Gonçalo Martins da Silva (Aeneas), Bobby Briscoe (Der Zauberer) , Foto: Leszek Januczewski
Gonçalo Martins da Silva (Aeneas), Bobby Briscoe (Der Zauberer) , Foto: Leszek Januczewski

Hagen

 

Spartenübergreifender Abend in Hagen: Oper und Ballett

Purcell: Dido und Aeneas/ Wassermusik, Ballett von Francesco Nappa mit Musik von Georg Friedrich Händel

Premiere am 18. Mai 2019

 

Wiedermal große Begeisterung in Hagen. Zweimal dasselbe Thema aus unterschiedlicher Perspektive, und das spartenübergreifend; einmal Oper, einmal Ballett. Thema war die vom römischen Dichter überlieferte Geschichte von Dido und Aeneas, in der europäischen Kulturgeschichte in vielfachen Facetten immer wieder aufgenommen.

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Wuppertal

Umjubelter Figaro im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 14.April 2019

 

 

Auf der Bühne ein weißer Kasten, an der Rückwand vier Türen. Das soll das komplette Bühnenbild sein? Im Wesentlichen schon, es wird aber gut genutzt und immer wieder verändert, und die vier Türen erfüllen wichtige Funktionen. Insgesamt bildet dieser weiße Kasten mit vier Türen aber die Grundlage für eine Figaro-Inszenierung, die die turbulente Handlung außergewöhnlich deutlich macht, die Charaktere der Personen klar herausstellt und außerdem sehr witzig und fröhlich ist. Standing Ovations am Schluss, nicht nur für das Regieteam, sondern auch für das Orchester unter Julia Jones und vor allem für die Solisten, die meisten aus dem Wuppertaler Ensemble in größeren Rollen. Alle hatten in perfekter Zusammenarbeit zum Erfolg beigetragen. weiter ...

 

 

 

Totale, Foto: Klaus Lefebvre
Totale, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

Rauschhafte Musik, innovative Regie

Wagners „Tristan und Isolde“ im theaterhagen
Premiere am 7. April 2019

 

Der Vorhang geht auf, kein Schiff, auf dem Isolde mit Brangäne unter Deck sitzt, auf der Fahrt zu König Marke nach Cornwall. Stattdessen fünf zimmerartige Gebilde für die fünf Hauptpersonen, Tristan und Marke in der ersten Etage, Isolde und Brangäne im Parterre, Kurwenal in einem schmalen feuertreppenähnlichen Gebilde am rechten Rand. Und diese Räume werden die Personen während des gesamten Stücks, immerhin vier Stunden lang, nicht verlassen. In der Mitte befindet sich noch eine schmale, beleuchtete Kabine, in der ein Herr im Frack steht, mit dem Klavierauszug in der Hand, und das Lied des jungen Seemanns singt. Da hat sich das Regieteam offensichtlich einiges überlegt.

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OTELLO


Dramma lirico in 4 Akten
von Guiseppe Verdi
Text von Arrigo Boito nach Shakespeares Othello (1604)
Uraufführung 5. Februar 1887 in Mailand, Teatro alla Scala
Premiere 2. Februar 2019
Aalto Theater Essen

gesehen: 9. März 2019
Desdemona, Jago und Otello gelten als berühmte Theaterfiguren, die in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Für das Essener Aalto Theater inszenierte Regisseur Roland Schwab die Verdi Oper »Otello« und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Ein großer Erfolg für ihn und eine Glanzleistung des Ensembles.

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 Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre
Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Rossinis „Turco in Italia“ im theaterhagen
Premiere am 2.2.2019

besuchte Vorstellung am 8.Febeuar 2019

 

 Begeisterung beim Publikum in Hagen. Es feierte sowohl die artistischen Leistungen der Solisten als auch die oft brillanten Einfälle der Regie. Christian von Goetz gilt als Rossini-Spezialist. Dies bestätigte er durch seine Arbeit mit dem hervorragend aufgelegten Hagener Ensemble. weiter ...

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertaler Opernzirkus

 

Ambitioniertes Experiment
EUROPERAS 2 und 1 von John Cage
Premiere im Wuppertaler Opernhaus am 2. Februar 2019

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Stuttgart

Ausstellungen

Banksy »Love is in the Bin«, 2018, Privatsammlung © Banksy
Banksy »Love is in the Bin«, 2018, Privatsammlung © Banksy

Dem Geheimnis auf der Spur

"Wer ist Banksy"?

 

Die Staatsgalerie Stuttgart wird ab 7.3.2019 das zur neuen Ikone erklärte Bild »Love is in the Bin« von Banksy als Dauerleihgabe in ihre Sammlung integrieren und die kunsthistorische Bedeutung diskutieren.

 

Seine Aktionen rufen großes mediales Interesse hervor. Dennoch gelingt es ihm, seine Identität im Verborgenen zu halten, viele Fragen sind offen.

 

Die Selbstzerstörung seines »Ballonmädchens« während einer Auktion im vergangenen Oktober markiert den derzeitigen Höhepunkt seiner Aktivitäten und gibt Anlass zu Diskussionen.
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Essen

Lyonel Feininger, Gelmeroda IX,1926, Museum Folkwang, VG Bild Kunst, Bonn 2019

 

 

 

 

Im Bauhaus Jubiläumsjahr 2019 lässt sich das Museum Folkwang etwas Besonderes einfallen. Es präsentiert die dreiteilige Ausstellungsreihe: "Bauhaus am Folkwang".

 

Lyonel Feininger (18.Januar - 14. April 2019)

Bühnenwelten (28. April - 8.September 2019)

Lásló Moholy-Nagy 20.September - Ende 2019

 

Gelmeroda“, die Dorfkirche von Gelmeroda, erlangte durch Feininger große Berühmtheit. In zahlreichen Gemälden und Grafiken verwendete er das Motiv.

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 . 

 


Grandiose Neuentdeckung
Verdis Luisa Miller im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 8.12.2018

 

Großer Opernabend in Wuppertal. Langer Beifall am Schluss, aber schon während der Aufführung immer wieder Zwischenbeifall für die Leistungen der Sängerinnen und Sänger. Und die Wuppertaler Generalmusikdirektorin Julia Jones befeuert mit ihrem Orchester noch die Dramatik des Stücks und macht damit deutlich, dass „Luisa Miller“ keinen Vergleich mit den viel öfter gespielten Publikumsrennern Verdis zu scheuen braucht. weiter ...

 

 

Vera  Käuper-de  Bruin  (Dritte  Waldelfe),  Dong-  Won  Seo  (Wassermann),  Elizabeth  Pilon  (Erste    Waldelfe),  Nina  Andreeva  (Zweite  Waldelfe)  Foto: Klaus Lefebvre
Vera Käuper-de Bruin (Dritte Waldelfe), Dong- Won Seo (Wassermann), Elizabeth Pilon (Erste Waldelfe), Nina Andreeva (Zweite Waldelfe) Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Nixendrama

 

Antonin Dvoraks Oper „Rusalka“ im theaterHagen
Premiere am 1.12 2018

 

Rusalka: Ist das nicht Andersens „Kleine Meerjungfrau“ auf Tschechisch? In Grundzügen ja, ganz stimmt es aber nicht. Dvoraks Librettist Jaroslav Kvapil hat 1901 aus den unterschiedlichen Geschichten um Wassernixen, die Mensch werden wollen, eine eigene Fassung zusammengestellt, die auch die kulturelle Selbständigkeit der Tschechen in den Blick nahm, als Gegenbewegung zur alles beherrschenden Zentralregierung in Wien. So wird Rusalka nicht, wie bei Andersen, brutal die Zunge abgeschnitten, sie muss aber doch gegenüber ihrem geliebten Prinzen stumm bleiben. Durchaus äußern kann sich aber gegenüber dem Wassermann, eine in dieser Region und beim Volk sehr bekannte, beliebte und gefürchtete Sagengestalt. In der Hagener Inszenierung ist er ihr Vater. Auch bei Kvapil ist das Ende eher tragisch, lässt aber Möglichkeiten anderer Akzentuierungen zu. weiter ...

 

 

RIAS Kammerchor (Foto: Matthias Heyde)
RIAS Kammerchor (Foto: Matthias Heyde)

Essen

 Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung
Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung

"Carmen"


Opèra Comique in 4 Akten von Georges Bizet
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halèvy nach der Novelle von Prosper Mèrimèe
Aalto-Theater-Essen
Premiere: 13.10.2018


Carmen. Der Inbegriff der Weiblichkeit, der Schönheit, der feurigen Leidenschaft. Bizets Oper feierte Premiere im Aalto Theater. Musikalisch eine Glanzleistung, die szenische Umsetzung gefiel weniger.

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 Veronika  Haller,  Boris  Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller, Boris Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre

Party in Hagen
Jacques Offenbachs Pariser Leben im theaterHagen
Grandiose Eröffnung des Offenbach Jahres
Premiere am 27.10.2018

Was ist typisch französisch? Ein Croissant, das raucht und ständig um Feuer bittet! So war das jedenfalls in Hagen als running gag. Es gab viel zu lachen in dieser wunderbaren Aufführung von „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach, ohne dass der ernstere Hintergrund verloren ging.

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Venetien Traum

 

Venetien ist immer eine Reise wert.

Auf den Spuren Palladios wandeln und prachtvolle Pallazzis besuchen.

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Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess
Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess

Wuppertal

Überzeugende Aufführung von Léhars „Land des Lächelns“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere 14. Oktober 2018

 

 Großer Beifall am Schluss für Solisten, Orchester und Regieteam für die Inszenierung des „Land des Lächelns“ von Franz Léhar. Dabei kam das Regie-Bühnenbild-Konzept in Wuppertal schon zum dritten Mal zum Tragen. Zusammenarbeit mehrerer Opernhäuser in dieser Hinsicht ist nicht nur keine schlechte Idee, sondern das Gebot der Stunden, denn warum sollte eine gelungene Inszenierung nur an einem Ort gezeigt werden, zumal die Mittel für Kultur immer knapper werden. weiter ...

 

 

Carmen, Wuppertal, Foto: Jens Großmann
Carmen, Wuppertal, Foto: Jens Großmann

Wuppertal

Oper

Carmen

Opéra comique von Georges Bizet

Premiere: Sa. 30. Juni 2018, 19:30 Uhr, Opernhaus

 

Umjubelte Aufführung von Bizets „Carmen“ in Wuppertal

Premiere am 30.6.2018

Wuppertal hat wieder eine Carmen, und zwar eine, die sich sehen lassen kann. Tolle Sänger, ein rasantes Orchester, bemerkenswerte Regie, exzellente Chöre. Diese Inszenierung sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Das Theaterhagen ist immer für eine Überraschung gut

Everest-Drama im Zauberberg

„Everest“, Oper in einem Akt von Joby Talbot
Europäische Erstaufführung im theaterhagen
Premiere am 5. Mai 2018

 

Was Oper angeht, ist am theaterhagen einiges los. Am 5. Mai stand sogar eine europäische Erstaufführung an: die Oper „Everest“ des englischen Komponisten Joby Talbot (*1971), 2015 in Dallas uraufgeführt. Obwohl ihr von Kritikern bescheinigt wurde, dass ihr ein bleibender Platz im Opernrepertoire sicher sei, wurde sie seitdem in Europa noch nicht aufgeführt. Jetzt endlich, Hagen sei Dank. Das Theater hatte sogar den Komponisten eingeladen, der sich eine Stunde vor Beginn vorstellte und locker und gutgelaunt über seine Musik und seine Oper erzählte (übrigens von der Dramaturgin Corinna Jarosch hervorragend übersetzt und zusammengefasst). Das Interview war so anregend, dass zwischen seinem Ende und dem Beginn der Oper gerade mal fünf Minuten Zeit blieb.

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Wuppertal

 

Oper mit Smartphone und Tablet

„LIBERAZIONE“ von Francesca Caccini sca Caccini als Installation im Opernhaus Wuppertal

Premiere am 20.4.2018

 

Nach der Neuinszenierung von Martinus „Julietta“, selten genug aufgeführt, konnte sich das

Wuppertaler Publikum wieder auf eine besondere Aufführung freuen, auf die erste von einer Frau geschriebene Oper der Musikgeschichte, „Liberazione, La Liberazione di Ruggiero dall`isola d`Alcina“ von Francesca Caccini. Besonders interessant war die Ankündigung, dass diese Oper nicht im herkömmlichen Sinne aufgeführt werden sollte, sondern als Installation auf der Bühne des Opernhauses.

 

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Hagen

Oper

Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D  ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein   Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre
Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre

Das schlaue Füchslein

Oper von Leoš Janáček in drei Akten

Nach der Erzählung von Liška Bystrouška

Von Rudolf Těsnohlídek

In deutscher Sprache

Eine Schande der Tierwelt ist’s, das Menschenvolk!«

»Ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende« nannte Janáček seine Oper, zu der ihn eine Bildfolge in einer tschechischen Tageszeitung inspirierte.Die Begeisterung war groß am Premierenabend.

Wiedermal ist es gelungen, das Publikum mit einer herausragenden Inszenierung in den Bann zu ziehen. Besonders beeindruckend auch die ausgezeichnete Leistung des Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Joseph Trafton

 

Firtz Gerwinn hat das schlaue Füchslein in Hagen besucht

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Juietta, Foto Jens Grossmann
Juietta, Foto Jens Grossmann

Wuppertal

 Oper

 

Neuentdeckung einer surrealistischen Oper

Bohuslav Martinus „Julietta“ im Wuppertaler Opernhaus

Lange war die 1938 entstandene Oper „Julietta“ von Bohuslav Martinu in

Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren wurde sie wiederentdeckt, in

mehreren größeren Städten inszeniert. Nun also auch in Wuppertal.

Gleichzeitig mit der Wuppertaler Premiere wurde im Internet auf

operavision die Neuinszenierung dieses Werkes aus Prag ausgestrahlt, der

Stadt der Uraufführung. Man durfte also gespannt sein.

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Essen

 

Uraufführung

Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital

Das Märchen von der sozialen Gerechtigkeit von Christine Lang und Volker Lösch

frei nach Mark Twain

 

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

 

Wuppertal

Hänsel & Gretel, Foto: Bettina Stöß
Hänsel & Gretel, Foto: Bettina Stöß

Eine Oper für die ganze Familie

 

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 9.12.2017

 

Schon der butterweiche, aber genaue Einsatz der Hörner beim Abendsegen-Thema ließ keinen Zweifel daran, dass in musikalischer Hinsicht ein großer Abend zu erleben war. Schließlich dirigierte die neue Generalmusikdirektorin Julia Jones ihre erste Opernproduktion in Wuppertal. Bitte weiterlesen ...

 

 

Oper

Gelsenkirchen
Musiktheater-im-Revier
 
„Mathis der Maler“
 
Oper in sieben Bildern von Paul Hindemith
Premiere: 28. Oktober 2017
Inszenierung: Michael Schulz
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann
 
Intendant Michael Schulz hat Paul Hindemiths opulentes  Bühnenwerk „Mathis der Maler“ für das Musiktheater in Gelsenkirchen neu inszeniert.

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Wuppertal

Foto: Wil van Iersel
Foto: Wil van Iersel

„My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan J. Lerner in Wuppertal
Premiere am 22. Oktober

 

"MY Fair Lady" ist eines der beliebtesten und am meisten gespielten Musicals. In Wuppertal freute man sich über ein volles Haus und ein begeistertes Publikum

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Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann
Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Theaterhagen

Geschichten aus dem Wiener Wald

Oper in drei Akten von HK Gruber

Libretto von Michael Sturminger

Nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth

Inszenierung: Norbert Hilchenbach

 

Im Wiener Wald an der schönen blauen Donau wird Verlobung gefeiert.

Wer die  bemerkenswerte Inszenierung von  Norbert Hilchenbach sehen will, sollte sich schnell Karten für eine der vier Vorstellungen besorgen.[...]

Don Quijote in den Wuppertaler Riedel-Hallen
Premiere am 11.5.2017

 

Spartenübergreifendes Spektakel

 

Ein freundlicher Pförtner zeigte uns die Richtung an, das Werksgelände bietet genügend Parkplätze, auch wenn wie bei dieser Premiere alle Karten verkauft sind. Über lange Gänge gelangte man in ein Foyer, das aber nicht verleugnen konnte, dass sonst hier anders gearbeitet wird. Die eigentliche Spielstätte entpuppte sich als ideal: eine sehr breite Bühne, rechts eine leicht erhöhte Fläche mit drei Reihen Gongs übereinander, ganz links eine Art Windmühle mit sehr hohem Podest, dazwischen nur wenige andere Requisiten. Kein Vorhang, die Schauspieler kommen einem sehr nah. Ansteigende Sitzreihen für die Zuschauer, so dass alle gut sehen können.

 

Zum zweiten Mal hat der Regisseur Robert Sturm ein Riesenprojekt zum Erfolg geführt: nach „Romeo und Julia“ im Jahre 2016 nun als der „Don Quichote“, in der Fassung von Hubert Schirneck. Es ging aber nicht nur um pures Schauspiel mit Bühnenbild und Kostümen in ungewohnter Umgebung. Beteiligt waren viele bekannte Künstler aus der Region aus unterschiedlichen Sparten der Kunst. So erklang oft live gespielte Musik, dazu kamen Klanggestaltung, Sounddesign, Video. Und diese Elemente spielten nicht etwa nur eine dienende Rolle, sondern griffen ins Geschehen ein und entwickelten Eigenständigkeit.

 

So wurde gleich am Anfang ein riesiger Gong über die Bühne gefahren, auf dem der sich dahinter bewegende Musiker Uwe Fischer-Rosier mit zwei Streicherbögen seltsame Sphärenklänge erzeugte. Er bearbeitete nicht nur die zahlreichen Gongs, die auch mal ins Wasser gehalten wurden, sondern trommelte auch auf den anderen Bühnenrequisiten, z.B. einer geborstenen Blechwanne. Die sieben MusikerInnen des Wuppertaler Schoenberg-Ensembles mit Geigen und Bratschen waren ebenso wichtig: meist kommentierten sie von der linken Seite die Ereignisse, griffen aber auch ins Geschehen ein, indem sie z.B. in der Geschichte die von Don Quijote befreiten Galeerensklaven darstellten und ihre Antworten durch Musik und nicht durch Sprache gaben. Eine Musikerin hatte einmal sogar die Aufgabe, gleichzeitig zu spielen und durch Aufstampfen mit dem Fuß einen Rhythmus zu erzeugen, der durch ein Mikrofon, von einem anderen Mitwirkenden herbeigebracht, verstärkt wurde. Die von Carolin Pook komponierte bzw. aus der Improvisation entwickelte und von Werner Dickel einstudierte Musik benutzte sowohl dissonante als auch konsonante Klänge in oft repetitiven Mustern, erinnerte in Teilen an Musik von Philipp Glass. Klanggestaltung (Markus Beuter), Sounddesign (Will-Jan Pielage) und Theremin (Matthias Burkert) waren eher dezent eingesetzt.

 

Die breite Rückwand der Bühne bot viel Platz für Videos (Ralf Silberkuhl, Sven Petersen), die keineswegs durchgängig, sondern sehr gezielt eingesetzt wurden. Einige Ereignisse wurden sogar live aufgenommen und sofort auf die Bühnenrückwand übertragen, so z.B. die Verbrennung von Don Quijotes Bibliothek: Vorne auf der Bühne brannte tatsächlich ein Buch, spektakulär genug, das wurde aber durch das Video noch einmal kräftig vergrößert. Auch die Windmühlen wurden angedeutet, indem Fischer-Rosier mit beiden Armen auf einem Gong mit kreisförmigen Bewegungen Töne erzeugte und das auf der großen Rückwand erschien.

 

Bei diesem experimentellen Vorgehen dürfte klargeworden sein, dass nicht nur einfach einige Szenen des Buches in der Art des Illusionstheaters gespielt wurden. Verfremdet wurde in mehrfacher Hinsicht. So rezitierte Don Quichotte gleich am Anfang die ersten Sätze des Buches, bevor er sich in seine Rolle begab. Gelegentlich wurde im Publikum gespielt oder es einbezogen, indem gefragt wurde, welche Dame sich denn gerne von einem Ritter schützen ließe. Außer Don Quichote und Sancho Pansa spielten alle Schauspieler mehrere Rollen. Wenn sie nicht beschäftigt waren, reichten sie anderen auch Requisiten an, z.B. Rosinante und den Esel, zwei wunderbare Stahlkonstruktionen auf Rädern. Während Thomas Gimbel als Sancho Pansa seinen Esel, etwas zu groß für ihn, mühsam selbst vorwärtstreiben musste, wurde Don Quichotes Rosinante vom Tänzer Jean Laurent Sasportes bewegt. Marco Wohlwend, der Darsteller des Don Quichote, bewältigte dabei etliche schwierige, fast akrobatische Situationen souverän, glänzte auch sonst in jeder Hinsicht.  Vier der anderen Schauspieler sind vielen Wuppertalern sicher noch aus Holk Freytags Zeiten bekannt: Ingeborg Wolff, Thomas Gimbel, Anne-Catherine Studer und Jörg Reimers. Dazu kamen Jonas Eckert und Bernhard Glose, alle exzellent.

 

Einige der ausgewählten Geschichten aus dem Buch wurde sehr wirklichkeitsgetreu ausgespielt, andere nur stilisiert dargestellt oder nur angedeutet, immer wieder mit Musik oder Bild in Beziehung gesetzt. Immer wieder traten auch die Darsteller aus ihren Rollen heraus und aktualisierten damit das Geschehen, so z. B., als nach der Bücherverbrennung verdeutlicht wurde, dass diese Verbrennung nicht die erste und auch nicht die letzte sei. Und Ingeborg Wolff warf in einem kleinen Monolog die Frage auf, ob es nicht eine sinnvolle Lebenshaltung sei, wenn man sich „ernsthaft verrückt“ verhalte.

 

Insgesamt also eine interessante, experimentelle, lebendige Aufführung, manchmal komödiantisch, aber auch oft zum Nachdenken anregend. Ein großes Lob gebührt Robert Sturm, der das Ganze angeregt und durchgeführt hat. Dieses Glanzlicht der Wuppertaler Theaterlandschaft könnte aber nicht leuchten, wenn die Firma Riedel nicht ihre Halle V zur Verfügung gestellt und etliche Wuppertaler Institutionen das Projekt nicht finanziell unterstützt hätten. Offensichtlich liegt so ein „Wuppertal-Projekt“ auch der Stadtspitze am Herzen, ließen sich doch Oberbürgermeister und etliche andere Wuppertaler Politiker in der Premiere sehen. Das verstärkt die Hoffnung, dass die kulturellen Belange Wuppertals weiterhin wichtig genommen werden oder deren Wichtigkeit sogar noch gesteigert wird.

 

Fritz Gerwinn, 12.5.2017

 

Weitere Aufführungen: 14., 16., 17., 25., 30. Mai, 3., 4., 5. Juni 2017 jeweils um 19.30 Uhr

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Essen

 

Le Prophète
Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer
Libretto von Eugène Scribe
Premiere: 09.04.2017
Aalto Musiktheater Essen

Musikalische Leitung: Giuliano Carella

Inszenierung: Vincent Boussard

 

Vergessen und wieder entdeckt


Im 19. Jahrhundert zählte Meyerbeer zu den beliebtesten Opernkomponisten. Die Gattung der Grand Opèra mit Virtuosen Arien, ausladenden Chor- und Ensemble Szenen, sowie einer opulenten Ausstattung der Bühne, begeisterte ähnlich, wie heute die Blockbuster großer Kinos. Doch im Laufe der Zeit standen seine Musikdramen immer seltener auf dem Spielplan. Auch das Aalto-Theater zeigte bislang kein Interesse. Erstmals in dieser Saison ist die Grand Opera "Le Prophet" in Essen zu erleben. Am Sonntag feierte sie Premiere.


Die Uraufführung des "Propheten" fand im April 1849, ein Jahr nach Ausbruch der in die Geschichte eingegangenen "Juni Revolution", in Paris statt. Mit zahlreichen Unterbrechungen hatte Meyerbeer fast 13 Jahre an dem Werk gearbeitet. Historische Vorlage für die Komposition bildet die Einnahme von Münster durch die Wiedertäufer Bewegung im Jahr 1536/37. Der holländische Schneidergeselle "Jan van Leyden" ist der Titelheld. Meyerbeers Kooperation mit Eugène Scribe, seinem Librettisten, hatte sich, wie bereits bei den Hugenotten, als äußerst erfolgreich erwiesen. Den Stoff für das Libretto entnahm Scribe den Schriften Voltaires und Carl Heinz van der Veldes, einem schlesischen Dichter. Beide kannten das radikal-reformatorische Gedankengut der "Wiedertäufer".


Die 1848er Revolution beeinflusste die Entstehungseschichte "des Propheten", denn plötzlich erwies sich das Libretto als hochaktuell. Der Komponist wollte eine politische Aussage vermeiden, da er bereits während seiner Arbeit zu den »Hugenotten« mit der Zensur unliebsame Bekanntschaft gemacht hatte. Meyerbeer sah sich veranlasst, die Mutter-Figur (Fidès) aufzuwerten, um ein starkes Gegengewicht zu den revolutionären Ideen der Wiedertäufer zu schaffen. Als Besitzerin einer Schenke, im bürgerlichen Milieu verankert, ist Fidès bodenständig und kennt keine Existenzsorgen.


 Inhalt


"Jan van Leyden" in der Inszenierung "Jean de Leyde", Gastwirtsohn, steht kurz vor der Hochzeit mit Berthe, seiner Verlobten. Nur die Einwilligung des Grafen von Oberthal muss noch eingeholt werden. Als dieser die Heirat verhindert, schließt sich Jean zunächst nur widerwillig den Wiedertäufern an. Empfänglich für deren Ideologie lässt er sich zum Propheten ausrufen und wird zum fanatischen Anführer der Bewegung. Er zieht nach Münster und übt dort eine blutige Schreckensherrschaft aus. Von Fidès, seiner Mutter, sagt er sich los. Mehr noch, er verleugnet sie und bezeichnet sich als Sohn Gottes. Eine Tragödie bahnt sich an.
 
Inszenierung

 

Regisseur Vincent Boussard erzählt eine zeitlose Geschichte, in der die private Tragödie eines Mutter-Sohn-Konfliktes im Fokus steht. Politische und religiöse Komponenten spielen immer weniger eine Rolle und treten im Laufe der Handlung in den Hintergrund. Fidès wird zur Hauptfigur des Dramas. Selbst Jeans Beziehung zu Berthe, seiner Verlobten, spielt keine Rolle mehr.
Das Bühnenbild von Vincent Lemaire besteht aus hohen grauen Wänden. Durch Spiegelungen und Lichteinspiegelungen entstehen interessante Muster, die die Kargheit brechen. Im vierten Akt rieseln permanent Regentropfen hinab. Die routierende Drehbühne ist oft in Bewegung, teilt Räume (was nicht unbedingt günstig ist, da sie den Chören wenig Spielraum lässt) und sorgt für den Bildwechsel in der viereinhalbstündigen Inszenierung.
Zu sehen gibt es viel und zu hören: »Großartiges«. Musikalisch ist der Abend ein absoluter Genuss. Sänger, Musiker und der fantastische Aalto-Opernchor mit Kinderchor (Einstudierung: Jens Bingert, Patrick Jaskolka) werden am Schluss der Aufführung mit Applaus überschüttet.


Zu Beginn der Handlung hält sich Jean in seinem Zimmer auf. Mit sportlichem Blouson, Spaß an Musik und am Fußball unterscheidet er sich nicht von anderen jungen Männern seines Alters. Sein Leben scheint in Ordnung zu sein. Aufgestapelte Bierkästen (auf Werbung für eine Essener Getränkefirma kann verzichtet werden) symbolisieren die Schänke der Mutter. Hier trifft  Jean auf die drei Wiedertäufer: Jonas, Mathisen und Zachary. Ihre unheimliche Kostümierung (Kostüme: Vincent Boussard, Elisabeth de Sauverzac) erinnert ans finstere Mittelalter, eine bestimmte Religionsgemeinschaft ist nicht identifizierbar.. Fidès konservative Haltung offenbaren: dunkles Kleid, altmodische Frisur und braune Handtasche. Selbst als Bettlerin, herumirrend in den Straßen von Münster, hat sie die Tasche noch dabei. Warum Graf Oberthal dauerhaft von zwei Balletttänzerinnen in Tutu begleitet wird, kann nur vermutet werden. Ein Tresor, indem sich geplünderte Wertgegenstände der Wiedertäufer befinden, wird zum leuchtenden Altar. Jean legitimiert damit seine angebliche Göttlichkeit. Nicht fehlen in der Inszenierung dürfen das berühmte Schlittschuh-Ballett im dritten Akt ("Le Patineur"). Mit dem Ursprungstanz hat es allerdings sehr wenig zu tun. Ausserdem der Sonnenuntergang und das Kreuz als christliches Symbol.


Für Vincent Boussard ist der "Prophet" ein "Work in Progress". Der Regisseur beruft sich auf Meyerbeer, der bis kurz vor der Uraufführung Kürzungen und Striche in der Partitur vornahm. "Das Kunstwerk" kann auf ganz unterschiedliche Art interpretiert werden, lautet Bossards These. Um den Geschmack des Postmodernen Publikums zu treffen, sind Anpassungen notwendig. Jean ist als labiler junger Mann charakterisiert, der sich den Anordnungen und dem Wertekanon der Mutter zunächst widerspruchslos fügt und nur sein ganz persönliches Glück mit Berthe sucht. Dann aber durch widrige Umstände einen radikalen Schnitt vollzieht und der Verführung durch die Wiedertäufer erliegt, ihre fanatischen Ideen übernimmt und zu seinen eigenen macht.
Bezüge zu aktuellen Ereignissen deutet die Inszenierung zwar an, doch vertieft werden sie nicht. Boussard siedelt die Geschichte in der christlichen Symbolwelt an. Allerdings bleibt nicht verborgen, welche Religion gemeint ist, wenn die Protagonisten am Schluss den Tod durch Sprengstoff finden. Nur: Es wird nicht ausgesprochen!


Berthe (Lynette Tapia) beeindruckt als Jeans Verlobte mit zarter Ausstrahlung und kristallklaren Koloraturen. Marianne Cornetti in der anspruchsvollen Rolle der Fides leistet Unglaubliches. Sie verkörpert nicht nur authentisch die leidgeprüfte Mutter, sie besitzt auch die Kraft über Stunden raumgreifend ihren Mezzo erglühen zu lassen. Die Rolle des Jean de Leyde ist dem Amerikaner John Osborn auf den Leib geschnitten. Er verfügt über einen wohl timbrierten Tenor, der selbst in extremen Höhen kraftvoll zu überzeugen weiss. Albrecht Kludszuweit, Pierre Doyen und Tijl Faveyts beeindrucken als entschlossene Wiedertäufer.
Giuliano Carella führt die Essener Philharmoniker sicher durch die schwierige Partitur und lässt die kunstvolle Musik Meyerbeers mit größter Präzision erklingen.

 

Fazit

Das musikalisch hochwertige Musikdrama sollte man auf keinen Fall versäumen.

 

(Ursula Harms-Krupp)

 

Tickets
T 02 01 81 22-200
F 02 01 81 22-201
tickets@theater-essen.de

 

 

 

 

 

Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre

Ludger Vollmers „Tschick“ in Hagen
Erfolgreiche Uraufführung

Road Opera von Ludger Vollmer

Libretto von Tiina Hartmann nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf

Auftragswerk des theaterhagen

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater 2016.

 

Musikalische Leitung Florian Ludwig
Inszenierung Roman Hovenbitzer
Dramaturgie Ina Wragge

 

Große Oper in Hagen, und das ganz neu. Am 18. März öffnete sich der Vorhang zu Ludger Vollmers brandneuer Road Opera „Tschick“. Der Vorschlag, gerade diese Geschichte zu vertonen, kam noch von der im letzten Jahr verstorbenen Hagener Dramaturgin Dorothee Hannappel, der das Werk auch gewidmet ist. Der Komponist will vor allem die Jugend ansprechen, und so sah man auch schon bei der Premiere mehr junge Leute als sonst. Der Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist inzwischen Schullektüre, es gibt davon eine Bearbeitung fürs Sprechtheater und eine Verfilmung. Ludger Vollmer und seine Librettistin Tina Hartmann gehen aber einen ganz eigenen Weg. Den zu verfolgen, war spannend. Die Oper war publikumswirksam inszeniert, ist oft lustig, schürft aber immer wieder auch tiefer. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert.


Tina Hartmann hatte aus dem Roman 29 Szenen herausdestilliert, aber den Gesamtablauf nicht verändert. Das ergab gut zwei Stunden Musik. Die Geschichte wird auf diese Weise sehr klar wiedergegeben, ist nachvollziehbar auch für Leute, die den Roman mit seiner verschlungenen Handlung nicht kennen. Die Hauptpersonen, Maik, ein wohlstandverwahrloster Junge und Tschick, ein Russlanddeutscher, lernen sich kennen, freunden sich an und beschließen, mit einem geklauten Lada in die Walachei, Tschicks Heimat zu fahren. Weil ihre geographischen Kenntnisse im Minusbereich liegen, erreichen sie dieses Ziel nicht, erleben aber ungeheure Abenteuer und lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen. Obwohl am Schluss ein Unfall passiert, ist das für Maik aber „der schönste Sommer meines Lebens“. Die auch in Herrndorfs Roman benutzte harte und direkte Jugendsprache wird auch in die Oper übernommen, den weitaus obszönsten Verbalpart hat aber zweifellos Maiks Kapitalistenvater. Aber über Herrndorfs Text hinaus tauchen auch zwei neue Elemente auf. Einmal ein Gedicht von Christian Morgenstern: „Die zwei Parallelen“, die sich trotz mathematischer Gesetze am Ende doch treffen. Sie passen haarscharf auf die Beziehung zwischen Maik und Tschick und kommen immer wieder in unterschiedlichen musikalischen Variationen vor. Dann eine Szene aus Wilhelm Buschs Max und Moritz, von der auf der Müllkippe lebenden Isa als Auftrittsarie gesungen, umgedeutet und erklärend, warum sie missbrauchsbedingt an diesem schrecklichen Ort lebt.

 

 

Die Musik ist, da kann man dem Komponisten nur folgen, tatsächlich „große Oper“. Volles Orchester, Chor, Extrachor, Solisten und sogar Hiphoptänzer haben gut zu tun. Die Musik versucht gar nicht erst, avantgardistisch zu sein, ist aber neuartig in dem Sinne, dass sie sich aller möglichen Stile und Techniken bedient, um den emotionalen Gehalt der jeweiligen Szene genau herauszuarbeiten. Zum einen hört man alte Bekannte aus der Musikgeschichte, die aber nie ganz wörtlich zitiert, sondern melodisch oder harmonisch abgebogen werden (einmal war, als Tschick von Russland schwärmt, „Midnight in Moscow“ zu erkennen). Andererseits gibt es dramatisch-dissonante Musik an zentralen Stellen, vom vollen Orchester gespielt. Der Bezug zur Tradition ist aber immer vorhanden, so etwas wie Rezitative und Arien wird benutzt, rhythmisch Bewegtes erinnert an Bartok, aber auch Rockmusik kommt immer wieder vor, ebenso Micky-Mousing, also das Verdoppeln einer Bewegung in der Musik. Dies alles aber keineswegs beliebig, sondern präzise und oft wechselnd und changierend auf den jeweiligen Ausdrucksgehalt bezogen. Deshalb war die Musik auch für Laien relativ leicht zu verfolgen, wer sich besser auskannte, hatte seinen Spaß daran zu erkennen, welche Stile gerade verarbeitet wurden. Vieles erinnerte mich in der kompositorischen Vorgehensweise auch an Offenbach und Eisler: Es gab ironische und pointiert satirische Passagen, oft verstärkte die Musik den komischen Effekt lustiger oder skurriler Szenen auf der Bühne. Dass des öfteren laut gelacht wurde, lag also keineswegs nur am Text. Der wurde nur manchmal gesprochen, sonst aber in den unterschiedlichsten Facetten gesungen, manchmal songartig, manchmal wurden die Worte zerhackt, manchmal schlug es gezielt ins Süßliche um, der Gegensatz zwischen satirischen und ernsten Stellen wurde aber insgesamt brillant über die Rampe gebracht.

 

 

Gut war es, dass alle gesungenen Texte noch einmal als Übertitel erschienen, das erleichterte das Verstehen der Handlung ungemein. Ein zweites Schild hatte aber schon dramaturgische Funktion. Hier wurden die Überschriften der einzelnen Szenen und entscheidende Worte eingeblendet. Auch für die szenische Umsetzung hatte sich Regisseur Roman Hovenbitzer einiges einfallen lassen. Sehr schön seine Idee, den Chor, der die Bedrohungen der Umwelt darstellte, mit Masken auftreten zu lassen. So konnten sie u.a. die sportliche Rentnergruppe, die grunzenden Schweine nach dem Unfall und die sensationsgeile Menge beim Prozess darstellen. Auch die von der Musik vorgegebenen Dreifaltigkeiten der alternativen Mutter Friedemann und der Krankenschwester wurden publikumswirksam auf die Bühne gebracht, und nachhaltig war auch die Szene mit dem stahlbehelmten Horst Fricke, der alles durcheinanderbringt. Bühnenbildner Jan Bammes setzte präzise Akzente mit schnell wechselnden Requisiten. Einen ganz gewichtigen Anteil hatten aber die Projektionen von Krista Burger. Sie fand für die vielen Fahrten der beiden eine einfache, aber geniale Lösung: Der geklaute Lada kann an einer Stelle stehen bleiben, und die durchfahrenen Landschaften und Siedlungen ziehen - dargestellt durch ein Video – an ihm vorbei und simulieren ein fahrendes Auto. Nur ein Pfeil zeigt die Richtung an, in die das Auto fährt. Und gegen Ende, wenn Maik und seine Mutter die überflüssigen Möbel in den Swimmingpool werden, sehen die Zuschauer das Innere des Swimmingpools auf der Leinwand und können genau beobachten, wie die neobarocken Stühle langsam auf seinen Boden sinken.

 

 

Dem Orchester unter Florian Ludwig hatte hörbaren Spaß an der Produktion und spielte sehr motiviert, auch Chor und Extrachor waren in jeder Hinsicht voll engagiert dabei. Und die Solisten agierten auf gewohnt hohem Niveau: Andrew Finden als Maik und Karl Huml als Tschick spielten, sprachen, sangen überzeugend die Hauptrollen, Kristine Larissa Funkhauser glänzte als Isa. Marilyn Bennett als alkoholkranke Mutter und Rainer Zaun als ordinärer Kapitalist boten exzellente Charakterstudien, Richard van Gemert beeindruckte in seiner Rolle als Karl Fricke und Heikki Kilpeläinen in mehreren Rollen mit seinem voluminösen Bariton. Auch die zahlreichen anderen Solisten, von Ensemble- und Chormitgliedern besetzt, zeigten hervorragende Leistungen. Einige kamen auch aus der Solistenklasse des Kinder- und Jugendchores des theaterhagen, die sich im Programmheft begeistert über die Oper Vollmers äußerten und dies auch in Gesang und Darstellung auf der Bühne bestätigten.

 

Eine sehr gelungene Produktion also, vor allem für eine junge Generation komponiert. Diese Oper hat es verdient, auch an vielen anderen Häusern gespielt zu werden. Auch weil am Schluss deutlich wird, dass das Leben immer risikoreich ist und es letztlich darauf ankommt, glücklich zu werden. Ein schöner Einfall dazu das Schlussbild: Isa und die beiden Jungen sitzen in großer Höhe auf Schaukeln und lächeln ins Publikum.

 

 

Fritz Gerwinn, 20.3.2017

 

Weitere Aufführungen: 13.4., 20.4.,26.4., 10.5., 2.6., 11.6., 7.7.2017

 

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

 

"LULU" von Alban Berg feierte in Wuppertal Premiere

 Martina Welschenbach  (Lulu) , Claus Rentzelmann  (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann
Martina Welschenbach (Lulu) , Claus Rentzelmann (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann

"Lulu" von Alban Berg zählt sicher zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts. Kein einfaches Werk, denn nicht nur die Länge überforderte manche Besucher, sondern auch die ungewohnte Tonsprache – modifizierte Zwölftontechnik – sowie die ausladende, nicht immer leicht nachzuvollziehende Handlung.

Kamioka hat sich mit der „Lulu“  zwar einen ziemlich dicken Brocken ausgesucht aber auch einen Herzenswunsch erfüllt, wie er auf der Pressekonferenz am Anfang der Saison ausführte. Sein Dirigat in Wuppertal ließ jetzt keine Wünsche offen. Lesen Sie weiter ...

 

 

 

REISEN

 

REISE INS PIEMONT - ein Paradies für Genießer

Foto: Deianira
Foto: Deianira

Hügelketten, an denen sich sanfte Weinberge schmiegen, schneebedeckte Bergketten, schmale Straßen, die sich in Serpentinen durch urige Dörfer schlängeln, Städte mit erlesenen Kunstschätzen, imposante Kathedralen.

Und das ist längst nicht alles. Das Piemont ist vor allen Dingen ein Paradies für Gourmets. Der heiß begehrte »weiße Trüffel«, ein edler Knollenpilz, dazu Spitzenweine: Der Barolo, Barbaresco und Dolcetto, um nur einige zu nennen, sind hier zu Hause. Viele Orte bieten erstklassige Restaurants und Osterien, sodass der Feinschmecker garantiert auf seine Kosten kommt. Die piemontesische Küche zählt zu den Besten in Ganz-Italien.

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Essen

ELEKTRA

Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).
Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss

Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere am 19. März 2016

gesehen am 23.03.2016

 

 

David Böschs Inszenierung der  "Elektra" feierte im Aalto-Theater Premiere

 

Das Grauen ist immer da
Das Grauen ist omnipräsent. Blutbeschmierte Wände, Elektras blutbesudeltes Kleid, Kinderspielzeug, ein gekritzelter Satz: „Mama, where ist Papa“? Etwas Entsetzliches ist geschehen. David Böschs Gruselthriller "Elektra" präsentiert Protagonisten, die nach einem Trauma kein normales Leben mehr führen können.

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Hagen

"EUGEN ONEGIN"

Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Hagen

Premiere am 5.3.2016, besuchte Vorstellung am 11.3.2016

Keine zwei Monate später als Wuppertal brachte nun Hagen Tschaikowskis Eugen Onegin heraus, aber ganz anders. Wurde in Wuppertal der gesellschaftliche Aspekt mit realistischen Massenszenen betont, lieferte Regisseur Holger Potocki eine intime Kammeroper ab, ein Nachtstück, in dem es niemals richtig hell wird.

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Essen


"FAUST" IN ESSEN

Wuppertal

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Wuppertal

Premiere am 24.01.2016

Toshiyuki Kamioka vermeidet den üblichen Anfangsbeifall für den Dirigenten, hat sich in den Orchestergraben geschlichen, während das Licht ausgeht, erklingen schon die ersten Töne. Und das Wuppertaler Sinfonieorchester spielt exzellent. weiter ...

 

 

Hagen

"Jonny spielt auf“

Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel
Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel

Premiere am 16.01.2016

Spannende Oper, intelligente Regie, interessante Musik

"Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek im theaterhagen

Beim Lesen der Handlung von „Jonny spielt auf“ – der Komponist Ernst Krenek hat nicht nur die Musik, sondern auch den Text geschrieben - entsteht leicht der Eindruck: Was für eine verworrene, reißerische Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen! Eine Geige und vier Hauptpersonen! Wie kann man das nachvollziehbar und auf die Bühne bringen? In Hagen schafft man es!

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Musical

Essen

"Die Liebe zu den drei Orangen"

Das Aalto-Theater zeigt die "Die Liebe zu den drei Orangen"

In der viel umjubelten Premiere feierte das Publikum das Ensemble .

Prokofjews Oper ist eine meisterhafte Satire, die zudem bestens zu unterhalten weiß

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Theaterhagen

Das Land des Lächelns

Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre

"Das Land des Lächelns"

Franz Lehars beliebte Operette ist in Hagen zu sehen. Die romantische Liebe zwischen Lisa und dem Prinzen Kejia Xiong, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, findet kein Happy end. Wien und Peking als  Schauplätze der Handlung demonstrieren nicht nur Macht und Gegensätzliches, sie verweisen auch auf Parallelen in den gesellschaftlichen  Strukturen.  .

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Hagen

Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte  Dame), Kristine  Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)
Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte Dame), Kristine Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)

Intelligent und witzig: Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Noch einmal ein Zauberflöte? Kann es da noch Überraschungen geben? Ist nicht alles schon gesagt?

Nein, keineswegs! Der Regisseurin Annette Wolf gelingt im theaterhagen eine neue, faszinierende Deutung. Der bisher meist favorisierte Kampf:  Gut gegen Böse, Hell gegen Dunkel wird umgedeutet. Zentral in der Inszenierung ist nun die Frage:" Wie gelingt es jungen Menschen sich gegen scheinbar übermächtige Erwachsene und Institutionen zu behaupten, um eine eigene Lebensperspektive zu gewinnen?". weiter    ...

 

 

Hagen

Madame Butterfly im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Mit der letzten Premiere der Saison feierte das theaterhagen wieder einen glänzenden Erfolg, Ergebnis einer engagierten und kompetenten Ensembleleistung mit dem Regie führenden Intendanten an der Spitze.

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Wuppertal

Johannespassion in Wuppertal

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Eine mit Spannung erwartete Johannes-Passion hatte am 22.Mai 2015 in Wuppertal Premiere. Die  szenische Fassung von Oratorien oder Passionen ist noch verhältnismaßig neu.

Wie geht ein Regisseur das an? Was erwartet den Zuschaer? weiter [...]

 

 

 

Hagen

Fidelio  - eine gebrochene Utopie

Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre
Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre

"Fidelio"

Ludwig van Beethoven

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Gregor Horres

Ludwig van Beethoven hat an seiner einzigen Oper "Fidelio" über zehn Jahre lang gearbeitet. In Hagen ist seine grandiose Musik zu hören. Die vielfach ausgezeichnete Autorin,  Jenny Erpenbeck,  hat für die Aufführung einen neuen Text verfaßt. In der Inszenierung von Gregor Horres blickt eine gealterte Leonore zurück auf das Geschehen von einst, welches sie immer noch emotional beschäftigt. Ihre Illusionen hat sie verloren. weiter [...]

 

 

 

 

Essen

Schauspiel

Wir sind die Guten

Foto: Martin  Kaufhold
Foto: Martin Kaufhold

(Shoot / Get Treasure / Repeat)

Von Mark Ravenhill

Deutsch von John Birke

Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer

 

Welche Auswirkungen haben Terroranschläge auf unser Leben? Wie gehen Menschen mit der Angst vor Terror um? Müssen wir uns schützen? Und wie?

Mark Ravenhill gilt als einer der berühmtesten britischen Gegenwartsdramatiker. Seit seinem ersten spektakulären Theatererfolg  „Shopping and Fucking“, das 1998 in London uraufgeführt wurde, werden seine Stücke weltweit inszeniert.  „Shoot / Get Treasure / Repeat“ wurde im April 2008 in London uraufgeführt; die deutschsprachige Erstaufführung war im Januar 2010 in Düsseldorf. In 16 Minidramen zeigt das Stück den andauernden Kampf gegen den Terror und die Hoffnung durch kriegerische Einsätze der Bedrohung der Welt Einhalt zu gebieten.

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Wuppertal

"Salome" von Richard Strauss

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Nach dem ambitiösen und deshalb umstrittenen Parsifal feierte das Wuppertaler Publikum die neue „Salome“ mit einhelligem Beifall. Nicht nur in Hinsicht auf die musikalische Umsetzung kam das Publikum auf seine Kosten, auch das Regieteam erhielt in der Premiere viel Applaus. Anders als der Regisseur des Wuppertaler Parsifals, Thilo Reinhard, in seiner Berliner „Salome“ betonte Michiel Dijkema den vorgegebenen Spannungsbogen und legte besonderen Wert auf genaue und nachvollziehbare Personenführung, bezog aber hierbei auch neue Sichtweisen im Detail ein. weiter [...

 

 

 

 

Wuppertal

Parsifal von Richard Wagner

Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann
Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann

Parsifal - neu erzählt - kein Bühnenweihfestspiel

An Thilo Reinhardts Inszenierung scheiden sich die Geister. Unbedingt ansehen, meint unser Kritiker. Lesen Sie mehr über den  "Parsifal" in Wuppertal.  [...]

 

 

Hagen

"Verbrennungen" von Wajdi Mouawad

Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre
Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre

Oper von Charles Gournod

Premiere am 17.01.2015

Als erste Premiere im Jahr 2015 führte das theaterhagen den „Faust“ von Charles Gounod auf. Dessen musikalische Umsetzung verzichtet auf Goetheschen Tiefsinn und stellt die Liebesgeschichte von Faust und Gretchen, die in dieser Oper Marguerite heißt, und ihr Scheitern in den Mittelpunkt  mehr ...

 

 

 

Foto: Mathias Jung
Foto: Mathias Jung

Wuppertal

Don Giovanni in Wuppertal

Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann
Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto von Lorenzo da Ponte

 

 

Fur manche Opernbesucher ist sie die Oper aller Opern "Don Giovanni".

 Eine ideenreiche Inszenierung der Mozart Oper ist jetzt in Wuppertal zu sehen.  mehr ...

 

Wuppertal

Foto: Christoph Sebastian
Foto: Christoph Sebastian

Wuppertal

Tosca in Wuppertal

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka gibt seinen Einstand

In der Operngeschichte gilt die Figur der "Tosca" als schillernde Persönlichkeit. Gleich zwei Männer umwerben die Titelheldin in Puccinis Drama: Cavaradossi, ein freigeistiger Maler und Scarpia, der brutale Polizeichef.
Stefano Poda, laut BBC einer der wichtigsten Opernregisseure unserer Zeit, inszenierte die Oper.

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka dirigierte das  Sinfonieorchester Wuppertal und gab damit seinen Einstand als Opernintendant. mehr ...



Hagen

Verdis Otello im theaterhagen

Draußen scheint vor der Premiere die Sonne, drinnen im Theater jagen schon düstere Sturmwolken über den Himmel. Davor eine Art stadtmauerartiger hoher Steg, ganz im Vordergrund ein Wachturm. Erstaunlich, welch kreative Lösungen den Hagenern bei ihrer relativ kleinen und engen Bühne einfallen (diesmal wieder, auch die Kostüme: Jan Bammes): Haben wir unten nicht genug Platz, gehen wir eben in die Höhe (das war bei „Carmen“ und „Don Quichotte“ auch schon einleuchtend gelöst).  weiter ...


Hagen

„Don Quichotte“

 Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Im Theaterhagen feierte Don Quichotte“ Premiere.  Der Ritter von der traurigen Gestalt, lächerlich und liebenswert, ein Spinner und Phantast, hört nicht auf Andere.

Unbeirrt geht er seinen eigenen Weg. Wiedermal begeistert Hagen mit einer tollen Inszenierung. weiter ...

 

Wuppertal

Oper

Alcina verzaubert

Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann
Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann

Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 23.3.2014

In Wuppertal hatte "Alcina" Premiere. Eine Inszenierung, die verzaubert.

Fritz Gerwinn hat die Premiere besucht.

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Reisen

Die Schlösser der Loire

 

Die Loire ist mit 1020 km der längste Fluß Frankreichs. Die liebliche Landschaft des Loiretales wird als "Garten Frankreichs" bezeichnet. weiter ...

 

 

 

"Evita" in Wuppertal

Rasanter Aufstieg und tragisches Ende

"Evita" in Wuppertal
"Evita" in Wuppertal

Als Eva Perón 1952 im Alter von nur 33 Jahren an Krebs starb, trauerte ganz Argentinien. Wegen ihrer Fürsorge für die Armen war sie im Volk sehr beliebt. An der Seite von Argentiniens Diktator Juan Perón führte sie als Präsidentengattin ein glamouröses Leben. In Wuppertal ist "Evita" jetzt als Musical zu erleben. Das Leben der Protagonistin wird in der Inszenierung keineswegs nur verherrlicht, deutlich herausstellt werden Brüche und problematische Seiten ihres kurzen Daseins. weiter ...

 

 

 

 

Reise -Tipp

Irland

Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit: die Faszination der Maskerade

Gäste sind verrückt darauf und das Regency Herrschaftshaus Balyfin macht es möglich: das Verwandeln in historische Gestalten.

Sich einmal fühlen wie die Pompadour. Das muss kein Traum bleiben. Im Ballyfin Hotel können die Gäste in historische Kostüme schlüpfen und stilecht an einem barocken Dinner teilnehmen.

Für dieses besondere Vergnügen stehen 40 verschiedene Galagarderoben zur Verfügung. Umgeben von Wäldern und Seen liegt das imposante Hotel verwunschen wie ein Märchenschloss in einem herrlichen Park. Damit bietet es eine faszinierende Kulisse für das abendliche Historienspiel. http://www.ballyfin.comhttp://

Wuppertal

Verdis Maskenball in Wuppertal

Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Foto: U. Stratmann

 

Sängerfest und solide Inszenierung

Kaum waren die ersten Takte des Vorspiels erklungen, da war die Freude über die musikalische Qualität groß.  Der Abend versprach ein Genuss zu werden. weiter ...

 

Essen

Theater

Faust I. und II.

Gefangen in Rastlosigkeit

Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger
Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger

Düsseldorf

Musik

"Xerxes" von Händel

Barockoper mit grandiosem Erfolg

Foto: Hans Jörg Michel
Foto: Hans Jörg Michel

Die deutsche Oper am Rhein glänzt derzeit mit einer Barockoper. Stefan Herheims Inszenierung der Händel Oper „Xerxes“ sorgt für Furore. Das Publikum feiert das Ensemble enthusiastisch.

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Wuppertal

Eine Familie im Ausnahmezustand

BLUTHOCHZEIT

Lyrische Tragödie in zwei Akten von Federico García Lorca

Musik von Wolfgang Fortner

Premiere: Wuppertaler Bühnen, Sonntag, 13. Januar 2013,

Eine Familie in einem Ausnahmezustand. Die Hochzeitsfeier endet in einer Tragödie. Großer Jubel für die gelungene Inszenierung in Wuppertal.

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Reise

Indien

Nach Indien fliegt man nicht eben mal so hin. Obwohl viele Menschen sich für das Reiseziel Indien interessieren, scheuen sie vor dem "Unbekannten" zurück. Gisela Baumann-Wagner, unsere Mitarbeiterin, ist nach Indien zu einer knapp dreiwöchigen Rundreise aufgebrochen. Mitgebracht hat sie unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse. Lesen Sie hier was sie zu erzählen hat.

 

Wenn man noch nie in Indien war, fragt man sich natürlich spontan, ob eine privat organisierte Reise überhaupt sinnvoll erscheint, oder ob man nicht besser dran wäre, eine durchgeplante Pauschalreise zu machen. Man weiß im Allgemeinen recht wenig über dieses Land – alles ist fremd: Geschichte, Religion, soziales Leben.  weiter ...