Maria Markina, Marie-Pierre Roy, Evelyn Krahe, Anton Kuzenok, Dorothea Brandt, Chor des Theaters Hagen, Foto: Jörg Landsberg
Maria Markina, Marie-Pierre Roy, Evelyn Krahe, Anton Kuzenok, Dorothea Brandt, Chor des Theaters Hagen, Foto: Jörg Landsberg

 Hagen

Gelungener Doppelabend mit Uraufführung in Hagen

Puccini: „Suor Angelica“ und Tarkiainen: „A Room of One´s Own“
Premiere am 14. 5.2022

Eine Woche nach dem Doppelabend in Wuppertal gab es auch einen solchen in Hagen. Hatte man dort auf den größtmöglichen Gegensatz gesetzt, betonte man in Hagen die Einheitlichkeit der Thematik. So wurden beide Opern auch von einem einzigen Regieteam eingerichtet. ...

 

 

Ariadne auf Naxos, Vorspiel, Foto: Björn Hickmann
Ariadne auf Naxos, Vorspiel, Foto: Björn Hickmann
Blaubarts Burg, Foto: Björn Hickmann
Blaubarts Burg, Foto: Björn Hickmann

Wuppertal

 Doppelabend in Wuppertal
„Ariadne auf Naxos (Vorspiel)“ von Richard Strauss und „Herzog Blaubarts Burg“ im Opernhaus
Premiere am 8. Mai 2022
Strahlender Sonnenschein. Lag es daran, dass doch etliche Plätze im Opernhaus frei blieben, oder waren es die Corona-Nachwirkungen, die immer noch den Entschluss lähmen, Kulturveranstaltungen zu besuchen? Dabei hätte dieser ungewöhnliche Doppelabend ein volles Haus verdient.
Ungewöhnlich, weil ein wenig gespieltes Werk mit einem doch deutlich bekannteren Stück gekoppelt wurde„Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss bildete den ersten Teil, allerdings nur das Vorspiel, weil nach Meinung der Programmmacher die Ankündigungen des Vorspiels in der dann folgenden Oper nicht eingelöst werden. Für den zweiten Teil wurde dann der größtmögliche Gegensatz gesucht, und das wurde dann „Blaubarts Burg“ von Béla Bartók, in dieser Saison in Nordrhein-Westfalen in höchst unterschiedlichen Inszenierungen mehrfach zu sehen. ...

Gelsenkirchen

Carmen von Georges Bizet

Musikalische Leitung: Rasmus Baumann, Peter Kattermann/Niklas Kudo

Inszenierung Rahel Thiel

Bühne Dieter Richter

Dramaturgie Anna Chernomordik

 

Das Liebesglück ist nicht von Dauer

Rahel Thiel inszeniert für das Musiktheater in Gelsenkirchen die Oper "Carmen“ von Georges Bizet". Szenisch steht der Freiheitsbegriff Carmens im Zentrum. Musikalisch begeisterte die Neue Philharmonie unter der Leitung von Rasmus Baumann mit einer glutvollen Gestaltung der Partitur. Füße zucken, Wangen glühen, still sitzen fällt ungemein schwer. ...

 

 

Foto: Bettina Stoess
Foto: Bettina Stoess

Wuppertal

Richard Wagner: Tannhäuser
Premiere am 27. März 2022 im Wuppertaler Opernhaus

Endlich! Die Premiere für den neu inszenierten „Tannhäuser“ brauchte drei Anläufe, ehe sie tatsächlich stattfand. Drei Wochen vorher musste sie krankheitshalber abgesagt werden, eine knappe Woche später ebenfalls sehr kurzfristig. Auch diesmal hatten Corona und Erkältungswelle den Chor dezimiert, aber doch nicht so, dass die Vorstellung in Gefahr geriet. Immerhin hatte die Verlegung ermöglicht, dass wegen der gelockerten Coronaregeln das Opernhaus wieder voll sein durfte und am Platz die Masken abgenommen werden durften, was aber nicht allen gefiel. bitte weiterlesen ...

 

 

Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, Foto: Thilo Beu
Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, Foto: Thilo Beu
"Lucia di Lammermoor", Foto: Matthias Jung
"Lucia di Lammermoor", Foto: Matthias Jung

 Essen

„Lucia di Lammermoor“ von Gaetano Donizetti ist letzmalig am 24. März um 19:30 im Aalto-Theater zu erleben
Regisseur Dietrich W. Hilsdorf tritt als Statist auf
Ein besonderes Sahnehäubchen: Der Regisseur lässt es sich nicht nehmen, in seiner eigenen Inszenierung selbst mitzuwirken. Auftreten wird er als Statist – die Rolle eines Mönchs musste kurzfristig neu besetzt werden. Dietrich W. Hilsdorf probt zurzeit am Aalto-Theater die Wiederaufnahme seiner Inszenierung von Alessandro Scarlattis Oratorium „Kain und Abel“ (Wiederaufnahme am Samstag, 26. März, um 19:00 Uhr). Der ausgebildete Schauspieler stand daher gerne spontan als Einspringer zur Verfügung.

Im Mittelpunkt der Oper steht die junge Lucia Ashton, die Edgardo liebt, den letzten Spross der mit den Ashtons verfeindeten Familie Ravenswood. Doch nicht nur diese schwelende Fehde lastet auf dem Glück, denn auch Lucias Bruder Enrico macht seine Schwester zum Spielball seiner ganz persönlichen Ziele. Um sich selbst zu sanieren, verheiratet er sie mit dem reichen Lord Arturo Bucklaw. Edgardo wirft ihr daraufhin den Verrat ihrer Liebe vor. Lucia zerbricht und verfällt dem Wahnsinn.

Karten/Info:  T 02 01 81 22-200 und an der Opernkasse, Opernplatz 10, Essen, sowie online unter www.theater-essen.de.
(ÜPM/Deianira)

 Adela Zaharia (Violetta Valéry). FOTO: Birgit Hupfeld
Adela Zaharia (Violetta Valéry). FOTO: Birgit Hupfeld

Düsseldorf
„La traviata“ mit Startenor Juan Diego Flórez im Opernhaus
Zu Giuseppe Verdis „La traviata“ in Starbesetzung lädt der Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein am Samstag, 26. März, um 19.30 Uhr nach zweimaligem coronabedingten Ausfall seiner traditionellen Operngala ins Düsseldorfer Opernhaus ein. Mit der Partie des Alfredo Germont übernimmt der international gefeierte Tenor Juan Diego Flórez eine seiner Glanzpartien. An seiner Seite ist als Violetta Adela Zaharia zu erleben, deren Gastengagements sie ebenfalls regelmäßig an bedeutende Opern- und Konzerthäuser auf der ganzen Welt führen. ...

 

 

Foto: Bettina Stoeß
Foto: Bettina Stoeß

Essen

Spitzentanz zur Musik von Bach bis zu den Beatles

„Rock around Barock“ ist ab 24. Februar wieder im Essener Aalto-Theater zu sehen

Spitzentanz und Tango, historische Perücken und Petticoats, Barocktänzer auf Segways und Rockmusiker auf Rollschuhen – mit einem Augenzwinkern konfrontiert der Essener Ballettchef und Choreograf Ben Van Cauwenbergh in seinem Tanzabend „Rock around Barock“ die Klassik mit der Moderne. Ab Donnerstag, den 24. Februar, 19:30 Uhr ist das Ballett im Essener Aalto-Theater mit Musik von Bach bis zu den Beatles wieder zu erleben! War das Tanzen im Barockzeitalter bei Hofe noch eine sehr strenge, peinlich genaue Angelegenheit, ist spätestens im 20. Jahrhundert der höchst individuelle, persönliche Stil in Mode gekommen. Humorvoll spürt Van Cauwenbergh mit der Aalto-Ballettcompagnie den ganz unterschiedlichen Ausdrucksformen des Tanzens nach und lässt dabei auch die emotionalen und sinnlichen Momente der Tanzgeschichte nicht zu kurz kommen. Für diesen außergewöhnlichen Ballettabend hat er die Wiesbadener Rockband Mallet an die Ruhr geholt, die den Tänzer*innen auf der Bühne sowie dem Publikum im Saal ordentlich einheizt. (ÜPM, Aalto-Theater)

Karten (€ 11,00-55,00) im TicketCenter unter T 02 01 81 22-200 oder

E-Mail tickets@theater-essen.de oder im Internet unter www.theater-essen.de

 

 

Blaubart, Foto Karl Forster
Blaubart, Foto Karl Forster

Essen

Aalto-Theater

Premiere:  „Herzog Blaubarts Burg“
Oper von Béla Bartók

Samstag, 19. Februar, um 19:00 Uhr

„Herzog Blaubarts Burg“ ist Schauplatz für Béla Bartóks gleichnamige Oper. Sie ist ein Ort voller Geheimnisse. Judith hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und folgt Blaubart auf seine Burg. Sie will den Geheimnissen seiner Seele auf den Grund gehen. Die sieben verschlossenen Türen in der Burg sind ein Rätsel für sie ...

 

Paul Gauguin Petites Bretonnes au bord de la mer, 1889 Kleine Bretoninnen vor dem Meer Öl auf Leinwand, 92,5 x 73,6 cm The National Museum of Western Art, Tokyo. Matsukata Collection
Paul Gauguin Petites Bretonnes au bord de la mer, 1889 Kleine Bretoninnen vor dem Meer Öl auf Leinwand, 92,5 x 73,6 cm The National Museum of Western Art, Tokyo. Matsukata Collection

Museum Folkwang 100

RENOIR, MONET,GAUGUIN - Bilder einer fließenden Welt

 Die Sammlungen von Kojiro Matsukata und Karl Ernst Osthaus

6. Februar - 15. Mai 2022

 

Das Folkwang Museum in Essen feiert sein 100-jähriges Bestehen mit einer einzigartigen Ausstellung. ...

 

 

 

 

DIDO UND AENEAS

Oper in drei Akten von Henry Purcell
Libretto von Nahum Tate nach der „Aeneis“ von Vergil
Aalto-Theater Essen
Premiere: 2. Januar 2022

Inszenierung und Bühnenbild: Ben Baur

Musikalische Leitung: Andrea Sanguineti

Ben Baur inszenierte für das Aalto Theater in Essen die Barockoper „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell. Szenisch und musikalisch überzeugte die Aufführung. Das Ensemble zeigte sich von seiner besten Seite und erhielt viel Beifall vom Publikum.
Purcells einzige Oper wurde vermutlich 1688 oder 1689 in London uraufgeführt. Der genaue Zeitpunkt ist strittig, eine frühere Uraufführung bei Hofe möglich. Die Oper basiert auf Vergils berühmten Epos „Aeneis“. Geschildert werden die Irrfahrten Aeneas, der aus dem zerstörten Troja flieht und auf Geheiß der Götter in Rom ein neues Troja gründen soll. In Karthago nimmt ihn die bezaubernde Königin Dido gastfreundlich auf und er verliebt sich in sie. Dido zögert, seine Liebe zu erwidern. Sie hat ihrem verstorbenen Mann ewige Treue geschworen. Die beiden werden ein Paar, doch ihr Glück wird durch den bösartigen Plan der Zauberin zerstört. Eine Tragödie bahnt sich an.
Unsere europäische Kulturgeschichte kennt zahlreiche berühmte Liebespaare, deren große Liebe tragisch endet. So ist es auch bei Dido und Aeneas. Auch ohne Kenntnis des historischen Stoffes lässt die Inszenierung von Beginn an ahnen, diese Liebesgeschichte geht nicht gut aus. Düster und dunkel hat Ben Baur das Bühnenbild gestaltet. In tiefschwarze Gewänder gehüllt, wandern weibliche Gestalten allein oder in kleinen Gruppen langsam über die mit Asche bedeckte Bühne. Punktuell brechen Lichter die Dunkelheit und setzen stimmungsvolle Akzente. Betörend schön mit einem Strahlenkranz auf dem Kopf erscheint Dido. Übergroß wird ihr Schatten an die Wand projiziert. Majestätisch schreitet sie bis zum Bühnenrand und fängt zu singen an. Wuchtig erklingt der Chor, entfaltet seine ganze Macht. Ein ästhetisch zutiefst anrührender und emotionaler Moment. Die Szene hat den Charakter eines Oratoriums. Mit nacktem Oberkörper, blutüberströmt und gezeichnet von grausamen Kämpfen, stolpert Aeneas auf die Bühne. Ein wilder Held, ein Fremdkörper, der so gar nicht zu Dido passen scheint, dessen Aussehen Brutalität assoziiert. Ein Handtuch wird ihm gereicht. Doch alles Rubbeln nutzt nichts, das Blut lässt sich nicht wegwischen.
Die beeindruckende Inszenierung offeriert menschliche Leidenschaften, zeigt Kummer und Verzweiflung der Protagonisten. Frauen dominieren die Handlung. Dido verliert bei all ihrem Unglück nicht an Haltung, zeigt Stärke und Entschlossenheit als Aeneas sie verlassen will. Belinda demonstriert Mut, wagt es der Königin Ratschläge zu erteilen. Der trojanische Held nimmt eher eine untergeordnete Stellung ein und fügt sich dem Befehl der Götter.
Das Motiv des Doppelgängers führt die Regie ein, um die dunkle Seite Didos zu illustrieren. Seit der Romantik erfährt der Doppelgänger in der Literatur eine Neubelebung. Königin und Zauberin sind in der Inszenierung identisch, treten mit gleicher Kleidung und Strahlenkranz auf und sind optisch kaum zu unterscheiden. In der Zauberin offenbaren sich negative Charaktereigenschaften Didos. Mit bösartiger List spinnt sie eine hinterhältige Intrige, paktiert mit Hexen, plant Vernichtungen um jeden Preis. Deutlich wird: für Dido und Aeneas haben die Götter kein Glück vorgesehen.
Die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Andrea Sanguineti vermögen es Purcells eindringliche Musik mit immenser Ausdruckskraft und rhythmischer Prägnanz zum Strahlen zu bringen. Eindrucksvoll gestaltet Jessica Muirhead (Sopran) die Titelrolle der Dido, glänzt in der Interpretation des Lamentos im dritten Akt, der ihren großen Schmerz und ihre Verletzlichkeit offenbart. Bettina Ranch (Mezzosopran) überzeugt in der Rolle der Doppelgängerin. Mit einem kraftvollen Bariton imponiert Tobias Greenhaigh. Auf hohem Niveau der Aalto-Opernchor (Patrick Jaskolka). Christina Clark (Hexe und Hofstaat) und Giulia Montanari (Belinda und Hexe) beeindrucken in ihren Doppelrollen.
Begeistert feiert das Publikum die schlüssige Inszenierung und die brillante musikalische Darbietung.

Ursula Harms-Krupp
Gesehen am 16.01.2022.

Foto: Jörg Landsberg
Foto: Jörg Landsberg

Gelungener Bartók-Abend in Hagen
„Herzog Blaubarts Burg“ (Oper) und „Der wunderbare Mandarin“ (Ballett)
Premiere am 15.1.2022
Zuerst: das Orchester! Was die Hagener Philharmoniker unter Leitung ihres Chefs Joseph Trafton zustande brachten, war mehr als hervorragend! Bartóks auch heute noch revolutionär wirkende Musik  zu beiden Stücken kam in aller Komplexität aus dem Orchestergraben, ihre jeweilige Charakteristik war sehr deutlich herausgearbeitet. Den noch dem Impressionismus verhafteten Klängen der „Blaubart“-Oper (1911 komponiert) standen die häufigen krassen und schrillen Dissonanzen des „Mandarins“ (1917) gegenüber. Die kündigten sich allerdings auch schon im „Blaubart“ an, vor allem anhand des „Blutmotivs“, einer kleinen Sekund-Dissonanz, die im Geschehen auf der Bühne in allen Episoden bildmächtig ihren Niederschlag fand. Bartóks Musik, vor allem die im „Mandarin“, ist keine seichte Musik zum Frühstück, sondern anstrengend, fordernd und sinnhaft, erfüllt voll Adornos Ausspruch, dass Kunst nicht die Welt, wie sie ist, bestätigen soll, sondern die Aufgabe hat, „Chaos in die Ordnung zu bringen.“ Und mit einem solchen Orchester als Partner lässt sich gut singen und tanzen!
Der Abend des Hagener Theaters bestand aus zwei Teilen. In der gut einstündigen Oper „Herzog Blaubarts Burg“ wurde auf der Bühne gesungen, in der Ballettpantomime „Der wunderbare Mandarin“ konnte das Hagener Ballett seine Qualität zeigen. Und wie!
Zu loben ist auch die Art und Weise, wie das Hagener Theater seine Zuschauer mitnimmt. Selten ist schon, dass der Intendant selbst das Publikum begrüßt und sich bedankt, dass es das Theater in den schweren Coronazeiten nicht im Stich lässt. Und dann informieren fundierte Einführungen durch die Dramaturginnen, Theaterzeitungen und vor allem das Programmheft intensiv und genau über die Intentionen von Regisseur und Choreograph. Das kommt dem Publikum sehr entgegen und lässt Elemente, die man vielleicht nicht sofort verstanden hat, nicht länger in rätselhaftem Dunkel.
Der Abend beginnt mit der Oper „Herzog Blaubarts Burg“. Der als Frauenmörder verdächtige Blaubart betritt mit seiner neuen Frau Judith seine Burg. Der Plot stammt aus einem Märchen von Charles Perrault, wurde vielfältig literarisch variiert, auch schon von Jacques Offenbach parodiert. Er beruht auf einem Grundmotiv, das auch heute noch leider immer wieder vorkommt: Starke und intelligente Frauen suchen sich die übelsten Machos aus und unterwerfen sich ihnen vollständig. Bei Bartók auch: Judith hat ihre Familie und sogar ihren Verlobten im Streit verlassen, um Blaubart zu folgen. Der Regie führende Intendant Francis Hüser zieht diese Schraube aber noch mehr als eine Drehung an. Bei ihm sitzt der überführte mehrfache Frauenmörder im orangen Sträflingsanzug im Hochsicherheitstrakt. Eine Psychologin soll im Auftrag der Staatsanwaltschaft ein Gutachten über ihn anfertigen und verliebt sich in ihn. Hybristophilie nennt man das, kommt auch immer wieder mal vor. Judith dringt so in seine Seele, in sein Inneres ein - so ist die Burg zu interpretieren. Aus den im Original zu öffnenden verbotenen Türen werden in dieser Inszenierung sieben Episoden. Von den ersten beiden – Folter- und Waffenkammer -, in denen Blaubart seine Gefährlichkeit zeigt, lässt sich die Psychologin in ihrer Verliebtheit aber nicht beeindrucken, entdeckt dann in den beiden nächsten – Schatzkammer und geheimer Garten – offensichtlich positive Aspekte. Höhepunkt ist die fünfte Episode – Blaubart zeigt Judith seine Ländereien, im Hagener Video die Welt (u.a. Stonehenge), was sie weiterhin bestätigt, wobei sie das in jeder Episode fließende Blut (hier erklingt jedes Mal im Orchester das Blutmotiv) ignoriert. Dem entsprechend haben sich auch die Zellengitter gehoben und die Bühne ist frei. Was sich als Wunsch und Projektion in Judiths Kopf abspielt, wird im Video gezeigt, als Liebesszene. Danach, in der Tränensee-Episode und als es um Blaubarts frühere abgelegte Frauen geht, scheint sich die Psychologin zu besinnen, die Liebesszene im Video zerbirst und die Gitter senken sich wieder.
Durch diese Interpretation wird das eher statische Geschehen intensiviert und lebendig gestaltet. Dieser Interpretation und dem Orchester fügen sich die beiden Solisten hervorragend ein, beide haben auch das Stimmvolumen, um sich gegen die oft lauten Orchesterklänge ohne große Anstrengung durchzusetzen. Dorottya Láng als Gast singt die Judith in beeindruckender Weise, und den Blaubart kann das Hagener Theater sogar aus seinem eigenen Ensemble besetzen: Dong-Won Seo besitzt eine derart sonore und raumfüllende Stimme, dass man nur staunen kann. Großer Beifall!
Die unglaublich intensive und expressive Pantomime „Der wunderbare Mandarin“ dauert nur eine gute halbe Stunde, hat es aber in sich. Leichte Verständnisschwierigkeiten stellen sich ein, wenn man dem ursprünglichen Libretto folgen will, das Not und Elend nach dem ersten Weltkrieg als Grundlage hat. Drei Strolche (=Zuhälter) zwingen ein junges Mädchen, sich zu prostituieren und Männer anzulocken, um sie auszurauben. Zwei Kunden werden sofort herausgeworfen, weil sie mittellos sind. Der dritte Kunde, ein exotischer Mandarin, erzeugt beidem Mädchen zuerst Panik, bevor es doch zu einer Annäherung zwischen den beiden kommt. Die Zuhälter versuchen dreimal vergeblich, den Mandarin zu ermorden. Er stirbt erst, als sich das Mädchen ihm zärtlich zuwendet.
Dies hat der renommierte Choreograph Kevin O´Day verändert, und er legt Wert darauf, dass die Choreographie zusammen mit dem Ensemble entwickelt und in die Gegenwart geführt wurde. Statt der nur sieben Personen des ursprünglichen Librettos tritt das gesamte Hagener Ballettensemble auf, eingeteilt in drei Gruppen: Sexarbeiter*innen, Kund*innen und Schlepper*innen, wobei die Geschlechter innerhalb aller drei Gruppen unterschiedlich sind. Der Mandarin tritt als Person gar nicht auf, sondern ist hier die „Mandarin-Bar“, die ein wenig an ein Bordell erinnert. An diesem Ort (die Drehbühne wechselt häufig zwischen verschiedenen Räumen) spielen sich die Handlungsbögen ab, die aus dem ursprünglichen Libretto übernommen sind. So werden die Tötungsversuche mit Matten und Kissen auch choreographisch dargestellt, ebenso wie das mitunter eher gewaltsame Miteinander-Umgehen der Menschen. Das Programmheft und die Interviews mit O´Day helfen hier ungemein. Aber auch wenn man die Handlung nicht oder nur in groben Zügen verstand, beeindruckte die Rasanz und Intensität aller Tänzerinnen und Tänzer. Auch die tänzerische Darstellung der Handlungsbögen zwischen Spannung und Lösung gelang hervorragend, die temporeichen Massenszenen waren grandios choreographiert. Und alle Details der Musik waren präzise und sensibel in allen Szenen in Bewegung umgesetzt. Ein besonderer Effekt: Kurz vor dem Ende, eine Fermate der Musik ausfüllend, verwandelte sich das Tanzensemble in ein Percussionsorchester und benutzte die Bühne als Drumset.
Das Publikum war restlos begeistert und feierte Ballettensemble und Choreographen lange, schloss schließlich auch Sänger, Dirigent, Orchester und Regieteam der Oper mit in seinen Beifall ein.
Ein spannender, äußerst anregender Abend mit Oper und Ballett!
Fritz Gerwinn, 17.1.2022
Weitere Vorstellungen: 22.1., 30.1., 3.3., 30.3.2022

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Gilbert und Sullivan: Die Piraten
Premiere am 9. Januar 2022 im Wuppertaler Opernhaus

Ein Riesenvergnügen! Und endlich wieder im Opernhaus!

Begeisterter Beifall für die „Piraten“ von Gilbert und Sullivan, Publikum, Chor, Solisten und alle Mitwirkenden in Sektlaune (den gab es aber nicht, wegen Corona), ein toller Abend, der erste wieder im Wuppertaler Opernhaus. Die Technik der Unterbühne ist noch lange nicht nutzbar, es funktioniert aber schon sehr viel. Ein Glück!

Aber warum hat man von Gilbert und Sullivan noch nie etwas gehört? Stimmt das?

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Neujahrskonzert 2022 in der Philharmonie Essen

Operettengala „Freunde das Leben ist lebenswert“

 

Das traditionelle Neujahrskonzert in der Philharmonie erfreut sich seit je her großer Beliebtheit. Die bange Frage, ob die neue Corona Schutzverordnung die Operetten-Gala überhaupt zulasse, beunruhigte längere Zeit das verantwortliche Team. Groß die Freude dann, als es hieß, die Gala kann stattfinden.

 

Auf dem Programm standen Werke von Franz von Suppé, Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Luigi Arditi und Richard Heuberger. Das Motto des Abends: „Freunde das Leben ist lebenswert“, spiegelte auch die Spielfreude der Philharmoniker unter der Leitung des Dirigenten Andrea Sanguineti. Die Arie aus "Giulietta" darf zugleich als ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs gewertet werden. Das Leben wieder genießen, optimistisch auf das neue Jahr schauen, den Mut nicht verlieren. Auch wenn der Blick ins Publikum nicht wie sonst fröhliche Gesichter erkennen ließ, sondern überwiegend FFP2 Maskierte.

 

Fulminante Akzente setzt Sanguineti gleich zu Beginn des Abends mit der Ouvertüre zu Franz von Suppés "Dichter und Bauer". Suppés geniale Musik verbindet komödiantischen Übermut und starke Assoziationen, die die Philharmoniker präzise vertonen. Sanguineti bildete die Musik fast körperlich ab und die exzellenten Philharmoniker folgen ihm genauestens, ebenso wie Solisten und Solistinnen. In der Ouvertüre zu „Leichte Kavallerie“, glaubt man das Dahinjagen galoppierender Pferden zu vernehmen.

 

Die Vielseitigkeit Sanguinetis zeigte sich in der Interpretation der Werke, ist mal zündend temperamentvoll und rasant, mal gefühlvoll-leise und voller Schmelz, wenn Walzerseligkeit gefragt ist. Immerhin steht die Strauß Dynastie mit ihren Werken einige Male auf dem Programm. Walzer und Wien, als untrennbare Einheit, verzaubern in der Operetten-Gala mit „Wiener Blut“ „Ein Walzertraum“ und "Rosen aus dem Süden"das Publikum.

 

Die brillante Sopranistin Irina Simmes zeichnet sich durch mitreißende Dramatik und Leidenschaft im sicher geführten Sopran aus. Besonders beeindruckt sie mit dem Koloraturwalzer „Il bacio“ und der Arie aus der Csardasfürstin „Heia in den Bergen ist mein Heimatland“.

 

Richard Samek (Tenor) überzeugte in seinen Partien mit farbenreicher Gestaltung. Besonders gefällig sein schmelzendes Timbre.

 

Vergnügt kündigt Sanguineti zum Schluss noch drei Zugaben an. Fürs begeisterte Publikum könnte es noch lange weitergehen. Mit viel Applaus und Standing Ovations bedankt es sich für den großartigen Abend.

 

 

 

Foto: Björn Hickmann
Foto: Björn Hickmann

Wuppertal

Die Wuppertaler Oper kann wegen der Hochwasserschäden weiterhin nicht bespielt werden.

Für Salvatore Sciarrinos neue Oper „Il canto s´attrista, perché? fand man im Erholungshaus in Leverkusen eine geeignete Ersatzspielstätte. Das Erholungshaus ist ein relativ großes Theater mit einem ansteigenden Zuschauerraum, wie geschaffen für die packende Inszenierung einer der bekanntesten Geschichten der griechischen Mythologie. Von allen Plätzen aus kann man gut sehen.

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Julius Caesar, Foto: Bettina Stoess
Julius Caesar, Foto: Bettina Stoess

Dichte Inszenierung, tolle Solisten, exzellentes Orchester
Händels „Julius Caesar“ in den Wuppertaler Riedelhallen
Premiere am 3.10.2021

 

Was für ein Pech! Durch Corona konnten viele fertig geprobte Stücke nicht gespielt werden, lagen auf Halde. Mit der neuen Saison wollte man am Wuppertaler Opernhaus wieder richtig loslegen. Und dann kam das Hochwasser und flutete den Orchestergraben. Bis 2023 soll es dauern, bis alles wieder benutzbar ist. Guter Rat war also teuer. Und Intendant und Management, kreativ und notwendigerweise permanent flexibel, fanden und finden gute Lösungen. Die erste Frucht dieser Kreativarbeit war sehr wohlschmeckend: Händels „Julius Caesar“. Nicht von Immo Karaman für die große Bühne inszeniert (das soll später nachgeholt werden), sondern von Karin Kotzbauer-Bode als Musikinstallation in den Werkstätten der Wuppertaler Bühnen eingerichtet. Fazit vorneweg: voll gelungen.

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Foto: Nijhof Kirsten
Foto: Nijhof Kirsten

Oper

Essen - Aalto Theater

Mozarts „La finta giardiniera“

 

Premiere am Samstag, 2. Oktober 2021, um 19:00 Uhr im Aalto-Theater

 

Das Aalto-Musiktheater präsentiert Wolfgang Amadeus Mozarts Jugendwerk „La finta giardiniera“ (Die Gärtnerin aus Liebe) am Samstag, 2. Oktober 2021, um 19:00 Uhr.  Es ist die erste Premiere der Spielzeit 2021/2022.

Die Oper ist eine Geschichte voller Irrungen und Wirrungen. Sandrina ist in Wahrheit die Marchesa Violante Onesti. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es sich um ein Auftragswerk anlässlich des Münchner Karnevals handelt. Denn jede der sieben Figuren verbirgt ihr wahres Ich hinter der Maske des schönen Scheins oder findet erst in der Verkleidung zu ihrem wahrhaftigen Selbst. Denn Mozart wäre nicht Mozart, wenn er nicht auch hier zeitgenössische Liebes- und Beziehungskonzepte hinterfragen würde. Als er den Auftrag zur Komposition 1775 erhielt, war er gerade einmal 18 Jahre jung. Umso erstaunlicher ist es, wie radikal neu das Werk anmutet.

(ÜPM/deianira/TUP)

 

Info/Karten: 0201 8122 200

 

Oper

Wuppertal

Foto: Bettina Stoess
Foto: Bettina Stoess

 

Luigi Nono
Intolleranza 2021

Premiere am 4. Juni 2021, Opernhaus Wuppertal

Eigentlich als Schluss- und Höhepunkt der Feiern zu Engels´ 200. Geburtstag gedacht, musste die fertig geprobte Aufführung 2020 erst verschoben und dann ganz abgesagt werden. Damit die Arbeit von Regie-Altmeister Dietrich Hilsdorf und der auch auf der musikalischen Seite exquisiten Besetzung aber nicht ganz in der Versenkung verschwand, hatten sich die Wuppertaler Bühnen für eine andere Lösung entschieden: die Premiere fand also im Opernhaus statt, coronabedingt aber nur für geladene Kritiker. Die Oper kann dann noch an vier Terminen im Stream angesehen werden. ...

 

 


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Der Barbier von Sevilla, Foto: Björn Hickmann
Der Barbier von Sevilla, Foto: Björn Hickmann

Wuppertal

Oper

 

Hochklassige Premiere vor dem neuen Lockdown

Rossinis „Barbier von Sevilla“ konzertant und gekürzt im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 31.10.2020

 

Intendant Berthold Schneider und Dirigentin Julia Jones traten zum Schluss auf die Bühne und nahmen deutlich Stellung zur neuen Pause der Kunst durch Corona. Immerhin war es die letzte Aufführung vor dem neuen Lockdown. Sie tragen das mit, bedauern es aber sehr, hätten es gern anders, differenzierter als einen Monat Komplettpause gehabt. Schneider erhielt viel Beifall, als er von Systemrelevanz sprach und forderte, Überlegungen anzustellen, welches System man damit meine und mit welchem System man mit oder nach Corona leben wolle. Der große Applaus nach dem Statement der beiden zeigte dann auch die Solidarität der Besucher mit dem Opernpersonal und allen Mitwirkenden. ...

 

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

theaterhagen

Operette

Eine Operette zu Coronazeiten, da muss viel beachtet werden. Unser Redakteur, Fritz Gerwinn, beschreibt die Situation im Theater.

 

Paul Abrahams „Blume von Hawaii“ im theaterhagen

 

Fast hätte man sich gewünscht, dass eine gute Fee Corona weggezaubert und das Haus bis auf den letzten Platz mit Publikum gefüllt hätte. Die Inszenierung hätte das verdient gehabt. Leider fordert die Wirklichkeit andere Maßnahmen. Die Verhältnisse, die sind nicht so.
Die Corona-Maßnahmen waren beachtlich. Um zu seinem Platz zu gelangen, mussten unterschiedliche Eingänge benutzt werden, durch die man nach der Vorstellung das Theater auch wieder verlassen musste. ...

 

 

Wuppertal

Ausstellungen

 

Das von-der-Heydt Museum in Wuppertal plant folgende Ausstellungen für 2021/2022

 

Goldene Zeiten - Die Sammlung Niederländischer Kunst und ihre Geschichte

28. Februar 2021 – 27. Februar 2022

 

Hans-Christian Schink (Freundschaftsanfrage 1)

28. März 2021 – 15. August 2021

 

Aus der Zeit gerissen. Joseph Beuys: Aktionen – fotografiert von Ute Klophaus

21. September 2021 – 9. Januar 2022

 

Brücke und Blauer Reiter

23. November 2021 – 27. Februar 2021

 

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

Oper

 

Federleicht mit Abstand

Brillante neue „Zauberflöte“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 13.9.2020

 

Endlich: die langersehnte Saisoneröffnung der Wuppertaler Oper nach dem Corona-Abbruch der letzten Spielzeit. Wie würde man das lösen? In Salzburg hatte es Abstand und Begrenzung der Zuschauerzahlen gegeben, dagegen durchaus Körperkontakt auf der Bühne und deshalb viele Tests. Um es vorweg zu sagen: in Wuppertal gab es eine schlüssige, kreative Lösung, Bestandteil einer erfolgreichen Arbeit des gesamten Regieteams, die das Publikum sehr erfreute, so dass der Schlussbeifall fast die Lautstärke eines vollen Hauses erreichte. Auch zwischendurch wurde immer wieder geklatscht, das belohnte aber nicht nur die tollen Leistungen der SängerInnen, sondern auch etliche Regieeinfälle ...

 

Orpheus und Eurydike, Ballett, Foto: Klaus Lefebvre
Orpheus und Eurydike, Ballett, Foto: Klaus Lefebvre

theaterhagen

 

Wunderbare Sängerinnen, authentische Musik, durchdachte, überzeugende Regie

Glucks „Orpheus und Eurydike“ am theaterhagen

Premiere am 29.2.2020

 

Schon allein der drei Sängerinnen wegen lohnt es sich, nach Hagen zu fahren und eine Vorstellung von Glucks „Orpheus und Eurydike“ zu besuchen. Von der Mailänder Scala hatten die Hagener für die Rolle des Orpheus die Altistin Anna-Doris Capitelli geholt, und das war ein Volltreffer. Selten kann man eine so schöne Stimme hören: voluminös, raumfüllend, wohlklingend, nuancenreich und ausdrucksstark, die Sängerin erfüllte aber auch schauspielerisch die emotionalen Vorgaben der Handlung. Die beiden anderen Rollen konnte das Theater mit eigenen Kräften besetzen. Angela Davis sang und spielte die Eurydike, die gar nicht sogerne das Elysium in der Unterwelt verlassen will, mit intensivem Ausdruck in Stimme und Spiel, eine starke Frau, die genau weiß, was sie will. Und Cristina Piccardi verkörperte sehr glaubhaft mit glockenreinem Sopran den Gott Amor, der aus dem Publikum auf die Bühne steigt, im Handumdrehen alles ändern will, dabei aber scheitert. ...

 

Wuppertal

Oper

 O

Intelligentes Vergnügen

Donizettis „Liebestrank“ im Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 22.2.2020

 

Das Premierenpublikum hatte seinen Spaß, belohnte die guten Ideen auf der Szene, oft aus der Musik entwickelt und von Sängern und Orchester hervorragend umgesetzt, mit Zwischenbeifall. Die Inszenierung von Stephan Prattes (seine erste Arbeit als Opernregisseur) war alles andere als bieder. Kein italienisches Dorf im 19. Jahrhundert, jeglicher Naturalis-mus war komplett ausgetrieben, der Regisseur machte deutlich, dass so eine Geschichte überall und zu allen Zeiten vorkommen kann und passiert. ...

 

Essen

Aalto Theater

Musical-Revue


Yesterdate - Ein Rendezvous mit den 60ern
Musical-Revue von Heribert Feckler und Marie-Helen Joël


Premiere: Samstag, 8. Februar 2020

In der westlichen Kulturgeschichte nehmen die 60er Jahre einen besonderen Stellenwert ein. Althergebrachten Konventionen und verstaubten Denkmustern wurde der Kampf angesagt. Kurz gesagt, es handelte sich um eine Zeit mit großen Veränderungen in vielen Lebensbereichen. In der Musikwelt sind es die Songs der Beatles, der Rolling Stones und viele anderer Bands, die eine Revolution in Gang setzen. Rockmusik wurde zu einem Synonym für die Rebellion der Jugend gegen die Erwachsenen.
Marie-Helen Joël und Heribert Feckler gehen mit ihrer Musikrevue auf eine aufregende Zeitreise in die 60er. Bis zur Pause nimmt die Zeitmaschine nur langsam Fahrt auf, erst im 2. Akt dreht sie kräftig auf.  ...

 

 

Markus Jaursch, Richard van Gemert, Sebastian Joest, Chor und Extrachor, Foto Klaus Lefebvre
Markus Jaursch, Richard van Gemert, Sebastian Joest, Chor und Extrachor, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

 

 Trump, Nexit und Putins unehelicher Sohn

Lortzings „Zar und Zimmermann“ in Hagen, brillant neu erzählt

Premiere am 1.2.2020

 

Albert Lortzings Opern wurden seit den 70er Jahren kaum gespielt. Seine Opern standen unter Biedermeierverdacht, galten als harmlose Spielopern, mit denen man sich einen schönen Abend machen konnte, ohne auch nur um einen Hauch ins Politische abzugleiten, waren deshalb in den 50er und 60er Jahren der Bundesrepublik sehr beliebt. Was war also zu erwarten, wenn diese Oper wieder auf dem Programm steht? Inzwischen wurde zwar bekannt, dass Lortzing sogar eine Revolutionsoper, „Regina“, geschrieben hat? Und die Hagener Theatermacher legen laut Programmheft Wert darauf, dass dieser Komponist nicht nur ein Kind des Biedermeiers ist, sondern seine Werke auch zu ihrer Entstehungszeit durchaus schon etwas Widerständiges entfaltet haben. Aber wie sollte eine von der aktuellen Wirklichkeit weit entfernte Handlung auf die Bühne gebracht werden?

 

Um es kurz zu machen: es wurde ein brillanter Abend. weiter ...

 

 

Hoffmanns Erzählungen: Thomas Paul, Netta Or, Chor und Extrachor, Foto: Klaus Lefebvre
Hoffmanns Erzählungen: Thomas Paul, Netta Or, Chor und Extrachor, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Brillante Zeitreise

 

Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen“ in Hagen

Premiere am 30.11.2019

 

 Wieder eine erfolgreiche Premiere in Hagen: Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“. Am Schluss gab es minutenlangen Beifall und zwischendurch auch immer wieder spontanen Szenenapplaus für die Sänger und Sängerinnen. ...

 

 

La Bohème, Foto: Jens Grossmann
La Bohème, Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

Oper

 

Puccinis „La Bohème“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 2. November 2019

 

Beim Betreten des Zuschauerraumes sieht man ein großes Paket auf der Bühne. Das klappt mit den ersten Tönen nach oben und unten auf, öffnet den Blick auf das kleine Zimmer, in dem die vier Bohemiens hausen.

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Oliver Weidinger, Cristina Piccardi, Foto: Klaus Lefebvre
Oliver Weidinger, Cristina Piccardi, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Operette

 

Federleichtes Operettenspektakel

Lehárs „Graf von Luxemburg“ im theaterhagen

 Premiere am 26.10.2019

 

Zu Beginn sitzt René, der Graf von Luxemburg, missmutig auf einer Mondskulptur, bevor es wieder richtig losgeht: eine Karnevalsgesellschaft holt ihn wieder in sein altes Leben ab, in dem er sein Geld nur so verjubelt hat. Eine junge Frau im Skelett-Kostüm erinnert ihn, dass das Leben endlich ist und er es so, wie es kommt, genießen soll. Im Laufe des Stücks gerät er aber doch ins Überlegen und gegen Ende auch in (wahrscheinlich)ruhigeres Fahrwasser. Die Geschichte wird im Hagener Theater leichtfüßig und gut nachvollziehbar auf die Bühne gebracht. Auffallend viel jüngeres Publikum applaudierte am Schluss frenetisch. ...

 

Pique Dame, Foto: KHP Forster
Pique Dame, Foto: KHP Forster

Essen

Oper
Aalto Theater


Pique Dame
Pjotr I. Tschaikowski
Oper in drei Akten von Pjotr I. Tschaikowski
Libretto von Modest Tschaikowski


Nach der gleichnamigen Erzählung von Alexander Puschkin
In russischer Sprache mit deutschen Untertiteln
Musikalische Leitung Tomas Netopil
Inszenierung Philipp Himmelmann

Alles auf eine Karte
Philipp Himmelmann inszeniert Pjotr I. Tschaikowskis Meisterwerk „Pique Dame“ für das Aalto- Theater in Essen. Warum die Oper "Pique Dame" heißt, erschließt sich erst am Schluss. Da zieht Protagonist Hermann die falsche Karte. Statt des Asses, wie prophezeit von der Gräfin, die Pique Dame. Damit besiegelt er sein Schicksal. Die Fassung für das Aalto streicht der Regisseur auf zwei Stunden mit schlüssiger Stringenz. ...

 

 


Hagen

Oper

 

Wozu Kunst?

Goldschmied Cardillac als Kunst-Terrorist

Hindemiths Oper „Cardillac“ im theaterhagen

Premiere am 21. September 2019

 

Die Geschichte von Cardillac, zum ersten Mal von E.T.A. Hoffmann erzählt, hätte auch als Krimi auf die Bühne gebracht werden können. Ganz Paris fürchtet eine neue Tat eines Serienmörders, alle Opfer sind interessanterweise Käufer der Schmuckstücke des hochgeschätzten Goldschmieds Cardillac. Dieser ist aber selber der Mörder, weil er sich von seinen Werken nicht trennen kann, wird schließlich aber enttarnt und gelyncht ...

 

Mirko Roschkowski, Almuth Herbst, Simon Stricker, Opernchor, Foto Björn Hickmann
Mirko Roschkowski, Almuth Herbst, Simon Stricker, Opernchor, Foto Björn Hickmann

Wuppertal

Igor Strawinsky

OEDIPUS REX

Premiere: Sonntag 15. September 2019, 18 Uhr

Oedipus als Täter

 

Timofey Kulyabin inszeniert Strawinsky im Wuppertaler Opernhaus

 

Der Wuppertaler Opernintendant Berthold Schneider beginnt die Saison gerne mit unkonventionellen Paukenschlägen. So einen gab es gleich am Anfang der neuen Spielzeit. Timofey Kulyabin, der schon den „Rigoletto“ 2017 überzeugend neu erzählt hatte, inszenierte Strawinsky, „Les Noces“ und „Oedipus Rex“, zwei eigentlich selbstständige Stücke, die er aber durch seine Regie verband und in die Gegenwart holte. Die von Sophokles überlieferte Geschichte wurde neu erzählt, ohne nur ein Wort des Textes und eine Note der Musik zu verändern.  ...

 

Wuppertal

Oper

 

Ein wunderbares Erlebnis: Oper für alle
Community-Oper „Das Labyrinth“ von Jonathan Dove in Wuppertal

Premiere am 5.7.2019

 

Die Premiere mitgerechnet nur vier Aufführungen, alle restlos ausverkauft. Warum nicht mehr? Das Rätsel löst sich, wenn man erklärt, was eine Community-Oper ausmacht. In Freiburg, wo das auch schon gemacht wurde, nannte man das „Schnittstelle zwischen zeitgemäßer Musikvermittlung und Kunst“, hieß also Oper mit, von und für Laien mit dem Ziele der kulturellen Teilhabe von möglichst vielen. Die einstündige Oper „Das Labyrinth“ von Jonathan Dove, 2015 in Aix-en-Provence uraufgeführt und schon von einigen Theatern übernommen, ist so komponiert, dass sie Laien die Möglichkeit bietet, als Sänger oder Instrumentalist eine Opernaufführung mitzugestalten, dies alles aber auf hohem kompositorischem und musikalischem Niveau.  ...

 

 

Die tote Stadt, Foto: Wil van Iersel
Die tote Stadt, Foto: Wil van Iersel

Wuppertal

Oper

 

Die tote Stadt (Erich Wolfgang Korngold)

Premiere 16. 06.2019

 

 Traum und Trauma

Vorletzte Premiere der Saison 18/19 im Wuppertaler Opernhaus. Wieder gab es großen Beifall, standing ovations am Schluss. Korngolds Oper, nach heutigem Wissen in Wuppertal zum ersten Mal aufgeführt, ist ein wunderbares Stück, sollte öfter gespielt werden. Das Thema ist morbide genug. Paul trauert auch nach Jahren immer noch um seine verstorbene Frau Marie, lernt dann eher zufällig die Tänzerin Marietta kennen, die Marie äußerlich aufs Haar gleicht, aber sonst das krasse Gegenteil verkörpert. Paul verlässt sein Trauerzimmer immer nur zu einem abendlichen Spaziergang, während Marietta zu einer halbseidenen Theatertruppe gehört, die gerade in Brügge gastiert. Das verursacht eine krisenhafte Entwicklung.  ...

 

Hagen

Oper

 

Rauschhafte Musik, innovative Regie

Wagners „Tristan und Isolde“ im theaterhagen

Premiere am 7. April 2019

 

Der Vorhang geht auf, kein Schiff, auf dem Isolde mit Brangäne unter Deck sitzt, auf der Fahrt zu König Marke nach Cornwall. Stattdessen fünf zimmerartige Gebilde für die fünf Hauptpersonen, Tristan und Marke in der ersten Etage, Isolde und Brangäne im Parterre, Kurwenal in einem schmalen feuertreppenähnlichen Gebilde am rechten Rand. Und diese Räume werden die Personen während des gesamten Stücks, immerhin vier Stunden lang, nicht verlassen. In der Mitte befindet sich noch eine schmale, beleuchtete Kabine, in der ein Herr im Frack steht, mit dem Klavierauszug in der Hand, und das Lied des jungen Seemanns singt. Da hat sich das Regieteam offensichtlich einiges überlegt.

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Essen

Oper

 

OTHELLO
Dramma lirico in 4 Akten
von Guiseppe Verdi

Aalto Theater Essen
Text von Arrigo Boito nach Shakespeares Othello (1604)
Uraufführung 5. Februar 1887 in Mailand, Teatro alla Scala


Premiere 2. Februar 2019
gesehen: 9. März 2019

 

Desdemona, Jago und Otello gelten als berühmte Theaterfiguren, die in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Für das Essener Aalto Theater inszenierte Regisseur Roland Schwab die Verdi Oper »Otello« und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Ein großer Erfolg für ihn und eine Glanzleistung des Ensembles. ...

 

 Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre
Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Rossinis „Turco in Italia“ im theaterhagen

Premiere am 2.2.2019

 

besuchte Vorstellung am 8.Febeuar 2019

Begeisterung beim Publikum in Hagen. Es feierte sowohl die artistischen Leistungen der Solisten als auch die oft brillanten Einfälle der Regie. Christian von Goetz gilt als Rossini-Spezialist. Dies bestätigte er durch seine Arbeit mit dem hervorragend aufgelegten Hagener Ensemble. ...

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

Oper

Verdis Luisa Miller im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 8.12.2018

 

Großer Opernabend in Wuppertal. Langer Beifall am Schluss, aber schon während der Aufführung immer wieder Zwischenbeifall für die Leistungen der Sängerinnen und Sänger. Und die Wuppertaler Generalmusikdirektorin Julia Jones befeuert mit ihrem Orchester noch die Dramatik des Stücks und macht damit deutlich, dass „Luisa Miller“ keinen Vergleich mit den viel öfter gespielten Publikumsrennern Verdis zu scheuen braucht ...

 

 

Essen

Oper

 Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung
Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung

Essen

 

"Carmen"
Opèra Comique in 4 Akten von Georges Bizet
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halèvy nach der Novelle von Prosper Mèrimèe

Premiere: 13.10.2018


Carmen. Der Inbegriff der Weiblichkeit, der Schönheit, der feurigen Leidenschaft. Bizets Oper feierte Premiere im Aalto Theater. Musikalisch eine Glanzleistung, die szenische Umsetzung gefiel weniger.

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 Veronika  Haller,  Boris  Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller, Boris Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Jacques Offenbachs Pariser Leben im theaterHagen
Grandiose Eröffnung des Offenbach Jahres

Premiere am 27.10.2018

 

Was ist typisch französisch? Ein Croissant, das raucht und ständig um Feuer bittet! So war das jedenfalls in Hagen als running gag. Es gab viel zu lachen in dieser wunderbaren Aufführung von „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach, ohne dass der ernstere Hintergrund verloren ging.

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Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess
Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess

Wuppertal

Operette

 

Überzeugende Aufführung von Léhars „Land des Lächelns“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere 14. Oktober 2018

 

 Großer Beifall am Schluss für Solisten, Orchester und Regieteam für die Inszenierung des „Land des Lächelns“ von Franz Léhar. Dabei kam das Regie-Bühnenbild-Konzept in Wuppertal schon zum dritten Mal zum Tragen. Zusammenarbeit mehrerer Opernhäuser in dieser Hinsicht ist nicht nur keine schlechte Idee, sondern das Gebot der Stunden, denn warum sollte eine gelungene Inszenierung nur an einem Ort gezeigt werden, zumal die Mittel für Kultur immer knapper werden. ...

 

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

 

Everest-Drama im Zauberberg

 

„Everest“, Oper in einem Akt von Joby Talbot

Europäische Erstaufführung im theaterhagen

Premiere am 5. Mai 2018

 

Was Oper angeht, ist am theaterhagen einiges los. Am 5. Mai stand sogar eine europäische Erstaufführung an: die Oper „Everest“ des englischen Komponisten Joby Talbot (*1971), 2015 in Dallas uraufgeführt. Obwohl ihr von Kritikern bescheinigt wurde, dass ihr ein bleibender Platz im Opernrepertoire sicher sei, wurde sie seitdem in Europa noch nicht aufgeführt. Jetzt endlich, Hagen sei Dank. Das Theater hatte sogar den Komponisten eingeladen, der sich eine Stunde vor Beginn vorstellte und locker und gutgelaunt über seine Musik und seine Oper erzählte (übrigens von der Dramaturgin Corinna Jarosch hervorragend übersetzt und zusammengefasst). Das Interview war so anregend, dass zwischen seinem Ende und dem Beginn der Oper gerade mal fünf Minuten Zeit blieb.

 

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Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D  ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein   Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre
Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

Das schlaue Füchslein

Oper von Leoš Janáček in drei Akten

Nach der Erzählung von Liška Bystrouška

Von Rudolf Těsnohlídek

In deutscher Sprache

 

Fritz Gerwinn hat das schlaue Füchslein in Hagen besucht

 

Eine Schande der Tierwelt ist’s, das Menschenvolk!«

»Ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende« nannte Janáček seine Oper, zu der ihn eine Bildfolge in einer tschechischen Tageszeitung inspirierte.Die Begeisterung war groß am Premierenabend.

Wiedermal ist es gelungen, das Publikum mit einer herausragenden Inszenierung in den Bann zu ziehen. Besonders beeindruckend auch die ausgezeichnete Leistung des Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Joseph Trafton

 

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Juietta, Foto Jens Grossmann
Juietta, Foto Jens Grossmann

Wuppertal

 Oper

 

Neuentdeckung einer surrealistischen Oper

Bohuslav Martinus „Julietta“ im Wuppertaler Opernhaus

 

Lange war die 1938 entstandene Oper „Julietta“ von Bohuslav Martinu in

Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren wurde sie wiederentdeckt, in

mehreren größeren Städten inszeniert. Nun also auch in Wuppertal.

Gleichzeitig mit der Wuppertaler Premiere wurde im Internet auf

operavision die Neuinszenierung dieses Werkes aus Prag ausgestrahlt, der

Stadt der Uraufführung. Man durfte also gespannt sein.

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Foto: Wil van Iersel
Foto: Wil van Iersel

Wuppertal

Musical

 

„My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan J. Lerner in Wuppertal
Premiere am 22. Oktober
2017

 

"MY Fair Lady" ist eines der beliebtesten und am meisten gespielten Musicals. In Wuppertal freute man sich über ein volles Haus und ein begeistertes Publikum

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

 

 

Hagen

Oper

Die Zauberflöte

 

Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte  Dame), Kristine  Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)
Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte Dame), Kristine Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)

Intelligent und witzig: Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

 

Noch einmal ein Zauberflöte? Kann es da noch Überraschungen geben? Ist nicht alles schon gesagt?

Nein, keineswegs! Der Regisseurin Annette Wolf gelingt im theaterhagen eine neue, faszinierende Deutung. Der bisher meist favorisierte Kampf:  Gut gegen Böse, Hell gegen Dunkel wird umgedeutet. Zentral in der Inszenierung ist nun die Frage:" Wie gelingt es jungen Menschen sich gegen scheinbar übermächtige Erwachsene und Institutionen zu behaupten, um eine eigene Lebensperspektive zu gewinnen?  weiter    ...

 

Hagen

Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre
Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

 

"Fidelio"

Ludwig van Beethoven

 

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Gregor Horres

 

Ludwig van Beethoven hat an seiner einzigen Oper "Fidelio" über zehn Jahre lang gearbeitet. In Hagen ist seine grandiose Musik zu hören. Die vielfach ausgezeichnete Autorin,  Jenny Erpenbeck,  hat für die Aufführung einen neuen Text verfaßt. In der Inszenierung von Gregor Horres blickt eine gealterte Leonore zurück auf das Geschehen von einst, welches sie immer noch emotional beschäftigt. Ihre Illusionen hat sie verloren. weiter ...