Essener Philharmoniker rufen zum „Steigerlied“ auf

 

Volkslied-Klassiker soll am Sonntag, um 18 Uhr von den Balkonen des Ruhrgebiets erklingen

 

„Glück auf, der Steiger kommt“ – der Bergmanns- und Volkslied-Klassiker ist längst zu einer Hymne des Ruhrgebiets geworden. Und gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sollte das Ruhrgebiet zusammenstehen, finden die Essener Philharmoniker. Aus diesem Grund ruft das Orchester alle Musikerinnen und Musiker der Region dazu auf, gemeinsam das Steigerlied anzustimmen. Egal ob Hobby-Instrumentalisten oder Profis: Am kommenden Sonntag, um 18 Uhr darf sich jeder dazu aufgerufen fühlen, auf dem Balkon, aus dem Fenster oder auf der Straße das Lied zum Besten zu geben – ob allein oder im Ensemble, ob mit Geige, Trompete oder Klarinette. Damit es nicht allzu durcheinander klingt, wäre es ideal, wenn alle in der Tonart G-Dur einsteigen. Und wer dazu den Text singen möchte, der ist natürlich ebenfalls herzlich eingeladen!

 

 

 

Kulturdezernent Matthias Nocke, Dr. Roland Mönig, Foto: Gert Neumann
Kulturdezernent Matthias Nocke, Dr. Roland Mönig, Foto: Gert Neumann

Wuppertal

Das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal hat einen neuen Direktor

 

Dr. Roland Mönig ist neuer Direktor des Von der Heydt-Museums Wuppertal

 

Ab 1. April 2020 tritt Dr. Roland Mönig die Nachfolge von Dr. Gerhard Finckh an, der letztes Jahr im Mai in den Ruhestand ging.

Mönig war seit 2013 Direktor des Saarlandmuseums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken, sowie Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.

Roland Mönig (54) freut sich auf die neue Aufgabe, auch wenn diese für ihn in schweren Zeiten beginnt. Wegen des Coronavirus‘ ist das Haus bis auf Weiteres geschlossen. „Das Von der Heydt-Museum verfügt über eine der schönsten Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, wenn nicht in Deutschland“, sagt Mönig. Er werde nun mit seinem Team die geplante Digitalisierung vorantreiben und die Sammlung verstärkt digital erlebbar machen. Mönig: „Und wir treffen alle Vorbereitungen, damit das Museum hoffentlich bald wieder glanzvoll eröffnet werden kann.“

(Deianira/ÜPM)

 

 

Orpheus und Eurydike, Ballett, Foto: Klaus Lefebvre
Orpheus und Eurydike, Ballett, Foto: Klaus Lefebvre

Wunderbare Sängerinnen, authentische Musik, durchdachte, überzeugende Regie

Glucks „Orpheus und Eurydike“ am theaterhagen

Premiere am 29.2.2020

 

Schon allein der drei Sängerinnen wegen lohnt es sich, nach Hagen zu fahren und eine Vorstellung von Glucks „Orpheus und Eurydike“ zu besuchen. Von der Mailänder Scala hatten die Hagener für die Rolle des Orpheus die Altistin Anna-Doris Capitelli geholt, und das war ein Volltreffer. Selten kann man eine so schöne Stimme hören: voluminös, raumfüllend, wohlklingend, nuancenreich und ausdrucksstark, die Sängerin erfüllte aber auch schauspielerisch die emotionalen Vorgaben der Handlung. Die beiden anderen Rollen konnte das Theater mit eigenen Kräften besetzen. Angela Davis sang und spielte die Eurydike, die gar nicht sogerne das Elysium in der Unterwelt verlassen will, mit intensivem Ausdruck in Stimme und Spiel, eine starke Frau, die genau weiß, was sie will. Und Cristina Piccardi verkörperte sehr glaubhaft mit glockenreinem Sopran den Gott Amor, der aus dem Publikum auf die Bühne steigt, im Handumdrehen alles ändern will, dabei aber scheitert. ...

 

 

Wuppertal

 

Intelligentes Vergnügen

Donizettis „Liebestrank“ im Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 22.2.2020

 

Das Premierenpublikum hatte seinen Spaß, belohnte die guten Ideen auf der Szene, oft aus der Musik entwickelt und von Sängern und Orchester hervorragend umgesetzt, mit Zwischenbeifall. Die Inszenierung von Stephan Prattes (seine erste Arbeit als Opernregisseur) war alles andere als bieder. Kein italienisches Dorf im 19. Jahrhundert, jeglicher Naturalis-mus war komplett ausgetrieben, der Regisseur machte deutlich, dass so eine Geschichte überall und zu allen Zeiten vorkommen kann und passiert. ...

 

Essen

Aalto Theater
Yesterdate - Ein Rendezvous mit den 60ern
Musical-Revue von Heribert Feckler und Marie-Helen Joël
Premiere: Samstag, 8. Februar 2020

In der westlichen Kulturgeschichte nehmen die 60er Jahre einen besonderen Stellenwert ein. Althergebrachten Konventionen und verstaubten Denkmustern wurde der Kampf angesagt. Kurz gesagt, es handelte sich um eine Zeit mit großen Veränderungen in vielen Lebensbereichen. In der Musikwelt sind es die Songs der Beatles, der Rolling Stones und viele anderer Bands, die eine Revolution in Gang setzen. Rockmusik wurde zu einem Synonym für die Rebellion der Jugend gegen die Erwachsenen.
Marie-Helen Joël und Heribert Feckler gehen mit ihrer Musikrevue auf eine aufregende Zeitreise in die 60er. Bis zur Pause nimmt die Zeitmaschine nur langsam Fahrt auf, erst im 2. Akt dreht sie kräftig auf. weiter ...

 

 

Markus Jaursch, Richard van Gemert, Sebastian Joest, Chor und Extrachor, Foto Klaus Lefebvre
Markus Jaursch, Richard van Gemert, Sebastian Joest, Chor und Extrachor, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

 

Trump, Nexit und Putins unehelicher Sohn

Lortzings „Zar und Zimmermann“ in Hagen, brillant neu erzählt

Premiere am 1.2.2020

Albert Lortzings Opern wurden seit den 70er Jahren kaum gespielt. Seine Opern standen unter Biedermeierverdacht, galten als harmlose Spielopern, mit denen man sich einen schönen Abend machen konnte, ohne auch nur um einen Hauch ins Politische abzugleiten, waren deshalb in den 50er und 60er Jahren der Bundesrepublik sehr beliebt. Was war also zu erwarten, wenn diese Oper wieder auf dem Programm steht? Inzwischen wurde zwar bekannt, dass Lortzing sogar eine Revolutionsoper, „Regina“, geschrieben hat? Und die Hagener Theatermacher legen laut Programmheft Wert darauf, dass dieser Komponist nicht nur ein Kind des Biedermeiers ist, sondern seine Werke auch zu ihrer Entstehungszeit durchaus schon etwas Widerständiges entfaltet haben. Aber wie sollte eine von der aktuellen Wirklichkeit weit entfernte Handlung auf die Bühne gebracht werden?

 

Um es kurz zu machen: es wurde ein brillanter Abend. weiter ...

 

 

Szenenfoto: Martin Kaufhold
Szenenfoto: Martin Kaufhold
Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann
Thomas Paul, Netta Or, Chor und Extrachor, Foto: Klaus Lefebvre
Thomas Paul, Netta Or, Chor und Extrachor, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

 

Brillante Zeitreise

Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen“ in Hagen

Premiere am 30.11.2019

 

Wieder eine erfolgreiche Premiere in Hagen: Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“. Am Schluss gab es minutenlangen Beifall und zwischendurch auch immer wieder spontanen Szenenapplaus für die Sänger und Sängerinnen.

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Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

Oper

 

Puccinis „La Bohème“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 2. November 2019

Beim Betreten des Zuschauerraumes sieht man ein großes Paket auf der Bühne. Das klappt mit den ersten Tönen nach oben und unten auf, öffnet den Blick auf das kleine Zimmer, in dem die vier Bohemiens hausen.

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Oliver Weidinger, Cristina Piccardi, Foto: Klaus Lefebvre
Oliver Weidinger, Cristina Piccardi, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

 

Federleichtes Operettenspektakel

Lehárs „Graf von Luxemburg“ im theaterhagen

Premiere am 26.10.2019

 

Zu Beginn sitzt René, der Graf von Luxemburg, missmutig auf einer Mondskulptur, bevor es wieder richtig losgeht: eine Karnevalsgesellschaft holt ihn wieder in sein altes Leben ab, in dem er sein Geld nur so verjubelt hat. Eine junge Frau im Skelett-Kostüm erinnert ihn, dass das Leben endlich ist und er es so, wie es kommt, genießen soll. Im Laufe des Stücks gerät er aber doch ins Überlegen und gegen Ende auch in (wahrscheinlich)ruhigeres Fahrwasser. Die Geschichte wird im Hagener Theater leichtfüßig und gut nachvollziehbar auf die Bühne gebracht. Auffallend viel jüngeres Publikum applaudierte am Schluss frenetisch. ...

 

 

 

Pique Dame, Foto: KHP Forster
Pique Dame, Foto: KHP Forster


Aalto Theater
Pique Dame
Pjotr I. Tschaikowski
Oper in drei Akten von Pjotr I. Tschaikowski
Libretto von Modest Tschaikowski
Nach der gleichnamigen Erzählung von Alexander Puschkin
In russischer Sprache mit deutschen Untertiteln
 
Musikalische Leitung Tomas Netopil
Inszenierung Philipp Himmelmann

Alles auf eine Karte
 
Philipp Himmelmann inszeniert Pjotr I. Tschaikowskis Meisterwerk „Pique Dame“ für das Aalto- Theater in Essen. Warum die Oper "Pique Dame" heißt, erschließt sich erst am Schluss. Da zieht Protagonist Hermann die falsche Karte. Statt des Asses, wie prophezeit von der Gräfin, die Pique Dame. Damit besiegelt er sein Schicksal. Die Fassung für das Aalto streicht der Regisseur auf zwei Stunden mit schlüssiger Stringenz. ...

 

 


Hagen

 

Wozu Kunst?

Goldschmied Cardillac als Kunst-Terrorist

Hindemiths Oper „Cardillac“ im theaterhagen

Premiere am 21. September 2019

 

Die Geschichte von Cardillac, zum ersten Mal von E.T.A. Hoffmann erzählt, hätte auch als Krimi auf die Bühne gebracht werden können. Ganz Paris fürchtet eine neue Tat eines Serienmörders, alle Opfer sind interessanterweise Käufer der Schmuckstücke des hochgeschätzten Goldschmieds Cardillac. Dieser ist aber selber der Mörder, weil er sich von seinen Werken nicht trennen kann, wird schließlich aber enttarnt und gelyncht ...

 

 

 

Mirko Roschkowski, Almuth Herbst, Simon Stricker, Opernchor, Foto Björn Hickmann
Mirko Roschkowski, Almuth Herbst, Simon Stricker, Opernchor, Foto Björn Hickmann

Igor Strawinsky

OEDIPUS REX

Premiere: Sonntag 15. September 2019, 18 Uhr

Oedipus als Täter

Timofey Kulyabin inszeniert Strawinsky im Wuppertaler Opernhaus

Der Wuppertaler Opernintendant Berthold Schneider beginnt die Saison gerne mit unkonventionellen Paukenschlägen. So einen gab es gleich am Anfang der neuen Spielzeit. Timofey Kulyabin, der schon den „Rigoletto“ 2017 überzeugend neu erzählt hatte, inszenierte Strawinsky, „Les Noces“ und „Oedipus Rex“, zwei eigentlich selbstständige Stücke, die er aber durch seine Regie verband und in die Gegenwart holte. Die von Sophokles überlieferte Geschichte wurde neu erzählt, ohne nur ein Wort des Textes und eine Note der Musik zu verändern. weiter ...

 

Wuppertal

Ein wunderbares Erlebnis: Oper für alle
Community-Oper „Das Labyrinth“ von Jonathan Dove in Wuppertal
Premiere am 5.7.2019

 

Die Premiere mitgerechnet nur vier Aufführungen, alle restlos ausverkauft. Warum nicht mehr? Das Rätsel löst sich, wenn man erklärt, was eine Community-Oper ausmacht. In Freiburg, wo das auch schon gemacht wurde, nannte man das „Schnittstelle zwischen zeitgemäßer Musikvermittlung und Kunst“, hieß also Oper mit, von und für Laien mit dem Ziele der kulturellen Teilhabe von möglichst vielen. Die einstündige Oper „Das Labyrinth“ von Jonathan Dove, 2015 in Aix-en-Provence uraufgeführt und schon von einigen Theatern übernommen, ist so komponiert, dass sie Laien die Möglichkeit bietet, als Sänger oder Instrumentalist eine Opernaufführung mitzugestalten, dies alles aber auf hohem kompositorischem und musikalischem Niveau.  weiterlesen ...

 

 

 

 

Die tote Stadt, Foto: Wil van Iersel
Die tote Stadt, Foto: Wil van Iersel

Wuppertal

Die tote Stadt (Erich Wolfgang Korngold)

Traum und Trauma

 

Premiere im Wuppertaler Opernhaus am 16. 06.2019

 

Vorletzte Premiere der Saison 18/19 im Wuppertaler Opernhaus. Wieder gab es großen Beifall, standing ovations am Schluss. Korngolds Oper, nach heutigem Wissen in Wuppertal zum ersten Mal aufgeführt, ist ein wunderbares Stück, sollte öfter gespielt werden. Das Thema ist morbide genug. Paul trauert auch nach Jahren immer noch um seine verstorbene Frau Marie, lernt dann eher zufällig die Tänzerin Marietta kennen, die Marie äußerlich aufs Haar gleicht, aber sonst das krasse Gegenteil verkörpert. Paul verlässt sein Trauerzimmer immer nur zu einem abendlichen Spaziergang, während Marietta zu einer halbseidenen Theatertruppe gehört, die gerade in Brügge gastiert. Das verursacht eine krisenhafte Entwicklung.... weiterlesen ...

 

 

 

 

Totale, Foto: Klaus Lefebvre
Totale, Foto: Klaus Lefebvre

Hagen

Oper

Rauschhafte Musik, innovative Regie

Wagners „Tristan und Isolde“ im theaterhagen
Premiere am 7. April 2019

 

Der Vorhang geht auf, kein Schiff, auf dem Isolde mit Brangäne unter Deck sitzt, auf der Fahrt zu König Marke nach Cornwall. Stattdessen fünf zimmerartige Gebilde für die fünf Hauptpersonen, Tristan und Marke in der ersten Etage, Isolde und Brangäne im Parterre, Kurwenal in einem schmalen feuertreppenähnlichen Gebilde am rechten Rand. Und diese Räume werden die Personen während des gesamten Stücks, immerhin vier Stunden lang, nicht verlassen. In der Mitte befindet sich noch eine schmale, beleuchtete Kabine, in der ein Herr im Frack steht, mit dem Klavierauszug in der Hand, und das Lied des jungen Seemanns singt. Da hat sich das Regieteam offensichtlich einiges überlegt.

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OTELLO


Dramma lirico in 4 Akten
von Guiseppe Verdi
Text von Arrigo Boito nach Shakespeares Othello (1604)
Uraufführung 5. Februar 1887 in Mailand, Teatro alla Scala
Premiere 2. Februar 2019
Aalto Theater Essen

gesehen: 9. März 2019
Desdemona, Jago und Otello gelten als berühmte Theaterfiguren, die in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Für das Essener Aalto Theater inszenierte Regisseur Roland Schwab die Verdi Oper »Otello« und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Ein großer Erfolg für ihn und eine Glanzleistung des Ensembles.

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 Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre
Dong-Won Seo (Selim), Marilyn Bennett, Foto Klaus Lefebvre

Hagen

Rossinis „Turco in Italia“ im theaterhagen
Premiere am 2.2.2019

besuchte Vorstellung am 8.Febeuar 2019

 

 Begeisterung beim Publikum in Hagen. Es feierte sowohl die artistischen Leistungen der Solisten als auch die oft brillanten Einfälle der Regie. Christian von Goetz gilt als Rossini-Spezialist. Dies bestätigte er durch seine Arbeit mit dem hervorragend aufgelegten Hagener Ensemble. weiter ...

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Stuttgart

Ausstellungen


Grandiose Neuentdeckung
Verdis Luisa Miller im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 8.12.2018

 

Großer Opernabend in Wuppertal. Langer Beifall am Schluss, aber schon während der Aufführung immer wieder Zwischenbeifall für die Leistungen der Sängerinnen und Sänger. Und die Wuppertaler Generalmusikdirektorin Julia Jones befeuert mit ihrem Orchester noch die Dramatik des Stücks und macht damit deutlich, dass „Luisa Miller“ keinen Vergleich mit den viel öfter gespielten Publikumsrennern Verdis zu scheuen braucht. weiter ...

 

 

Vera  Käuper-de  Bruin  (Dritte  Waldelfe),  Dong-  Won  Seo  (Wassermann),  Elizabeth  Pilon  (Erste    Waldelfe),  Nina  Andreeva  (Zweite  Waldelfe)  Foto: Klaus Lefebvre
Vera Käuper-de Bruin (Dritte Waldelfe), Dong- Won Seo (Wassermann), Elizabeth Pilon (Erste Waldelfe), Nina Andreeva (Zweite Waldelfe) Foto: Klaus Lefebvre

Essen

 Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung
Opernchor, Bettina Ranch (Carmen), Luc Robert (Don José) (v.l.) Foto: Matthias Jung

"Carmen"


Opèra Comique in 4 Akten von Georges Bizet
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halèvy nach der Novelle von Prosper Mèrimèe
Aalto-Theater-Essen
Premiere: 13.10.2018


Carmen. Der Inbegriff der Weiblichkeit, der Schönheit, der feurigen Leidenschaft. Bizets Oper feierte Premiere im Aalto Theater. Musikalisch eine Glanzleistung, die szenische Umsetzung gefiel weniger.

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 Veronika  Haller,  Boris  Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller, Boris Leisenheimer, Chor, Foto Klaus Lefebvre

Party in Hagen
Jacques Offenbachs Pariser Leben im theaterHagen
Grandiose Eröffnung des Offenbach Jahres
Premiere am 27.10.2018

Was ist typisch französisch? Ein Croissant, das raucht und ständig um Feuer bittet! So war das jedenfalls in Hagen als running gag. Es gab viel zu lachen in dieser wunderbaren Aufführung von „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach, ohne dass der ernstere Hintergrund verloren ging.

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Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess
Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess

Wuppertal

Überzeugende Aufführung von Léhars „Land des Lächelns“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere 14. Oktober 2018

 

 Großer Beifall am Schluss für Solisten, Orchester und Regieteam für die Inszenierung des „Land des Lächelns“ von Franz Léhar. Dabei kam das Regie-Bühnenbild-Konzept in Wuppertal schon zum dritten Mal zum Tragen. Zusammenarbeit mehrerer Opernhäuser in dieser Hinsicht ist nicht nur keine schlechte Idee, sondern das Gebot der Stunden, denn warum sollte eine gelungene Inszenierung nur an einem Ort gezeigt werden, zumal die Mittel für Kultur immer knapper werden. weiter ...

 

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Das Theaterhagen ist immer für eine Überraschung gut

Everest-Drama im Zauberberg

„Everest“, Oper in einem Akt von Joby Talbot
Europäische Erstaufführung im theaterhagen
Premiere am 5. Mai 2018

 

Was Oper angeht, ist am theaterhagen einiges los. Am 5. Mai stand sogar eine europäische Erstaufführung an: die Oper „Everest“ des englischen Komponisten Joby Talbot (*1971), 2015 in Dallas uraufgeführt. Obwohl ihr von Kritikern bescheinigt wurde, dass ihr ein bleibender Platz im Opernrepertoire sicher sei, wurde sie seitdem in Europa noch nicht aufgeführt. Jetzt endlich, Hagen sei Dank. Das Theater hatte sogar den Komponisten eingeladen, der sich eine Stunde vor Beginn vorstellte und locker und gutgelaunt über seine Musik und seine Oper erzählte (übrigens von der Dramaturgin Corinna Jarosch hervorragend übersetzt und zusammengefasst). Das Interview war so anregend, dass zwischen seinem Ende und dem Beginn der Oper gerade mal fünf Minuten Zeit blieb.

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Wuppertal

 

Oper mit Smartphone und Tablet

„LIBERAZIONE“ von Francesca Caccini sca Caccini als Installation im Opernhaus Wuppertal

Premiere am 20.4.2018

 

Nach der Neuinszenierung von Martinus „Julietta“, selten genug aufgeführt, konnte sich das

Wuppertaler Publikum wieder auf eine besondere Aufführung freuen, auf die erste von einer Frau geschriebene Oper der Musikgeschichte, „Liberazione, La Liberazione di Ruggiero dall`isola d`Alcina“ von Francesca Caccini. Besonders interessant war die Ankündigung, dass diese Oper nicht im herkömmlichen Sinne aufgeführt werden sollte, sondern als Installation auf der Bühne des Opernhauses.

 

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Hagen

Oper

Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D  ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein   Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre
Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre

Das schlaue Füchslein

Oper von Leoš Janáček in drei Akten

Nach der Erzählung von Liška Bystrouška

Von Rudolf Těsnohlídek

In deutscher Sprache

Eine Schande der Tierwelt ist’s, das Menschenvolk!«

»Ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende« nannte Janáček seine Oper, zu der ihn eine Bildfolge in einer tschechischen Tageszeitung inspirierte.Die Begeisterung war groß am Premierenabend.

Wiedermal ist es gelungen, das Publikum mit einer herausragenden Inszenierung in den Bann zu ziehen. Besonders beeindruckend auch die ausgezeichnete Leistung des Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Joseph Trafton

 

Firtz Gerwinn hat das schlaue Füchslein in Hagen besucht

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Juietta, Foto Jens Grossmann
Juietta, Foto Jens Grossmann

Wuppertal

 Oper

 

Neuentdeckung einer surrealistischen Oper

Bohuslav Martinus „Julietta“ im Wuppertaler Opernhaus

Lange war die 1938 entstandene Oper „Julietta“ von Bohuslav Martinu in

Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren wurde sie wiederentdeckt, in

mehreren größeren Städten inszeniert. Nun also auch in Wuppertal.

Gleichzeitig mit der Wuppertaler Premiere wurde im Internet auf

operavision die Neuinszenierung dieses Werkes aus Prag ausgestrahlt, der

Stadt der Uraufführung. Man durfte also gespannt sein.

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Essen

 

Uraufführung

Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital

Das Märchen von der sozialen Gerechtigkeit von Christine Lang und Volker Lösch

frei nach Mark Twain

 

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Oper

Gelsenkirchen
Musiktheater-im-Revier
 
„Mathis der Maler“
 
Oper in sieben Bildern von Paul Hindemith
Premiere: 28. Oktober 2017
Inszenierung: Michael Schulz
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann
 
Intendant Michael Schulz hat Paul Hindemiths opulentes  Bühnenwerk „Mathis der Maler“ für das Musiktheater in Gelsenkirchen neu inszeniert.

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Wuppertal

Foto: Wil van Iersel
Foto: Wil van Iersel

„My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan J. Lerner in Wuppertal
Premiere am 22. Oktober

 

"MY Fair Lady" ist eines der beliebtesten und am meisten gespielten Musicals. In Wuppertal freute man sich über ein volles Haus und ein begeistertes Publikum

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Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann
Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Theaterhagen

Geschichten aus dem Wiener Wald

Oper in drei Akten von HK Gruber

Libretto von Michael Sturminger

Nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth

Inszenierung: Norbert Hilchenbach

 

Im Wiener Wald an der schönen blauen Donau wird Verlobung gefeiert.

Wer die  bemerkenswerte Inszenierung von  Norbert Hilchenbach sehen will, sollte sich schnell Karten für eine der vier Vorstellungen besorgen.[...]

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Essen

 

Le Prophète
Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer
Libretto von Eugène Scribe
Premiere: 09.04.2017
Aalto Musiktheater Essen

Musikalische Leitung: Giuliano Carella

Inszenierung: Vincent Boussard

 

Vergessen und wieder entdeckt


Im 19. Jahrhundert zählte Meyerbeer zu den beliebtesten Opernkomponisten. Die Gattung der Grand Opèra mit Virtuosen Arien, ausladenden Chor- und Ensemble Szenen, sowie einer opulenten Ausstattung der Bühne, begeisterte ähnlich, wie heute die Blockbuster großer Kinos. Doch im Laufe der Zeit standen seine Musikdramen immer seltener auf dem Spielplan. Auch das Aalto-Theater zeigte bislang kein Interesse. Erstmals in dieser Saison ist die Grand Opera "Le Prophet" in Essen zu erleben. Am Sonntag feierte sie Premiere.


Die Uraufführung des "Propheten" fand im April 1849, ein Jahr nach Ausbruch der in die Geschichte eingegangenen "Juni Revolution", in Paris statt. Mit zahlreichen Unterbrechungen hatte Meyerbeer fast 13 Jahre an dem Werk gearbeitet. Historische Vorlage für die Komposition bildet die Einnahme von Münster durch die Wiedertäufer Bewegung im Jahr 1536/37. Der holländische Schneidergeselle "Jan van Leyden" ist der Titelheld. Meyerbeers Kooperation mit Eugène Scribe, seinem Librettisten, hatte sich, wie bereits bei den Hugenotten, als äußerst erfolgreich erwiesen. Den Stoff für das Libretto entnahm Scribe den Schriften Voltaires und Carl Heinz van der Veldes, einem schlesischen Dichter. Beide kannten das radikal-reformatorische Gedankengut der "Wiedertäufer".


Die 1848er Revolution beeinflusste die Entstehungseschichte "des Propheten", denn plötzlich erwies sich das Libretto als hochaktuell. Der Komponist wollte eine politische Aussage vermeiden, da er bereits während seiner Arbeit zu den »Hugenotten« mit der Zensur unliebsame Bekanntschaft gemacht hatte. Meyerbeer sah sich veranlasst, die Mutter-Figur (Fidès) aufzuwerten, um ein starkes Gegengewicht zu den revolutionären Ideen der Wiedertäufer zu schaffen. Als Besitzerin einer Schenke, im bürgerlichen Milieu verankert, ist Fidès bodenständig und kennt keine Existenzsorgen.


 Inhalt


"Jan van Leyden" in der Inszenierung "Jean de Leyde", Gastwirtsohn, steht kurz vor der Hochzeit mit Berthe, seiner Verlobten. Nur die Einwilligung des Grafen von Oberthal muss noch eingeholt werden. Als dieser die Heirat verhindert, schließt sich Jean zunächst nur widerwillig den Wiedertäufern an. Empfänglich für deren Ideologie lässt er sich zum Propheten ausrufen und wird zum fanatischen Anführer der Bewegung. Er zieht nach Münster und übt dort eine blutige Schreckensherrschaft aus. Von Fidès, seiner Mutter, sagt er sich los. Mehr noch, er verleugnet sie und bezeichnet sich als Sohn Gottes. Eine Tragödie bahnt sich an.
 
Inszenierung

 

Regisseur Vincent Boussard erzählt eine zeitlose Geschichte, in der die private Tragödie eines Mutter-Sohn-Konfliktes im Fokus steht. Politische und religiöse Komponenten spielen immer weniger eine Rolle und treten im Laufe der Handlung in den Hintergrund. Fidès wird zur Hauptfigur des Dramas. Selbst Jeans Beziehung zu Berthe, seiner Verlobten, spielt keine Rolle mehr.
Das Bühnenbild von Vincent Lemaire besteht aus hohen grauen Wänden. Durch Spiegelungen und Lichteinspiegelungen entstehen interessante Muster, die die Kargheit brechen. Im vierten Akt rieseln permanent Regentropfen hinab. Die routierende Drehbühne ist oft in Bewegung, teilt Räume (was nicht unbedingt günstig ist, da sie den Chören wenig Spielraum lässt) und sorgt für den Bildwechsel in der viereinhalbstündigen Inszenierung.
Zu sehen gibt es viel und zu hören: »Großartiges«. Musikalisch ist der Abend ein absoluter Genuss. Sänger, Musiker und der fantastische Aalto-Opernchor mit Kinderchor (Einstudierung: Jens Bingert, Patrick Jaskolka) werden am Schluss der Aufführung mit Applaus überschüttet.


Zu Beginn der Handlung hält sich Jean in seinem Zimmer auf. Mit sportlichem Blouson, Spaß an Musik und am Fußball unterscheidet er sich nicht von anderen jungen Männern seines Alters. Sein Leben scheint in Ordnung zu sein. Aufgestapelte Bierkästen (auf Werbung für eine Essener Getränkefirma kann verzichtet werden) symbolisieren die Schänke der Mutter. Hier trifft  Jean auf die drei Wiedertäufer: Jonas, Mathisen und Zachary. Ihre unheimliche Kostümierung (Kostüme: Vincent Boussard, Elisabeth de Sauverzac) erinnert ans finstere Mittelalter, eine bestimmte Religionsgemeinschaft ist nicht identifizierbar.. Fidès konservative Haltung offenbaren: dunkles Kleid, altmodische Frisur und braune Handtasche. Selbst als Bettlerin, herumirrend in den Straßen von Münster, hat sie die Tasche noch dabei. Warum Graf Oberthal dauerhaft von zwei Balletttänzerinnen in Tutu begleitet wird, kann nur vermutet werden. Ein Tresor, indem sich geplünderte Wertgegenstände der Wiedertäufer befinden, wird zum leuchtenden Altar. Jean legitimiert damit seine angebliche Göttlichkeit. Nicht fehlen in der Inszenierung dürfen das berühmte Schlittschuh-Ballett im dritten Akt ("Le Patineur"). Mit dem Ursprungstanz hat es allerdings sehr wenig zu tun. Ausserdem der Sonnenuntergang und das Kreuz als christliches Symbol.


Für Vincent Boussard ist der "Prophet" ein "Work in Progress". Der Regisseur beruft sich auf Meyerbeer, der bis kurz vor der Uraufführung Kürzungen und Striche in der Partitur vornahm. "Das Kunstwerk" kann auf ganz unterschiedliche Art interpretiert werden, lautet Bossards These. Um den Geschmack des Postmodernen Publikums zu treffen, sind Anpassungen notwendig. Jean ist als labiler junger Mann charakterisiert, der sich den Anordnungen und dem Wertekanon der Mutter zunächst widerspruchslos fügt und nur sein ganz persönliches Glück mit Berthe sucht. Dann aber durch widrige Umstände einen radikalen Schnitt vollzieht und der Verführung durch die Wiedertäufer erliegt, ihre fanatischen Ideen übernimmt und zu seinen eigenen macht.
Bezüge zu aktuellen Ereignissen deutet die Inszenierung zwar an, doch vertieft werden sie nicht. Boussard siedelt die Geschichte in der christlichen Symbolwelt an. Allerdings bleibt nicht verborgen, welche Religion gemeint ist, wenn die Protagonisten am Schluss den Tod durch Sprengstoff finden. Nur: Es wird nicht ausgesprochen!


Berthe (Lynette Tapia) beeindruckt als Jeans Verlobte mit zarter Ausstrahlung und kristallklaren Koloraturen. Marianne Cornetti in der anspruchsvollen Rolle der Fides leistet Unglaubliches. Sie verkörpert nicht nur authentisch die leidgeprüfte Mutter, sie besitzt auch die Kraft über Stunden raumgreifend ihren Mezzo erglühen zu lassen. Die Rolle des Jean de Leyde ist dem Amerikaner John Osborn auf den Leib geschnitten. Er verfügt über einen wohl timbrierten Tenor, der selbst in extremen Höhen kraftvoll zu überzeugen weiss. Albrecht Kludszuweit, Pierre Doyen und Tijl Faveyts beeindrucken als entschlossene Wiedertäufer.
Giuliano Carella führt die Essener Philharmoniker sicher durch die schwierige Partitur und lässt die kunstvolle Musik Meyerbeers mit größter Präzision erklingen.

 

Fazit

Das musikalisch hochwertige Musikdrama sollte man auf keinen Fall versäumen.

 

(Ursula Harms-Krupp)

 

Tickets
T 02 01 81 22-200
F 02 01 81 22-201
tickets@theater-essen.de

 

 

 

 

 

Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre

Ludger Vollmers „Tschick“ in Hagen
Erfolgreiche Uraufführung

Road Opera von Ludger Vollmer

Libretto von Tiina Hartmann nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf

Auftragswerk des theaterhagen

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater 2016.

 

Musikalische Leitung Florian Ludwig
Inszenierung Roman Hovenbitzer
Dramaturgie Ina Wragge

 

Große Oper in Hagen, und das ganz neu. Am 18. März öffnete sich der Vorhang zu Ludger Vollmers brandneuer Road Opera „Tschick“. Der Vorschlag, gerade diese Geschichte zu vertonen, kam noch von der im letzten Jahr verstorbenen Hagener Dramaturgin Dorothee Hannappel, der das Werk auch gewidmet ist. Der Komponist will vor allem die Jugend ansprechen, und so sah man auch schon bei der Premiere mehr junge Leute als sonst. Der Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist inzwischen Schullektüre, es gibt davon eine Bearbeitung fürs Sprechtheater und eine Verfilmung. Ludger Vollmer und seine Librettistin Tina Hartmann gehen aber einen ganz eigenen Weg. Den zu verfolgen, war spannend. Die Oper war publikumswirksam inszeniert, ist oft lustig, schürft aber immer wieder auch tiefer. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert.


Tina Hartmann hatte aus dem Roman 29 Szenen herausdestilliert, aber den Gesamtablauf nicht verändert. Das ergab gut zwei Stunden Musik. Die Geschichte wird auf diese Weise sehr klar wiedergegeben, ist nachvollziehbar auch für Leute, die den Roman mit seiner verschlungenen Handlung nicht kennen. Die Hauptpersonen, Maik, ein wohlstandverwahrloster Junge und Tschick, ein Russlanddeutscher, lernen sich kennen, freunden sich an und beschließen, mit einem geklauten Lada in die Walachei, Tschicks Heimat zu fahren. Weil ihre geographischen Kenntnisse im Minusbereich liegen, erreichen sie dieses Ziel nicht, erleben aber ungeheure Abenteuer und lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen. Obwohl am Schluss ein Unfall passiert, ist das für Maik aber „der schönste Sommer meines Lebens“. Die auch in Herrndorfs Roman benutzte harte und direkte Jugendsprache wird auch in die Oper übernommen, den weitaus obszönsten Verbalpart hat aber zweifellos Maiks Kapitalistenvater. Aber über Herrndorfs Text hinaus tauchen auch zwei neue Elemente auf. Einmal ein Gedicht von Christian Morgenstern: „Die zwei Parallelen“, die sich trotz mathematischer Gesetze am Ende doch treffen. Sie passen haarscharf auf die Beziehung zwischen Maik und Tschick und kommen immer wieder in unterschiedlichen musikalischen Variationen vor. Dann eine Szene aus Wilhelm Buschs Max und Moritz, von der auf der Müllkippe lebenden Isa als Auftrittsarie gesungen, umgedeutet und erklärend, warum sie missbrauchsbedingt an diesem schrecklichen Ort lebt.

 

 

Die Musik ist, da kann man dem Komponisten nur folgen, tatsächlich „große Oper“. Volles Orchester, Chor, Extrachor, Solisten und sogar Hiphoptänzer haben gut zu tun. Die Musik versucht gar nicht erst, avantgardistisch zu sein, ist aber neuartig in dem Sinne, dass sie sich aller möglichen Stile und Techniken bedient, um den emotionalen Gehalt der jeweiligen Szene genau herauszuarbeiten. Zum einen hört man alte Bekannte aus der Musikgeschichte, die aber nie ganz wörtlich zitiert, sondern melodisch oder harmonisch abgebogen werden (einmal war, als Tschick von Russland schwärmt, „Midnight in Moscow“ zu erkennen). Andererseits gibt es dramatisch-dissonante Musik an zentralen Stellen, vom vollen Orchester gespielt. Der Bezug zur Tradition ist aber immer vorhanden, so etwas wie Rezitative und Arien wird benutzt, rhythmisch Bewegtes erinnert an Bartok, aber auch Rockmusik kommt immer wieder vor, ebenso Micky-Mousing, also das Verdoppeln einer Bewegung in der Musik. Dies alles aber keineswegs beliebig, sondern präzise und oft wechselnd und changierend auf den jeweiligen Ausdrucksgehalt bezogen. Deshalb war die Musik auch für Laien relativ leicht zu verfolgen, wer sich besser auskannte, hatte seinen Spaß daran zu erkennen, welche Stile gerade verarbeitet wurden. Vieles erinnerte mich in der kompositorischen Vorgehensweise auch an Offenbach und Eisler: Es gab ironische und pointiert satirische Passagen, oft verstärkte die Musik den komischen Effekt lustiger oder skurriler Szenen auf der Bühne. Dass des öfteren laut gelacht wurde, lag also keineswegs nur am Text. Der wurde nur manchmal gesprochen, sonst aber in den unterschiedlichsten Facetten gesungen, manchmal songartig, manchmal wurden die Worte zerhackt, manchmal schlug es gezielt ins Süßliche um, der Gegensatz zwischen satirischen und ernsten Stellen wurde aber insgesamt brillant über die Rampe gebracht.

 

 

Gut war es, dass alle gesungenen Texte noch einmal als Übertitel erschienen, das erleichterte das Verstehen der Handlung ungemein. Ein zweites Schild hatte aber schon dramaturgische Funktion. Hier wurden die Überschriften der einzelnen Szenen und entscheidende Worte eingeblendet. Auch für die szenische Umsetzung hatte sich Regisseur Roman Hovenbitzer einiges einfallen lassen. Sehr schön seine Idee, den Chor, der die Bedrohungen der Umwelt darstellte, mit Masken auftreten zu lassen. So konnten sie u.a. die sportliche Rentnergruppe, die grunzenden Schweine nach dem Unfall und die sensationsgeile Menge beim Prozess darstellen. Auch die von der Musik vorgegebenen Dreifaltigkeiten der alternativen Mutter Friedemann und der Krankenschwester wurden publikumswirksam auf die Bühne gebracht, und nachhaltig war auch die Szene mit dem stahlbehelmten Horst Fricke, der alles durcheinanderbringt. Bühnenbildner Jan Bammes setzte präzise Akzente mit schnell wechselnden Requisiten. Einen ganz gewichtigen Anteil hatten aber die Projektionen von Krista Burger. Sie fand für die vielen Fahrten der beiden eine einfache, aber geniale Lösung: Der geklaute Lada kann an einer Stelle stehen bleiben, und die durchfahrenen Landschaften und Siedlungen ziehen - dargestellt durch ein Video – an ihm vorbei und simulieren ein fahrendes Auto. Nur ein Pfeil zeigt die Richtung an, in die das Auto fährt. Und gegen Ende, wenn Maik und seine Mutter die überflüssigen Möbel in den Swimmingpool werden, sehen die Zuschauer das Innere des Swimmingpools auf der Leinwand und können genau beobachten, wie die neobarocken Stühle langsam auf seinen Boden sinken.

 

 

Dem Orchester unter Florian Ludwig hatte hörbaren Spaß an der Produktion und spielte sehr motiviert, auch Chor und Extrachor waren in jeder Hinsicht voll engagiert dabei. Und die Solisten agierten auf gewohnt hohem Niveau: Andrew Finden als Maik und Karl Huml als Tschick spielten, sprachen, sangen überzeugend die Hauptrollen, Kristine Larissa Funkhauser glänzte als Isa. Marilyn Bennett als alkoholkranke Mutter und Rainer Zaun als ordinärer Kapitalist boten exzellente Charakterstudien, Richard van Gemert beeindruckte in seiner Rolle als Karl Fricke und Heikki Kilpeläinen in mehreren Rollen mit seinem voluminösen Bariton. Auch die zahlreichen anderen Solisten, von Ensemble- und Chormitgliedern besetzt, zeigten hervorragende Leistungen. Einige kamen auch aus der Solistenklasse des Kinder- und Jugendchores des theaterhagen, die sich im Programmheft begeistert über die Oper Vollmers äußerten und dies auch in Gesang und Darstellung auf der Bühne bestätigten.

 

Eine sehr gelungene Produktion also, vor allem für eine junge Generation komponiert. Diese Oper hat es verdient, auch an vielen anderen Häusern gespielt zu werden. Auch weil am Schluss deutlich wird, dass das Leben immer risikoreich ist und es letztlich darauf ankommt, glücklich zu werden. Ein schöner Einfall dazu das Schlussbild: Isa und die beiden Jungen sitzen in großer Höhe auf Schaukeln und lächeln ins Publikum.

 

 

Fritz Gerwinn, 20.3.2017

 

Weitere Aufführungen: 13.4., 20.4.,26.4., 10.5., 2.6., 11.6., 7.7.2017

 

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Wuppertal

 

"LULU" von Alban Berg feierte in Wuppertal Premiere

 Martina Welschenbach  (Lulu) , Claus Rentzelmann  (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann
Martina Welschenbach (Lulu) , Claus Rentzelmann (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann

"Lulu" von Alban Berg zählt sicher zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts. Kein einfaches Werk, denn nicht nur die Länge überforderte manche Besucher, sondern auch die ungewohnte Tonsprache – modifizierte Zwölftontechnik – sowie die ausladende, nicht immer leicht nachzuvollziehende Handlung.

Kamioka hat sich mit der „Lulu“  zwar einen ziemlich dicken Brocken ausgesucht aber auch einen Herzenswunsch erfüllt, wie er auf der Pressekonferenz am Anfang der Saison ausführte. Sein Dirigat in Wuppertal ließ jetzt keine Wünsche offen. Lesen Sie weiter ...

 

 

 

Essen

ELEKTRA

Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).
Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss

Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere am 19. März 2016

gesehen am 23.03.2016

 

 

David Böschs Inszenierung der  "Elektra" feierte im Aalto-Theater Premiere

 

Das Grauen ist immer da
Das Grauen ist omnipräsent. Blutbeschmierte Wände, Elektras blutbesudeltes Kleid, Kinderspielzeug, ein gekritzelter Satz: „Mama, where ist Papa“? Etwas Entsetzliches ist geschehen. David Böschs Gruselthriller "Elektra" präsentiert Protagonisten, die nach einem Trauma kein normales Leben mehr führen können.

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Hagen

"EUGEN ONEGIN"

Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Hagen

Premiere am 5.3.2016, besuchte Vorstellung am 11.3.2016

Keine zwei Monate später als Wuppertal brachte nun Hagen Tschaikowskis Eugen Onegin heraus, aber ganz anders. Wurde in Wuppertal der gesellschaftliche Aspekt mit realistischen Massenszenen betont, lieferte Regisseur Holger Potocki eine intime Kammeroper ab, ein Nachtstück, in dem es niemals richtig hell wird.

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Wuppertal

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Wuppertal

Premiere am 24.01.2016

Toshiyuki Kamioka vermeidet den üblichen Anfangsbeifall für den Dirigenten, hat sich in den Orchestergraben geschlichen, während das Licht ausgeht, erklingen schon die ersten Töne. Und das Wuppertaler Sinfonieorchester spielt exzellent. weiter ...

 

 

Hagen

"Jonny spielt auf“

Musical

Essen

"Die Liebe zu den drei Orangen"

Das Aalto-Theater zeigt die "Die Liebe zu den drei Orangen"

In der viel umjubelten Premiere feierte das Publikum das Ensemble .

Prokofjews Oper ist eine meisterhafte Satire, die zudem bestens zu unterhalten weiß

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Theaterhagen

Das Land des Lächelns

Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre

"Das Land des Lächelns"

Franz Lehars beliebte Operette ist in Hagen zu sehen. Die romantische Liebe zwischen Lisa und dem Prinzen Kejia Xiong, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, findet kein Happy end. Wien und Peking als  Schauplätze der Handlung demonstrieren nicht nur Macht und Gegensätzliches, sie verweisen auch auf Parallelen in den gesellschaftlichen  Strukturen.  .

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Hagen

Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte  Dame), Kristine  Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)
Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte Dame), Kristine Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)

Intelligent und witzig: Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Noch einmal ein Zauberflöte? Kann es da noch Überraschungen geben? Ist nicht alles schon gesagt?

Nein, keineswegs! Der Regisseurin Annette Wolf gelingt im theaterhagen eine neue, faszinierende Deutung. Der bisher meist favorisierte Kampf:  Gut gegen Böse, Hell gegen Dunkel wird umgedeutet. Zentral in der Inszenierung ist nun die Frage:" Wie gelingt es jungen Menschen sich gegen scheinbar übermächtige Erwachsene und Institutionen zu behaupten, um eine eigene Lebensperspektive zu gewinnen?". weiter    ...

 

 

Hagen

Madame Butterfly im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Mit der letzten Premiere der Saison feierte das theaterhagen wieder einen glänzenden Erfolg, Ergebnis einer engagierten und kompetenten Ensembleleistung mit dem Regie führenden Intendanten an der Spitze.

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Wuppertal

Johannespassion in Wuppertal

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Eine mit Spannung erwartete Johannes-Passion hatte am 22.Mai 2015 in Wuppertal Premiere. Die  szenische Fassung von Oratorien oder Passionen ist noch verhältnismaßig neu.

Wie geht ein Regisseur das an? Was erwartet den Zuschaer? weiter [...]

 

 

 

Hagen

Fidelio  - eine gebrochene Utopie

Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre
Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre

"Fidelio"

Ludwig van Beethoven

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Gregor Horres

Ludwig van Beethoven hat an seiner einzigen Oper "Fidelio" über zehn Jahre lang gearbeitet. In Hagen ist seine grandiose Musik zu hören. Die vielfach ausgezeichnete Autorin,  Jenny Erpenbeck,  hat für die Aufführung einen neuen Text verfaßt. In der Inszenierung von Gregor Horres blickt eine gealterte Leonore zurück auf das Geschehen von einst, welches sie immer noch emotional beschäftigt. Ihre Illusionen hat sie verloren. weiter [...]

 

 

 

 

Essen

Schauspiel

Wir sind die Guten

Foto: Martin  Kaufhold
Foto: Martin Kaufhold

(Shoot / Get Treasure / Repeat)

Von Mark Ravenhill

Deutsch von John Birke

Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer

 

Welche Auswirkungen haben Terroranschläge auf unser Leben? Wie gehen Menschen mit der Angst vor Terror um? Müssen wir uns schützen? Und wie?

Mark Ravenhill gilt als einer der berühmtesten britischen Gegenwartsdramatiker. Seit seinem ersten spektakulären Theatererfolg  „Shopping and Fucking“, das 1998 in London uraufgeführt wurde, werden seine Stücke weltweit inszeniert.  „Shoot / Get Treasure / Repeat“ wurde im April 2008 in London uraufgeführt; die deutschsprachige Erstaufführung war im Januar 2010 in Düsseldorf. In 16 Minidramen zeigt das Stück den andauernden Kampf gegen den Terror und die Hoffnung durch kriegerische Einsätze der Bedrohung der Welt Einhalt zu gebieten.

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Wuppertal

"Salome" von Richard Strauss

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Nach dem ambitiösen und deshalb umstrittenen Parsifal feierte das Wuppertaler Publikum die neue „Salome“ mit einhelligem Beifall. Nicht nur in Hinsicht auf die musikalische Umsetzung kam das Publikum auf seine Kosten, auch das Regieteam erhielt in der Premiere viel Applaus. Anders als der Regisseur des Wuppertaler Parsifals, Thilo Reinhard, in seiner Berliner „Salome“ betonte Michiel Dijkema den vorgegebenen Spannungsbogen und legte besonderen Wert auf genaue und nachvollziehbare Personenführung, bezog aber hierbei auch neue Sichtweisen im Detail ein. weiter [...

 

 

 

 

Wuppertal

Parsifal von Richard Wagner

Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann
Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann

Parsifal - neu erzählt - kein Bühnenweihfestspiel

An Thilo Reinhardts Inszenierung scheiden sich die Geister. Unbedingt ansehen, meint unser Kritiker. Lesen Sie mehr über den  "Parsifal" in Wuppertal.  [...]

 

 

Hagen

"Verbrennungen" von Wajdi Mouawad

Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre
Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre

Oper von Charles Gournod

Premiere am 17.01.2015

Als erste Premiere im Jahr 2015 führte das theaterhagen den „Faust“ von Charles Gounod auf. Dessen musikalische Umsetzung verzichtet auf Goetheschen Tiefsinn und stellt die Liebesgeschichte von Faust und Gretchen, die in dieser Oper Marguerite heißt, und ihr Scheitern in den Mittelpunkt  mehr ...

 

 

 

Foto: Mathias Jung
Foto: Mathias Jung

Wuppertal

Don Giovanni in Wuppertal

Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann
Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto von Lorenzo da Ponte

 

 

Fur manche Opernbesucher ist sie die Oper aller Opern "Don Giovanni".

 Eine ideenreiche Inszenierung der Mozart Oper ist jetzt in Wuppertal zu sehen.  mehr ...

 

Wuppertal

Foto: Christoph Sebastian
Foto: Christoph Sebastian

Wuppertal

Tosca in Wuppertal

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka gibt seinen Einstand

In der Operngeschichte gilt die Figur der "Tosca" als schillernde Persönlichkeit. Gleich zwei Männer umwerben die Titelheldin in Puccinis Drama: Cavaradossi, ein freigeistiger Maler und Scarpia, der brutale Polizeichef.
Stefano Poda, laut BBC einer der wichtigsten Opernregisseure unserer Zeit, inszenierte die Oper.

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka dirigierte das  Sinfonieorchester Wuppertal und gab damit seinen Einstand als Opernintendant. mehr ...



Hagen

Verdis Otello im theaterhagen

Draußen scheint vor der Premiere die Sonne, drinnen im Theater jagen schon düstere Sturmwolken über den Himmel. Davor eine Art stadtmauerartiger hoher Steg, ganz im Vordergrund ein Wachturm. Erstaunlich, welch kreative Lösungen den Hagenern bei ihrer relativ kleinen und engen Bühne einfallen (diesmal wieder, auch die Kostüme: Jan Bammes): Haben wir unten nicht genug Platz, gehen wir eben in die Höhe (das war bei „Carmen“ und „Don Quichotte“ auch schon einleuchtend gelöst).  weiter ...


Hagen

„Don Quichotte“

 Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Im Theaterhagen feierte Don Quichotte“ Premiere.  Der Ritter von der traurigen Gestalt, lächerlich und liebenswert, ein Spinner und Phantast, hört nicht auf Andere.

Unbeirrt geht er seinen eigenen Weg. Wiedermal begeistert Hagen mit einer tollen Inszenierung. weiter ...

 

Wuppertal

Oper

Alcina verzaubert

Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann
Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann

Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 23.3.2014

In Wuppertal hatte "Alcina" Premiere. Eine Inszenierung, die verzaubert.

Fritz Gerwinn hat die Premiere besucht.

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Reisen

Die Schlösser der Loire

 

Die Loire ist mit 1020 km der längste Fluß Frankreichs. Die liebliche Landschaft des Loiretales wird als "Garten Frankreichs" bezeichnet. weiter ...

 

 

 

"Evita" in Wuppertal

Rasanter Aufstieg und tragisches Ende

"Evita" in Wuppertal
"Evita" in Wuppertal

Als Eva Perón 1952 im Alter von nur 33 Jahren an Krebs starb, trauerte ganz Argentinien. Wegen ihrer Fürsorge für die Armen war sie im Volk sehr beliebt. An der Seite von Argentiniens Diktator Juan Perón führte sie als Präsidentengattin ein glamouröses Leben. In Wuppertal ist "Evita" jetzt als Musical zu erleben. Das Leben der Protagonistin wird in der Inszenierung keineswegs nur verherrlicht, deutlich herausstellt werden Brüche und problematische Seiten ihres kurzen Daseins. weiter ...

 

 

 

 

Reise -Tipp

Irland

Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit: die Faszination der Maskerade

Gäste sind verrückt darauf und das Regency Herrschaftshaus Balyfin macht es möglich: das Verwandeln in historische Gestalten.

Sich einmal fühlen wie die Pompadour. Das muss kein Traum bleiben. Im Ballyfin Hotel können die Gäste in historische Kostüme schlüpfen und stilecht an einem barocken Dinner teilnehmen.

Für dieses besondere Vergnügen stehen 40 verschiedene Galagarderoben zur Verfügung. Umgeben von Wäldern und Seen liegt das imposante Hotel verwunschen wie ein Märchenschloss in einem herrlichen Park. Damit bietet es eine faszinierende Kulisse für das abendliche Historienspiel. http://www.ballyfin.comhttp://

Wuppertal

Verdis Maskenball in Wuppertal

Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Foto: U. Stratmann

 

Sängerfest und solide Inszenierung

Kaum waren die ersten Takte des Vorspiels erklungen, da war die Freude über die musikalische Qualität groß.  Der Abend versprach ein Genuss zu werden. weiter ...

 

Essen

Theater

Faust I. und II.

Gefangen in Rastlosigkeit

Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger
Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger

Düsseldorf

Musik

"Xerxes" von Händel

Barockoper mit grandiosem Erfolg

Foto: Hans Jörg Michel
Foto: Hans Jörg Michel

Die deutsche Oper am Rhein glänzt derzeit mit einer Barockoper. Stefan Herheims Inszenierung der Händel Oper „Xerxes“ sorgt für Furore. Das Publikum feiert das Ensemble enthusiastisch.

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Wuppertal

Eine Familie im Ausnahmezustand

BLUTHOCHZEIT

Lyrische Tragödie in zwei Akten von Federico García Lorca

Musik von Wolfgang Fortner

Premiere: Wuppertaler Bühnen, Sonntag, 13. Januar 2013,

Eine Familie in einem Ausnahmezustand. Die Hochzeitsfeier endet in einer Tragödie. Großer Jubel für die gelungene Inszenierung in Wuppertal.

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Reise

Indien

Nach Indien fliegt man nicht eben mal so hin. Obwohl viele Menschen sich für das Reiseziel Indien interessieren, scheuen sie vor dem "Unbekannten" zurück. Gisela Baumann-Wagner, unsere Mitarbeiterin, ist nach Indien zu einer knapp dreiwöchigen Rundreise aufgebrochen. Mitgebracht hat sie unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse. Lesen Sie hier was sie zu erzählen hat.

 

Wenn man noch nie in Indien war, fragt man sich natürlich spontan, ob eine privat organisierte Reise überhaupt sinnvoll erscheint, oder ob man nicht besser dran wäre, eine durchgeplante Pauschalreise zu machen. Man weiß im Allgemeinen recht wenig über dieses Land – alles ist fremd: Geschichte, Religion, soziales Leben.  weiter ...