Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess
Ralinova Chor, Foto: Bettina Stoess

Wuppertal

 

Überzeugende Aufführung von Léhars „Land des Lächelns“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere 14. Oktober 2018

 

 

Großer Beifall am Schluss für Solisten, Orchester und Regieteam für die Inszenierung des „Land des Lächelns“ von Franz Léhar. Dabei kam das Regie-Bühnenbild-Konzept in Wuppertal schon zum dritten Mal zum Tragen. Zusammenarbeit mehrerer Opernhäuser in dieser Hinsicht ist nicht nur keine schlechte Idee, sondern das Gebot der Stunden, denn warum sollte eine gelungene Inszenierung nur an einem Ort gezeigt werden, zumal die Mittel für Kultur immer knapper werden.  weiter ...

 

 

 

Das von-der-Heydt-Museum in Wuppertal zeigt ab dem 7. Oktober die Ausstellung

 

BLOCKBUSTER - MUSEUM

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Cesare Sofianopulo, Mascere, 1930, Masken, Öl auf Leinwand, 77,5 x 103 cm, Museo Revoltella
Cesare Sofianopulo, Mascere, 1930, Masken, Öl auf Leinwand, 77,5 x 103 cm, Museo Revoltella

"Unheimlich real"

Italienische Malerei der 1920er Jahre

Museum Folkwang

28.09.2018 - 13.1.2019

 

 

Das Museum Folkwang präsentiert vom 28.09.2018 – 13.1.2019 die Ausstellung „Unheimlich real“

Italienische Malerei der 1920er Jahre.

 

Die große Herbstausstellung des Folkwang Museums zeigt rund 80 Gemälde des Magischen Realismus. Die Kunstrichtung entstand in Italien in den 1920er Jahren parallel zur neuen Sachlichkeit in Deutschland. Die einzigartige Schau zeigt Gemälde, die noch nie in einer Ausstellung in Deutschland zu sehen waren, viele davon aus Privatbesitz. Die Kunstrichtung des Magischen Realismus ist hierzulande nur wenig bekannt. Wichtige Protagonisten dieser Stilrichtung sind: Felice Casorati, Antonio Donghi, Ubaldo Oppi und Edita Broglio. Vertreten sind aber auch prominente  Wegbereiter wie Giorgio de Chirico, Carlo Carra und Giorgio Morandi.

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Saisoneröffnung in Wuppertal

 

Massenets Oper „Werther“ in der Wuppertaler Stadthalle

Premiere am 8. September 2018

 

Die neue Saison der Wuppertaler Oper wurde diesmal nicht im Opernhaus, sondern in der Stadthalle eröffnet. Saisonauftakt war die konzertante Aufführung der Oper "Werther" von Jules Massenet, allerdings waren szenische Konzeption und Videoeinspielungen dazu angekündigt. Der große Beifall am Schluss in der nicht vollen, aber gut besetzten Stadthalle, darunter sehr viele junge Leute, bewies, dass dies Konzept keineswegs ein Notbehelf war, sondern sich als absolut stimmig erwies 

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Paula Modersohn-Becker, Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut 1904, Öl auf  Leinwand 27 x 33 cm, von-der-Heydt Museum
Paula Modersohn-Becker, Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut 1904, Öl auf Leinwand 27 x 33 cm, von-der-Heydt Museum

Neue Ausstellung in Wuppertal

Das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal präsentiert vom

vom 9. September 2018 – 6. Januar 2019

Paula Modersohn-Becker

Zwischen Worpswede und Paris

Sie war Mitglied in der Künstlerkolonie in Worpswede und gilt als frühe Vertreterin des Expressionismus. Zu ihren Lebzeiten verkaufte sie nur wenige Gemälde - doch unbeirrt ging sie ihren künstlerischen Weg. Er führte sie über viele Stationen auch nach Paris. Erst Jahrzehnte nach ihrem frühen Tod im Alter von 31 Jahren wurde sie für den Kunstmarkt interessant. Einer der schon früh ihr Talent entdeckte war der Bankier und Kunstmäzen August von-der Heydt. Er kaufte das Gemälde "Stilleben mit Rhododendron". Heute besitzt das Von-der-Heydt-Museum mehr als 20 Werke von Paula Modersohn-Becker.

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Essen

Aalto Theater

 

Eine Nacht in Venedig von Johann Strauss

Musikalische Leitung: Johannes Witt

Inszenierung: Bruno Klimek

Endlich eine Operette auf dem Spielplan des Aalto Theaters. Die Freunde dieser Gattung freut es. Bruno Klimek begeistert  in Essen mit seiner Inszenierung der Operette „Eine Nacht in Venedig“.

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Carmen, Wuppertal, Foto: Jens Großmann
Carmen, Wuppertal, Foto: Jens Großmann

Wuppertal

Carmen

Opéra comique von Georges Bizet
Premiere: Sa. 30. Juni 2018, 19:30 Uhr, Opernhaus

 

Umjubelte Aufführung von Bizets „Carmen“ in Wuppertal
Premiere am 30.6.2018

Wuppertal hat wieder eine Carmen, und zwar eine, die sich sehen lassen kann. Tolle Sänger, ein rasantes Orchester, bemerkenswerte Regie, exzellente Chöre. Diese Inszenierung sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Das Theaterhagen ist immer für eine Überraschung gut

 

Everest-Drama im Zauberberg

 

„Everest“, Oper in einem Akt von Joby Talbot
Europäische Erstaufführung im theaterhagen
Premiere am 5. Mai 2018

 

Was Oper angeht, ist am theaterhagen einiges los. Am 5. Mai stand sogar eine europäische Erstaufführung an: die Oper „Everest“ des englischen Komponisten Joby Talbot (*1971), 2015 in Dallas uraufgeführt. Obwohl ihr von Kritikern bescheinigt wurde, dass ihr ein bleibender Platz im Opernrepertoire sicher sei, wurde sie seitdem in Europa noch nicht aufgeführt. Jetzt endlich, Hagen sei Dank. Das Theater hatte sogar den Komponisten eingeladen, der sich eine Stunde vor Beginn vorstellte und locker und gutgelaunt über seine Musik und seine Oper erzählte (übrigens von der Dramaturgin Corinna Jarosch hervorragend übersetzt und zusammengefasst). Das Interview war so anregend, dass zwischen seinem Ende und dem Beginn der Oper gerade mal fünf Minuten Zeit blieb.

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Wuppertal

Oper mit Smartphone und Tablet
„LIBERAZIONE“ von Francesca Caccini sca Caccini als Installation im Opernhaus W
Premiere am 20.4.2018

 

Nach der Neuinszenierung von Martinus „Julietta“, selten genug aufgeführt, konnte sich das
Wuppertaler Publikum wieder auf eine besondere Aufführung freuen, auf die erste von einer Frau geschriebene Oper der Musikgeschichte, „Liberazione, La Liberazione di Ruggiero dall`isola d`Alcina“ von Francesca Caccini. Besonders interessant war die Ankündigung, dass diese Oper nicht im herkömmlichen Sinne aufgeführt werden sollte, sondern als Installation auf der Bühne des Opernhauses.

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Hagen

Oper

Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D  ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein   Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre
Kenneth Mattice (Förster), Marilyn Bennett (D ackel/Specht), Dorothea Brandt (Füchslein Schlaukopf) , Foto: Klaus Lefebvre

Das schlaue Füchslein

Oper von Leoš Janáček

Oper in drei Akten von Leoš Janáček

Nach der Erzählung von Liška Bystrouška

Von Rudolf Těsnohlídek

In deutscher Sprache

 

Eine Schande der Tierwelt ist’s, das Menschenvolk!«

»Ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende« nannte Janáček seine Oper, zu der ihn eine Bildfolge in einer tschechischen Tageszeitung inspirierte.

 

Die Begeisterung war groß am Premierenabend. Wiedermal ist es gelungen, das Publikum mit einer herausragenden Inszenierung in den Bann zu ziehen. Besonders beeindruckend auch die ausgezeichnete Leistung des Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Joseph Trafton

 

 

Firtz Gerwinn hat das schlaue Füchslein in Hagen besucht

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Juietta, Foto Jens Grossmann
Juietta, Foto Jens Grossmann

Wuppertal

 Oper

Neuentdeckung einer surrealistischen Oper

Bohuslav Martinus „Julietta“ im Wuppertaler Opernhaus

 

Lange war die 1938 entstandene Oper „Julietta“ von Bohuslav Martinu in

Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren wurde sie wiederentdeckt, in

mehreren größeren Städten inszeniert. Nun also auch in Wuppertal.

Gleichzeitig mit der Wuppertaler Premiere wurde im Internet auf

operavision die Neuinszenierung dieses Werkes aus Prag ausgestrahlt, der

Stadt der Uraufführung. Man durfte also gespannt sein.

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Essen

 

Uraufführung

Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital

Das Märchen von der sozialen Gerechtigkeit von Christine Lang und Volker Lösch

frei nach Mark Twain

 

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Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

OPER

Hagen

 

Ein Haydn-Spaß

„Ritter Roland“ von Joseph Haydn in Hagen
Premiere am 3. Februar 2018

 

Haydn und Oper? Die Sinfonien sind bekannt, und Pianisten haben mit Sicherheit einige seiner Sonaten gespielt. Hat er tatsächlich auch Opern geschrieben? In der Tat, Haydn konnte in seiner Zeit auf dem Schloss des Fürsten Esterhazy auch mit Opern experimentieren. Gespielt werden sie aber selten. Auch sein „Ritter Roland“ hätte kaum eine Chance, würde er konventionell inszeniert. Aber was das Hagener Theater daraus gemacht hat?! Unbedingt sehenswert!

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OPER

Essen

 

DER TROUBADOUR (Il trovatore)

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi. Dichtung von Salvatore Cammarano.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

 

Mit Giuseppe Verdis „Der Troubadour“ präsentiert das Aalto-Musiktheater einen Klassiker des italienischen Repertoires: Die Oper mit ihren spannungsgeladenen Kontrasten von düsterer Handlung und der schier überirdischen Schönheit der Musik feierte am 2. Dezember 2017  Premiere.

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OPER

Wuppertal

Hänsel & Gretel, Foto: Bettina Stöß
Hänsel & Gretel, Foto: Bettina Stöß

Eine Oper für die ganze Familie

 

Humperdincks „Hänsel und Gretel“ im Wuppertaler Opernhaus
Premiere am 9.12.2017

 

Schon der butterweiche, aber genaue Einsatz der Hörner beim Abendsegen-Thema ließ keinen Zweifel daran, dass in musikalischer Hinsicht ein großer Abend zu erleben war. Schließlich dirigierte die neue Generalmusikdirektorin Julia Jones ihre erste Opernproduktion in Wuppertal. Bitte weiterlesen ...

 

 

Knaller in Hagen

 

„Frau Luna“ von Paul Lincke
Premiere am 2.12.2017

 

 

Tosender Beifall am Schluss, das Premierenpublikum wollte die Mitwirkenden gar nicht mehr von der Bühne lassen. Das theaterhagen hat, wie schon so oft, eine Inszenierung hingelegt, die man unbedingt besuchen sollte.

 

Offenbar hatten alle Beteiligten mit aller Kraft und Fantasie zusammengearbeitet. Schon allein deshalb, weil Regisseur Holger Potocki ein überzeugendes Gesamtkonzept vorgelegt hatte, indem er das Stück mit eigenen Dialogen versehen und es damit zum Vergnügen des Publikums durch kluge Ergänzungen der Handlung in die nahe Zukunft geholt hatte. Dieser motivierenden Initialzündung konnten alle Mitwirkenden folgen und in ihrem Bereich das Beste geben.

 

Nähere Zukunft heißt 2023. BER, der Berliner Flughafen, ist endgültig aufgegeben. Fritz Steppke, finanziell klammer Start-Up-Unternehmer für Mondflüge, kann ihn dafür aber auch nicht mehr nutzen, weil eine Bielefelder Kita die leer stehenden Gebäude für ihre Spielzeuge nutzen darf. „Trostrauchend“ mit seinen Freunden halluziniert er die Einladung des Mannes im Mond und die Fahrt dorthin. Dort oben wird geputzt und gefeiert, aber es bewegt sich eigentlich nichts, denn – und das ist die Superidee! – auch auf dem Mond ist ein Flughafen aufgegeben worden, der Moon Galaxy Spaceport (abgekürzt MGS, unverständlich ausgesprochen). Den Mond bevölkern aber etliche fantasievolle Gestalten, z.T. direkt aus den Star-Wars-Filmen auf den Hagener Mond gekommen. Die waren zur Einweihung des galaktischen Flughafens eingeflogen wurden, strandeten dort aber wegen dessen sich plötzlich herausstellender Funktionsunfähigkeit und müssen für immer dort bleiben. Der Mann im Mond stellt sich (aber erst nach der Pause) als Frau Luna heraus, die an Fritz Steppke Gefallen findet und ihn mit allen Mitteln zu verführen sucht. Doch kurz bevor das gelingt, was Steppke für immer auf dem Mond festhalten würde, wird seine irdische Freundin Marie (nach vorherigem, aber irdischem Haschgenuss) hereingebeamt und beendet damit die galaktische Sause.

 

Diese Zwei-Flughäfen-Grundidee wird nun handlungs-, personen- und ideenreich ausgefüllt.
In der Wohnung Fritz Steppkes sind außer einer großen Couch alle Wohnelemente senkrecht angeordnet, einer seiner Freunde, Modemacher Lämmermeier, trägt Rock und ist auch auf dem Mond offensichtlich dem gleichen Geschlecht zugeneigt, der zweite, Pannecke, Hipster und Architekt, ist der Schwarm von Steppkes Vermieterin, Frau Pusebach, die aber bei ihm erst ganz am Schluss auf Gegenliebe trifft. Alle vier fliegen zum Mond, lassen dabei Steppkes Freundin Marie zurück, die lieber mit ihm ins Berghain will. Dieser Mondflug ist ein Ereignis: Die vier fliegen auf der Couch per Videofilm zum Mond, und dieses Video ist rasant, ebenso wie die anderen, klug eingesetzten Videoeinspielungen (Volker Köster). Während dieser Videoreise erklingt nicht Linckes Musik, sondern die zu Star Wars. Ein gelungener Gag!
Auf dem Mond ist dann einiges los. Hier führt Theophil, eine Art Prokurist oder Haushofmeister, das Regiment, scheint verliebt in die tintenfischförmige Stella, will aber nur an ihr Geld. Frau Pusebach entdeckt, dass dieser Theophil ihre einzige, wenn auch sehr kurze Liebe auf der Erde war. Ein gewisser Prinz Sternschnuppe, der mit seinem „Flugdings“ als einziger den Mond ohne Kontrolle betreten und verlassen darf, ist frustriert, weil er von Frau Luna nicht erhört wird. Und Fritz Steppke soll mit allen Mitteln verführt werden und bei Frau Luna bleiben, mit ganz viel Rauch und einem Ballett, in dem auch die Männer Höschen und BH tragen. Damit diese turbulente Handlung nicht ganz ernst genommen wird, wird sie an einigen Stellen dezent konterkariert. Einmal fragt Theophil ins Orchester „Hamma Musik?“, und das Orchester antwortet zustimmend aus dem Graben. Und zur hedonistischen Aufforderung „Lasst den Kopf nicht hängen, Kinder, seid nicht dumm!“ steigen die Sänger ins Parkett, und das Publikum wird auf der Bühne gespiegelt.

 

Die Grundidee wird liebevoll bis in die kleinsten Gesten durchgeführt. So stoßen die drei Freunde beim „Trostrauchen“ den Rauch sekundengenau gleichzeitig aus, der Laptop in der ersten Szene zeigt statt des Apfels eine angebissene Birne, die Tänzer kauen provozierend Kaugummi, und die Mondfee Stella stöhnt lustvoll, wenn Theophil ihre Tentakel streichelt. Bemerkenswert ist, dass nicht nur das Ballett tanzt; alle Mitwirkenden, ob Sängerin oder Statist, sind dabei, und sie tanzen alle toll!

 

Bemerkenswert ist auch, dass das Hagener Theater die komplette Besetzung aus dem eigenen Ensemble stemmen kann, und alle machen das sowohl singend als auch schauspielerisch brillant. Da sind einmal die drei Freunde, Richard van Gemert als Steppke, Tillmann Schnieders als Lämmermeier und Olaf Haye als Pannecke. Kristine Larissa Funkhauser als Frau Pusebach beeindruckt besonders beim plötzlichen Wechsel zwischen eiskalter Vermieterin und vergeblich Verliebter, Kenneth Mattice als Prinz Sternschnuppe macht seine Frustration auch in sängerischer Hinsicht deutlich, Rainer Zaun als Theophil erinnert sich besonders gern an sein irdisches Techtelmechtel, und die drei Frauen, die hinter Fritz Steppke her sind, agieren ebenfalls ohne Fehl und Tadel: Veronika Haller als Marie, Marylin Bennett als Stella und Cristina Piccardi als Frau Luna mit sehr schönen Spitzentönen.

 

Der Chor (Wolfgang Müller-Salow) hatte offenbar nicht nur Spaß am Singen und Tanzen, sondern auch an den fantasievollen und aufwendigen Kostümen (Lena Brexendorff). Hier haben sich die Schneiderinnen und Schneider wohl besonders ins Zeug gelegt! Das Orchester fühlte sich unter Leitung des neuen Ersten Kapellmeisters Rodrigo Tomillo besonders wohl und lieferte sanfte und vor allem schmissige Klänge ab. Besonders gut kam am Schluss die Mischung der beiden großen Hits „Berliner Luft“ und „Schlösser, die im Monde liegen“ über die Rampe.

 

Insgesamt wieder ein hervorragendes Beispiel des Hagener Teamworks.
Bei der Premiere waren leider einige Plätze frei. Das sollte nicht wieder passieren.

 

Fritz Gerwinn, 4.12.2017

 

Weitere Vorstellungen: 7.12., 13.12., 20.12., 28.12., 31.12. (2x) 2017
5.1., 19.1., 24.1., 11.2., 18.2., 24.2., 17.3., 6.4., 20.5. 2018

 

 

 

Oper

Gelsenkirchen
Musiktheater-im-Revier
 
„Mathis der Maler“
 
Oper in sieben Bildern von Paul Hindemith
Premiere: 28. Oktober 2017
Inszenierung: Michael Schulz
Musikalische Leitung: Rasmus Baumann
 
Intendant Michael Schulz hat Paul Hindemiths opulentes  Bühnenwerk „Mathis der Maler“ für das Musiktheater in Gelsenkirchen neu inszeniert.

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Essen

Wuppertal

Foto: Wil van Iersel
Foto: Wil van Iersel

„My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan J. Lerner in Wuppertal
Premiere am 22. Oktober

 

"MY Fair Lady" ist eines der beliebtesten und am meisten gespielten Musicals. In Wuppertal freute man sich über ein volles Haus und ein begeistertes Publikum

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Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

Saisonanfang in Wuppertal

Heiner Goebbels: Surrogate Cities/Richard Wagner, Götterdämmerung, 3. Akt

 

Noch mehr als in seiner ersten Saison geht Intendant Berthold Schneider auf volles Risiko. Keine „normale“ Oper als erste Premiere, sondern eine interessante Gegenüberstellung. Der Orchesterzyklus „Surrogate Cities“ des zeitgenössischen Komponisten Heiner Goebbels wurde gekoppelt mit dem 3. Akt von Wagners „Götterdämmerung“. Vorher wurde nicht verraten, auf welche Weise dies umgesetzt wurde. Umso gespannter ging man in die Premiere. Experiment gelungen?

 

So etwas erlebt man doch selten: Zu Beginn des zweiten Teils werden Dirigent Johannes Pell und Orchester mit großem Beifall und Bravorufen empfangen. Das kann nur heißen, dass sie ihre Sache schon vor der Pause sehr gut gemacht hatten. Und in der Tat: das ohnehin schon hervorragende Wuppertaler Orchester hat besonders aufmerksam und brillant gespielt. Sowohl die schrillen Stadtklänge zu Beginn, sehr motorisch mir hartnäckigen Rhythmen, die manchmal auch ruhigere Phasen störend unterbrachen, als auch die ungewöhnliche instrumentale Umsetzung der Passagen mit Text wurden virtuos dargestellt. Auch die Wagnerklänge kamen intensiv, aber durchsichtig über die Rampe. Auch bei lauten Stellen war auf die Balance zwischen Sängern und Orchester absolut ausgewogen. Dabei war die Aufgabe keineswegs leicht: Die Streicher, 40 an der Zahl, saßen dichtgedrängt fast direkt vor der ersten Zuschauerreihe, hinter ihnen, auf einer leicht erhöhten Ebene, spielte sich die Szene ab, noch eine Ebene höher saßen alle Bläser, noch dahinter fünf(!) Schlagzeuger, die man nur per Videoeinspielung zu sehen bekam. Der Dirigent konnte sein 80köpfiges Orchester nur durch den Zuschauerraum erreichen, dirigierte es direkt oder über Monitor, und es funktionierte bravourös!

 

Die spannende Frage war: Wie treffen die beiden Werke, „Surrogate Cities“ von Heiner Goebbels und der dritte Akt von Wagners „Götterdämmerung“, aufeinander? Die Antwort wurde erst im Gespräch vor der Premiere gegeben: Keine Trennung in zwei Teile, sondern Goebbels und Wagner gemischt. Aus der eineinhalbstündigen Suite von Goebbels wurden nur einige Teile gespielt und inszeniert, von Wagner erklang der komplette dritte Akt, vorher noch, Goebbels-Stücke unterbrechend, ein Ausschnitt aus dem „Rheingold“-Vorspiel. Das klappte gut, weil der Abend aber doch zweieinhalb Stunden dauerte, war eine Pause nötig. Deshalb wurde die Götterdämmerung nach dem Trauermarsch unterbrochen. Faszinierend war dann das „Scharnier“ zwischen dem Schluss der „Götterdämmerung“ und den abschließenden „Three Horatian Songs“. Wer geglaubt hatte, nach dem Wagner-Finale könnte nichts Gleichwertiges mehr kommen, sah sich positiv überrascht. Die „Horatian Songs“ entpuppten sich als tolles, fantastisch instrumentiertes und komponiertes Stück, auch inhaltlich sehr herausfordernd. Welches der anderen Stücke aus der Goebbels-Suite wann erklang, war mir nicht möglich, weil die Stücke weitgehend unbekannt sind. Viele Premierenbesucher waren aber offenbar sehr fasziniert von der Qualität, Komplexität, Durchhörbarkeit und Aussagekraft der Stücke, die viel öfter auf Konzertprogrammen stehen sollten.

 

Wie ist denn das Wuppertaler Inszenierungsteam (Regie Jay Scheib, Bühne Katrin Wittig, Kostüme Doey Lüthy) mit den Stücken umgegangen? Wirft man einen Blick ins Programmheft, sollen die „Surrogate Cities“ den Blick darauf öffnen, „wie das urbane Leben und seine Strukturen auf den Menschen einwirken“. Die „Götterdämmerung“ soll dies vertiefen mit Fragestellung, ob der Mensch nicht letztlich doch „von Machtstreben und Gleichgültigkeit dominiert“ wird. Dem Komponisten Heiner Goebbels geht es um Vielfalt und Offenheit und „darum, die Hörer mit sehr verschiedenen Erfahrungen zu konfrontieren.“ Der Regisseur ist pessimistischer und beruft sich dabei auf eine Aussage des Filmregisseurs Michelangelo Antonioni: „Die einzige Gewissheit ist die Existenz einer unbestimmten Gewalt, die alles unsicher macht.“ Der Ort, an dem die Handlung stattfindet, ist für ihn ein Stellvertreter-Ort, sie findet zwischen den Orchester-Gruppen statt, in einer Art Appartement mit Dusche, Wohnraum und Küche. Interessant in dieser Hinsicht ist auch, dass einige der Protagonisten dieselbe Kleidung tragen wie das Orchester: Weißes Dinnerjacket bei den Männern und weißes Abendkleid bei den Frauen, so dass die Assoziation an ein Brautkleid nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Wichtig ist ihm auch der Umgang mit parallelen Perspektiven. So lässt er eine junge Frau mit Live-Kamera ständig auf der Bühne, die es wie ein Mikrofon benutzt. Das Bild wird direkt auf eine große Leinwand übertragen, öffnet so das Gesamtbild, indem es vergrößert, Widersprüche aufzeigt, auf Beiläufiges hinweist, auch mal das Orchester in seiner der Handlung mindestens gleichwertigen Rolle in den Blick nimmt.

 

Was passiert auf der Bühne? Die Handlung der „Götterdämmerung“ bleibt im Wesentlichen gleich, wird aber an wichtigen Stellen anders akzentuiert und ironisiert. So erscheinen die Rheintöchter, in Glitzerkleidern, aber mit faulen Zähnen und Vampirlippen, derb, drogensüchtig und sehr handgreiflich. Eine pinkelt sogar in einen Eimer, das Produkt verwandelt sich dann aber, per Video herangezoomt, in Geldstücke. Siegfried kann sich ihnen kaum entziehen. Der Mannenchor (Einstudierung Markus Baisch) ist eine üble betrunkene Männerhorde, kotzend, pissend, eine Hochzeitstorte mit den Händen essend. Der Erinnerungstrank wird Siegfried, im dunklen Anzug, von Hagen, im Dinnerjacket wie die Orchestermitglieder, in einer Kaffeetasse kredenzt; er hat große Schwierigkeiten, ihn runterzubekommen, und rülpst danach ausgiebig. Er stirbt auch nicht, wie im Libretto vorgesehen, vor dem Trauermarsch, sondern Siegfried und Gunter, zwei Betrogene und Enttäuschte, blicken sich währenddessen unverwandt an. Die Männer des Chores, wieder nüchtern geworden, wenden sich nach und nach gleichgültig ab und verlassen die Bühne. Gutrune erscheint im weißen Ball(Braut?)kleid, wie die weiblichen Orchestermitglieder, Brünhild im Lederoutfit, der Ring endet im Schlamm, in dem Hagen von den Rheintöchtern erstickt wird.

 

Mit Hagen beginnt auch der Abend. Nachdem eine ganze Zeit die Musik Goebbels` im Vordergrund stand, betritt ein verdreckter Mensch mit riesigem Helm (Astronaut, Arbeiter im AKW?) die Bühne, zieht sich nach und nach aus, um Kleidung und sich selbst unter der Dusche zu reinigen, und beginnt dann, sich mit schwarzer Hose und Dinnerjacket fein zu machen: die Basssängerin Lucia Lucas, im „Götterdämmerungs“-Teil spielt sie den Hagen. Gleichzeitig windet sich eine Frau im weißen Kleid melancholisch und depressiv auf den anderen Möbeln und steckt Blumen in den Schlamm, in dem Hagen später stirbt. Dass es Gutrune ist, erfahren wir erst im zweiten Teil. Im Schlamm steht übrigens noch ein einsames Haus, vielleicht als Zeichen ländlicher Idylle als Gegenbild zur Stadt. Nach Siegfrieds Tod zeigt das Videobild außergewöhnlich lange diese Idylle, jetzt zerstört.

Passend zum Rheingold-Vorspiel erscheinen auch die Rheintöchter. Danach folgt wieder eine Goebbels-Komposition, das Lied vom Running Girl und was sein Verhalten in der Stadt auslöst, von einer „Soul-Sängerin“ vorgetragen, bevor die „Götterdämmerung“ erklingt. Ein Klammer zwischen diesen beiden Stücken wird insofern gebildet, als die „Soul-Sängerin“ ähnlich gekleidet ist wie die Rheintöchter und auch während deren Auftritt in der „Götterdämmerung“ noch lange auf der Bühne sitzen bleibt.

 

Danach folgen noch die Horatier-Lieder, oben schon kurz angesprochen. Das ist die Geschichte vom Zweikampf zweier Männer als Vertreter ihrer Stadt. Der Verlierer ist mit der Schwester seines Gegners verlobt. Der Sieger wird gefeiert, weil er aber seine um ihren Mann trauernde Schwester umgebracht hat, wird er danach als Mörder hingerichtet. Eine aufwühlende und sehr nachdenklich machende Geschichte, musikalisch großartig umgesetzt. Die Inszenierung lässt hier aber wieder die „unbestimmte Gewalt“ spüren, weil plötzlich bewaffnete Männer erscheinen und die Soul-Sängerin und die wieder auferstandenen Toten der „Götterdämmerung“ bedrohen und festnehmen.

 

Sängerinnen und Sänger standen dem Orchester nicht nach. Die Verantwortlichen hatten wie schon in der letzten Saison wieder genau die richtige Mischung aus Gästen und hauseigenen Kräften getroffen. Sehr präsent und spielfreudig waren die drei Rheintöchter, Ralitsa Ralinova, Liliana de Sousa und Ariana Lucas, ebenfalls überzeugend Jenna Siladie als Gutrune und Sebastian Campione als Gunther, denen außer Gesang auch fast Akrobatisches abverlangt wurde. Annemarie Kremer als Brünnhilde überzeugte mit schönen Spitzentönen und sorgfältiger Artikulation, Ronald Samm war ein kraftvoller Siegfried. Viel Beifall bekam auch Elisabeth King als „Soul-Sängerin“ mit beeindruckenden Stimmqualitäten in allen Lagen und verschiedenen Genres. Ganz besonders beklatscht wurde Lucia Lucas als Hagen mit voluminöser Stimme und unglaublichem körperlichen Einsatz. Exzellent!

 

Fazit: Musikalisch war der Abend wie aus einem Guss. Geprägt wurde er aber auch durch die Inszenierung, das Bühnenbild, die Kostüme. Allerdings: Letztlich wurde nicht klar, warum man Goebbels und Wagner aufeinandertreffen ließ. Auch der Bezug beider Werke zum Thema Leben und Verhalten in der Stadt ließ sich nur schwer nachvollziehen. Mit vielfältigen Erfahrungen im Sinne von Heiner Goebbels wurde man aber schon konfrontiert. Es gab jede Menge Bilder, die nachdenklich machen, Assoziationen freisetzen, erfreuen, abstoßen, auf jeden Fall produktiv sind, so dass alle Zuschauer subjektive Bezüge herstellen konnten. Wie der große Beifall zeigte, kam das in Wuppertal gut an.

 

Fritz Gerwinn, 18.9.2017

 

Premiere am 16.9.2017, weitere Aufführungen am 1. und 14. Oktober, letzte Aufführung am 15. Dezember 2017

 

 

 

Essen

Aalto Theater

 

 

 "TITUS" (LA CLEMENZA di TITO)

 

 

Opera seria in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Caterino Tommaso Mazzolà nach Pietro Metastasio
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische LeitungTomáš Netopil.

Inszenierung und Raumkonzept Frédéric Buhr

Premiere: 03.06.2017

 

In Mozarts Oper „La Clementia di Tito" geht es um eine tiefe Freundschaft, um Menschlichkeit, um die Tugenden der Milde und des Verzeihens.

Mozart hat seine letzte Oper unter großem Zeitdruck komponiert. Die Opera seria war ein Auftragswerk Kaiser Leopolds II. Anlass war die  Krönung des Regenten zum König von Böhmen. Die Oper wurde 1791 in Prag uraufgeführt.

 

Schauplatz ist das antike Rom. Kaiser Titus, einst als grausamer und blutrünstiger Feldherr berüchtigt, ist zum milden Herrscher mutiert. Jeglicher Gewalt hat er abgeschworen. Er entschließt sich zu heiraten. Vitellia, Tochter des ehemaligen Kaisers, hofft seine Gattin zu werden. Doch der Imperator erwählt Servilla, die Schwester seines Freundes Sestro. Die verschmähte Vitellia sinnt auf Rache und stachelt Sesto zu einem Mordanschlag auf Titus an.

Als Belohnung stellt sie ihm ihre Liebe in Aussicht. Servilla weigert sich derweil den Antrag Titus anzunehmen. Vitellia verspricht sich nun doch noch eine Chance auf den Thron  und versucht den Mordauftrag zu stoppen. Zu spät. Das Attentat auf Titus ist verübt. Der Herrscher hat überlebt. Sesto nimmt alle Schuld auf sich und soll zum Tode verurteilt werden.

 

Nur widerwillig setzte sich Mozart mit den starren Elementen der höfischen Form der Oper seria auseinander. Das Publikum hatte zunehmend einen anderen Geschmack entwickelt und eine distanzierte Haltung zur Glorifizierung des Adels eingenommen. Die Urteile über Mozarts letzte Oper sind nicht immer schmeichelhaft. Gelobt wird die Komposition wegen der schönen Musik und den wunderbaren Arien, doch das Sujet kommt weniger gut weg. Das liegt an der Figur des Titus, dessen Gesinnung vielen suspekt ist.

 

Frédéric Buhr inszeniert Mozarts „La clemenza di Tito“ am Aalto-Theater Essen

Ein Flughafen bildet die Kulisse für Buhrs Inszenierung (seine Erste). Eine große Glasscheibe trennt Wartehalle und Rollfeld. Im Klassiker brennt das Kapitol, bei Buhr erschüttert eine Detonation den Airport. Auf eine hochgestellte Persönlichkeit ist ein Attentat verübt worden. Vermutlich handelt es sich um einen Politiker, der kurz zuvor, flankiert von Bodyguards, eingetroffen ist. Putz rieselt von der Decke. Auffallend schnell werden die Scherben zusammengekehrt. Normalität kehrt ein. Adrett gekleidete Stewardessen verrichten ihren Dienst, steigen die große Freitreppe auf und ab oder bedienen die Fluggäste an der Bar. Vitellia (Jessica Muirhead) im knallroten Buisnesskostüm und schwarzem Spitzenmieder spielt ihre Reize geschickt aus. Sestro, ihren Geliebten (in Hosenrolle Mezzosopranistin Bettina Ranch) hat die Regie als wenig attraktiv ausgestattet. Stimmlich ist Bettina Ranch in der Rolle des Sestros allerdings absolut brilliant. Deutlich wird: Sestro ist Vitellia absolut hörig.

 

Die Inszenierung setzt ganz auf die Jetztzeit. Das Konzept überzeugt nicht: zu banal, zu wenig berührend, nicht in die Tiefe gehend.

Zwar gibt es interessante Ansätze, doch leider, insbesondere im 1. Akt, stellt sich Langeweile ein. Besonders ärgerlich: die mehr als bescheidene  Personenregie. Die Konflikte der Protagonisten in ihrer ganzen Dramatik und mit all ihren Verstrickungen glaubhaft darzustellen, vermag das Regieteam nicht zu leisten. Szenisch besser läuft es im 2. Akt. Eifersucht, Freundschaft, Edelmut und Schuld der drei Hauptfiguren werden hier in ihrer ganzen Tragik präsentiert. Sichtbar: Sestros Verzweiflung über seine Tat, Vitellias Scham über seine Großmut (er hat sie als Initiatorin der Verschwörung nicht verraten) und Titus noble Gesinnung, die ihn an seine einmal gefaßten  Prinzipien festhalten lassen

 

Die Defizite bei der Inszenierung werden durch die musikalische Leistung  wieder wettgemacht.

Die Philharmoniker unter der Leitung von Tomáš Netopil präsentieren sich in Höchstform, ebenso der Chor und das Sängerensemble mit Vitellia (Jessica Muirhead) dem russischen Tenor Dmitry Ivanchey (Titus),
der Mezzosopranistin Bettina Ranch, die die Rolle des Sesto hervorragend verkörpert, mit Christina Clark (Sopran) als Servilia sowie Liliana de Sousa (Mezzosopran) als Annio und Baurzhan Anderzhanov (Bass) als Publio.

 

In der gesehenen Aufführung am 1.07. gab es viel Beifall für das Ensemble. Buhrufe für die Inszenierung waren an diesem Abend nicht zu hören.


01.07.2017

 

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Theaterhagen

Geschichten aus dem Wiener Wald

Oper in drei Akten von HK Gruber

Libretto von Michael Sturminger

Nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horváth

Inszenierung: Norbert Hilchenbach

 

Im Wiener Wald an der schönen blauen Donau wird Verlobung gefeiert.

Wer die  bemerkenswerte Inszenierung von  Norbert Hilchenbach sehen will, sollte sich schnell Karten für eine der vier Vorstellungen besorgen.[...]

Foto: Dr. Heinrich Brinkmöller-Becker
Foto: Dr. Heinrich Brinkmöller-Becker

Don Quijote in den Wuppertaler Riedel-Hallen
Premiere am 11.5.2017

 

Spartenübergreifendes Spektakel

 

Ein freundlicher Pförtner zeigte uns die Richtung an, das Werksgelände bietet genügend Parkplätze, auch wenn wie bei dieser Premiere alle Karten verkauft sind. Über lange Gänge gelangte man in ein Foyer, das aber nicht verleugnen konnte, dass sonst hier anders gearbeitet wird. Die eigentliche Spielstätte entpuppte sich als ideal: eine sehr breite Bühne, rechts eine leicht erhöhte Fläche mit drei Reihen Gongs übereinander, ganz links eine Art Windmühle mit sehr hohem Podest, dazwischen nur wenige andere Requisiten. Kein Vorhang, die Schauspieler kommen einem sehr nah. Ansteigende Sitzreihen für die Zuschauer, so dass alle gut sehen können.

 

Zum zweiten Mal hat der Regisseur Robert Sturm ein Riesenprojekt zum Erfolg geführt: nach „Romeo und Julia“ im Jahre 2016 nun als der „Don Quichote“, in der Fassung von Hubert Schirneck. Es ging aber nicht nur um pures Schauspiel mit Bühnenbild und Kostümen in ungewohnter Umgebung. Beteiligt waren viele bekannte Künstler aus der Region aus unterschiedlichen Sparten der Kunst. So erklang oft live gespielte Musik, dazu kamen Klanggestaltung, Sounddesign, Video. Und diese Elemente spielten nicht etwa nur eine dienende Rolle, sondern griffen ins Geschehen ein und entwickelten Eigenständigkeit.

 

So wurde gleich am Anfang ein riesiger Gong über die Bühne gefahren, auf dem der sich dahinter bewegende Musiker Uwe Fischer-Rosier mit zwei Streicherbögen seltsame Sphärenklänge erzeugte. Er bearbeitete nicht nur die zahlreichen Gongs, die auch mal ins Wasser gehalten wurden, sondern trommelte auch auf den anderen Bühnenrequisiten, z.B. einer geborstenen Blechwanne. Die sieben MusikerInnen des Wuppertaler Schoenberg-Ensembles mit Geigen und Bratschen waren ebenso wichtig: meist kommentierten sie von der linken Seite die Ereignisse, griffen aber auch ins Geschehen ein, indem sie z.B. in der Geschichte die von Don Quijote befreiten Galeerensklaven darstellten und ihre Antworten durch Musik und nicht durch Sprache gaben. Eine Musikerin hatte einmal sogar die Aufgabe, gleichzeitig zu spielen und durch Aufstampfen mit dem Fuß einen Rhythmus zu erzeugen, der durch ein Mikrofon, von einem anderen Mitwirkenden herbeigebracht, verstärkt wurde. Die von Carolin Pook komponierte bzw. aus der Improvisation entwickelte und von Werner Dickel einstudierte Musik benutzte sowohl dissonante als auch konsonante Klänge in oft repetitiven Mustern, erinnerte in Teilen an Musik von Philipp Glass. Klanggestaltung (Markus Beuter), Sounddesign (Will-Jan Pielage) und Theremin (Matthias Burkert) waren eher dezent eingesetzt.

 

Die breite Rückwand der Bühne bot viel Platz für Videos (Ralf Silberkuhl, Sven Petersen), die keineswegs durchgängig, sondern sehr gezielt eingesetzt wurden. Einige Ereignisse wurden sogar live aufgenommen und sofort auf die Bühnenrückwand übertragen, so z.B. die Verbrennung von Don Quijotes Bibliothek: Vorne auf der Bühne brannte tatsächlich ein Buch, spektakulär genug, das wurde aber durch das Video noch einmal kräftig vergrößert. Auch die Windmühlen wurden angedeutet, indem Fischer-Rosier mit beiden Armen auf einem Gong mit kreisförmigen Bewegungen Töne erzeugte und das auf der großen Rückwand erschien.

 

Bei diesem experimentellen Vorgehen dürfte klargeworden sein, dass nicht nur einfach einige Szenen des Buches in der Art des Illusionstheaters gespielt wurden. Verfremdet wurde in mehrfacher Hinsicht. So rezitierte Don Quichotte gleich am Anfang die ersten Sätze des Buches, bevor er sich in seine Rolle begab. Gelegentlich wurde im Publikum gespielt oder es einbezogen, indem gefragt wurde, welche Dame sich denn gerne von einem Ritter schützen ließe. Außer Don Quichote und Sancho Pansa spielten alle Schauspieler mehrere Rollen. Wenn sie nicht beschäftigt waren, reichten sie anderen auch Requisiten an, z.B. Rosinante und den Esel, zwei wunderbare Stahlkonstruktionen auf Rädern. Während Thomas Gimbel als Sancho Pansa seinen Esel, etwas zu groß für ihn, mühsam selbst vorwärtstreiben musste, wurde Don Quichotes Rosinante vom Tänzer Jean Laurent Sasportes bewegt. Marco Wohlwend, der Darsteller des Don Quichote, bewältigte dabei etliche schwierige, fast akrobatische Situationen souverän, glänzte auch sonst in jeder Hinsicht.  Vier der anderen Schauspieler sind vielen Wuppertalern sicher noch aus Holk Freytags Zeiten bekannt: Ingeborg Wolff, Thomas Gimbel, Anne-Catherine Studer und Jörg Reimers. Dazu kamen Jonas Eckert und Bernhard Glose, alle exzellent.

 

Einige der ausgewählten Geschichten aus dem Buch wurde sehr wirklichkeitsgetreu ausgespielt, andere nur stilisiert dargestellt oder nur angedeutet, immer wieder mit Musik oder Bild in Beziehung gesetzt. Immer wieder traten auch die Darsteller aus ihren Rollen heraus und aktualisierten damit das Geschehen, so z. B., als nach der Bücherverbrennung verdeutlicht wurde, dass diese Verbrennung nicht die erste und auch nicht die letzte sei. Und Ingeborg Wolff warf in einem kleinen Monolog die Frage auf, ob es nicht eine sinnvolle Lebenshaltung sei, wenn man sich „ernsthaft verrückt“ verhalte.

 

Insgesamt also eine interessante, experimentelle, lebendige Aufführung, manchmal komödiantisch, aber auch oft zum Nachdenken anregend. Ein großes Lob gebührt Robert Sturm, der das Ganze angeregt und durchgeführt hat. Dieses Glanzlicht der Wuppertaler Theaterlandschaft könnte aber nicht leuchten, wenn die Firma Riedel nicht ihre Halle V zur Verfügung gestellt und etliche Wuppertaler Institutionen das Projekt nicht finanziell unterstützt hätten. Offensichtlich liegt so ein „Wuppertal-Projekt“ auch der Stadtspitze am Herzen, ließen sich doch Oberbürgermeister und etliche andere Wuppertaler Politiker in der Premiere sehen. Das verstärkt die Hoffnung, dass die kulturellen Belange Wuppertals weiterhin wichtig genommen werden oder deren Wichtigkeit sogar noch gesteigert wird.

 

Fritz Gerwinn, 12.5.2017

 

Weitere Aufführungen: 14., 16., 17., 25., 30. Mai, 3., 4., 5. Juni 2017 jeweils um 19.30 Uhr

 

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Essen

 

Le Prophète
Oper in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer
Libretto von Eugène Scribe
Premiere: 09.04.2017
Aalto Musiktheater Essen

Musikalische Leitung: Giuliano Carella

Inszenierung: Vincent Boussard

 

Vergessen und wieder entdeckt


Im 19. Jahrhundert zählte Meyerbeer zu den beliebtesten Opernkomponisten. Die Gattung der Grand Opèra mit Virtuosen Arien, ausladenden Chor- und Ensemble Szenen, sowie einer opulenten Ausstattung der Bühne, begeisterte ähnlich, wie heute die Blockbuster großer Kinos. Doch im Laufe der Zeit standen seine Musikdramen immer seltener auf dem Spielplan. Auch das Aalto-Theater zeigte bislang kein Interesse. Erstmals in dieser Saison ist die Grand Opera "Le Prophet" in Essen zu erleben. Am Sonntag feierte sie Premiere.


Die Uraufführung des "Propheten" fand im April 1849, ein Jahr nach Ausbruch der in die Geschichte eingegangenen "Juni Revolution", in Paris statt. Mit zahlreichen Unterbrechungen hatte Meyerbeer fast 13 Jahre an dem Werk gearbeitet. Historische Vorlage für die Komposition bildet die Einnahme von Münster durch die Wiedertäufer Bewegung im Jahr 1536/37. Der holländische Schneidergeselle "Jan van Leyden" ist der Titelheld. Meyerbeers Kooperation mit Eugène Scribe, seinem Librettisten, hatte sich, wie bereits bei den Hugenotten, als äußerst erfolgreich erwiesen. Den Stoff für das Libretto entnahm Scribe den Schriften Voltaires und Carl Heinz van der Veldes, einem schlesischen Dichter. Beide kannten das radikal-reformatorische Gedankengut der "Wiedertäufer".


Die 1848er Revolution beeinflusste die Entstehungseschichte "des Propheten", denn plötzlich erwies sich das Libretto als hochaktuell. Der Komponist wollte eine politische Aussage vermeiden, da er bereits während seiner Arbeit zu den »Hugenotten« mit der Zensur unliebsame Bekanntschaft gemacht hatte. Meyerbeer sah sich veranlasst, die Mutter-Figur (Fidès) aufzuwerten, um ein starkes Gegengewicht zu den revolutionären Ideen der Wiedertäufer zu schaffen. Als Besitzerin einer Schenke, im bürgerlichen Milieu verankert, ist Fidès bodenständig und kennt keine Existenzsorgen.


 Inhalt


"Jan van Leyden" in der Inszenierung "Jean de Leyde", Gastwirtsohn, steht kurz vor der Hochzeit mit Berthe, seiner Verlobten. Nur die Einwilligung des Grafen von Oberthal muss noch eingeholt werden. Als dieser die Heirat verhindert, schließt sich Jean zunächst nur widerwillig den Wiedertäufern an. Empfänglich für deren Ideologie lässt er sich zum Propheten ausrufen und wird zum fanatischen Anführer der Bewegung. Er zieht nach Münster und übt dort eine blutige Schreckensherrschaft aus. Von Fidès, seiner Mutter, sagt er sich los. Mehr noch, er verleugnet sie und bezeichnet sich als Sohn Gottes. Eine Tragödie bahnt sich an.
 
Inszenierung

 

Regisseur Vincent Boussard erzählt eine zeitlose Geschichte, in der die private Tragödie eines Mutter-Sohn-Konfliktes im Fokus steht. Politische und religiöse Komponenten spielen immer weniger eine Rolle und treten im Laufe der Handlung in den Hintergrund. Fidès wird zur Hauptfigur des Dramas. Selbst Jeans Beziehung zu Berthe, seiner Verlobten, spielt keine Rolle mehr.
Das Bühnenbild von Vincent Lemaire besteht aus hohen grauen Wänden. Durch Spiegelungen und Lichteinspiegelungen entstehen interessante Muster, die die Kargheit brechen. Im vierten Akt rieseln permanent Regentropfen hinab. Die routierende Drehbühne ist oft in Bewegung, teilt Räume (was nicht unbedingt günstig ist, da sie den Chören wenig Spielraum lässt) und sorgt für den Bildwechsel in der viereinhalbstündigen Inszenierung.
Zu sehen gibt es viel und zu hören: »Großartiges«. Musikalisch ist der Abend ein absoluter Genuss. Sänger, Musiker und der fantastische Aalto-Opernchor mit Kinderchor (Einstudierung: Jens Bingert, Patrick Jaskolka) werden am Schluss der Aufführung mit Applaus überschüttet.


Zu Beginn der Handlung hält sich Jean in seinem Zimmer auf. Mit sportlichem Blouson, Spaß an Musik und am Fußball unterscheidet er sich nicht von anderen jungen Männern seines Alters. Sein Leben scheint in Ordnung zu sein. Aufgestapelte Bierkästen (auf Werbung für eine Essener Getränkefirma kann verzichtet werden) symbolisieren die Schänke der Mutter. Hier trifft  Jean auf die drei Wiedertäufer: Jonas, Mathisen und Zachary. Ihre unheimliche Kostümierung (Kostüme: Vincent Boussard, Elisabeth de Sauverzac) erinnert ans finstere Mittelalter, eine bestimmte Religionsgemeinschaft ist nicht identifizierbar.. Fidès konservative Haltung offenbaren: dunkles Kleid, altmodische Frisur und braune Handtasche. Selbst als Bettlerin, herumirrend in den Straßen von Münster, hat sie die Tasche noch dabei. Warum Graf Oberthal dauerhaft von zwei Balletttänzerinnen in Tutu begleitet wird, kann nur vermutet werden. Ein Tresor, indem sich geplünderte Wertgegenstände der Wiedertäufer befinden, wird zum leuchtenden Altar. Jean legitimiert damit seine angebliche Göttlichkeit. Nicht fehlen in der Inszenierung dürfen das berühmte Schlittschuh-Ballett im dritten Akt ("Le Patineur"). Mit dem Ursprungstanz hat es allerdings sehr wenig zu tun. Ausserdem der Sonnenuntergang und das Kreuz als christliches Symbol.


Für Vincent Boussard ist der "Prophet" ein "Work in Progress". Der Regisseur beruft sich auf Meyerbeer, der bis kurz vor der Uraufführung Kürzungen und Striche in der Partitur vornahm. "Das Kunstwerk" kann auf ganz unterschiedliche Art interpretiert werden, lautet Bossards These. Um den Geschmack des Postmodernen Publikums zu treffen, sind Anpassungen notwendig. Jean ist als labiler junger Mann charakterisiert, der sich den Anordnungen und dem Wertekanon der Mutter zunächst widerspruchslos fügt und nur sein ganz persönliches Glück mit Berthe sucht. Dann aber durch widrige Umstände einen radikalen Schnitt vollzieht und der Verführung durch die Wiedertäufer erliegt, ihre fanatischen Ideen übernimmt und zu seinen eigenen macht.
Bezüge zu aktuellen Ereignissen deutet die Inszenierung zwar an, doch vertieft werden sie nicht. Boussard siedelt die Geschichte in der christlichen Symbolwelt an. Allerdings bleibt nicht verborgen, welche Religion gemeint ist, wenn die Protagonisten am Schluss den Tod durch Sprengstoff finden. Nur: Es wird nicht ausgesprochen!


Berthe (Lynette Tapia) beeindruckt als Jeans Verlobte mit zarter Ausstrahlung und kristallklaren Koloraturen. Marianne Cornetti in der anspruchsvollen Rolle der Fides leistet Unglaubliches. Sie verkörpert nicht nur authentisch die leidgeprüfte Mutter, sie besitzt auch die Kraft über Stunden raumgreifend ihren Mezzo erglühen zu lassen. Die Rolle des Jean de Leyde ist dem Amerikaner John Osborn auf den Leib geschnitten. Er verfügt über einen wohl timbrierten Tenor, der selbst in extremen Höhen kraftvoll zu überzeugen weiss. Albrecht Kludszuweit, Pierre Doyen und Tijl Faveyts beeindrucken als entschlossene Wiedertäufer.
Giuliano Carella führt die Essener Philharmoniker sicher durch die schwierige Partitur und lässt die kunstvolle Musik Meyerbeers mit größter Präzision erklingen.

 

Fazit

Das musikalisch hochwertige Musikdrama sollte man auf keinen Fall versäumen.

 

(Ursula Harms-Krupp)

 

Tickets
T 02 01 81 22-200
F 02 01 81 22-201
tickets@theater-essen.de

 

 

 

 

 

Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mona), Rainer Zaun (Vater von Maik), Foto: Klaus Lefebvre

Ludger Vollmers „Tschick“ in Hagen
Erfolgreiche Uraufführung

Road Opera von Ludger Vollmer

Libretto von Tiina Hartmann nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf

Auftragswerk des theaterhagen

Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Gefördert im Rahmen von Fonds Neues Musiktheater 2016.

 

Musikalische Leitung Florian Ludwig
Inszenierung Roman Hovenbitzer
Dramaturgie Ina Wragge

 

Große Oper in Hagen, und das ganz neu. Am 18. März öffnete sich der Vorhang zu Ludger Vollmers brandneuer Road Opera „Tschick“. Der Vorschlag, gerade diese Geschichte zu vertonen, kam noch von der im letzten Jahr verstorbenen Hagener Dramaturgin Dorothee Hannappel, der das Werk auch gewidmet ist. Der Komponist will vor allem die Jugend ansprechen, und so sah man auch schon bei der Premiere mehr junge Leute als sonst. Der Roman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist inzwischen Schullektüre, es gibt davon eine Bearbeitung fürs Sprechtheater und eine Verfilmung. Ludger Vollmer und seine Librettistin Tina Hartmann gehen aber einen ganz eigenen Weg. Den zu verfolgen, war spannend. Die Oper war publikumswirksam inszeniert, ist oft lustig, schürft aber immer wieder auch tiefer. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert.


Tina Hartmann hatte aus dem Roman 29 Szenen herausdestilliert, aber den Gesamtablauf nicht verändert. Das ergab gut zwei Stunden Musik. Die Geschichte wird auf diese Weise sehr klar wiedergegeben, ist nachvollziehbar auch für Leute, die den Roman mit seiner verschlungenen Handlung nicht kennen. Die Hauptpersonen, Maik, ein wohlstandverwahrloster Junge und Tschick, ein Russlanddeutscher, lernen sich kennen, freunden sich an und beschließen, mit einem geklauten Lada in die Walachei, Tschicks Heimat zu fahren. Weil ihre geographischen Kenntnisse im Minusbereich liegen, erreichen sie dieses Ziel nicht, erleben aber ungeheure Abenteuer und lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen. Obwohl am Schluss ein Unfall passiert, ist das für Maik aber „der schönste Sommer meines Lebens“. Die auch in Herrndorfs Roman benutzte harte und direkte Jugendsprache wird auch in die Oper übernommen, den weitaus obszönsten Verbalpart hat aber zweifellos Maiks Kapitalistenvater. Aber über Herrndorfs Text hinaus tauchen auch zwei neue Elemente auf. Einmal ein Gedicht von Christian Morgenstern: „Die zwei Parallelen“, die sich trotz mathematischer Gesetze am Ende doch treffen. Sie passen haarscharf auf die Beziehung zwischen Maik und Tschick und kommen immer wieder in unterschiedlichen musikalischen Variationen vor. Dann eine Szene aus Wilhelm Buschs Max und Moritz, von der auf der Müllkippe lebenden Isa als Auftrittsarie gesungen, umgedeutet und erklärend, warum sie missbrauchsbedingt an diesem schrecklichen Ort lebt.

 

 

Die Musik ist, da kann man dem Komponisten nur folgen, tatsächlich „große Oper“. Volles Orchester, Chor, Extrachor, Solisten und sogar Hiphoptänzer haben gut zu tun. Die Musik versucht gar nicht erst, avantgardistisch zu sein, ist aber neuartig in dem Sinne, dass sie sich aller möglichen Stile und Techniken bedient, um den emotionalen Gehalt der jeweiligen Szene genau herauszuarbeiten. Zum einen hört man alte Bekannte aus der Musikgeschichte, die aber nie ganz wörtlich zitiert, sondern melodisch oder harmonisch abgebogen werden (einmal war, als Tschick von Russland schwärmt, „Midnight in Moscow“ zu erkennen). Andererseits gibt es dramatisch-dissonante Musik an zentralen Stellen, vom vollen Orchester gespielt. Der Bezug zur Tradition ist aber immer vorhanden, so etwas wie Rezitative und Arien wird benutzt, rhythmisch Bewegtes erinnert an Bartok, aber auch Rockmusik kommt immer wieder vor, ebenso Micky-Mousing, also das Verdoppeln einer Bewegung in der Musik. Dies alles aber keineswegs beliebig, sondern präzise und oft wechselnd und changierend auf den jeweiligen Ausdrucksgehalt bezogen. Deshalb war die Musik auch für Laien relativ leicht zu verfolgen, wer sich besser auskannte, hatte seinen Spaß daran zu erkennen, welche Stile gerade verarbeitet wurden. Vieles erinnerte mich in der kompositorischen Vorgehensweise auch an Offenbach und Eisler: Es gab ironische und pointiert satirische Passagen, oft verstärkte die Musik den komischen Effekt lustiger oder skurriler Szenen auf der Bühne. Dass des öfteren laut gelacht wurde, lag also keineswegs nur am Text. Der wurde nur manchmal gesprochen, sonst aber in den unterschiedlichsten Facetten gesungen, manchmal songartig, manchmal wurden die Worte zerhackt, manchmal schlug es gezielt ins Süßliche um, der Gegensatz zwischen satirischen und ernsten Stellen wurde aber insgesamt brillant über die Rampe gebracht.

 

 

Gut war es, dass alle gesungenen Texte noch einmal als Übertitel erschienen, das erleichterte das Verstehen der Handlung ungemein. Ein zweites Schild hatte aber schon dramaturgische Funktion. Hier wurden die Überschriften der einzelnen Szenen und entscheidende Worte eingeblendet. Auch für die szenische Umsetzung hatte sich Regisseur Roman Hovenbitzer einiges einfallen lassen. Sehr schön seine Idee, den Chor, der die Bedrohungen der Umwelt darstellte, mit Masken auftreten zu lassen. So konnten sie u.a. die sportliche Rentnergruppe, die grunzenden Schweine nach dem Unfall und die sensationsgeile Menge beim Prozess darstellen. Auch die von der Musik vorgegebenen Dreifaltigkeiten der alternativen Mutter Friedemann und der Krankenschwester wurden publikumswirksam auf die Bühne gebracht, und nachhaltig war auch die Szene mit dem stahlbehelmten Horst Fricke, der alles durcheinanderbringt. Bühnenbildner Jan Bammes setzte präzise Akzente mit schnell wechselnden Requisiten. Einen ganz gewichtigen Anteil hatten aber die Projektionen von Krista Burger. Sie fand für die vielen Fahrten der beiden eine einfache, aber geniale Lösung: Der geklaute Lada kann an einer Stelle stehen bleiben, und die durchfahrenen Landschaften und Siedlungen ziehen - dargestellt durch ein Video – an ihm vorbei und simulieren ein fahrendes Auto. Nur ein Pfeil zeigt die Richtung an, in die das Auto fährt. Und gegen Ende, wenn Maik und seine Mutter die überflüssigen Möbel in den Swimmingpool werden, sehen die Zuschauer das Innere des Swimmingpools auf der Leinwand und können genau beobachten, wie die neobarocken Stühle langsam auf seinen Boden sinken.

 

 

Dem Orchester unter Florian Ludwig hatte hörbaren Spaß an der Produktion und spielte sehr motiviert, auch Chor und Extrachor waren in jeder Hinsicht voll engagiert dabei. Und die Solisten agierten auf gewohnt hohem Niveau: Andrew Finden als Maik und Karl Huml als Tschick spielten, sprachen, sangen überzeugend die Hauptrollen, Kristine Larissa Funkhauser glänzte als Isa. Marilyn Bennett als alkoholkranke Mutter und Rainer Zaun als ordinärer Kapitalist boten exzellente Charakterstudien, Richard van Gemert beeindruckte in seiner Rolle als Karl Fricke und Heikki Kilpeläinen in mehreren Rollen mit seinem voluminösen Bariton. Auch die zahlreichen anderen Solisten, von Ensemble- und Chormitgliedern besetzt, zeigten hervorragende Leistungen. Einige kamen auch aus der Solistenklasse des Kinder- und Jugendchores des theaterhagen, die sich im Programmheft begeistert über die Oper Vollmers äußerten und dies auch in Gesang und Darstellung auf der Bühne bestätigten.

 

Eine sehr gelungene Produktion also, vor allem für eine junge Generation komponiert. Diese Oper hat es verdient, auch an vielen anderen Häusern gespielt zu werden. Auch weil am Schluss deutlich wird, dass das Leben immer risikoreich ist und es letztlich darauf ankommt, glücklich zu werden. Ein schöner Einfall dazu das Schlussbild: Isa und die beiden Jungen sitzen in großer Höhe auf Schaukeln und lächeln ins Publikum.

 

 

Fritz Gerwinn, 20.3.2017

 

Weitere Aufführungen: 13.4., 20.4.,26.4., 10.5., 2.6., 11.6., 7.7.2017

 

 

 

Foto: Jens Grossmann
Foto: Jens Grossmann

In Wuppertal geht die Post ab

Rocky Horror Show im Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 17.2.2017, besuchte Vorstellung am18.2.2017

 

Schwarze Messe mit Reis und Konfetti

So außer Rand und Band war das Wuppertaler Publikum noch nie. Schon vor der Vorstellung erschienen etliche Zuschauer in Strapsen und anderen zum Stück passenden Kostümen, zum Teil auch horrormäßig geschminkt, und besetzten gutgelaunt die Plätze. Mitgemacht wurde von der ersten Sekunde, als hätten die Zuschauer es kaum erwarten können. Reiskörner und Konfetti verteilten sich im Parkett, Wasserpistolen spritzten, was sie hergaben, Klopapier flog auch aus den hinteren Reihen bis auf die Bühne, musste schon in der Pause zusammengekehrt werden, so dass rechts und links der Bühne zwei riesige Haufen zu sehen waren. Einige Gäste lieferten sich mit den überall verteilten Bahnen auch nach der Pause noch kleinere Scharmützel. Alles gewollt: die Wuppertaler Bühnen hatten vorgesorgt und jede Menge Tüten vorbereitet, in denen die während der Vorführung zu benutzenden Utensilien bereitlagen, so zum Beispiel für jeden genau 16 Gramm Reis. Schließlich hat sich die Rocky Horror Show zu einem Mitmachstück entwickelt, es findet aber keine unfreiwilligen bronchialen Mitmachaktionen statt, wie sie in manchen Konzerten zu ertragen sind, sondern erwartet wird, dass alle freiwillig und selbstverständlich mittun. Und wenn man jetzt glaubt, nur junge Leute hätten sich intensiv und freudvoll diesen Ritualen unterzogen, sah man sich absolut getäuscht: Eine große Menge des Publikums gehörte der Generation Ü50 an, etliche hatten das Rentenalter sogar schon vor geraumer Zeit erreicht, was sie an extensiver Teilnahme überhaupt nicht hinderte. Und offensichtlich kannten fast alle Zuschauer das Stück, hätten wenn gewünscht auch mitsingen können, so dass deutsche Übertitel der englisch gesungenen Songs nur gestört hätten. Verstehen konnte man sie sowieso nicht, weil das enthusiasmierte Publikum kräftig mitklatschte oder sich auf andere Weise fröhlich lärmend beteiligte. Die wenigen Nichtkenner des Stückes hatten also doppeltes Vergnügen: das Stück und das wie eine Rakete abgehende Publikum. So gab es am Ende nicht nur mindestens drei Zugaben, sondern überall fröhliche Gesichter.

 

Dabei ist die sexuelle Freizügigkeit dieses Stückes auch nach etlichen Jahrzehnten keineswegs üblich. Auf Homoerotik wird ja nicht nur angespielt, und fast alle Beteiligten tragen am Schluss rote Mieder und Strapse. Die erotischen Erweckungserlebnisse des Verlobtenpaares Janet und Brett werden breit ausgespielt, Frank´N´Furter, der Obergott vom Planeten Transsexual, verschafft erst der unerfahrenen Janet ungeahnte erotische Erlebnisse, um sofort danach auch ihren biederen Verlobten in die Freuden der Liebe einzuführen. Dabei hatte er kurz vorher zu seinem sexuellen Vergnügen noch einen neuen Menschen geschaffen, Rocky, dessen gut gefüllte Hose unübersehbar in den Mittelpunkt gestellt wird. Bei Janet hatte er aber so viel sexuelle Lust ausgelöst, dass sie ihren Verlobten vergisst und Rocky verführt, der dadurch seinem Herrn und Meister untreu wird. Deren intensive und lang andauernde Kopulation nach dem Lösen von Rockys Keuschheitsgürtel findet in einem verhängten Beichtstuhl statt. Der Vorhang wird nur gegen Ende aufgezogen, ohne dass die beiden sich groß stören lassen.

Der zweckentfremdete Beichtstuhl ist ein Teil der von Regisseur Sebastian Welker hinzugefügten neuen Provokation. Die Story mit ihren sexuellen Freizügigkeiten spielt in einer Kirche, und zwar in einer katholischen, die ja eher das Gegenteil davon predigt. Links reckt sich eine Kanzel in die Höhe, vor der sich vor Beginn der Handlung einige kostümierte Zuschauer fotografieren ließen. Es läuten die Glocken, ein Bischof, der unter seinem Gewand Strapse trägt, traut das Paar, dessen Brautstrauß Janet aufhebt. Oben steht ein Altar, der unter dem Gesicht Frank´N´Furters ein großes Bild des heiligen Sebastian zeigt, laut Wikipedia eine „standhafte Ikone männlicher Schönheit“, die nicht frei ist von homoerotischen Anspielungen. Und schließlich gibt es eine Abendmahlsszene, in der Menschenfleisch serviert wird, und zwar das von Eddie, Rockys Vorgänger, vom mächtigen Frank´N´Furter eigenhändig gemeuchelt. Dessen Rolle bleibt ambivalent. Einerseits wird er in der Vorankündigung des Stücks als Teufel bezeichnet, andererseits lassen sich dann, wenn er ein paar Meter hochgezogen wird und mit ausgebreiteten Armen vor Adlerschwingen hängt, Assoziationen an einen Gekreuzigten nur schwer vertreiben. Macht übt er auch gegenüber dem Publikum aus. Er bestimmt Anfang und Ende, sogar die Stärke des Beifalls.

 

Bühnenarbeiter sind in das Stück einbezogen. So lässt sich Frank´N´Furter, bevor er hochgezogen wird, von einem Bühnenarbeiter helfen. Das ist auch eine ganz wichtige Facette der Regie: Vollkommene Illusion wird vermieden, indem z.B. die Darsteller immer wieder den Einsatz für die Musik oder einen Lichtwechsel geben. Auch durch kleine Gags, z.B. Schilder mit Tanzschritten oder Anweisungen für das Publikum, wird deutlich gemacht, dass hier ein Spiel stattfindet. Regisseur Sebastian Welker hat sich, zusammen mit Bühnenbildner Stephan Prattes, Kostumbildnerin Susanne Hubrich und Choreographin Ama Share-Kissiov, einiges einfallen lassen. So wird die im Gewitter endende Autofahrt von Janet und Brad zu ihrem Professor Scott per Video gezeigt und geht dann über auf das Auto auf der Bühne. Der Weg zum Schloss ist überflüssig, die große Party der außerirdischen Transsylvanier findet direkt neben dem Auto statt. Spektakulär ist auch der Schluss: Nachdem Riff-Raff und Magenta ihren Herrn und Meister, dazu Columbia und Rocky, erschossen haben, verwandelt sich der Hochaltar mit dem heiligen Sebastian in eine Rakete, in die die beiden einsteigen und mit großem Getöse Richtung Heimatplanet abheben.

Gesungen, getanzt und gespielt wird auf absolut professionellem Niveau. Dafür wurden renommierte Musical-Darsteller aus ganz Deutschland engagiert. Andreas Wolfram brilliert als Frank´N´Furter, die Entwicklungen des am Anfang noch naiven Pärchens Janet und Brad lassen sich durch Johanna Spantzel und Dustin Smailes wunderbar nachvollziehen, und Christian Schöne als Rocky sieht nicht nur gut aus. Mariyama Ebel spielt Columbia, als Magenta alternieren Kerstin Brix und Anke Fiedler, die schon in der Saarbrücker Inszenierung 2011 dabei war. Drei Solisten aus dem neuen Wuppertaler Ensemble fügen sich in jeder Hinsicht nahtlos ein: Mark Bowman-Hester als Riff-Raff, Sebastian Campione als Dr. Scott und Simon Stricker als Erzähler (zum Schluss im Pfarrer-Habit), der sehr deutlich spricht, aber wegen von der Regie geforderten sehr lauter „Boring“ und „Langweilig!“-Rufe kaum zu verstehen ist. Eddie ist Eddie: der Wuppertaler Lokalmatador und Elvis-Imitator Eddie Ebeling. Auch die fünfköpfige Band unter Heribert Feckler gibt ihr Bestes, kann nur einmal kurz beim Schlussbeifall auf die Bühne kommen, weil sie danach sofort wieder die nächste Zugabe begleiten muss.

 

Ein schrilles Vergnügen also, schwarze Messe mit Reis, Konfetti und intensiv dargestelltem Sex, offenbar mit riesigem Erinnerungswert auch für Menschen mittleren und höheren Alters. Das muss allerdings nicht jedem gefallen, und in die begeisterte Gemeinde dieses oversexten Stückes einbezogen zu werden, ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Aber wer dieses Spektakel miterleben will, muss sich beeilen, denn die weiteren acht Aufführungen dürften schnell ausverkauft sein.

 

Zum Schluss noch ein kleines Lob für den Intendanten. Die Auswahl eines solchen Publikumsrenners lässt Raum für kleinere oder größere Wagnisse, z.B. Uraufführungen wie AscheMOND oder Stücke, die nicht unbedingt zu den Schlachtrössern der Opernliteratur gehören, auch wenn sie vielleicht nicht so wie die Rocky Horror Show beim Publikum ankommen. Die Saison bisher zeigt, dass schon vieles Unkonventionelle gewagt wurde, diese Wagnisse wegen des vergleichsweise geringen Etats aber auch abgesichert wurden. Das könnte und sollte so weitergehen.

Fritz Gerwinn, 202.2107

Weitere Aufführungen: 11., 12., 26. März, 21., 29., 30. April, 11., 20. Juni

 

WUPPERTAL

Cristina Piccardi (Lucia), Foto: Klaus Lefebrve
Cristina Piccardi (Lucia), Foto: Klaus Lefebrve

WUPPERTAL

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

HAGEN

Cristina Piccardi (Susanna), Andrew Finden (Figaro), dahinter Veronika Hal ler (Gräfin), Keno  Brandt (Antonio), Chor Foto: Klaus Lefebvre
Cristina Piccardi (Susanna), Andrew Finden (Figaro), dahinter Veronika Hal ler (Gräfin), Keno Brandt (Antonio), Chor Foto: Klaus Lefebvre

ESSEN

Wuppertal

 

"LULU" von Alban Berg feierte in Wuppertal Premiere

 Martina Welschenbach  (Lulu) , Claus Rentzelmann  (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann
Martina Welschenbach (Lulu) , Claus Rentzelmann (Medizinalrat) Foto: Uwe Stratmann

"Lulu" von Alban Berg zählt sicher zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts. Kein einfaches Werk, denn nicht nur die Länge überforderte manche Besucher, sondern auch die ungewohnte Tonsprache – modifizierte Zwölftontechnik – sowie die ausladende, nicht immer leicht nachzuvollziehende Handlung.

Kamioka hat sich mit der „Lulu“  zwar einen ziemlich dicken Brocken ausgesucht aber auch einen Herzenswunsch erfüllt, wie er auf der Pressekonferenz am Anfang der Saison ausführte. Sein Dirigat in Wuppertal ließ jetzt keine Wünsche offen. Lesen Sie weiter ...

 

 

 

REISEN

 

REISE INS PIEMONT - ein Paradies für Genießer

Foto: Deianira
Foto: Deianira

Hügelketten, an denen sich sanfte Weinberge schmiegen, schneebedeckte Bergketten, schmale Straßen, die sich in Serpentinen durch urige Dörfer schlängeln, Städte mit erlesenen Kunstschätzen, imposante Kathedralen.

Und das ist längst nicht alles. Das Piemont ist vor allen Dingen ein Paradies für Gourmets. Der heiß begehrte »weiße Trüffel«, ein edler Knollenpilz, dazu Spitzenweine: Der Barolo, Barbaresco und Dolcetto, um nur einige zu nennen, sind hier zu Hause. Viele Orte bieten erstklassige Restaurants und Osterien, sodass der Feinschmecker garantiert auf seine Kosten kommt. Die piemontesische Küche zählt zu den Besten in Ganz-Italien.

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Wuppertal

Essen

ELEKTRA

Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).
Mezzosopranistin Doris Soffel (Foto: Boris Streubel).

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss

Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere am 19. März 2016

gesehen am 23.03.2016

 

 

David Böschs Inszenierung der  "Elektra" feierte im Aalto-Theater Premiere

 

Das Grauen ist immer da
Das Grauen ist omnipräsent. Blutbeschmierte Wände, Elektras blutbesudeltes Kleid, Kinderspielzeug, ein gekritzelter Satz: „Mama, where ist Papa“? Etwas Entsetzliches ist geschehen. David Böschs Gruselthriller "Elektra" präsentiert Protagonisten, die nach einem Trauma kein normales Leben mehr führen können.

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Hagen

"EUGEN ONEGIN"

Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre
Veronika Haller (Tatjana), Kenneth Mattice (E ugen Onegin) , Foto Klaus Lefebvre

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Hagen

Premiere am 5.3.2016, besuchte Vorstellung am 11.3.2016

Keine zwei Monate später als Wuppertal brachte nun Hagen Tschaikowskis Eugen Onegin heraus, aber ganz anders. Wurde in Wuppertal der gesellschaftliche Aspekt mit realistischen Massenszenen betont, lieferte Regisseur Holger Potocki eine intime Kammeroper ab, ein Nachtstück, in dem es niemals richtig hell wird.

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Essen


"FAUST" IN ESSEN

Aalto-Theater
Musikalische Leitung Sébastien Rouland
Inszenierung, Bühne Philipp Stölzl


Charles Gounods fünfaktige Oper „Faust“ in der Inszenierung von Philipp Stölzl feierte im Aalto Theater in Essen eine umjubelte Premiere. Die Produktion kam bereits 2008 in Basel und 2015 in Berlin zur Aufführung. Die Inszenierung zeichnet das feinsinnige Psychogramm eines jungen Mädchens, welches durch einen gemeinen Betrug ein grausames Schicksal erleidet. Die Begierde eines alten Mannes zerstört ihr Leben.

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Wuppertal

Eugen Onegin in Wuppertal

Tschaikowskijs Eugen Onegin in Wuppertal

Premiere am 24.01.2016

Toshiyuki Kamioka vermeidet den üblichen Anfangsbeifall für den Dirigenten, hat sich in den Orchestergraben geschlichen, während das Licht ausgeht, erklingen schon die ersten Töne. Und das Wuppertaler Sinfonieorchester spielt exzellent. weiter ...

 

 

Hagen

"Jonny spielt auf“

Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel
Kenneth Mattice (Jonny) , Foto: Inka Vogel

Premiere am 16.01.2016

Spannende Oper, intelligente Regie, interessante Musik

"Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek im theaterhagen

Beim Lesen der Handlung von „Jonny spielt auf“ – der Komponist Ernst Krenek hat nicht nur die Musik, sondern auch den Text geschrieben - entsteht leicht der Eindruck: Was für eine verworrene, reißerische Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen! Eine Geige und vier Hauptpersonen! Wie kann man das nachvollziehbar und auf die Bühne bringen? In Hagen schafft man es!

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Musical

Essen

"Die Liebe zu den drei Orangen"

Das Aalto-Theater zeigt die "Die Liebe zu den drei Orangen"

In der viel umjubelten Premiere feierte das Publikum das Ensemble .

Prokofjews Oper ist eine meisterhafte Satire, die zudem bestens zu unterhalten weiß

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Theaterhagen

Das Land des Lächelns

Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre
Maria Klier (Mi) , Kejia Xiong (Prinz Sou-Chong), Foto: Klaus Lefebvre

"Das Land des Lächelns"

Franz Lehars beliebte Operette ist in Hagen zu sehen. Die romantische Liebe zwischen Lisa und dem Prinzen Kejia Xiong, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, findet kein Happy end. Wien und Peking als  Schauplätze der Handlung demonstrieren nicht nur Macht und Gegensätzliches, sie verweisen auch auf Parallelen in den gesellschaftlichen  Strukturen.  .

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Hagen

Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte  Dame), Kristine  Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)
Foto: Klaus Lefebvre, Klier (Königin der Nacht), Veronika Haller (E rste Dame), Gudrun Pelker (Dritte Dame), Kristine Larissa Funkhauser (Zweite Dame), Dorothea Brandt ( Pamina)

Intelligent und witzig: Mozarts Zauberflöte im theaterhagen

Noch einmal ein Zauberflöte? Kann es da noch Überraschungen geben? Ist nicht alles schon gesagt?

Nein, keineswegs! Der Regisseurin Annette Wolf gelingt im theaterhagen eine neue, faszinierende Deutung. Der bisher meist favorisierte Kampf:  Gut gegen Böse, Hell gegen Dunkel wird umgedeutet. Zentral in der Inszenierung ist nun die Frage:" Wie gelingt es jungen Menschen sich gegen scheinbar übermächtige Erwachsene und Institutionen zu behaupten, um eine eigene Lebensperspektive zu gewinnen?". weiter    ...

 

 

Hagen

Madame Butterfly im theaterhagen

Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Mit der letzten Premiere der Saison feierte das theaterhagen wieder einen glänzenden Erfolg, Ergebnis einer engagierten und kompetenten Ensembleleistung mit dem Regie führenden Intendanten an der Spitze.

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Wuppertal

Johannespassion in Wuppertal

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Eine mit Spannung erwartete Johannes-Passion hatte am 22.Mai 2015 in Wuppertal Premiere. Die  szenische Fassung von Oratorien oder Passionen ist noch verhältnismaßig neu.

Wie geht ein Regisseur das an? Was erwartet den Zuschaer? weiter [...]

 

 

 

Hagen

Fidelio  - eine gebrochene Utopie

Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre
Harriet Kracht (Alte Leonore), Richard Furman (Florestan) Foto: Klaus Lefebvre

"Fidelio"

Ludwig van Beethoven

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Gregor Horres

Ludwig van Beethoven hat an seiner einzigen Oper "Fidelio" über zehn Jahre lang gearbeitet. In Hagen ist seine grandiose Musik zu hören. Die vielfach ausgezeichnete Autorin,  Jenny Erpenbeck,  hat für die Aufführung einen neuen Text verfaßt. In der Inszenierung von Gregor Horres blickt eine gealterte Leonore zurück auf das Geschehen von einst, welches sie immer noch emotional beschäftigt. Ihre Illusionen hat sie verloren. weiter [...]

 

 

 

 

Essen

Schauspiel

Wir sind die Guten

Foto: Martin  Kaufhold
Foto: Martin Kaufhold

(Shoot / Get Treasure / Repeat)

Von Mark Ravenhill

Deutsch von John Birke

Inszenierung: Hermann Schmidt-Rahmer

 

Welche Auswirkungen haben Terroranschläge auf unser Leben? Wie gehen Menschen mit der Angst vor Terror um? Müssen wir uns schützen? Und wie?

Mark Ravenhill gilt als einer der berühmtesten britischen Gegenwartsdramatiker. Seit seinem ersten spektakulären Theatererfolg  „Shopping and Fucking“, das 1998 in London uraufgeführt wurde, werden seine Stücke weltweit inszeniert.  „Shoot / Get Treasure / Repeat“ wurde im April 2008 in London uraufgeführt; die deutschsprachige Erstaufführung war im Januar 2010 in Düsseldorf. In 16 Minidramen zeigt das Stück den andauernden Kampf gegen den Terror und die Hoffnung durch kriegerische Einsätze der Bedrohung der Welt Einhalt zu gebieten.

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Wuppertal

"Salome" von Richard Strauss

Foto: Uwe Stratmann
Foto: Uwe Stratmann

Nach dem ambitiösen und deshalb umstrittenen Parsifal feierte das Wuppertaler Publikum die neue „Salome“ mit einhelligem Beifall. Nicht nur in Hinsicht auf die musikalische Umsetzung kam das Publikum auf seine Kosten, auch das Regieteam erhielt in der Premiere viel Applaus. Anders als der Regisseur des Wuppertaler Parsifals, Thilo Reinhard, in seiner Berliner „Salome“ betonte Michiel Dijkema den vorgegebenen Spannungsbogen und legte besonderen Wert auf genaue und nachvollziehbare Personenführung, bezog aber hierbei auch neue Sichtweisen im Detail ein. weiter [...

 

 

 

 

Wuppertal

Parsifal von Richard Wagner

Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann
Statisterie, Andreas Daum, Tilmann Unger, Thomas Gazheli, Kathrin, Foto: Uwe Stratmann

Parsifal - neu erzählt - kein Bühnenweihfestspiel

An Thilo Reinhardts Inszenierung scheiden sich die Geister. Unbedingt ansehen, meint unser Kritiker. Lesen Sie mehr über den  "Parsifal" in Wuppertal.  [...]

 

 

Hagen

"Verbrennungen" von Wajdi Mouawad

Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre
Rolf A. Scheider (Méphistophélès), Marylin Bennett (Marthe), Foto: Klaus Lefebvre

Oper von Charles Gournod

Premiere am 17.01.2015

Als erste Premiere im Jahr 2015 führte das theaterhagen den „Faust“ von Charles Gounod auf. Dessen musikalische Umsetzung verzichtet auf Goetheschen Tiefsinn und stellt die Liebesgeschichte von Faust und Gretchen, die in dieser Oper Marguerite heißt, und ihr Scheitern in den Mittelpunkt  mehr ...

 

 

 

Foto: Mathias Jung
Foto: Mathias Jung

Wuppertal

Don Giovanni in Wuppertal

Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann
Josef Wagner, Marianne Fisel, Foto: Uwe Stratmann

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto von Lorenzo da Ponte

 

 

Fur manche Opernbesucher ist sie die Oper aller Opern "Don Giovanni".

 Eine ideenreiche Inszenierung der Mozart Oper ist jetzt in Wuppertal zu sehen.  mehr ...

 

Wuppertal

Foto: Christoph Sebastian
Foto: Christoph Sebastian

Wuppertal

Tosca in Wuppertal

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka gibt seinen Einstand

In der Operngeschichte gilt die Figur der "Tosca" als schillernde Persönlichkeit. Gleich zwei Männer umwerben die Titelheldin in Puccinis Drama: Cavaradossi, ein freigeistiger Maler und Scarpia, der brutale Polizeichef.
Stefano Poda, laut BBC einer der wichtigsten Opernregisseure unserer Zeit, inszenierte die Oper.

Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka dirigierte das  Sinfonieorchester Wuppertal und gab damit seinen Einstand als Opernintendant. mehr ...



Hagen

Verdis Otello im theaterhagen

Draußen scheint vor der Premiere die Sonne, drinnen im Theater jagen schon düstere Sturmwolken über den Himmel. Davor eine Art stadtmauerartiger hoher Steg, ganz im Vordergrund ein Wachturm. Erstaunlich, welch kreative Lösungen den Hagenern bei ihrer relativ kleinen und engen Bühne einfallen (diesmal wieder, auch die Kostüme: Jan Bammes): Haben wir unten nicht genug Platz, gehen wir eben in die Höhe (das war bei „Carmen“ und „Don Quichotte“ auch schon einleuchtend gelöst).  weiter ...


Hagen

„Don Quichotte“

 Foto: Klaus Lefebvre
Foto: Klaus Lefebvre

Im Theaterhagen feierte Don Quichotte“ Premiere.  Der Ritter von der traurigen Gestalt, lächerlich und liebenswert, ein Spinner und Phantast, hört nicht auf Andere.

Unbeirrt geht er seinen eigenen Weg. Wiedermal begeistert Hagen mit einer tollen Inszenierung. weiter ...

 

Wuppertal

Oper

Alcina verzaubert

Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann
Joslyn Rechter, Nohad Becker, Elena Fink, Foto: Uwe Stratmann

Wuppertaler Opernhaus

Premiere am 23.3.2014

In Wuppertal hatte "Alcina" Premiere. Eine Inszenierung, die verzaubert.

Fritz Gerwinn hat die Premiere besucht.

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Reisen

Die Schlösser der Loire

 

Die Loire ist mit 1020 km der längste Fluß Frankreichs. Die liebliche Landschaft des Loiretales wird als "Garten Frankreichs" bezeichnet. weiter ...

 

 

 

"Evita" in Wuppertal

Rasanter Aufstieg und tragisches Ende

"Evita" in Wuppertal
"Evita" in Wuppertal

Als Eva Perón 1952 im Alter von nur 33 Jahren an Krebs starb, trauerte ganz Argentinien. Wegen ihrer Fürsorge für die Armen war sie im Volk sehr beliebt. An der Seite von Argentiniens Diktator Juan Perón führte sie als Präsidentengattin ein glamouröses Leben. In Wuppertal ist "Evita" jetzt als Musical zu erleben. Das Leben der Protagonistin wird in der Inszenierung keineswegs nur verherrlicht, deutlich herausstellt werden Brüche und problematische Seiten ihres kurzen Daseins. weiter ...

 

 

 

 

Reise -Tipp

Irland

Dinieren mit Madame Pompadour

Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit: die Faszination der Maskerade

Gäste sind verrückt darauf und das Regency Herrschaftshaus Balyfin macht es möglich: das Verwandeln in historische Gestalten.

Sich einmal fühlen wie die Pompadour. Das muss kein Traum bleiben. Im Ballyfin Hotel können die Gäste in historische Kostüme schlüpfen und stilecht an einem barocken Dinner teilnehmen.

Für dieses besondere Vergnügen stehen 40 verschiedene Galagarderoben zur Verfügung. Umgeben von Wäldern und Seen liegt das imposante Hotel verwunschen wie ein Märchenschloss in einem herrlichen Park. Damit bietet es eine faszinierende Kulisse für das abendliche Historienspiel. http://www.ballyfin.comhttp://

Wuppertal

Verdis Maskenball in Wuppertal

Oper in drei Akten von Guiseppe Verdi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Foto: U. Stratmann

 

Sängerfest und solide Inszenierung

Kaum waren die ersten Takte des Vorspiels erklungen, da war die Freude über die musikalische Qualität groß.  Der Abend versprach ein Genuss zu werden. weiter ...

 

Essen

Theater

Faust I. und II.

Gefangen in Rastlosigkeit

Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger
Jan Pröhl, (Faust), Stefan Diekmann, (Mephisto), Foto: Sabrina Weniger

Von Johann Wolfgang von Goethe

Grillo-Theater, Essen

Gesehen am 2.3.13 (Premiere)

 

Den „Faust“ mit sieben Schauspielern bewältigen – was für ein Vorhaben: das Programmheft kündigt eine Strichfassung an – und der Zuschauer ist gespannt.    weiter ...

 

 

 

Düsseldorf

Musik

"Xerxes" von Händel

Barockoper mit grandiosem Erfolg

Foto: Hans Jörg Michel
Foto: Hans Jörg Michel

Die deutsche Oper am Rhein glänzt derzeit mit einer Barockoper. Stefan Herheims Inszenierung der Händel Oper „Xerxes“ sorgt für Furore. Das Publikum feiert das Ensemble enthusiastisch.

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Wuppertal

"Bluthochzeit"

Eine Familie im Ausnahmezustand

Lyrische Tragödie in zwei Akten von Federico García Lorca

Musik von Wolfgang Fortner

Premiere: Wuppertaler Bühnen, Sonntag, 13. Januar 2013,

Eine Familie in einem Ausnahmezustand. Die Hochzeitsfeier endet in einer Tragödie. Großer Jubel für die gelungene Inszenierung in Wuppertal.

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Reise

Kulturschock Indien – oder doch ein Traumland? Eine privat organisierte Reise


Nach Indien fliegt man nicht eben mal so hin. Obwohl viele Menschen sich für das Reiseziel Indien interessieren, scheuen sie vor dem "Unbekannten" zurück. Gisela Baumann-Wagner, unsere Mitarbeiterin, ist nach Indien zu einer knapp dreiwöchigen Rundreise aufgebrochen. Mitgebracht hat sie unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse. Lesen Sie hier was sie zu erzählen hat.

 

Wenn man noch nie in Indien war, fragt man sich natürlich spontan, ob eine privat organisierte Reise überhaupt sinnvoll erscheint, oder ob man nicht besser dran wäre, eine durchgeplante Pauschalreise zu machen. Man weiß im Allgemeinen recht wenig über dieses Land – alles ist fremd: Geschichte, Religion, soziales Leben.  weiter ...