungenen Texte noch einmal als Übertitel erschienen, das erleichterte das Verstehen der Handlung ungemein. Ein zweites Schild hatte aber schon dramaturgische Funktion. Hier wurden die Überschriften der einzelnen Szenen und entscheidende Worte eingeblendet. Auch für die szenische Umsetzung hatte sich Regisseur Roman Hovenbitzer einiges einfallen lassen. Sehr schön seine Idee, den Chor, der die Bedrohungen der Umwelt darstellte, mit Masken auftreten zu lassen. So konnten sie u.a. die sportliche Rentnergruppe, die grunzenden Schweine nach dem Unfall und die sensationsgeile Menge beim Prozess darstellen. Auch die von der Musik vorgegebenen Dreifaltigkeiten der alternativen Mutter Friedemann und der Krankenschwester wurden publikumswirksam auf die Bühne gebracht, und nachhaltig war auch die Szene mit dem stahlbehelmten Horst Fricke, der alles durcheinanderbringt. Bühnenbildner Jan Bammes setzte präzise Akzente mit schnell wechselnden Requisiten. Einen ganz gewichtigen Anteil hatten aber die Projektionen von Krista Burger. Sie fand für die vielen Fahrten der beiden eine einfache, aber geniale Lösung: Der geklaute Lada kann an einer Stelle stehen bleiben, und die durchfahrenen Landschaften und Siedlungen ziehen - dargestellt durch ein Video – an ihm vorbei und simulieren ein fahrendes Auto. Nur ein Pfeil zeigt die Richtung an, in die das Auto fährt. Und gegen Ende, wenn Maik und seine Mutter die überflüssigen Möbel in den Swimmingpool werden, sehen die Zuschauer das Innere des Swimmingpools auf der Leinwand und können genau beobachten, wie die neobarocken Stühle langsam auf seinen Boden sinken.

 

 

Dem Orchester unter Florian Ludwig hatte hörbaren Spaß an der Produktion und spielte sehr motiviert, auch Chor und Extrachor waren in jeder Hinsicht voll engagiert dabei. Und die Solisten agierten auf gewohnt hohem Niveau: Andrew Finden als Maik und Karl Huml als Tschick spielten, sprachen, sangen überzeugend die Hauptrollen, Kristine Larissa Funkhauser glänzte als Isa. Marilyn Bennett als alkoholkranke Mutter und Rainer Zaun als ordinärer Kapitalist boten exzellente Charakterstudien, Richard van Gemert beeindruckte in seiner Rolle als Karl Fricke und Heikki Kilpeläinen in mehreren Rollen mit seinem voluminösen Bariton. Auch die zahlreichen anderen Solisten, von Ensemble- und Chormitgliedern besetzt, zeigten hervorragende Leistungen. Einige kamen auch aus der Solistenklasse des Kinder- und Jugendchores des theaterhagen, die sich im Programmheft begeistert über die Oper Vollmers äußerten und dies auch in Gesang und Darstellung auf der Bühne bestätigten.

 

Eine sehr gelungene Produktion also, vor allem für eine junge Generation komponiert. Diese Oper hat es verdient, auch an vielen anderen Häusern gespielt zu werden. Auch weil am Schluss deutlich wird, dass das Leben immer risikoreich ist und es letztlich darauf ankommt, glücklich zu werden. Ein schöner Einfall dazu das Schlussbild: Isa und die beiden Jungen sitzen in großer Höhe auf Schaukeln und lächeln ins Publikum.

 

 

Fritz Gerwinn, 20.3.2017

 

Weitere Aufführungen: 13.4., 20.4.,26.4., 10.5., 2.6., 11.6., 7.7.2017

 

 

 

 

MERCI CHÉRIE

Die schönsten Lieder und Chansons von Udo Jürgens

Mit vier Original-Stars aus „Ich war noch niemals in New York“

 
Seine vielen treuen Fans sind bis heute untröstlich. Mehr als zwei Jahre ist Udo Jürgens bereits tot. Doch ist er unvergessen und seine Songs leben in den Herzen vieler Menschen weiter. Sie sind Kult geworden.

» MERCI CHÉRIE« lautet der Titel mit dem Udo den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. Von da an startete er eine beispiellose  Karriere. Seine Kompositionen begeistern bis heute Jung und Alt
Auch das Konzert  mit dem die vier Musical-Stars: Andreas Bieber, Annika Bruhns, Karim Khawatmi und Sabine Mayer, bekannt aus dem Erfolgs-Musical „Ich war noch niemals in New York“, in 29 Städten in Deutschland gastieren, trägt den Titel » MERCI CHÉRIE. Das Konzert ist eine leidenschaftliche Hommage an Udo Jürgens, den sie persönlich kennenlernen durften und dessen Lebenswerk sie besonders schätzen.

In Duisburg im "Theater am Marientor" stand »Merci Cherie« am Montag (13.03.17) auf dem Programm. Die Protagonisten begeisterten mit einer hinreißenden Show. Rund 30 Lieder und Chansons aus dem rund 1000 Liedern umfassenden Repertoire Udos trugen sie vor. Die Künstler Illustrierten die enorme Bannbreite seines Schaffens in bewegender Art und Weise. Gleich zu Beginn berichtete Andreas Bieber über seine erste Begegnung mit Udo Jürgens in Wien; als dieser zu den Proben zu »Ich war noch niemals in New York«  plötzlich auftauchte.
Stimmgewaltig und am laufenden Band präsentierten  Andreas Bieber, Annika Bruhns, Karim Khawatmi und Sabine Mayer, begleitet von der wunderbar einfühlsam spielenden Pianistin Marina Komissartchik und einer sechsköpfigen Liveband, die großen Hits des Entertainers. „Aber bitte mit Sahne«, »Siebzehn Jahr, blondes Haar«, »Ich war noch niemals in New York« oder »Ein ehrenwertes Haus« und noch viele andere mehr. Allesamt Glanzstücke. Das Publikum schwelgte in Erinnerung, sang und klatschte begeistert mit.

Eindrucksvoll vermittelte das Ensemble, dass es Udo stets wichtig war, mit anspruchsvollen Liedern und Melodien zu unterhalten, aber auch Zeitkritik zu üben. Vorzüglich gelang es ihm, Elemente der Leichtigkeit und des Tiefsinns einzigartig zu verbinden. In der packenden Show agierten die Musicalstars nicht nur temporeich und voller Emotionen, sondern sie schlugen auch nachdenkliche, leise Töne an und interpretierten die Kompositionen des Ausnahmekünstlers auf ihre ganz persönliche Art und Weise. Abwechselnd trugen sie ausserdem Zitate vor, die von Udo stammen und die Gedanken- und Gefühlswelt des Sängers widerspiegelten. Er philosophierte gerne über das Leben und meldete sich zu brisanten Themen zu Wort.

Nach »Aber bitte mit Sahne« und einem weiteren wunderschönen Ohrwurm »Paris – einfach so nur zum Spaß“, wurde so langsam der Schluss eingeläutet. Als Bieber verschmitzt lächelnd erschien und bemerkte;" ich hab noch was vergessen“: „…es war schon dunkel“, wussten alle, was jetzt noch unbedingt kommen musste. »Griechischer Wein«, ein Hit der Superlative. Mit begeistertem Applaus und Standing Ovations feierte das Publikum das Ensemble.
(U.Harms-Krupp)

 

 Info/Tickets

Sound of music GmbH
Thea-Leymann-Str. 12
45127 Essen

Telefon: 0201-721381

Telefax: 0201-2202746

e-mail: info@soundofmusic.de
Internet: www.soundofmusic.de

 

 

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Buntes Opernhaus mit Pulcinella
Großes Education-Projekt in Wuppertal
Premiere am 7. März

 

Schon eine gute halbe Stunde vor Beginn der Aufführung war in der Nähe des Wuppertaler Opernhauses kein Parkplatz mehr zu bekommen. Kein Wunder, denn 150 Kinder sollten das Stück bestreiten, und im Foyer drängten sich vor allem erwartungsvolle Eltern.


Wie war das Projekt zustande gekommen? Idee und Initiative ging von der Wuppertaler Musikerin Gunda Gottschalk aus, die in anderen Städten schon ähnliche Projekte begleitet, selbst geleitet und für Wuppertal das Pulcinella-Ballett von Igor Strawinsky ausgesucht hatte. Von Anfang an arbeitete das Education Team des Wuppertaler Symphonieorchesters mit. Diese drei Musiker (Nicola Hammer, Gerald Hacke, Martin Schacht) leisten schon seit Jahren erfolgreiche Arbeit, indem sie in ihrer Freizeit in Schulen gehen und musikalische Projekte initiieren. So konnte dieses Großprojekt unter dem Dach der Wuppertaler Bühnen angegangen und zu einem guten Ende geführt werden. Auch für den Opernintendanten Berthold Schneider ist dieses Projekt ein ganz wichtiger Baustein seiner Saisonplanung, so übernahm er auch die Dramaturgie dieses Stücks.


Fünf Grundschulklassen aus drei Schulen und drei Gruppen aus einer Hauptschule nahmen an diesem Projekt teil. Die kontinuierliche Arbeit in den Schulen begann dann nach monatelanger Planung im September 2016, also ein gutes halbes Jahr vor der Aufführung. Jede Klasse bzw. Gruppe arbeitete mit einer Künstlerin oder einem Künstler, die aus ganz unterschiedlichen Sparten kamen, hatte also einen speziellen Akzent. Je zwei Klassen widmeten sich, immer in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Lehrerin oder dem AG-Leiter, der Musik (unter Anleitung von Gunda Gottschalk) und der bildenden Kunst (Andrea Raak). Eine Klasse arbeitete mit dem Videokünstler Wasiliki Noulesa zusammen, und die drei Arbeitsgemeinschaften aus der Hauptschule beschäftigten sich mit Rhythmus (Martin Schacht vom Education Team), dem Tanz (JulieShanahan, Rainer Behr vom Wuppertaler Tanztheater) und spezifischen Theaterelementen (Jakob Fedler). Wichtig und selbstverständlich war die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrerinnen und AG-LeiterInnen, die dann natürlich auch zusammen mit ihren Künstlern den Schlussbeifall entgegennehmen durften. Die vielfältigen Ergebnisse und Entwicklungen mussten dann noch vom Bühnenbildner (Claus Stump) und der Regisseurin (Kirsten Uttendorf) zusammengefasst und in eine nachvollziehbare Fassung gebracht werden.

 

Und das war wohl die schwerste Aufgabe, denn in den verschiedenen Gruppen war ganz viel passiert. Die Schüler sollten ja nicht einfach Vorgegebenes aufnehmen und nachspielen, sondern eigene Ideen ausprobieren und einbringen, die dann in einen Ablauf integriert werden mussten. Parallel dazu entwickelt sich noch etwas Anderes. Gunda Gottschalk dazu in einem Interview: „Zu Beginn ist uns der Prozess wichtig, dass sich die Kinder auf das Vorhaben einlassen, erst dann kann auch eine Ergebnisorientierung geschehen. Durch dieses Vorgehen entsteht eine nachhaltige Verhaltensänderung bei den Schülerinnen und Schülern, die sich auch positiv auf den Unterricht in den Kernfächern überträgt.“ (die beste Zeit 01/2017, S. 17). Bei dieser Arbeitsweise war die ursprüngliche Handlung des Balletts also kaum zu verwenden. 150 wuselnde Schüler mussten anders auf die Bühne gebracht werden. Das geschah auf einer bunten Bühne mit knalligen Kostümen und Masken in allen Farben in ständiger Bewegung. Das Stück selbst bestand aus verschiedenen Tableaus, die Situationen des Alltags und des Lebens thematisierten. So wurde die Frage „Wer ist Pulcinella?“ intensiv behandelt, aber nicht endgültig beantwortet. Wechselnde Feen mit Riesensonnenbrille sonnten sich im Rampenlicht und wurden beklatscht. Das Thema Liebe fand breiten Raum, auch der Verlust durch den Tod. Dass die Bühnentoten dann wieder auferstanden, erinnerte ein wenig an die Ursprungsgeschichte, in der ähnliches passiert. Dazu kamen etliche freie Bewegungen einzelner Kinder auf der Bühne, die an Pina Bauschs Tanztheater erinnerten. Kein Wunder, denn zwei Mitglieder davon haben ja mit einer Gruppe gearbeitet.


Auch auf die Verbindung zur Musik wurde geachtet. Am Anfang ein kleiner Gag: Während das Orchester im halb hochgefahrenen Graben den Dirigenten erwartet, sitzt dieser schlafend auf einem Podest auf der Bühne und muss von einem Schüler geweckt und zu seinem Orchester geführt werden. Er ist dann aber sofort hellwach: der neue Chorleiter Marcus Baisch, der auch Orchester kann und die differenzierte Partitur mit dem aufmerksamen Wuppertaler Orchester elegant über die Rampe bringt. Aber auch die Schüler greifen ein: Die ersten Töne des Abends, mit Xylophon und anderen Kleininstrumenten, gehören ihnen, später werden Tischtennisbälle zu Geräuschinstrumenten, und eine Trommlergruppe bereichert die Partitur Strawinskys. Dazu kommen noch die Solisten Catriona Morison, Mark Bowman-Hester und Oliver Picker aus dem Wuppertaler Ensemble, die nicht nur schön singen, sondern den Kindern bei kleinen Unstimmigkeiten auf der Bühne helfen und in den Proben sehr freundlich mit ihnen zusammengearbeitet haben müssen, denn sie werden von ihnen besonders stürmisch beklatscht.


Dass nicht immer alles klappte, ist zu verstehen und zu verschmerzen. Wenn Kinder und Orchester zusammenspielen, ist es nicht immer ganz synchron, einige sprachen das, was sie sagen sollten, so schnell und überhastet, dass es nicht verstanden werden konnte. Andererseits überraschten immer wieder überzeugende darstellerische und vor allem tänzerische solistische Leistungen. Die italienischen Texte, die die Sänger und der Kinderchor sangen, verstand man nicht. Dabei hätte man hätte gern gewusst, ob und wie sie in das Stück integriert waren. Übertitel mit Übersetzungen hätten es dem Publikum leichter gemacht.
Überhaupt erschloss sich der szenische Reigen, einschließlich der Videoeinblendungen, dem Publikum nicht unbedingt, es waren viele ratlose Gesichter zu sehen, und Zwischenbeifall gab es auch nicht. Das ist bei einem solchen Projekt vielleicht auch nicht ganz so entscheidend, denn die künstlerischen Erfahrungen, die die Kinder gemacht haben, sind sicher zuerst einmal für sie selber wichtig, dann erst kommt das Publikum. Und wie die Kinder (und ihre Betreuer und Lehrerinnen) sich in ihre Aufgabe hineingesteigert haben, war deutlich auszumachen. Das Publikum geizte nicht mit Beifall. Der Education-Gedanke stand eindeutig im Mittelpunkt. Dass nur drei Aufführungen dieses Projektes stattfinden, erscheint nur auf den ersten Blick zu wenig, entpuppt sich letztlich aber als sehr realistisch. So kann sich keine Routine einschleichen, und alle Eltern können ihre Kinder auf der Bühne bewundern.


Die Teilnahme an diesem Education-Projekt hat sicher vielen die Angst vor der Bühne genommen, den Zuschauern und besonders den Mitwirkenden. Symbolisch dafür war die Geste der drei Solisten am Schluss: sie gaben ihre Masken an die Kinder weiter, das heißt. „So, jetzt seid ihr dran!“


Das Großprojekt Pulcinella sollte nicht das einzige Projekt bleiben. Noch wichtiger wäre, dass die Methoden des Projektes weitergeführt werden. Also: Viele kleinere Projekte, Künstler in die Schulen, kontinuierliche, regelmäßige Arbeit im musischen Bereich. Vielleicht erkennen dann in ferner Zeit auch Politiker, wie wichtig dieser Bereich ist, dass er Leistungen auch in den harten Fächern und vor allem die Schüler selbst ungemein fördern kann. Bisher wird, gegen jede Erkenntnis, aber meist nur in diesem Bereich gekürzt. Vielleicht irgendwann nicht mehr?

 

Fritz Gerwinn, 8.3.2017

 

Noch eine Aufführung am 19. März 2017

 

 

 

In Wuppertal geht die Post ab

Rocky Horror Show im Wuppertaler Opernhaus

Foto: Jens Grassmann
Foto: Jens Grassmann

Premiere am 17.2.2017, besuchte Vorstellung am18.2.2017

 

Schwarze Messe mit Reis und Konfetti

So außer Rand und Band war das Wuppertaler Publikum noch nie. Schon vor der Vorstellung erschienen etliche Zuschauer in Strapsen und anderen zum Stück passenden Kostümen, zum Teil auch horrormäßig geschminkt, und besetzten gutgelaunt die Plätze. Mitgemacht wurde von der ersten Sekunde, als hätten die Zuschauer es kaum erwarten können. Reiskörner und Konfetti verteilten sich im Parkett, Wasserpistolen spritzten, was sie hergaben, Klopapier flog auch aus den hinteren Reihen bis auf die Bühne, musste schon in der Pause zusammengekehrt werden, so dass rechts und links der Bühne zwei riesige Haufen zu sehen waren. Einige Gäste lieferten sich mit den überall verteilten Bahnen auch nach der Pause noch kleinere Scharmützel. Alles gewollt: die Wuppertaler Bühnen hatten vorgesorgt und jede Menge Tüten vorbereitet, in denen die während der Vorführung zu benutzenden Utensilien bereitlagen, so zum Beispiel für jeden genau 16 Gramm Reis. Schließlich hat sich die Rocky Horror Show zu einem Mitmachstück entwickelt, es findet aber keine unfreiwilligen bronchialen Mitmachaktionen statt, wie sie in manchen Konzerten zu ertragen sind, sondern erwartet wird, dass alle freiwillig und selbstverständlich mittun. Und wenn man jetzt glaubt, nur junge Leute hätten sich intensiv und freudvoll diesen Ritualen unterzogen, sah man sich absolut getäuscht: Eine große Menge des Publikums gehörte der Generation Ü50 an, etliche hatten das Rentenalter sogar schon vor geraumer Zeit erreicht, was sie an extensiver Teilnahme überhaupt nicht hinderte. Und offensichtlich kannten fast alle Zuschauer das Stück, hätten wenn gewünscht auch mitsingen können, so dass deutsche Übertitel der englisch gesungenen Songs nur gestört hätten. Verstehen konnte man sie sowieso nicht, weil das enthusiasmierte Publikum kräftig mitklatschte oder sich auf andere Weise fröhlich lärmend beteiligte. Die wenigen Nichtkenner des Stückes hatten also doppeltes Vergnügen: das Stück und das wie eine Rakete abgehende Publikum. So gab es am Ende nicht nur mindestens drei Zugaben, sondern überall fröhliche Gesichter.

 

Dabei ist die sexuelle Freizügigkeit dieses Stückes auch nach etlichen Jahrzehnten keineswegs üblich. Auf Homoerotik wird ja nicht nur angespielt, und fast alle Beteiligten tragen am Schluss rote Mieder und Strapse. Die erotischen Erweckungserlebnisse des Verlobtenpaares Janet und Brett werden breit ausgespielt, Frank´N´Furter, der Obergott vom Planeten Transsexual, verschafft erst der unerfahrenen Janet ungeahnte erotische Erlebnisse, um sofort danach auch ihren biederen Verlobten in die Freuden der Liebe einzuführen. Dabei hatte er kurz vorher zu seinem sexuellen Vergnügen noch einen neuen Menschen geschaffen, Rocky, dessen gut gefüllte Hose unübersehbar in den Mittelpunkt gestellt wird. Bei Janet hatte er aber so viel sexuelle Lust ausgelöst, dass sie ihren Verlobten vergisst und Rocky verführt, der dadurch seinem Herrn und Meister untreu wird. Deren intensive und lang andauernde Kopulation nach dem Lösen von Rockys Keuschheitsgürtel findet in einem verhängten Beichtstuhl statt. Der Vorhang wird nur gegen Ende aufgezogen, ohne dass die beiden sich groß stören lassen.

Der zweckentfremdete Beichtstuhl ist ein Teil der von Regisseur Sebastian Welker hinzugefügten neuen Provokation. Die Story mit ihren sexuellen Freizügigkeiten spielt in einer Kirche, und zwar in einer katholischen, die ja eher das Gegenteil davon predigt. Links reckt sich eine Kanzel in die Höhe, vor der sich vor Beginn der Handlung einige kostümierte Zuschauer fotografieren ließen. Es läuten die Glocken, ein Bischof, der unter seinem Gewand Strapse trägt, traut das Paar, dessen Brautstrauß Janet aufhebt. Oben steht ein Altar, der unter dem Gesicht Frank´N´Furters ein großes Bild des heiligen Sebastian zeigt, laut Wikipedia eine „standhafte Ikone männlicher Schönheit“, die nicht frei ist von homoerotischen Anspielungen. Und schließlich gibt es eine Abendmahlsszene, in der Menschenfleisch serviert wird, und zwar das von Eddie, Rockys Vorgänger, vom mächtigen Frank´N´Furter eigenhändig gemeuchelt. Dessen Rolle bleibt ambivalent. Einerseits wird er in der Vorankündigung des Stücks als Teufel bezeichnet, andererseits lassen sich dann, wenn er ein paar Meter hochgezogen wird und mit ausgebreiteten Armen vor Adlerschwingen hängt, Assoziationen an einen Gekreuzigten nur schwer vertreiben. Macht übt er auch gegenüber dem Publikum aus. Er bestimmt Anfang und Ende, sogar die Stärke des Beifalls.

 

Bühnenarbeiter sind in das Stück einbezogen. So lässt sich Frank´N´Furter, bevor er hochgezogen wird, von einem Bühnenarbeiter helfen. Das ist auch eine ganz wichtige Facette der Regie: Vollkommene Illusion wird vermieden, indem z.B. die Darsteller immer wieder den Einsatz für die Musik oder einen Lichtwechsel geben. Auch durch kleine Gags, z.B. Schilder mit Tanzschritten oder Anweisungen für das Publikum, wird deutlich gemacht, dass hier ein Spiel stattfindet. Regisseur Sebastian Welker hat sich, zusammen mit Bühnenbildner Stephan Prattes, Kostumbildnerin Susanne Hubrich und Choreographin Ama Share-Kissiov, einiges einfallen lassen. So wird die im Gewitter endende Autofahrt von Janet und Brad zu ihrem Professor Scott per Video gezeigt und geht dann über auf das Auto auf der Bühne. Der Weg zum Schloss ist überflüssig, die große Party der außerirdischen Transsylvanier findet direkt neben dem Auto statt. Spektakulär ist auch der Schluss: Nachdem Riff-Raff und Magenta ihren Herrn und Meister, dazu Columbia und Rocky, erschossen haben, verwandelt sich der Hochaltar mit dem heiligen Sebastian in eine Rakete, in die die beiden einsteigen und mit großem Getöse Richtung Heimatplanet abheben.

Gesungen, getanzt und gespielt wird auf absolut professionellem Niveau. Dafür wurden renommierte Musical-Darsteller aus ganz Deutschland engagiert. Andreas Wolfram brilliert als Frank´N´Furter, die Entwicklungen des am Anfang noch naiven Pärchens Janet und Brad lassen sich durch Johanna Spantzel und Dustin Smailes wunderbar nachvollziehen, und Christian Schöne als Rocky sieht nicht nur gut aus. Mariyama Ebel spielt Columbia, als Magenta alternieren Kerstin Brix und Anke Fiedler, die schon in der Saarbrücker Inszenierung 2011 dabei war. Drei Solisten aus dem neuen Wuppertaler Ensemble fügen sich in jeder Hinsicht nahtlos ein: Mark Bowman-Hester als Riff-Raff, Sebastian Campione als Dr. Scott und Simon Stricker als Erzähler (zum Schluss im Pfarrer-Habit), der sehr deutlich spricht, aber wegen von der Regie geforderten sehr lauter „Boring“ und „Langweilig!“-Rufe kaum zu verstehen ist. Eddie ist Eddie: der Wuppertaler Lokalmatador und Elvis-Imitator Eddie Ebeling. Auch die fünfköpfige Band unter Heribert Feckler gibt ihr Bestes, kann nur einmal kurz beim Schlussbeifall auf die Bühne kommen, weil sie danach sofort wieder die nächste Zugabe begleiten muss.

 

Ein schrilles Vergnügen also, schwarze Messe mit Reis, Konfetti und intensiv dargestelltem Sex, offenbar mit riesigem Erinnerungswert auch für Menschen mittleren und höheren Alters. Das muss allerdings nicht jedem gefallen, und in die begeisterte Gemeinde dieses oversexten Stückes einbezogen zu werden, ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Aber wer dieses Spektakel miterleben will, muss sich beeilen, denn die weiteren acht Aufführungen dürften schnell ausverkauft sein.

 

Zum Schluss noch ein kleines Lob für den Intendanten. Die Auswahl eines solchen Publikumsrenners lässt Raum für kleinere oder größere Wagnisse, z.B. Uraufführungen wie AscheMOND oder Stücke, die nicht unbedingt zu den Schlachtrössern der Opernliteratur gehören, auch wenn sie vielleicht nicht so wie die Rocky Horror Show beim Publikum ankommen. Die Saison bisher zeigt, dass schon vieles Unkonventionelle gewagt wurde, diese Wagnisse wegen des vergleichsweise geringen Etats aber auch abgesichert wurden. Das könnte und sollte so weitergehen.

Fritz Gerwinn, 202.2107

Weitere Aufführungen: 11., 12., 26. März, 21., 29., 30. April, 11., 20. Juni

 

GOP ESSEN

„Die große Coperlin Show“

 (5. Januar bis 5. März 2017)

 

Mit großartigen Künstlern und auf humorvolle Art und Weise lässt die große Coperlin Show im Gop die Zeit des goldenen Varietes aufleben.

 

GOP Variete-Theater, Rottstr. 30, 45127 Essen

Tickets: Telefon 0201 247 9393

info@essen@variete.de

www.variete.de

"Emma Phillips", Foto: GOP
"Emma Phillips", Foto: GOP

WUPPERTAL

AscheMond, Fotograf Wil_van_Iersel
AscheMond, Fotograf Wil_van_Iersel

Anspruchsvolle Premiere in Wuppertal

Helmut Oehrings AscheMOND im Opernhaus

Premiere am 29.1.2017

 Im noch dunklen Haus wabern Sprachfetzen aus den Lautsprechern. Zu hören sind sie von vorn und allen Seiten. Dann setzt das Barockorchester mit Purcell ein und wird im Schlussakkord von Oehrings Musik abgelöst.

In AscheMOND‹ geht es um Kräfte, die die Welt bewegen. Erzählt werden Geschichten in Musik. Bilder zeigen Grundkonflikte und Loyalitäten, von denen alle Menschen betroffen sind. Denn sie stehen  untereinander in existenzieller Verbindung.

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Cristina Piccardi (Lucia), Foto: Klaus Lefebrve
Cristina Piccardi (Lucia), Foto: Klaus Lefebrve

Donizettis Lucia di Lammermoor in Hagen

Wahnsinn nach Missbrauch

Ein neues Highlight in Hagen

»Voglio amore, e amor violento« – »Ich will Liebe, und zwar gewaltige Liebe«, erklärte der Komponist Gaetano Donizetti in einem berühmt gewordenen Brief. Seine Oper Lucia di Lammermoor feierte Premiere in Hagen.

 

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GELSENKIRCHEN

Die Passagierin

Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg

Premiere: 28. Jan. 2017 19:30 Uhr

Musiktheater-im-Revier, Gelsenkirchen

 

Ein deutsches Ehepaar überquert 1960 auf einem Schiff den Atlantik. Walter ist Diplomat und seine Frau Lisa freut sich darauf, Deutschland hinter sich zu lassen. Eine Passagierin an Bord beunruhigt Lisa, die Frau kommt ihr bekannt vor. Sie fühlt sich von deren Anwesenheit bedroht und offenbart Walter bisher verborgene Dinge ihrer Vergangenheit. Die Passagierin heißt Marta und war Inhaftierte des Konzentrationslagers Auschwitz. Lisa ist dort Aufseherin gewesen

Die Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz beschreibt in ihrer Novelle „Die Passagierin“ (1962) eine fiktive Täter-Opfer Begegnung.

www.musiktheater-im-revier.de

 

 

In Wuppertal tut sich was

Der neue Intendant Bertold Schneider hat "Utopia" für sich entdeckt. Gerade drei Monate seit Beginn der neuen Opernsaison sind vergangen und schon ist viel passiert 

 

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WUPPERTAL

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ in Wuppertal  
Premiere am 29. Oktober 2016

 

Großes Vergnügen mit Tiefgang

 

Am Schluss steht der arme Prinz wieder alleine vor dem Vorhang. Seine Braut ist volltrunken, der Hofstaat handyverrückt und sensationsgeil. Soll er bei dem Spiel mitmachen oder sich wieder in seine Depression zurückziehen?

Das Ende ist wirklich überraschend. Man hätte eigentlich ein dickes happy end erwartet. Vergnüglich war es trotzdem, Riesenbeifall, und zum Nachdenken gebracht werden kann man ja auch durch pralle Komödien. Lesen Sie weiter   ...

 

 

HAGEN

Cristina Piccardi (Susanna), Andrew Finden (Figaro), dahinter Veronika Hal ler (Gräfin), Keno  Brandt (Antonio), Chor Foto: Klaus Lefebvre
Cristina Piccardi (Susanna), Andrew Finden (Figaro), dahinter Veronika Hal ler (Gräfin), Keno Brandt (Antonio), Chor Foto: Klaus Lefebvre

"Die Hochzeit des Figaro."

 

Wieder eine erfolgreiche Premiere in Hagen. Stürmischer Beifall für ein exellent spielendes Ensemble.

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ESSEN

"Das Prinzip Jago"

Nach Motiven aus „Othello“ von William Shakespeare

Von Volker Lösch, Oliver Schmaering und Ulf Schmidt

 

"Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt "

 

Besser hätte die neue Saison für das Schauspiel Essen nicht beginnen können. Volker Löschs Theaterstück „Das Prinzip Jago“ begeisterte bei der Premiere.

Lösch gehört zu den gefragtesten Theaterregisseuren der Gegenwart. Er kann auf mehr als 80 Inszenierungen zurückblicken. Aktuelle politische Themen interessieren ihn besonders. weiter (...)

 

 

Oper Wuppertal // HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, Premiere 18. September 2016, 18 Uhr Fotos: © Jens Großmann, Kerstin Brix (Muse) Sebastian Campione (Luther), Simon Stricker (Wilhelm), Chor
Oper Wuppertal // HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, Premiere 18. September 2016, 18 Uhr Fotos: © Jens Großmann, Kerstin Brix (Muse) Sebastian Campione (Luther), Simon Stricker (Wilhelm), Chor

Hagen

Maria Klier (Sophie), Kristine Larissa Funkhuser (Octavian),  Foto: Klaus Levebvre
Maria Klier (Sophie), Kristine Larissa Funkhuser (Octavian), Foto: Klaus Levebvre

"DER ROSENKAVALIER"  Oper von Richard Strauss

Gelungene Premiere mit exzellenter Ensembleleistung

Junger Liebhaber und alternde Frau, ein idealer Stoff für eine Gesellschaftskomödie. Richard Strauss machte daraus eine berühmte Oper. In Hagen ist "Amor" immer dabei.

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Wuppertal

 

"LULU" von Alban Berg feierte in Wuppertal Premiere

 Martina Welschenbach  (Lulu) , Claus Rentzelmann  (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann
Martina Welschenbach (Lulu) , Claus Rentzelmann (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann

"Lulu" von Alban Berg zählt sicher zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts. Kein einfaches Werk, denn nicht nur die Länge überforderte manche Besucher, sondern auch die ungewohnte Tonsprache – modifizierte Zwölftontechnik – sowie die ausladende, nicht immer leicht nachzuvollziehende Handlung.

Kamioka hat sich mit der „Lulu“  zwar einen ziemlich dicken Brocken ausgesucht aber auch einen Herzenswunsch erfüllt, wie er auf der Pressekonferenz am Anfang der Saison ausführte. Sein Dirigat in Wuppertal ließ jetzt keine Wünsche offen. Lesen Sie weiter ...

 

 

 

REISEN

 

REISE INS PIEMONT - ein Paradies für Genießer

Foto: Deianira
Foto: Deianira

Hügelketten, an denen sich sanfte Weinberge schmiegen, schneebedeckte Bergketten, schmale Straßen, die sich in Serpentinen durch urige Dörfer schlängeln, Städte mit erlesenen Kunstschätzen, imposante Kathedralen.

Und das ist längst nicht alles. Das Piemont ist vor allen Dingen ein Paradies für Gourmets. Der heiß begehrte »weiße Trüffel«, ein edler Knollenpilz, dazu Spitzenweine: Der Barolo, Barbaresco und Dolcetto, um nur einige zu nennen, sind hier zu Hause. Viele Orte bieten erstklassige Restaurants und Osterien, sodass der Feinschmecker garantiert auf seine Kosten kommt. Die piemontesische Küche zählt zu den Besten in Ganz-Italien.

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Essen

"Der gute Mensch von SEZUAN"

Parabelstück von Bertold Brecht

Foto: Birgit Hupfeld
Foto: Birgit Hupfeld

Die Welt ist schlecht – und keine Lösung weit und breit. In der Tat ist Bertold Brechts Analyse der Zeitläufte, 1943 in Zürich uraufgeführt, aktueller denn je. Im Grillo Theater in Essen beschleichen den Besucher gleich zu Beginn unerfreuliche Vorahnungen, wenn die fürsorgliche Garderobiere bemerkt, dass heute mit einer gewissen Kühle im Zuschauerraum zu rechnen sei. Schließlich regne es auf der Bühne die nächsten drei Stunden ununterbrochen. Frieren sei angesagt: Da helfe nur warme Kleidung. Lesen Sie weiter ...

 

 

Wuppertal

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Im Wuppertaler Opernhaus feierte Molières „Tartuffe“ eine glanzvolle Premiere.

Die Komödie über einen betrügerischen religiösen Heuchler, in der Übersetzung von Wolfgang Wiens, verwendet Verse und Reime und mischt gekonnt und publikumswirksam verschiedene Sprachebenen. weiter ...

 

 

 

Essen

ELEKTRA

Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).
Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss

Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere am 19. März 2016

gesehen am 23.03.2016

 

 

David Böschs Inszenierung der  "Elektra" feierte im Aalto-Theater Premiere

 

Das Grauen ist immer da
Das Grauen ist omnipräsent. Blutbeschmierte Wände, Elektras blutbesudeltes Kleid, Kinderspielzeug, ein gekritzelter Satz: „Mama, where ist Papa“? Etwas Entsetzliches ist geschehen. David Böschs Gruselthriller "Elektra" präsentiert Protagonisten, die nach einem Trauma kein normales Leben mehr führen können.

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Hagen

"EUGEN ONEGIN"

Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Hagen

Premiere am 5.3.2016, besuchte Vorstellung am 11.3.2016

Keine zwei Monate später als Wuppertal brachte nun Hagen Tschaikowskis Eugen Onegin heraus, aber ganz anders. Wurde in Wuppertal der gesellschaftliche Aspekt mit realistischen Massenszenen betont, lieferte Regisseur Holger Potocki eine intime Kammeroper ab, ein Nachtstück, in dem es niemals richtig hell wird.

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Essen


"FAUST" IN ESSEN

Aalto-Theater
Musikalische Leitung Sébastien Rouland
Inszenierung, Bühne Philipp Stölzl


Charles Gounods fünfaktige Oper „Faust“ in der Inszenierung von Philipp Stölzl feierte im Aalto Theater in Essen eine umjubelte Premiere. Die Produktion kam bereits 2008 in Basel und 2015 in Berlin zur Aufführung. Die Inszenierung zeichnet das feinsinnige Psychogramm eines jungen Mädchens, welches durch einen gemeinen Betrug ein grausames Schicksal erleidet. Die Begierde eines alten Mannes zerstört ihr Leben.

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Wuppertal

Eugen Onegin in Wuppertal

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Wuppertal

Premiere am 24.01.2016

Toshiyuki Kamioka vermeidet den üblichen Anfangsbeifall für den Dirigenten, hat sich in den Orchestergraben geschlichen, während das Licht ausgeht, erklingen schon die ersten Töne. Und das Wuppertaler Sinfonieorchester spielt exzellent. weiter ...

 

 

Hagen

"Jonny spielt auf“

Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel
Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel

Premiere am 16.01.2016

Spannende Oper, intelligente Regie, interessante Musik

"Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek im theaterhagen

Beim Lesen der Handlung von „Jonny spielt auf“ – der Komponist Ernst Krenek hat nicht nur die Musik, sondern auch den Text geschrieben - entsteht leicht der Eindruck: Was für eine verworrene, reißerische Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen! Eine Geige und vier Hauptpersonen! Wie kann man das nachvollziehbar und auf die Bühne bringen? In Hagen schafft man es!

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Wuppertal

Musical

Die West Side Story in Wuppertal

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Wuppertal hat wieder einen Publikumsrenner, der uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Bei der Premiere gibt es standing Ovations für das 'Ensemble!

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Essen

"Die Liebe zu den drei Orangen"

Das Aalto-Theater zeigt die "Die Liebe zu den drei Orangen"

In der viel umjubelten Premiere feierte das Publikum das Ensemble .

Prokofjews Oper ist eine meisterhafte Satire, die zudem bestens zu unterhalten weiß

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Theaterhagen

Das Land des Lächelns

Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre

"Das Land des Lächelns"

Franz Lehars beliebte Operette ist in Hagen zu sehen. Die romantische Liebe zwischen Lisa und dem Prinzen Kejia Xiong, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, findet kein Happy end. Wien und Peking als  Schauplätze der Handlung demonstrieren nicht nur Macht und Gegensätzliches, sie verweisen auch auf Parallelen in den gesellschaftlichen  Strukturen.  .

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Hagen

Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte  Dame), Kristine  Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)
Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte Dame), Kristine Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)

Intelligent und witzig: Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Noch einmal ein Zauberflöte? Kann es da noch Überraschungen geben? Ist nicht alles schon gesagt?

Nein, keineswegs! Der Regisseurin Annette Wolf gelingt im theaterhagen eine neue, faszinierende Deutung. Der bisher meist favorisierte Kampf:  Gut gegen Böse, Hell gegen Dunkel wird umgedeutet. Zentral in der Inszenierung ist nun die Frage:" Wie gelingt es jungen Menschen sich gegen scheinbar übermächtige Erwachsene und Institutionen zu behaupten, um eine eigene Lebensperspektive zu gewinnen?". weiter    ...

 

 

Hagen

Madame Butterfly im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Mit der letzten Premiere der Saison feierte das theaterhagen wieder einen glänzenden Erfolg, Ergebnis einer engagierten und kompetenten Ensembleleistung mit dem Regie führenden Intendanten an der Spitze.

weiter [...]

 

 

 

Wuppertal

Johannespassion in Wuppertal

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Eine mit Spannung erwartete Johannes-Passion hatte am 22.Mai 2015 in Wuppertal Premiere. Die  szenische Fassung von Oratorien oder Passionen ist noch verhältnismaßig neu.

Wie geht ein Regisseur das an? Was erwartet den Zuschaer? weiter [...]

 

 

 

Hagen

Fidelio  - eine gebrochene Utopie

Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre
Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre

"Fidelio"

Ludwig van Beethoven

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Gregor Horres

Ludwig van Beethoven hat an seiner einzigen Oper "Fidelio" über zehn Jahre lang gearbeitet. In Hagen ist seine grandiose Musik zu hören. Die vielfach ausgezeichnete Autorin,  Jenny Erpenbeck,  hat für die Aufführung einen neuen Text verfaßt. In der Inszenierung von Gregor Horres blickt eine gealterte Leonore zurück auf das Geschehen von einst, welches sie immer noch emotional beschäftigt. Ihre Illusionen hat sie verloren. weiter [...]

 

 

 

 

Essen

Schauspiel

Wir sind die Guten

Foto: Martin  Kaufhold
Foto: Martin Kaufhold

(Shoot / Get Treasure / Repeat)

Von Mark Ravenhill

Deutsch von John Birke

Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer

 

Welche Auswirkungen haben Terroranschläge auf unser Leben? Wie gehen Menschen mit der Angst vor Terror um? Müssen wir uns schützen? Und wie?

Mark Ravenhill gilt als einer der berühmtesten britischen Gegenwartsdramatiker. Seit seinem ersten spektakulären Theatererfolg  „Shopping and Fucking“, das 1998 in London uraufgeführt wurde, werden seine Stücke weltweit inszeniert.  „Shoot / Get Treasure / Repeat“ wurde im April 2008 in London uraufgeführt; die deutschsprachige Erstaufführung war im Januar 2010 in Düsseldorf. In 16 Minidramen zeigt das Stück den andauernden Kampf gegen den Terror und die Hoffnung durch kriegerische Einsätze der Bedrohung der Welt Einhalt zu gebieten.

weiter (...)

 

 

Wuppertal

"Salome" von Richard Strauss

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Nach dem ambitiösen und deshalb umstrittenen Parsifal feierte das Wuppertaler Publikum die neue „Salome“ mit einhelligem Beifall. Nicht nur in Hinsicht auf die musikalische Umsetzung kam das Publikum auf seine Kosten, auch das Regieteam erhielt in der Premiere viel Applaus. Anders als der Regisseur des Wuppertaler Parsifals, Thilo Reinhard, in seiner Berliner „Salome“ betonte Michiel Dijkema den vorgegebenen Spannungsbogen und legte besonderen Wert auf genaue und nachvollziehbare Personenführung, bezog aber hierbei auch neue Sichtweisen im Detail ein. weiter [...

 

 

 

 

Wuppertal

Parsifal von Richard Wagner

Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann
Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann

Parsifal - neu erzählt - kein Bühnenweihfestspiel

An Thilo Reinhardts Inszenierung scheiden sich die Geister. Unbedingt ansehen, meint unser Kritiker. Lesen Sie mehr über den  "Parsifal" in Wuppertal.  [...]

 

 

Essen

"Verbrennungen" von Wajdi Mouawad

Foto: Birgit Hupfeld
Foto: Birgit Hupfeld

Schauspiel Essen

Premiere: 28. Februar 2015

 

Ein Leben mit Gewalt

Das Theaterstück erzählt eine ungeheuerliche Geschichte. Von einer Familientragödie und entsetzlichen Gräueltaten handelt „Verbrennungen“ des Frankokanadischen Autors Wajdi Mouawd. Martin Schulze inszenierte das Stück für das Schauspiel Essen. weiter ...

 

Hagen

FAUST im theaterhagen

Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre
Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre

Oper von Charles Gournod

Premiere am 17.01.2015

Als erste Premiere im Jahr 2015 führte das theaterhagen den „Faust“ von Charles Gounod auf. Dessen musikalische Umsetzung verzichtet auf Goetheschen Tiefsinn und stellt die Liebesgeschichte von Faust und Gretchen, die in dieser Oper Marguerite heißt, und ihr Scheitern in den Mittelpunkt  mehr ...

 

 

 

Foto: Mathias Jung
Foto: Mathias Jung

Wuppertal

Don Giovanni in Wuppertal

Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann
Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto von Lorenzo da Ponte

 

 

Fur manche Opernbesucher ist sie die Oper aller Opern "Don Giovanni".

 Eine ideenreiche Inszenierung der Mozart Oper ist jetzt in Wuppertal zu sehen.  mehr ...

 

Wuppertal

Foto: Christoph Sebastian
Foto: Christoph Sebastian

Wuppertal

Tosca in Wuppertal

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka gibt seinen Einstand

In der Operngeschichte gilt die Figur der "Tosca" als schillernde Persönlichkeit. Gleich zwei Männer umwerben die Titelheldin in Puccinis Drama: Cavaradossi, ein freigeistiger Maler und Scarpia, der brutale Polizeichef.
Stefano Poda, laut BBC einer der wichtigsten Opernregisseure unserer Zeit, inszenierte die Oper.

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka dirigierte das  Sinfonieorchester Wuppertal und gab damit seinen Einstand als Opernintendant. mehr ...



Hagen

Verdis Otello im theaterhagen

Draußen scheint vor der Premiere die Sonne, drinnen im Theater jagen schon düstere Sturmwolken über den Himmel. Davor eine Art stadtmauerartiger hoher Steg, ganz im Vordergrund ein Wachturm. Erstaunlich, welch kreative Lösungen den Hagenern bei ihrer relativ kleinen und engen Bühne einfallen (diesmal wieder, auch die Kostüme: Jan Bammes): Haben wir unten nicht genug Platz, gehen wir eben in die Höhe (das war bei „Carmen“ und „Don Quichotte“ auch schon einleuchtend gelöst).  weiter ...


Hagen

„Don Quichotte“

 Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Im Theaterhagen feierte Don Quichotte“ Premiere.  Der Ritter von der traurigen Gestalt, lächerlich und liebenswert, ein Spinner und Phantast, hört nicht auf Andere.

Unbeirrt geht er seinen eigenen Weg. Wiedermal begeistert Hagen mit einer tollen Inszenierung. weiter ...

 

Wuppertal

Oper

Alcina verzaubert

Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann
Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann

Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 23.3.2014

In Wuppertal hatte "Alcina" Premiere. Eine Inszenierung, die verzaubert.

Fritz Gerwinn hat die Premiere besucht.

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Reisen

Die Schlösser der Loire

 

Die Loire ist mit 1020 km der längste Fluß Frankreichs. Die liebliche Landschaft des Loiretales wird als "Garten Frankreichs" bezeichnet. weiter ...

 

 

 

"Evita" in Wuppertal

Rasanter Aufstieg und tragisches Ende

"Evita" in Wuppertal
"Evita" in Wuppertal

Als Eva Perón 1952 im Alter von nur 33 Jahren an Krebs starb, trauerte ganz Argentinien. Wegen ihrer Fürsorge für die Armen war sie im Volk sehr beliebt. An der Seite von Argentiniens Diktator Juan Perón führte sie als Präsidentengattin ein glamouröses Leben. In Wuppertal ist "Evita" jetzt als Musical zu erleben. Das Leben der Protagonistin wird in der Inszenierung keineswegs nur verherrlicht, deutlich herausstellt werden Brüche und problematische Seiten ihres kurzen Daseins. weiter ...

 

 

 

 

Reise -Tipp

Irland

Dinieren mit Madame Pompadour

Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit: die Faszination der Maskerade

Gäste sind verrückt darauf und das Regency Herrschaftshaus Balyfin macht es möglich: das Verwandeln in historische Gestalten.

Sich einmal fühlen wie die Pompadour. Das muss kein Traum bleiben. Im Ballyfin Hotel können die Gäste in historische Kostüme schlüpfen und stilecht an einem barocken Dinner teilnehmen.

Für dieses besondere Vergnügen stehen 40 verschiedene Galagarderoben zur Verfügung. Umgeben von Wäldern und Seen liegt das imposante Hotel verwunschen wie ein Märchenschloss in einem herrlichen Park. Damit bietet es eine faszinierende Kulisse für das abendliche Historienspiel. http://www.ballyfin.comhttp://

Wuppertal

Verdis Maskenball in Wuppertal

Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Foto: U. Stratmann

 

Sängerfest und solide Inszenierung

Kaum waren die ersten Takte des Vorspiels erklungen, da war die Freude über die musikalische Qualität groß.  Der Abend versprach ein Genuss zu werden. weiter ...

 

Essen

Theater

Faust I. und II.

Gefangen in Rastlosigkeit

Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger
Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger

Von Johann Wolfgang von Goethe

Grillo-Theater, Essen

Gesehen am 2.3.13 (Premiere)

 

Den „Faust“ mit sieben Schauspielern bewältigen – was für ein Vorhaben: das Programmheft kündigt eine Strichfassung an – und der Zuschauer ist gespannt.    weiter ...

 

 

 

Düsseldorf

Musik

"Xerxes" von Händel

Barockoper mit grandiosem Erfolg

Foto: Hans Jörg Michel
Foto: Hans Jörg Michel

Die deutsche Oper am Rhein glänzt derzeit mit einer Barockoper. Stefan Herheims Inszenierung der Händel Oper „Xerxes“ sorgt für Furore. Das Publikum feiert das Ensemble enthusiastisch.

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Wuppertal

"Bluthochzeit"

Eine Familie im Ausnahmezustand

Lyrische Tragödie in zwei Akten von Federico García Lorca

Musik von Wolfgang Fortner

Premiere: Wuppertaler Bühnen, Sonntag, 13. Januar 2013,

Eine Familie in einem Ausnahmezustand. Die Hochzeitsfeier endet in einer Tragödie. Großer Jubel für die gelungene Inszenierung in Wuppertal.

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Reise

Kulturschock Indien – oder doch ein Traumland? Eine privat organisierte Reise


Nach Indien fliegt man nicht eben mal so hin. Obwohl viele Menschen sich für das Reiseziel Indien interessieren, scheuen sie vor dem "Unbekannten" zurück. Gisela Baumann-Wagner, unsere Mitarbeiterin, ist nach Indien zu einer knapp dreiwöchigen Rundreise aufgebrochen. Mitgebracht hat sie unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse. Lesen Sie hier was sie zu erzählen hat.

 

Wenn man noch nie in Indien war, fragt man sich natürlich spontan, ob eine privat organisierte Reise überhaupt sinnvoll erscheint, oder ob man nicht besser dran wäre, eine durchgeplante Pauschalreise zu machen. Man weiß im Allgemeinen recht wenig über dieses Land – alles ist fremd: Geschichte, Religion, soziales Leben.  weiter ...